Condor

Golf-Lexikon

Condor

Kurz erklärt

Ein Condor ist im Golf ein Ergebnis von vier Schlägen unter Par auf einer einzelnen Bahn. In der Praxis ist das fast immer ein Hole in One auf einem Par-5-Loch. Der Condor gilt als seltenstes Ergebnis im Golf und ist der letzte Vogel der Reihe nach Birdie, Eagle und Albatros.

Condor im Golf: Bedeutung und Rechnung

Wie bei allen Vogelnamen im Golf gilt: Ein Condor wird immer im Vergleich zum Par einer einzelnen Bahn gerechnet. Er bedeutet vier Schläge weniger als das Par. Die Rechnung lautet Par minus vier.

Daraus ergeben sich diese Werte:

Ein Condor ist deshalb nur auf Bahnen möglich, die mindestens Par 5 haben. Auf Par-5-Bahnen ist er identisch mit einem Hole in One. Zwei Schläge auf einer Par-6-Bahn sind ein Condor, aber Par-6-Bahnen sind selbst eine große Ausnahme. Ein Condor setzt deshalb fast immer voraus, dass ein Abschlag über sehr große Distanz direkt im Loch landet.

Auf Ergebnislisten und Scorekarten steht ein Condor als „−4“ gegenüber dem Par. Auf der Scorekarte selbst steht natürlich nur die Schlagzahl, bei einem Par 5 also die Zahl 1.

Warum ein Condor so selten ist

Ein Hole in One auf einem Par 3 gelingt immer wieder, denn die Bahn ist kurz und das Grün in Reichweite. Auf einem Par 5 ändert sich das Bild vollständig. Nach den Richtwerten des World Handicap Systems sind Par-5-Bahnen bei Herren etwa 410 bis 650 Meter lang. Bei Damen liegen die Richtwerte bei etwa 340 bis 550 Meter. Ohne abgekürztes Dogleg müsste ein Ball also meist mehr als 400 Meter zurücklegen und dabei auch noch im Loch ankommen.

Zur groben Orientierung: Gute Amateure schlagen den Driver etwa 200 bis 250 Meter weit. Die Profis der PGA Tour kommen im Schnitt auf rund 300 Yards, also etwa 275 Meter inklusive Rollen. Ein Condor ist deshalb nur unter besonderen Umständen denkbar:

Selbst wenn alle Bedingungen passen, braucht der Ball noch viel Glück, damit er genau ins Loch rollt. Das erklärt, warum es auf der ganzen Welt nur wenige belegte Fälle gibt.

Belegte Fälle: Wer hat einen Condor gespielt?

In den Berichten der Golfpresse werden bis heute nur sehr wenige Condors als belegt genannt. Meist ist von etwa einem halben Dutzend Fällen die Rede. Die Zählung ist nicht einheitlich, denn es gibt keine zentrale offizielle Liste.

Am häufigsten genannt wird der Fall von Larry Bruce. Er soll 1962 im Hope Country Club in Arkansas auf einem Par 5 mit rund 480 Yards, das sind etwa 440 Meter, mit dem Abschlag eingelocht haben. Die Bahn war ein Dogleg nach rechts, und Bruce schlug über Bäume hinweg direkt Richtung Grün. Sein Schlag gilt in vielen Darstellungen als erster belegter Condor.

Ein weiterer oft zitierter Fall ist der von Mike Crean im Jahr 2002. Er lochte im Green Valley Ranch Golf Club in Denver, Colorado, auf einer Par-5-Bahn mit rund 517 Yards (etwa 470 Meter) mit dem Drive ein, ohne eine Ecke abzukürzen. Denver liegt hoch, in dünner Luft fliegt der Ball weiter. Auch Shaun Lynch wird genannt: Er soll 1995 im Teign Valley Golf Club in England auf einer 496 Yards langen Bahn (etwa 454 Meter) mit einem Eisen 3 eingelocht haben.

Bei all diesen Berichten gilt: Die Angaben stammen aus Presse und Chroniken. Genaue Längen und Umstände können je nach Quelle leicht abweichen.

Herkunft: Warum heißt es Condor?

Der Condor ist der letzte Vogelname einer langen Reihe. Sie begann mit dem Birdie um 1900 in den USA. Für zwei Schläge unter Par kam der Eagle dazu, für drei Schläge unter Par der Albatros. Er ist in Großbritannien entstanden. In den USA spricht man bei drei unter Par auch vom „Double Eagle“. Mit jeder Stufe wählten Golfer einen größeren, selteneren Vogel.

Der Kondor gilt als einer der größten flugfähigen Vögel der Erde. Der Name passt deshalb zur seltensten aller Leistungen. Daneben sind für vier unter Par die Ausdrücke „Double Albatross“ und „Triple Eagle“ zu hören.

