Golf-Lexikon
Mulligan
Kurz erklärt
Ein Mulligan ist ein Wiederholungsschlag ohne Strafe, den sich Golfer in privaten Runden oder bei Spaßturnieren erlauben. Meist gilt er für einen missglückten Abschlag. Der schlechte Schlag wird dann einfach nicht gezählt. In den offiziellen Golfregeln gibt es den Mulligan nicht, Runden mit Mulligan zählen daher nicht für das Handicap.
Mulligan im Golf: Bedeutung einfach erklärt
Jeder Golfer kennt den Moment: Der erste Abschlag des Tages misslingt. Der Ball fliegt ins Aus, in einen Teich oder nur zwanzig Meter weit. In einer lockeren Runde unter Freunden sagt dann oft jemand: „Nimm einen Mulligan.“ Sie legen einen neuen Ball auf und schlagen noch einmal. Der erste Schlag wird nicht gezählt, und es gibt keinen Strafschlag.
Wie viele Mulligans erlaubt sind, legt die Gruppe selbst fest. Üblich sind diese Varianten:
- ein Mulligan am ersten Abschlag der Runde
- ein Mulligan pro neun Löcher
- ein Mulligan pro Runde, frei einsetzbar, meist nur für Abschläge
Wichtig ist, dass alle Mitspieler die Absprache vor der Runde kennen. Ein Mulligan ist ein freundliches Entgegenkommen. Ein Anspruch darauf besteht nicht.
Was die Golfregeln zum Mulligan sagen
In den offiziellen Golfregeln von R&A und USGA gibt es keinen Mulligan. Jeder Schlag zählt. Sie dürfen zwar jederzeit einen neuen Ball von der Stelle des letzten Schlags spielen. Das nennt sich Erleichterung mit Schlag und Distanz (Regel 18.1). Dann zählen aber der erste Schlag und ein Strafschlag mit. Der neue Abschlag ist also Ihr dritter Schlag.
Auch der provisorische Ball (Regel 18.3) ist kein Mulligan. Sie dürfen ihn nur spielen, wenn Ihr Ball verloren oder im Aus sein könnte. Wird der erste Ball gefunden, spielen Sie mit ihm weiter.
Wer in einem Turnier einen Schlag wiederholt und ihn nicht zählt, gibt ein zu niedriges Ergebnis ab. Im Zählspiel führt das zur Disqualifikation. Runden mit Mulligans sind deshalb auch nicht vorgabewirksam und gehören nicht ins Handicap-System.
Beispiel aus der Praxis: der Mulligan am ersten Abschlag
Vier Freunde spielen eine private Runde und vereinbaren vorab: ein Mulligan pro neun Löcher, nur vom Abschlag. Am ersten Loch, einem Par 4, schlägt Anna einen Slice ins Aus. Sie nimmt ihren Mulligan. Der zweite Ball landet mitten auf dem Fairway. Für die Zählung ist das ihr erster Schlag. Mit zwei weiteren Schlägen erreicht sie das Grün und puttet zweimal. Ergebnis: 5 Schläge, ein Bogey.
Nach den offiziellen Regeln sähe dieselbe Bahn anders aus. Der Ball im Aus kostet Schlag und Distanz. Der zweite Abschlag wäre bereits der dritte Schlag. Aus dem Bogey würde ein Ergebnis von 7, also ein Triple Bogey.
Der Unterschied von zwei Schlägen zeigt, warum ein Mulligan in Wettspielen tabu ist und in Freundesrunden so beliebt.
Mulligans bei Spaßturnieren und Firmenevents
Bei Spaßturnieren, Firmenevents und Benefizturnieren gehört der Mulligan oft zum Konzept. Die Ausschreibung legt dann fest, ob und wie viele Mulligans erlaubt sind. Bei manchen Benefizturnieren können Teilnehmer Mulligans gegen eine Spende erwerben. Der Erlös geht an einen guten Zweck.
Beliebt sind Mulligans auch in Teamformaten wie dem Texas Scramble. Dort spielen alle Spieler eines Teams von der besten Lage weiter. Ein zusätzlicher Mulligan pro Team macht das Spiel noch entspannter und hilft Einsteigern.
Solche Wettspiele sind in der Regel nicht vorgabewirksam. Sie wirken sich also nicht auf Ihr Handicap aus. Der Spaß und das gemeinsame Erlebnis stehen im Vordergrund. Prüfen Sie vor dem Start trotzdem die Ausschreibung. Dann wissen alle im Flight, was erlaubt ist.
Herkunft: Woher kommt der Begriff Mulligan?
Woher der Begriff genau stammt, ist nicht geklärt. Die meisten Erklärungen führen ihn auf einen Golfer mit dem Nachnamen Mulligan zurück.
