Zählweise im Golf

Golf-Lexikon

Zählweise im Golf

Kurz erklärt

Die Zählweise im Golf folgt einem einfachen Grundsatz: Jeder Schlag zählt. Wer eine Bahn mit den wenigsten Schlägen spielt, ist am besten. Bezugspunkt ist das Par, also die Schlagzahl, die ein sehr guter Spieler braucht. Daraus ergeben sich Begriffe wie Birdie, Eagle oder Bogey. Neben dem reinen Zählen der Schläge gibt es Punktesysteme wie Stableford und das Lochspiel, bei dem gewonnene Bahnen zählen.

Golf Zählweise im Überblick

Im Golf gibt es drei Grundformen, ein Ergebnis zu ermitteln:

In allen drei Formen ist das Par der Maßstab. Jede Bahn hat ein Par von 3, 4 oder 5. Für jede Abweichung vom Par gibt es einen eigenen Namen. Diese Namen helfen Ihnen, Ergebnisse schnell einzuordnen, auch wenn Sie die genaue Schlagzahl nicht kennen.

Dazu kommt das Handicap. Es sorgt dafür, dass Spieler mit unterschiedlicher Spielstärke fair gegeneinander antreten können. Daraus entstehen Brutto- und Nettowertungen.

Die wichtigsten Begriffe der Zählweise

Diese Begriffe beschreiben Ihr Ergebnis auf einer Bahn im Vergleich zum Par:

Für die ganze Runde sprechen Golfer von „unter Par“, „Even Par“ oder „über Par“. Fünf über Par bedeutet: Sie haben fünf Schläge mehr gebraucht als das Par des Platzes.

Schläge richtig zählen

Beim Zählen gilt eine klare Regel: Jeder Versuch, den Ball zu schlagen, ist ein Schlag. Das gilt auch, wenn Sie den Ball ganz verfehlen. Golfer nennen das einen Luftschlag. Probeschwünge zählen dagegen nicht, solange Sie den Ball nicht treffen wollen.

Zusätzlich kommen Strafschläge hinzu. Sie entstehen zum Beispiel, wenn ein Ball im Aus landet, verloren geht oder in einer Penalty Area liegt und Sie Erleichterung nehmen. Ihr Ergebnis auf einer Bahn ist also: alle Schläge plus alle Strafschläge.

Ein Beispiel auf einem Par 4: Ihr Abschlag landet im Wasser (Schlag 1). Für die Erleichterung kommt ein Strafschlag hinzu (2). Sie droppen und spielen den Ball vor das Grün (3), chippen aufs Grün (4) und brauchen zwei Putts (5 und 6). Ihr Ergebnis ist 6, also ein Doppelbogey.

Im Turnier notiert ein Zähler Ihre Ergebnisse auf der Scorekarte. Am Ende prüfen Sie die Karte, Sie und der Zähler unterschreiben, und Sie geben sie ab. Für die richtigen Ergebnisse der einzelnen Bahnen sind Sie selbst verantwortlich. Ausdrücke wie Mulligan oder Gimme stammen aus privaten Runden. In den offiziellen Regeln für das Zählspiel gibt es sie nicht.

Golf Punkte berechnen: Stableford

Beim Stableford, einer der beliebtesten Turnierformen für Clubgolfer, zählen Punkte. Sie werden aus Ihrem Nettoergebnis je Bahn berechnet:

Netto heißt: Ihre Vorgabeschläge werden vorher abgezogen. Ein Beispiel: Sie haben eine Spielvorgabe von 18. Dann bekommen Sie auf jeder der 18 Bahnen einen Vorgabeschlag. Spielen Sie ein Par 4 mit fünf Schlägen, ist das netto ein Par und bringt zwei Punkte. Bei einer anderen Spielvorgabe verteilen sich die Schläge nach der Schwierigkeit der Bahnen. Die Reihenfolge steht auf der Scorekarte in der Spalte „Hcp“.

Wer auf 18 Bahnen genau seine Spielvorgabe spielt, erreicht 36 Punkte. Ein Vorteil: Ist auf einer Bahn kein Punkt mehr möglich, dürfen Sie den Ball aufnehmen.

