Golf-Lexikon
Scorekarte
Kurz erklärt
Die Scorekarte, auch Zählkarte genannt, ist das Formular, auf dem ein Golfer die Schlagzahl jeder Bahn einträgt. Sie zeigt außerdem Par, Länge und Lochvorgabe der Bahnen. Im Zählspiel muss sie vom Zähler und vom Spieler unterschrieben und an die Spielleitung abgegeben werden. Ohne gültige Scorekarte gibt es kein Ergebnis.
Scorekarte im Golf: Wofür sie gebraucht wird
Die Scorekarte ist das wichtigste Papier einer Golfrunde. Auf ihr halten Sie die Schlagzahl jeder Bahn fest. Aus der Summe ergibt sich Ihr Ergebnis. Bei Turnieren ist sie die Grundlage der Wertung. Aber auch in Freundesrunden hilft sie: Sie sehen nach der Runde, wo Sie Schläge gewonnen oder verloren haben.
In Deutschland sagt man oft auch Zählkarte. Gemeint ist dasselbe Formular. Es gibt sie auf Papier und als Anwendung auf dem Smartphone oder in der Turniersoftware. Die Golfregeln lassen auch elektronische Scorekarten zu, wenn die Spielleitung das vorsieht.
Wer an einem Turnier im Zählspiel teilnimmt, bekommt vor dem Start eine Scorekarte von der Spielleitung. Im Lochspiel wird meist keine geführt, weil nur der Stand Loch für Loch zählt. Auch beim Stableford führen Sie die Schlagzahl ein, die Punkte rechnet im Normalfall die Spielleitung aus.
Aufbau der Scorekarte: Was steht darauf?
Jede Scorekarte ist ähnlich aufgebaut. Sie besteht aus einer Tabelle mit einer Spalte je Bahn. Üblich sind diese Angaben:
- Bahnnummer: 1 bis 9 oder 1 bis 18, bei 18 Löchern oft in Out (die ersten neun) und In (die zweiten neun) geteilt
- Par: die Richtschlagzahl der Bahn, meist 3, 4 oder 5
- Länge: die Entfernung in Metern, getrennt nach Abschlagsfarbe (zum Beispiel Gelb, Rot, Weiß oder Blau)
- Hcp oder Lochvorgabe: die Rangfolge der Schwierigkeit von 1 (schwerste Bahn) bis 18, nach der die Vorgabeschläge verteilt werden
- Course Rating und Slope Rating des Platzes für jeden Abschlag
- Zeilen für Name, Datum und Spielvorgabe von Spieler und Zähler
- Felder für die Schlagzahl, für Zwischensummen und Gesamtsumme
- Unterschriftsfelder für Spieler und Zähler
Par und Lochvorgabe gelten meist für alle Abschläge. Auf manchen Plätzen gibt es für die Damenabschläge eigene Werte. Länge und Rating hängen immer von den Abschlägen ab, von denen Sie spielen.
Scorekarte ausfüllen: Schritt für Schritt
Das Ausfüllen ist einfacher, als es aussieht. Folgen Sie diesen Schritten:
- Vor dem Start: Tragen Sie Ihren Namen, das Datum, den Abschlag und, wenn die Karte es verlangt, Ihre Spielvorgabe ein.
- Nach jeder Bahn: Notieren Sie die Schlagzahl, also alle gespielten Schläge plus Strafschläge. Es wird immer die Bruttozahl eingetragen.
- Zählerwechsel: In Turnieren schreibt Ihr Mitspieler Ihre Schlagzahl auf, und Sie schreiben seine. Sie stimmen die Zahl nach jedem Loch gemeinsam ab.
- Summen: Zwischensummen für Out und In und die Gesamtsumme können Sie eintragen. Pflicht ist das nicht, denn nach Regel 3.3b müssen Spieler ihre Ergebnisse nicht selbst zusammenrechnen. Das übernimmt die Spielleitung.
- Nach der Runde: Prüfen Sie jede Zahl. Dann unterschreiben Sie, und der Zähler unterschreibt.
- Abgabe: Geben Sie die Karte sofort bei der Spielleitung ab.
