Bogey

Golf-Lexikon

Bogey

Kurz erklärt

Ein Bogey ist im Golf ein Ergebnis von einem Schlag über Par auf einer Bahn. Sie spielen also ein Par-4-Loch mit fünf Schlägen oder ein Par-3-Loch mit vier Schlägen. Für Profis ist ein Bogey ein kleiner Fehler. Für viele Freizeitgolfer ist es dagegen ein solides Ergebnis.

Bogey im Golf: Bedeutung einfach erklärt

Jede Bahn hat ein Par. Das ist die Schlagzahl, die ein sehr guter Spieler für diese Bahn braucht. Brauchen Sie einen Schlag mehr, ist das ein Bogey. Die Rechnung lautet also Par plus eins:

Bei zwei Schlägen über Par sprechen Golfer vom Doppelbogey, bei drei Schlägen vom Triple Bogey. In Ergebnislisten steht ein Bogey als „+1“ für diese Bahn. Auf Scorekarten und in Statistik-Apps wird ein Bogey oft mit einem Quadrat um die Zahl markiert.

Im Stableford-Spiel bringt ein Bogey einen Punkt. Das ist weniger als ein Par mit zwei Punkten, aber deutlich besser als ein Doppelbogey, das keinen Punkt mehr bringt.

Beispiel aus der Praxis: Bogey auf einem Par 4

Ein Par-4-Loch ist 350 Meter lang. Ihr Abschlag landet im Rough rechts vom Fairway. Von dort spielen Sie den Ball sicher zurück, er liegt danach noch 90 Meter vor dem Grün. Ihr dritter Schlag landet auf dem Grün, etwa sechs Meter von der Fahne entfernt. Der erste Putt rollt knapp vorbei, der zweite fällt.

Sie haben fünf Schläge gebraucht: ein Bogey. Das Beispiel zeigt etwas Typisches. Ein Bogey entsteht oft aus einem einzigen schwachen Schlag, hier dem Abschlag ins Rough. Wer danach ruhig bleibt und keinen riskanten Rettungsschlag versucht, begrenzt den Schaden.

Auch auf einem Par 3 passiert das schnell. Der Abschlag verfehlt das Grün, der Chip bleibt drei Meter zu kurz, und es folgen zwei Putts. Aus vier Schlägen wird ein Bogey.

Herkunft: Woher kommt der Begriff Bogey?

Der Begriff stammt aus Großbritannien und ist älter als das Par. Überliefert wird folgende Geschichte: Um 1890 entwickelte man im Coventry Golf Club die Idee einer festen Richtschlagzahl für jede Bahn. Als Urheber gilt der Clubsekretär Hugh Rotherham, der von einem „Ground Score“ sprach. Der Golfclub in Great Yarmouth übernahm diese Idee. Spieler traten dort gegen einen gedachten Gegner an, der jede Bahn mit dieser Schlagzahl spielte.

Damals war ein Lied über den „Bogey Man“ bekannt, eine Art Schreckgespenst. So bekam der unsichtbare Gegner den Namen Bogey. Später wurde er scherzhaft zum „Colonel Bogey“ befördert.

Ursprünglich bedeutete Bogey also die Zielschlagzahl einer Bahn. Als sich das Par als Maß für fehlerfreies Spiel durchsetzte, lag die alte Bogey-Zahl oft einen Schlag darüber. Vor allem in den USA wurde Bogey deshalb zum Begriff für einen Schlag über Par. Diese Bedeutung gilt heute weltweit.

Der Bogey-Golfer im World Handicap System

Im Handicap-System taucht der Begriff an einer wichtigen Stelle auf. Ein Bogey-Golfer ist ein Spieler, der im Schnitt etwa ein Bogey pro Bahn spielt. Im World Handicap System entspricht das ungefähr einem Handicap-Index von 20 bei Herren und 24 bei Damen.

Für jeden Platz wird ermittelt, wie viele Schläge ein Bogey-Golfer dort brauchen würde. Das ist das sogenannte Bogey Rating. Daneben steht das Course Rating für einen Scratch-Golfer mit Handicap 0. Aus dem Abstand zwischen beiden Werten entsteht das Slope Rating. Es zeigt, wie viel schwerer der Platz für durchschnittliche Spieler ist als für sehr gute. Für Herren gilt: Slope Rating = (Bogey Rating minus Course Rating) × 5,381. Bei Damen beträgt der Faktor 4,24.

Auf einem Par-72-Platz würde ein Bogey-Golfer also grob um die 90 Schläge spielen. Für viele Clubgolfer ist das ein erreichbares und gutes Ziel.