Brutto, Netto und Lochspiel

Brutto ist Ihre tatsächliche Schlagzahl, ohne Handicap. Netto ist das Ergebnis nach Abzug Ihrer Vorgabeschläge. Viele Turniere haben deshalb zwei Wertungen. Die Bruttowertung gewinnt der Spieler mit dem besten echten Ergebnis. In der Nettowertung haben auch Einsteiger eine faire Chance.

Im Lochspiel zählen nicht die Schläge der ganzen Runde, sondern gewonnene Bahnen. Wer eine Bahn mit weniger Schlägen spielt, gewinnt sie. Der Zwischenstand heißt dann zum Beispiel „2 auf“. Das Spiel ist entschieden, wenn ein Spieler mehr Bahnen vorne liegt, als noch zu spielen sind. Ein Ergebnis wie „3 & 2“ bedeutet: drei Bahnen vorne bei noch zwei zu spielenden Bahnen.

Für das Handicap im World Handicap System gibt es eine Obergrenze je Bahn. Gewertet wird höchstens ein Netto-Doppelbogey. Eine einzelne Katastrophenbahn verdirbt so nicht das ganze Handicap.

Neben Zählspiel, Stableford und Lochspiel nennen die Golfregeln zwei weitere Formen. Beim Maximum Score (Regel 21.2) ist das Ergebnis je Bahn auf eine Höchstzahl begrenzt, die die Spielleitung festlegt. Beim Par/Bogey-Wettspiel (Regel 21.3) spielen Sie jede Bahn wie im Lochspiel gegen eine feste Schlagzahl und notieren Plus oder Minus.

Tipps für den Einstieg

Am Anfang hilft es, die Zählweise ganz praktisch zu üben:

Ein kürzerer Platz ist ideal, um das Zählen ohne Druck zu lernen. Und wenn ein Bogey auf Ihrer Karte steht, ist das kein Grund zum Ärgern. Für viele Golfer ist es ein gutes Ergebnis.

Ausprobieren in der Golf Lounge

Auf dem 9-Loch-Platz „Schwarz“ der Golf Lounge können Sie die Zählweise direkt ausprobieren. Der Platz hat Par 33 mit Par-3- und Par-4-Bahnen, dazu Wasserhindernisse und Bunker. Gespielt wird mit DGV-Platzreife von April bis Dezember, mit bis zu vier Spielern pro Tee-Time. Wenn Ihr Ergebnis offiziell zählen soll: Von Mai bis Oktober gibt es jeden Samstag um 9 Uhr ein vorgabewirksames 9-Loch-Turnier.

9-Loch-Platz ansehen

Häufige Fragen

Wie zählt man beim Golf?

Beim Golf zählt jeder Schlag, auch ein Luftschlag, und dazu alle Strafschläge. Ihr Ergebnis auf einer Bahn ist die Summe daraus. Im Zählspiel addieren Sie alle Bahnen, und die niedrigste Gesamtzahl gewinnt. Beim Stableford rechnen Sie das Ergebnis jeder Bahn in Punkte um, im Lochspiel zählen gewonnene Bahnen.

Wie berechnet man Golf-Punkte?

Golf-Punkte werden meist nach Stableford berechnet. Zuerst ziehen Sie Ihre Vorgabeschläge von der Schlagzahl ab. Dann vergleichen Sie das Nettoergebnis mit dem Par: Ein Netto-Par bringt zwei Punkte, ein Netto-Bogey einen, ein Netto-Birdie drei Punkte. Ein Netto-Doppelbogey oder schlechter bringt keinen Punkt. Alle Punkte werden addiert.

Was zählt beim Golf als Schlag?

Als Schlag zählt jede Vorwärtsbewegung des Schlägers, mit der Sie den Ball treffen wollen. Auch ein verfehlter Ball zählt also als Schlag. Probeschwünge zählen nicht. Hinzu kommen Strafschläge, etwa für einen Ball im Aus oder einen verlorenen Ball. Ein Mulligan ist in offiziellen Runden nicht erlaubt.

Was ist der Unterschied zwischen Brutto und Netto?

Brutto ist Ihre tatsächliche Schlagzahl ohne Handicap. Netto ist das Ergebnis, nachdem Ihre Vorgabeschläge abgezogen wurden. Die Nettowertung macht Spieler mit unterschiedlichem Handicap vergleichbar. Deshalb gibt es bei vielen Turnieren beide Wertungen, damit sowohl die besten Spieler als auch Einsteiger eine Chance auf einen Preis haben.

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Stand: Oktober 2026

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