Golf-Lexikon
Par
Kurz erklärt
Par ist im Golf die Zahl der Schläge, die ein sehr guter Spieler für eine Bahn oder für den ganzen Platz brauchen sollte. Eine Bahn hat meist Par 3, Par 4 oder Par 5. Ein 18-Loch-Platz hat oft Par 70 bis 72. Brauchen Sie genau diese Schlagzahl, spielen Sie „Par“ oder „Even Par“.
Was bedeutet Par beim Golf?
Das Par ist die Richtschlagzahl einer Bahn. Es beschreibt, wie viele Schläge ein sehr guter Spieler bei fehlerfreiem Spiel braucht. Dabei sind immer zwei Putts auf dem Grün eingerechnet.
Daraus ergibt sich eine einfache Faustregel:
- Par 3: ein Schlag bis aufs Grün, dann zwei Putts
- Par 4: zwei Schläge bis aufs Grün, dann zwei Putts
- Par 5: drei Schläge bis aufs Grün, dann zwei Putts
Das Par gibt es für jede einzelne Bahn und für den ganzen Platz. Das Platz-Par ist einfach die Summe aller Bahnen. Ein 18-Loch-Platz mit vier Par 3, zehn Par 4 und vier Par 5 hat zum Beispiel Par 72. Das Wort „Par“ kommt aus dem Lateinischen und bedeutet „gleich“. Wer Par spielt, ist also gleichauf mit dem Platz.
Wie das Par einer Bahn festgelegt wird
Das Par richtet sich vor allem nach der Länge einer Bahn. Die Regeln des World Handicap Systems von R&A und USGA nennen dafür in Anhang F Richtwerte. Für Herren gelten ungefähr diese Längen:
- Par 3: bis etwa 240 Meter
- Par 4: etwa 220 bis 450 Meter
- Par 5: etwa 410 bis 650 Meter
Für Damen gelten kürzere Richtwerte: Par 3 bis etwa 200 Meter, Par 4 etwa 180 bis 380 Meter und Par 5 etwa 340 bis 550 Meter. Ab etwa 610 Metern bei Herren und 520 Metern bei Damen sieht der Richtwert ein Par 6 vor. Die Bereiche überschneiden sich, weil nicht nur die Länge zählt. Wichtig ist auch die effektive Spiellänge. Geht eine Bahn bergauf, hat sie einen Knick (Dogleg) oder viele Hindernisse, spielt sie länger, als sie auf dem Papier ist.
Festgelegt wird das Par vom Golfclub bzw. der zuständigen Spielleitung, orientiert an diesen Richtwerten. Par-6-Bahnen sind sehr selten. Auf Kurzplätzen bestehen dagegen viele oder sogar alle Bahnen aus Par 3.
Even Par, unter Par und über Par
Golfer vergleichen ihr Ergebnis fast immer mit dem Par. Dafür gibt es feste Ausdrücke:
- Even Par: Sie brauchen genau so viele Schläge wie das Par. Auf Ergebnislisten steht dafür „E“ oder „0“.
- Unter Par: Sie brauchen weniger Schläge, zum Beispiel „−3“ für drei unter Par.
- Über Par: Sie brauchen mehr Schläge, etwa „+5“ für fünf über Par.
Für einzelne Bahnen gibt es eigene Namen. Ein Schlag unter Par heißt Birdie, zwei unter Par Eagle, drei unter Par Albatros. Ein Schlag über Par heißt Bogey, zwei über Par Doppelbogey.
Im Englischen sagt man für Even Par auch „level par“. Im Deutschen hört man oft einfach „Par gespielt“. Gemeint ist immer dasselbe: Ergebnis und Richtschlagzahl sind gleich.
Beispiel aus der Praxis: Par auf Bahn und Runde
Ein Par-4-Loch ist 340 Meter lang. Ihr Abschlag fliegt 190 Meter weit auf das Fairway. Mit einem Eisen 6 spielen Sie den Ball aufs Grün, acht Meter von der Fahne entfernt. Der erste Putt bleibt einen halben Meter vor dem Loch liegen, der zweite fällt. Vier Schläge: Par.
Auf die ganze Runde gerechnet funktioniert es genauso. Angenommen, ein 9-Loch-Platz hat Par 36. Sie spielen drei Pars, vier Bogeys, ein Doppelbogey und ein Birdie. Ihre Rechnung lautet: 0 + 4 + 2 − 1 = 5. Sie haben also 41 Schläge gebraucht und fünf über Par gespielt.
Für Einsteiger ist ein einzelnes Par schon ein Erfolg. Viele Golfer zählen deshalb ihre Pars pro Runde und freuen sich, wenn es mit der Zeit mehr werden.
Par, Course Rating und Handicap
Par und Course Rating werden oft verwechselt. Das Par ist eine feste Richtschlagzahl je Bahn. Das Course Rating gibt dagegen an, wie viele Schläge ein Scratch-Golfer mit Handicap 0 auf diesem Platz im Schnitt tatsächlich braucht. Es berücksichtigt Länge, Hindernisse und Schwierigkeit. Das Course Rating kann über oder unter dem Par liegen.