Beim Stableford tragen Sie meist nur die Schlagzahl ein. Können Sie auf einem Loch keine Punkte mehr erreichen, genügt ein Strich. Die Punkte berechnet die Spielleitung.
Beispiel aus der Praxis: eine ausgefüllte 9-Loch-Scorekarte
Nehmen wir einen 9-Loch-Platz mit Par 33. Die Bahnen haben der Reihe nach Par 4, 4, 3, 4, 4, 3, 4, 3 und 4. Ein Spieler spielt:
- Bahn 1: 5 Schläge (Bogey)
- Bahn 2: 4 Schläge (Par)
- Bahn 3: 4 Schläge (Bogey)
- Bahn 4: 5 Schläge (Bogey)
- Bahn 5: 4 Schläge (Par)
- Bahn 6: 3 Schläge (Par)
- Bahn 7: 5 Schläge (Bogey)
- Bahn 8: 3 Schläge (Par)
- Bahn 9: 6 Schläge (Doppelbogey)
Die Summe beträgt 39 Schläge. Das sind sechs über Par. Beim Stableford ergäben sich ohne Vorgabeschläge zwölf Bruttopunkte: ein Punkt für jedes der vier Bogeys, zwei Punkte für jedes der vier Pars und null Punkte für das Doppelbogey.
Wichtig ist, dass der Spieler und der Zähler die Zahl auf Bahn 9 noch einmal prüfen. Ein Strafschlag nach einem Ball im Wasser oder im Aus wird gerne vergessen. Auf der Scorekarte steht dann eine zu niedrige Zahl, und das kann im Turnier die Disqualifikation bedeuten.
Zähler, Unterschrift und Fehler: Was die Regeln verlangen
Im Zählspiel regelt Regel 3.3b die Scorekarte. Nach jedem Loch bestätigt der Zähler (auch Marker genannt) mit dem Spieler die Schlagzahl einschließlich Strafschlägen und trägt sie ein. Nach der Runde prüft der Spieler die Zahlen. Dann bestätigt der Zähler die Zahlen mit seiner Unterschrift, und der Spieler unterschreibt ebenfalls. Danach gibt der Spieler die Scorekarte so schnell wie möglich an die Spielleitung. Eine Änderung ist nach der Abgabe nicht mehr erlaubt.
Für Fehler gilt:
- Steht für ein Loch eine zu hohe Zahl auf der Karte, bleibt diese Zahl bestehen.
- Steht für ein Loch eine niedrigere Zahl, als der Spieler tatsächlich gebraucht hat, wird er disqualifiziert, wenn er die Karte so unterschrieben abgibt.
- Ausnahme: Fehlt in der Zahl nur ein Strafschlag, von dem der Spieler vor der Abgabe nichts wusste, gibt es keine Disqualifikation. Die Spielleitung ergänzt dann die fehlenden Strafschläge auf dem Loch.
- Fehlt die Unterschrift des Spielers oder des Zählers, droht ebenfalls die Disqualifikation.
Eine optionale Platzregel, die seit 2023 als Musterplatzregel L-1 zur Verfügung steht, kann bei einer fehlenden Unterschrift die Disqualifikation durch zwei Strafschläge auf dem letzten Loch ersetzen. Sie gilt aber nur, wenn die Spielleitung sie ausdrücklich anwendet.
Scorekarte in anderen Spielformen
Nicht jede Spielform arbeitet mit derselben Scorekarte. Im Lochspiel zählt nur, wer ein Loch gewinnt. Dort genügt oft ein einfacher Stand, zum Beispiel „1 auf“ oder „All Square“. In Teamformen wie Scramble oder Vierball-Bestball führt häufig ein Mitspieler eine gemeinsame Karte für das Team. Die Ausschreibung des Turniers regelt, wer das tut und welche Zahlen eingetragen werden.
Bei Spielformen mit Punkten, etwa Stableford oder Bogey-Wettspiel, werden zusätzlich die Punkte je Bahn berechnet. Sie kommen auf die Karte oder in die Turniersoftware. Wichtig bleibt in allen Fällen, dass Sie vor dem Start fragen, welche Zahlen die Spielleitung auf der Karte sehen will. Manche Plätze haben spezielle Karten für 9-Loch-Runden oder für verschiedene Abschläge.