Bogey-Wettspiel: Spielen gegen den Platz

Die alte Idee vom Spiel gegen Colonel Bogey lebt im Bogey-Wettspiel weiter. Die Golfregeln behandeln es in Regel 21.3 unter der Überschrift Par/Bogey. Sie spielen dabei jede Bahn gegen eine feste Schlagzahl, meist das Par, und rechnen Ihre Vorgabeschläge ein.

Gewertet wird wie im Lochspiel:

Am Ende zählt die Bilanz aus gewonnenen und verlorenen Bahnen, etwa „2 auf“ oder „3 ab“. Ob die Ausschreibung von Par- oder Bogey-Wettspiel spricht, ist dabei gleich. Gemeint ist dieselbe Spielform. Der Vorteil: Eine einzelne sehr schlechte Bahn kostet nur ein Minus. Sie können also nach einem Missgeschick einfach aufnehmen und an der nächsten Bahn weiterspielen.

Bogey, Doppelbogey und Netto-Bogey: die Abgrenzung

Das Bogey gehört zur Reihe der Ergebnisse über Par. Alle Begriffe beziehen sich auf eine einzelne Bahn:

Ein Netto-Bogey liegt einen Schlag über Ihrem persönlichen Netto-Par. Ein Beispiel: Sie haben auf einem Par 4 einen Vorgabeschlag, Ihr Netto-Par ist also 5. Mit sechs Schlägen spielen Sie brutto ein Doppelbogey, netto aber ein Bogey. Beim Stableford bringt das einen Punkt.

Vorsicht bei der alten Bedeutung: In älteren britischen Texten meint Bogey manchmal noch die Richtschlagzahl einer Bahn. Ein „Bogey von 5“ war dort das Ziel und kein Fehler. Heute versteht man unter Bogey weltweit einen Schlag über Par.

Tipps: Doppelbogeys vermeiden, Bogeys akzeptieren

Ein Bogey ist kein Beinbruch. Teuer wird es meist erst, wenn aus einem Fehler zwei oder drei werden. Diese Gewohnheiten helfen:

Für das Handicap zählt ohnehin höchstens ein Netto-Doppelbogey pro Bahn. Wer eine Bahn mit einem kontrollierten Bogey beendet, statt alles auf eine Karte zu setzen, spielt meist das bessere Gesamtergebnis.

Ausprobieren in der Golf Lounge

Der 9-Loch-Platz „Schwarz“ der Golf Lounge hat Par 33. Wer auf jeder Bahn ein Bogey spielt, kommt also auf 42 Schläge. Das ist ein gutes erstes Ziel nach der Platzreife. Der Platz verbindet Par-3- und Par-4-Bahnen mit Wasserhindernissen und Bunkern. Gespielt wird mit DGV-Platzreife von April bis Dezember, bis zu vier Spieler pro Tee-Time. Samstags gibt es von Mai bis Oktober ein vorgabewirksames 9-Loch-Turnier.

9-Loch-Platz ansehen

Häufige Fragen

Was ist ein Bogey beim Golf?

Ein Bogey ist ein Ergebnis von einem Schlag über Par auf einer einzelnen Bahn. Auf einem Par 3 sind das vier Schläge, auf einem Par 4 fünf und auf einem Par 5 sechs Schläge. Bei zwei Schlägen über Par heißt das Ergebnis Doppelbogey, bei drei Schlägen Triple Bogey.

Was bedeutet Bogey wörtlich?

Der Name geht auf den „Bogey Man“ zurück, eine Art Schreckgespenst aus einem englischen Lied um 1890. In Great Yarmouth spielten Golfer damals gegen einen gedachten Gegner mit fester Schlagzahl je Bahn. Dieser Gegner bekam den Namen Bogey, später „Colonel Bogey“. Erst später wurde daraus die heutige Bedeutung: ein Schlag über Par.

Wie viele Stableford-Punkte gibt ein Bogey?

Ein Bogey bringt beim Stableford einen Punkt. Ein Par bringt zwei Punkte, ein Birdie drei. Ein Doppelbogey oder schlechter bringt keinen Punkt. Bei der Nettowertung zählt Ihr Handicap mit: Mit einem Vorgabeschlag auf der Bahn ist ein Brutto-Bogey netto ein Par und bringt zwei Nettopunkte.

Was ist ein Bogey-Golfer?

Ein Bogey-Golfer spielt im Schnitt etwa ein Bogey pro Bahn. Auf einem Par-72-Platz sind das rund 90 Schläge. Im World Handicap System entspricht das ungefähr einem Handicap-Index von 20 bei Herren und 24 bei Damen. Der Wert dient als Bezugsgröße für das Bogey Rating und damit für das Slope Rating eines Platzes.

Stand: Oktober 2026

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