Im World Handicap System fließt die Differenz zwischen Course Rating und Par in Ihre Spielvorgabe ein. Die Spielvorgabe ergibt sich aus dem Handicap-Index, dem Slope Rating und dieser Differenz.
Ihr persönliches Netto-Par ist das Par einer Bahn plus Ihre Vorgabeschläge. Im Stableford-Spiel bringt ein Netto-Par zwei Punkte. Wer auf 18 Löchern genau seine Spielvorgabe spielt, kommt deshalb auf 36 Punkte.
Typische Irrtümer rund ums Par
Einige Missverständnisse rund ums Par halten sich hartnäckig.
- Par ist kein Durchschnittswert: Es beschreibt fehlerfreies Spiel eines sehr guten Spielers. Wie schwer ein Platz tatsächlich ist, zeigen Course Rating und Slope Rating.
- Par 72 ist kein Standard: Viele gute Plätze haben Par 70 oder 71. Ein niedrigeres Par sagt nichts über die Qualität eines Platzes.
- Eine Bahn kann zwei Par-Werte haben: Weil für Damen andere Längen gelten, steht auf mancher Scorekarte je nach Abschlag ein anderes Par für dieselbe Bahn.
- Zwei Putts sind keine Pflicht: Sie sind nur eine Rechengröße. Wer auf einem Par 4 mit drei Schlägen aufs Grün kommt und einmal puttet, spielt ebenfalls Par.
- Ihr Maßstab ist das Netto-Par: Für Einsteiger mit hoher Vorgabe ist das Par sehr guter Spieler kaum erreichbar. Vergleichen Sie Ihr Ergebnis deshalb mit dem Par plus Ihren Vorgabeschlägen.
Herkunft: Woher kommt der Begriff Par?
Das Wort kommt ursprünglich aus der Finanzwelt. „Par“ bezeichnete dort den Nennwert, also den „gleichen“ Wert, etwa einer Aktie. Daher stammt auch der Ausdruck „über pari“ oder „unter pari“.
Ins Golf kam der Begriff laut Überlieferung 1870. Vor der Open Championship in Prestwick fragte der schottische Golfer und Autor A. H. Doleman zwei Profis, welches Ergebnis fehlerfreies Spiel auf dem damaligen 12-Loch-Platz bedeuten würde. Sie nannten 49 Schläge pro Runde. Young Tom Morris gewann das Turnier mit 149 Schlägen über drei Runden. Doleman schrieb daraufhin, er habe zwei über Par gespielt.
Als allgemeiner Maßstab setzte sich das Par erst später durch. Lange war in Großbritannien das Bogey die übliche Richtschlagzahl. Heute ist Par weltweit der Bezugspunkt für jedes Golfergebnis.
Ausprobieren in der Golf Lounge
Der 9-Loch-Platz „Schwarz“ der Golf Lounge hat Par 33. Laut Platzübersicht sind das sechs Par-4- und drei Par-3-Bahnen. Ein schönes Beispiel für den Unterschied zwischen Par und Course Rating: Das Course Rating liegt bei 31 für Herren und 31,9 für Damen, also unter dem Par. Gespielt wird mit DGV-Platzreife von April bis Dezember. Samstags gibt es von Mai bis Oktober ein vorgabewirksames 9-Loch-Turnier.
Häufige Fragen
Was bedeutet Par beim Golf?
Par ist die Zahl der Schläge, die ein sehr guter Spieler für eine Bahn braucht. Eingerechnet sind immer zwei Putts. Ein Par 3 erreicht er also mit einem Schlag, ein Par 4 mit zwei und ein Par 5 mit drei Schlägen bis aufs Grün. Das Par des ganzen Platzes ist die Summe aller Bahnen.
Was bedeutet Even Par?
Even Par bedeutet, dass Ihr Ergebnis genau dem Par entspricht. Auf einem Par-72-Platz haben Sie dann 72 Schläge gebraucht. Auf Ergebnislisten steht dafür „E“ oder „0“. Im britischen Englisch sagt man auch „level par“. Weniger Schläge heißen „unter Par“, mehr Schläge „über Par“.
Wie viel Par hat ein Golfplatz?
Die meisten 18-Loch-Plätze haben Par 70, 71 oder 72. Das ergibt sich aus der Mischung von Par-3-, Par-4- und Par-5-Bahnen. 9-Loch-Plätze haben je nach Länge meist Par 27 bis 36. Kurzplätze mit vielen Par-3-Bahnen liegen entsprechend niedriger. Das genaue Par steht auf der Scorekarte des Platzes.
Was ist der Unterschied zwischen Par und Course Rating?
Das Par ist eine feste Richtschlagzahl je Bahn, festgelegt vor allem nach der Länge. Das Course Rating zeigt dagegen, wie viele Schläge ein Scratch-Golfer mit Handicap 0 auf dem Platz tatsächlich braucht. Es kann über oder unter dem Par liegen. Die Differenz beider Werte fließt im World Handicap System in Ihre Spielvorgabe ein.
Stand: Oktober 2026