Golf-Lexikon
Gimme
Kurz erklärt
Ein Gimme ist im Golf ein sehr kurzer Putt, den Mitspieler ohne Versuch als eingelocht gelten lassen. Der Spieler nimmt den Ball auf und zählt einen Schlag. Offiziell erlaubt ist das nur im Lochspiel, wenn der Gegner den Putt ausdrücklich gibt. Im Zählspiel gibt es keine Gimmes: Dort muss jeder Ball eingelocht werden.
Gimme im Golf: Bedeutung einfach erklärt
Das Wort „Gimme“ ist ein umgangssprachlicher Ausdruck. Er stammt aus dem Englischen und ist eine Kurzform von „give me“, also „gib mir“. Gemeint ist ein Putt, der so kurz ist, dass ihn praktisch jeder einlocht. Statt den Putt zu spielen, sagen die Mitspieler: „Der ist gut“, und der Spieler nimmt den Ball auf.
Für das Ergebnis gilt: Der gegebene Putt zählt als ein Schlag. Hat jemand also einen Ball einen halben Meter vor dem Loch liegen, bekommt er den Putt geschenkt und zählt auf der Scorekarte einen Schlag mehr zu den bisherigen. Der Ball gilt als eingelocht.
Gimmes sind vor allem in Freundesrunden beliebt. Sie sparen Zeit, denn kurze Putts, die ohnehin fallen, müssen nicht gespielt werden. Das ist auch ein Beitrag zum zügigen Spiel. Wichtig zu wissen: Das Wort Gimme steht nicht in den Golfregeln. Die Regeln kennen nur die „Concession“, also das Geben eines Schlags im Lochspiel.
Gimme im Lochspiel: Was die Golfregeln erlauben
Im Lochspiel spielen zwei Spieler oder zwei Teams Loch für Loch gegeneinander. Dort ist ein Gimme ausdrücklich geregelt. Regel 3.2b der Golfregeln erlaubt es, den nächsten Schlag des Gegners, ein ganzes Loch oder das ganze Spiel zu geben.
Für ein Gimme gelten einige Grundsätze:
- Der Gegner muss den Schlag geben. Der Spieler darf ihn sich nicht selbst nehmen.
- Das Geben muss klar erkennbar sein, durch ein Wort oder eine deutliche Geste, etwa eine Handbewegung zum Ball hin.
- Ein einmal gegebener Schlag kann nicht mehr zurückgenommen werden. Auch der Spieler kann ihn nicht ablehnen.
- Der gegebene Schlag zählt, als wäre er gespielt worden. Der Ball gilt als eingelocht.
Das Geben ist eine taktische Entscheidung. Ein Gegner muss nicht geben und kann verlangen, dass der Putt gespielt wird. Wer den Ball ohne klare Concession aufnimmt, riskiert eine Strafe nach den Regeln über das Aufnehmen des Balls. Fragen Sie im Zweifel lieber nach und warten Sie auf eine klare Antwort.
Warum es im Zählspiel keine Gimmes gibt
Beim Zählspiel zählt jeder Schlag für die Gesamtwertung gegen das ganze Feld. Deshalb kennt die Regel 3.3 keine Gimmes. Jeder Spieler muss auf jedem Loch einlochen. Mitspieler dürfen einen Putt nicht geben, und der Spieler darf ihn nicht einfach weglassen.
Wer im Zählspiel einen Ball nicht einlocht und zum nächsten Abschlag weitergeht, verstößt gegen Regel 3.3c. Er muss den Fehler korrigieren, bevor er das nächste Loch beginnt, oder auf dem letzten Loch, bevor er die Scorekarte abgibt. Gelingt das nicht, folgt die Disqualifikation.
Beim Stableford sind die Folgen milder. Dort führt das Nicht-Einlochen nicht zur Disqualifikation, das Loch bleibt aber ohne Punkte. Wer also bei einem kurzen Putt noch Punkte holen könnte, verschenkt sie mit einem Gimme. Etwas anderes gilt, wenn Sie ohnehin keine Punkte mehr erreichen können. Dann dürfen Sie den Ball aufnehmen, und es entsteht kein Nachteil.
Beispiel aus der Praxis: Gimme in der Freundesrunde
Zwei Freunde spielen eine Runde auf einem kurzen Platz und zählen nach Lochspiel. Auf der vierten Bahn, einem Par 3, schlägt Spieler A vom Abschlag aufs Grün, der Ball bleibt zwei Meter vor dem Loch liegen. Er locht mit dem zweiten Putt ein und hat drei Schläge gebraucht.
Spieler B liegt mit dem Abschlag ebenfalls auf dem Grün und spielt den ersten Putt aus fünf Metern. Der Ball rollt bis 40 Zentimeter ans Loch. Spieler A sagt: „Der ist gut.“ Spieler B nimmt den Ball auf und trägt die Zahl ein: Abschlag, erster Putt und der gegebene zweite Putt ergeben drei Schläge. Das Loch endet unentschieden.
Im Zählspiel wäre das anders. Dort müsste Spieler B den kurzen Putt spielen. Verfehlt er ihn, kostet ihn der Fehler einen Schlag mehr. Für die Freizeit ist ein Gimme in solchen Fällen eine Frage des Vertrauens.
