Golf-Lexikon
Birdie
Kurz erklärt
Ein Birdie ist im Golf ein Ergebnis von einem Schlag unter Par auf einer Bahn. Sie spielen also ein Par-4-Loch mit drei Schlägen oder ein Par-3-Loch mit zwei Schlägen. Das Birdie gilt als sehr gutes Ergebnis und ist der bekannteste der Golfbegriffe, die nach Vögeln benannt sind.
Birdie im Golf: Bedeutung einfach erklärt
Jede Bahn auf dem Golfplatz hat ein Par. Das Par ist die Zahl der Schläge, die ein sehr guter Spieler für diese Bahn braucht. Üblich sind Par 3, Par 4 und Par 5. Brauchen Sie einen Schlag weniger als das Par, haben Sie ein Birdie gespielt.
Die Rechnung ist immer gleich: Par minus eins. Daraus ergibt sich:
- Par 3: Birdie mit 2 Schlägen
- Par 4: Birdie mit 3 Schlägen
- Par 5: Birdie mit 4 Schlägen
Auf Ergebnislisten im Fernsehen steht ein Birdie als „−1“ für diese Bahn. Auf vielen Scorekarten und in Statistik-Apps wird die Zahl eines Birdies mit einem Kreis markiert. So sehen Sie nach der Runde schnell, wo Sie besser als Par waren. Wichtig für Einsteiger: Ein Birdie zählt nur für die einzelne Bahn. Für die ganze Runde sprechen Golfer von „unter Par“ oder „über Par“.
Wie ein Birdie entsteht: typische Wege zum Ergebnis
Ein Birdie gelingt fast immer über einen guten Schlag ins Grün und einen sicheren Putt. Golfer sprechen vom „Grün in Regulation“. Damit ist gemeint, dass der Ball mit zwei Schlägen weniger als Par auf dem Grün liegt. Auf einem Par 4 sind das zwei Schläge. Lochen Sie danach mit einem Putt, steht das Birdie fest.
Auf einem Par 3 treffen Sie mit dem Abschlag das Grün und brauchen dann nur einen Putt. Auf einem Par 5 erreichen gute Spieler das Grün manchmal schon mit dem zweiten Schlag. Dann reichen sogar zwei Putts für ein Birdie. Ein anderer Weg ist das kurze Spiel: Der Ball landet knapp neben dem Grün, Sie chippen ihn nah an die Fahne und lochen den kurzen Putt.
Es gibt auch das seltene Birdie aus der Distanz. Dabei geht ein Chip oder ein Bunkerschlag direkt ins Loch.
Beispiel aus der Praxis: Birdie auf einem Par-4-Loch
Stellen Sie sich ein Par-4-Loch mit 320 Metern Länge vor. Ihr Abschlag mit dem Driver fliegt 200 Meter weit und landet auf dem Fairway. Bis zur Fahne sind es noch 120 Meter. Sie spielen ein Eisen 7, und der Ball bleibt drei Meter neben dem Loch liegen. Der Putt fällt. Sie haben drei Schläge gebraucht, also ein Birdie gespielt.
Beim Stableford-Spiel bekommen Sie dafür Punkte. Ein Brutto-Birdie bringt drei Bruttopunkte. Bei den Nettopunkten zählt Ihr Handicap mit. Haben Sie auf dieser Bahn einen Vorgabeschlag, gilt für Sie Par 5 als Netto-Par. Ihre drei Schläge sind dann netto sogar zwei unter Par und bringen vier Nettopunkte.
Umgekehrt kann auch ein Brutto-Par ein Netto-Birdie sein. Das ist der Grund, warum viele Freizeitgolfer bei Turnieren von Netto-Birdies sprechen.
Herkunft: Warum heißt es Birdie?
Das Wort stammt aus dem amerikanischen Englisch. Um 1900 war „bird“ dort ein umgangssprachliches Lob für etwas Hervorragendes. Ein besonders guter Schlag war also „a bird of a shot“.
Als Ursprungsort gilt der Atlantic City Country Club in New Jersey (USA). Die bekannteste Fassung der Geschichte spielt im Jahr 1903. Abner Smith war mit seinem Bruder William und George Crump unterwegs, dem späteren Gründer von Pine Valley. Auf einem Par 4 spielte Smith seinen zweiten Schlag bis knapp ans Loch. Ein Mitspieler nannte das „a bird of a shot“. Smith lochte ein und lag damit einen Schlag unter Par. Auch die USGA nennt 1903, manche Darstellungen datieren die Geschichte etwas früher. Die Einzelheiten sind nicht ganz sicher belegt. Fest steht, dass sich das Wort schnell unter amerikanischen Golfern verbreitet hat.
In Großbritannien musste der Begriff zunächst erklärt werden. Der Golfjournalist Bernard Darwin beschrieb das Birdie 1913 in der Zeitschrift Country Life für englische Leser als Loch, das einen Schlag unter Par gespielt wird.
Aus „Birdie“ entstand später die ganze Vogelreihe: Eagle (Adler) für zwei unter Par, Albatros für drei unter Par und Condor für vier unter Par.
Birdie, Par, Bogey und Eagle: die Abgrenzung
Das Birdie gehört zu einer festen Reihe von Begriffen. Alle beziehen sich auf das Par einer einzelnen Bahn:
- Condor: vier Schläge unter Par (extrem selten)
- Albatros: drei Schläge unter Par
- Eagle: zwei Schläge unter Par
- Birdie: ein Schlag unter Par
- Par: genau die vorgesehene Schlagzahl
- Bogey: ein Schlag über Par
- Doppelbogey: zwei Schläge über Par
Ein Hole in One ist keine eigene Stufe in dieser Reihe. Es beschreibt nur, dass der Ball mit dem Abschlag im Loch landet. Auf einem Par 3 ist ein Hole in One gleichzeitig ein Eagle, auf einem Par 4 ein Albatros.