Die Golfregeln von R&A und USGA kennen die Vogelnamen nicht. Sie zählen nur Schläge oder Punkte. Der Condor ist also reine Golfsprache und kein regeltechnischer Begriff. Auf der Scorekarte und in der Wertung erscheint er nur als Zahl.

Condor, Albatros und Eagle im Vergleich

Der Condor gehört zu einer festen Reihe von Ergebnissen, die alle auf das Par einer Bahn bezogen sind:

Wichtig ist der Unterschied zwischen Albatros und Condor auf Par-5-Bahnen. Wer ein Par 5 mit zwei Schlägen spielt, hat einen Albatros. Das gelingt zum Beispiel mit einem sehr guten Drive und einem zweiten Schlag, der einlocht. Erst wenn schon der Abschlag im Loch landet, ist es ein Condor.

Der Condor ist außerdem eine Besonderheit des Hole in One. Ein Hole in One auf einem Par 3 ist ein Eagle. Auf einem Par 4 ist es ein Albatros. Auf einem Par 5 ist es ein Condor. Für ein Hole in One auf einer Par-6-Bahn, also fünf unter Par, gibt es keinen allgemein üblichen Namen.

Condor und Zählweise: Was steht auf der Scorekarte?

Auf der Scorekarte trägt ein Spieler mit einem Condor auf einem Par 5 einfach eine 1 ein. Der Zähler bestätigt die Zahl wie jedes andere Ergebnis. Spezielle Regeln für einen Condor gibt es nicht.

Beim Stableford ist ein Condor sehr viele Punkte wert. Die Tabelle der Golfregeln nennt für vier Schläge unter dem festgelegten Ergebnis sechs Punkte. Brutto ist ein Condor also sechs Punkte wert. Bei Spielern mit Vorgabeschlägen auf dieser Bahn fällt das Ergebnis netto noch besser aus. Praktisch kommt das so gut wie nie vor.

Für Ihr Handicap zählt ein Condor wie jedes andere Ergebnis. Das World Handicap System begrenzt nur schlechte Löcher nach oben mit dem Netto-Doppelbogey. Gute Löcher werden nicht gekappt. Wer einen Condor spielt, hat also auf dieser Bahn das bestmögliche Ergebnis erzielt, und es geht unverändert in die Rechnung ein.

Ausprobieren in der Golf Lounge

Eine Par-5-Bahn gibt es auf dem 9-Loch-Platz „Schwarz“ der Golf Lounge nicht: Der Platz hat Par 33 mit sechs Par-4- und drei Par-3-Bahnen. Ein Condor ist dort also nicht möglich, ein Hole in One auf einem Par 3 ist es aber. Auf den Bahnen mit Par 4 ist immerhin ein Eagle möglich. Mit DGV-Platzreife können Sie von April bis Dezember mit bis zu vier Spielern pro Tee-Time Ihre Chance suchen.

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Häufige Fragen

Was ist ein Condor beim Golf?

Ein Condor ist ein Ergebnis von vier Schlägen unter Par auf einer Bahn. Praktisch ist das ein Hole in One auf einem Par 5, denn nur dort kann der Abschlag allein vier Schläge sparen. Auch zwei Schläge auf einem Par 6 wären ein Condor. Der Condor ist das seltenste Ergebnis im Golf.

Wie viele Schläge braucht man für einen Condor?

Auf einem Par 5 genügt ein einziger Schlag, auf einem Par 6 sind es zwei Schläge. Auf Par-3- und Par-4-Bahnen ist ein Condor unmöglich, weil null Schläge nötig wären. Die Rechnung lautet immer Par minus vier. Eine Bahn mit Par 5 muss dafür Distanz und Spielglück vereinen.

Wie oft ist ein Condor schon gespielt worden?

Nach Berichten der Golfpresse sind nur wenige Fälle belegt, meist wird von rund einem halben Dutzend gesprochen. Genannt werden zum Beispiel Larry Bruce 1962 in den USA und Mike Crean 2002 in Denver. Es gibt keine zentrale offizielle Liste, deshalb weichen die Zählungen je nach Quelle voneinander ab.

Was ist der Unterschied zwischen Condor und Albatros?

Ein Albatros sind drei Schläge unter Par, ein Condor vier. Auf einem Par 5 ist ein Albatros ein Ergebnis mit zwei Schlägen. Ein Condor ist dort ein Hole in One. Auf einem Par 4 ist ein Hole in One bereits ein Albatros. Der Condor bleibt Par-5- und Par-6-Bahnen vorbehalten.

Kann ich auf einem 9-Loch-Platz einen Condor spielen?

Das hängt vom Platz ab. Ein Condor setzt mindestens ein Par 5 voraus. Viele kurze 9-Loch-Plätze haben nur Par-3- und Par-4-Bahnen. Dort ist ein Eagle oder, mit einem Hole in One auf einem Par 4, ein Albatros möglich. Wer die Bahnstruktur kennt, weiß schnell, ob ein Condor auf dem Platz überhaupt denkbar ist.

Stand: Oktober 2026

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