Wie kurz muss ein Gimme sein?
Eine feste Länge für ein Gimme gibt es nicht. Es ist eine Absprache unter den Mitspielern. Als Faustregel gelten in vielen Runden Putts bis etwa 30 bis 50 Zentimeter. Großzügigere Runden geben alles innerhalb einer Putterlänge. Im englischen Sprachraum hört man auch „inside the leather“. Gemeint ist: Legen Sie den Putter mit dem Kopf am Loch ab, muss der Ball näher liegen als der Beginn des Griffs, der früher aus Leder war.
Auch die Spielstärke spielt eine Rolle. Geübte Spieler lochen einen Putt von einem halben Meter fast immer ein. Bei Einsteigern fällt er öfter nicht. Deshalb sollten Sie sich vor dem Start einigen:
- Welche Länge gilt für ein Gimme?
- Gilt das für alle Spieler gleich?
- Gibt es Ausnahmen, zum Beispiel bei einem Bergab-Putt oder auf dem letzten Loch?
Eine klare Absprache vermeidet Streit und sorgt dafür, dass alle in der Gruppe nach denselben Maßstäben spielen. Viele Gruppen vereinbaren zusätzlich, dass es im Turnier und in vorgabewirksamen Runden keine Gimmes gibt.
Gimme und Handicap
Für das Handicap gilt: Eine Runde, die als vorgabewirksam gelten soll, wird nach den Golfregeln gespielt. Im Zählspiel gehört dazu, jeden Ball einzulochen. Gimmes, die nur unter Freunden vereinbart sind, gehören deshalb nicht in eine Runde, die Sie für das Handicap einreichen. In einer lockeren Freundesrunde ohne Wertung ist ein Gimme dagegen kein Problem.
Ein weiterer Punkt ist die Übung. Wer sich daran gewöhnt, dass kurze Putts immer gegeben werden, verliert das Gefühl für den Druck, den ein Turnier erzeugt. Gerade die kurzen Putts entscheiden dort oft über das Ergebnis. Es ist deshalb sinnvoll, kurze Putts im Training bewusst einzulochen, auch wenn sie in der Runde sonst gegeben würden. Wer das regelmäßig übt, spielt den Putt im Turnier mit mehr Ruhe.
Ein Gimme ist also eine nette Geste unter Golfern. Im Zählspiel-Turnier gilt aber immer: Einlochen.
Ausprobieren in der Golf Lounge
Wer Gimmes ausprobieren oder lieber ohne sie spielen möchte, findet auf dem 6-Loch-Kurzplatz „Rot“ der Golf Lounge den passenden Rahmen. Dafür ist keine Platzreife erforderlich, bis zu vier Spieler können gemeinsam buchen, und eine Runde dauert in der Regel unter einer Stunde. Im Winter von Januar bis März wird der Platz zu einem 9-Loch-Winterkurs umgebaut. Das passt gut zu einer lockeren Runde mit Freunden, bei der Sie vorher ausmachen, welche Putts gegeben werden.
Häufige Fragen
Was ist ein Gimme beim Golf?
Ein Gimme ist ein sehr kurzer Putt, den Mitspieler als eingelocht gelten lassen. Der Spieler nimmt den Ball auf und zählt einen Schlag für den gegebenen Putt. Das Wort ist umgangssprachlich und steht nicht in den Golfregeln. Dort heißt es Concession und gilt nur im Lochspiel.
Ist ein Gimme im Golf erlaubt?
Im Lochspiel ja, wenn der Gegner den Schlag klar gibt (Regel 3.2b). Im Zählspiel nein: Dort muss jeder Ball eingelocht werden, sonst droht die Disqualifikation. Beim Stableford führt das Weglassen nicht zur Disqualifikation, das Loch bleibt dann aber ohne Punkte. In Freundesrunden ohne Wertung entscheiden die Spieler selbst.
Wie lang darf ein Gimme sein?
Eine feste Länge gibt es nicht. Als Faustregel gelten oft Putts bis etwa 30 bis 50 Zentimeter. Großzügigere Runden geben alles innerhalb einer Putterlänge. Einigen Sie sich vor dem Start mit Ihren Mitspielern auf eine Länge, damit es später keinen Streit gibt.
Zählt ein Gimme als Schlag?
Ja. Der gegebene Putt zählt als ein Schlag, und der Ball gilt als eingelocht. Hatten Sie zum Beispiel zwei Schläge bis zum Grün und der Putt wird gegeben, tragen Sie drei Schläge ein. Der Schlag darf nicht einfach weggelassen werden.
Darf ich im Turnier ein Gimme geben oder nehmen?
Das hängt von der Spielform ab. In einem Lochspiel-Turnier darf Ihr Gegner Ihnen einen Putt geben (Regel 3.2b). Im Zählspiel gibt es keine Gimmes, Sie müssen jeden Ball einlochen. Wer das nicht tut und den Fehler nicht rechtzeitig korrigiert, wird disqualifiziert. Üben Sie kurze Putts deshalb regelmäßig im Training.
Stand: Oktober 2026