Spielen Sie zwei Birdies hintereinander, sagen Golfer oft „back-to-back Birdies“. Das ist ein umgangssprachlicher Ausdruck und kein Begriff aus den Golfregeln. Die Golfregeln selbst kennen die Vogelnamen übrigens nicht: Sie zählen nur Schläge oder Punkte.
Typische Irrtümer rund ums Birdie
Rund um das Birdie gibt es einige Missverständnisse, die gerade Einsteigern oft begegnen.
- Birdie-Putt heißt nur Chance: Golfer nennen jeden Putt, der zu einem Birdie führen würde, einen Birdie-Putt. Fällt er nicht, steht meist ein Par auf der Karte.
- Brutto und Netto vermischen: Ein Netto-Birdie ist für die Turnierwertung wertvoll. In Statistik-Apps und Ergebnislisten zählen als Birdie aber meist nur Brutto-Ergebnisse.
- Der Weg ist egal: Auch ein eingelochter Chip nach verfehltem Grün ist ein Birdie, wenn die Schlagzahl stimmt. Es zählt nur das Ergebnis.
- Strafschläge vergessen: Ein Abschlag ins Wasser kostet einen Strafschlag. Wer danach aufs Grün spielt und mit einem Putt einlocht, hat auf einem Par 4 vier Schläge gebraucht. Das ist ein Par und kein Birdie.
Auf der Scorekarte steht immer nur die Zahl der Schläge. Ob es ein Birdie war, ergibt sich erst aus dem Vergleich mit dem Par der Bahn.
Tipps: So spielen Sie häufiger Birdies
Die meisten Birdies entstehen auf und um das Grün. Deshalb lohnt sich Training im kurzen Spiel mehr als die Jagd nach langen Drives.
- Üben Sie Putts aus ein bis drei Metern. Diese Entfernung entscheidet oft zwischen Birdie und Par.
- Trainieren Sie Annäherungen mit festen Distanzen, zum Beispiel 50, 75 und 100 Meter.
- Wählen Sie auf kurzen Par-4-Bahnen einen Schläger, mit dem Sie sicher das Fairway treffen.
- Nutzen Sie Par-5-Bahnen. Hier haben Freizeitgolfer oft die besten Chancen, weil ein Fehler noch ausgeglichen werden kann.
Für Einsteiger gilt: Ein Par ist schon ein großer Erfolg. Das erste Birdie kommt meist dann, wenn Schläge ins Grün und das Putten zusammenpassen. Ein Trainer kann Ihnen zeigen, welcher Teil Ihres Spiels die meisten Schläge kostet.
Ausprobieren in der Golf Lounge
Auf dem 9-Loch-Platz „Schwarz“ der Golf Lounge (Par 33) können Sie mit DGV-Platzreife auf Birdie-Jagd gehen. Der Platz hat Par-3- und Par-4-Bahnen, dazu Wasserhindernisse und Bunker. Von April bis Dezember ist er bespielbar, pro Tee-Time sind bis zu vier Spieler möglich. Wer seine Birdies auch in der Wertung sehen möchte: Von Mai bis Oktober gibt es jeden Samstag ein vorgabewirksames 9-Loch-Turnier.
Häufige Fragen
Was ist ein Birdie beim Golf?
Ein Birdie ist ein Ergebnis von einem Schlag unter Par auf einer einzelnen Bahn. Auf einem Par-3-Loch brauchen Sie dafür zwei Schläge, auf einem Par-4-Loch drei und auf einem Par-5-Loch vier. Das Birdie gilt als sehr gutes Ergebnis. Profis spielen mehrere pro Runde, für Freizeitgolfer ist schon ein einzelnes Birdie ein Höhepunkt.
Was bedeutet Birdie beim Golf wörtlich?
Wörtlich heißt „Birdie“ so viel wie „Vögelchen“. Der Begriff geht auf das amerikanische Slangwort „bird“ zurück, das um 1900 für etwas Hervorragendes stand. Ein sehr guter Schlag war „a bird of a shot“. Als Ursprungsort gilt der Atlantic City Country Club in New Jersey, die genauen Umstände sind aber nicht eindeutig belegt.
Wie viele Stableford-Punkte gibt ein Birdie?
Ein Birdie bringt beim Stableford drei Punkte. Ein Par bringt zwei Punkte, ein Bogey einen Punkt. Bei den Nettopunkten wird zuerst Ihr Handicap berücksichtigt. Mit einem Vorgabeschlag auf der Bahn wird ein Brutto-Par zum Netto-Birdie und bringt drei Nettopunkte. Ein Brutto-Birdie ist dann sogar ein Netto-Eagle mit vier Punkten.
Was ist ein Netto-Birdie?
Ein Netto-Birdie ist ein Ergebnis, das nach Abzug Ihrer Vorgabeschläge einen Schlag unter Par liegt. Haben Sie auf einem Par 4 einen Vorgabeschlag, gilt für Sie netto Par 5. Spielen Sie die Bahn mit vier Schlägen, ist das brutto ein Par und netto ein Birdie. Die Nettowertung macht Spieler mit unterschiedlicher Spielstärke vergleichbar.
Stand: Oktober 2026