Wenn Sie die Scorekarte nur für sich führen, genügt eine kurze Notiz. Wer später sein Spiel verbessern will, schreibt zusätzlich die Putts je Bahn und die getroffenen Fairways mit auf.
Typische Fehler und Tipps
Einige Fehler tauchen bei der Scorekarte immer wieder auf.
- Strafschläge vergessen: Zählen Sie nach jedem Loch gemeinsam mit dem Zähler nach, bevor Sie die Zahl eintragen.
- Netto statt brutto eingetragen: Die Karte enthält immer die gespielten Schläge, nie die Zahl nach Abzug der Vorgabe.
- Falsche Spalte: Prüfen Sie bei jedem Loch, ob Sie in der richtigen Zeile und Spalte schreiben. Ein Fehler in der falschen Spalte kann zur Disqualifikation führen.
- Zu spät unterschrieben: Prüfen Sie die Zahlen vor der Abgabe ruhig und ohne Hast. Nach der Abgabe geht nichts mehr.
Ein Tipp: Notieren Sie die Zahlen direkt nach jedem Loch, am besten am nächsten Abschlag, während die anderen abschlagen. So verlieren Sie keine Zeit und vermeiden Gedächtnislücken.
Ausprobieren in der Golf Lounge
Wer Scorekarten im echten Einsatz erleben möchte, findet in der Golf Lounge passende Wettspiele. Von Mai bis Oktober gibt es jeden Samstag um 9 Uhr ein vorgabewirksames 9-Loch-Turnier. Dazu kommen Hausturniere wie der Resort Cup sowie Team- und Spaßturniere. Die Ausschreibung nennt je Turnier die Spielform und die Wertung. Für den 9-Loch-Platz „Schwarz“ (Par 33) benötigen Sie die DGV-Platzreife.
Häufige Fragen
Was ist eine Scorekarte beim Golf?
Die Scorekarte, auch Zählkarte genannt, ist das Formular, auf dem Spieler die Schlagzahl jeder Bahn eintragen. Sie zeigt außerdem Par, Länge und Lochvorgabe der Bahnen. Im Zählspiel ist sie die Grundlage der Wertung und muss unterschrieben abgegeben werden. Auf dem Smartphone gibt es sie auch als elektronische Variante.
Wie fülle ich eine Golf-Scorekarte aus?
Tragen Sie vor dem Start Name, Datum und Abschlag ein. Nach jeder Bahn schreiben Sie die Bruttoschlagzahl inklusive Strafschlägen auf. Im Turnier schreibt Ihr Zähler Ihre Zahlen auf. Nach der Runde prüfen Sie jede Zahl, unterschreiben und geben die Karte ab. Das Zusammenrechnen übernimmt die Spielleitung.
Was bedeutet Hcp auf der Scorekarte?
Hcp steht für die Lochvorgabe. Die Zahl von 1 bis 18 zeigt, wie schwer eine Bahn im Vergleich zu den anderen ist. Auf den Bahnen mit der niedrigsten Nummer bekommen Sie zuerst Vorgabeschläge. Mit der Spielvorgabe 10 gibt es einen Schlag auf den Bahnen mit Hcp 1 bis 10.
Muss die Scorekarte unterschrieben werden?
Im Zählspiel ja. Der Zähler bestätigt die Zahlen mit seiner Unterschrift, und der Spieler unterschreibt ebenfalls. Fehlt eine Unterschrift, droht nach Regel 3.3b die Disqualifikation. Eine optionale Platzregel kann die Strafe auf zwei Schläge mildern, wenn die Spielleitung sie anwendet.
Was passiert bei einem Fehler auf der Scorekarte?
Ist die Zahl für ein Loch zu hoch, bleibt sie bestehen. Ist sie niedriger als die wirklich gespielte Schlagzahl und der Spieler unterschreibt, wird er disqualifiziert. Ausgenommen sind Strafschläge, von denen er nichts wusste. Fehler müssen daher vor der Abgabe geklärt werden. Nach der Abgabe darf nichts mehr geändert werden.
Stand: Oktober 2026