Am häufigsten wird ein Kanadier namens David Mulligan genannt. Er soll in den 1920er-Jahren im St. Lambert Country Club bei Montreal gespielt und nach einem schlechten Abschlag einfach erneut abgeschlagen haben. Eine zweite Geschichte handelt von John „Buddy“ Mulligan aus einem Club in New Jersey in den 1930er-Jahren. Beide Geschichten wurden allerdings erst Jahrzehnte später aufgeschrieben. Sicher belegt ist keine davon.
Heute ist das Wort weit über den Golfsport hinaus bekannt. Im Englischen steht „to take a mulligan“ allgemein für eine zweite Chance. Auch einige Kartenspiele nutzen den Begriff für das Neuziehen einer schlechten Starthand.
Typische Fehler beim Mulligan
Die meisten Probleme mit dem Mulligan entstehen durch fehlende Absprachen.
- Keine Regel vor der Runde: Wird erst nach einem schlechten Schlag über Mulligans gesprochen, fühlt sich schnell jemand benachteiligt. Klären Sie Anzahl und Einsatz am ersten Abschlag.
- Mulligan und provisorischen Ball vermischen: Wer nach einem Ball Richtung Aus einen zweiten Ball spielt, sollte vorher sagen, ob es ein Mulligan oder ein provisorischer Ball ist. Sonst ist später unklar, welcher Ball zählt.
- Den besseren Ball aussuchen: Ein Mulligan ersetzt den ersten Schlag. Beide Bälle zu spielen und den besseren zu nehmen, ist eine eigene Absprache.
- Mulligan auf dem Grün: Viele Gruppen schließen Mulligans beim Putten aus. Sonst verliert das Spiel schnell seinen Reiz.
- Mulligan in einer vorgabewirksamen Runde: Wer im Turnier spielt oder eine Runde für das Handicap angemeldet hat, darf keinen Mulligan nehmen. Das gilt auch, wenn alle Mitspieler zustimmen.
- Zu viele Mulligans: Jeder Wiederholungsschlag kostet Zeit. Auf vollen Plätzen bremst das den Flight dahinter.
Mulligan, provisorischer Ball und Gimme: die Abgrenzung
Drei Begriffe werden oft verwechselt. So unterscheiden sie sich:
- Mulligan: freiwillige Wiederholung ohne Strafe, nur nach Absprache in privaten Runden. Kein Bestandteil der Golfregeln.
- Provisorischer Ball: ein offizieller zweiter Ball nach Regel 18.3, wenn der erste verloren oder im Aus sein könnte. Er zählt mit Strafschlag, falls er ins Spiel kommt.
- Gimme: Ein kurzer Putt wird geschenkt und gilt als gelocht. Im Lochspiel ist das als Schenken erlaubt (Regel 3.2b). Im Zählspiel gibt es kein Schenken. Dort muss jeder Ball eingelocht werden, sonst droht die Disqualifikation.
Im amerikanischen Englisch heißt der Mulligan am ersten Abschlag manchmal auch „breakfast ball“.
Ein Tipp für faire Runden: Nehmen Sie den Mulligan zügig, damit der Flight hinter Ihnen nicht warten muss. Und wenn Sie ein Ergebnis für Ihr Handicap einreichen wollen, verzichten Sie ganz darauf.
Ausprobieren in der Golf Lounge
Eine entspannte Runde unter Freunden, in der Sie selbst über Mulligans entscheiden, spielen Sie in der Golf Lounge auch drinnen: Die TrackMan-Simulatoren sind ganzjährig und wetterunabhängig nutzbar. Bis zu vier Personen spielen pro Buchung zusammen, wahlweise eine bis vier Stunden. Zur Auswahl stehen berühmte Plätze wie Pebble Beach oder St Andrews, dazu Skill-Formate wie Closest to the Pin und Longest Drive.
Häufige Fragen
Was ist ein Mulligan beim Golf?
Ein Mulligan ist ein Wiederholungsschlag ohne Strafe. Meist nutzen Golfer ihn nach einem missglückten Abschlag in einer privaten Runde. Der erste Schlag wird nicht gezählt, und Sie spielen mit dem neuen Ball weiter. Wie viele Mulligans erlaubt sind, legt die Gruppe vor der Runde fest, zum Beispiel einen pro neun Löcher.
Ist ein Mulligan nach den Golfregeln erlaubt?
Nein. Die offiziellen Golfregeln kennen keinen Mulligan, jeder Schlag zählt. Erlaubt ist nur, einen neuen Ball unter Strafe von Schlag und Distanz zu spielen. Dann zählen der erste Schlag und ein Strafschlag mit. Wer in einem Turnier einen Schlag nicht zählt, gibt ein falsches Ergebnis ab und wird im Zählspiel disqualifiziert.
Was bedeutet Mulligan wörtlich?
Mulligan ist ursprünglich ein irischer Nachname. Der Begriff geht vermutlich auf einen Golfer mit diesem Namen zurück. Oft genannt wird David Mulligan, der in den 1920er-Jahren bei Montreal gespielt haben soll. Belegt ist die Geschichte nicht. Im Englischen steht „a mulligan“ heute allgemein für eine zweite Chance.
Zählt eine Runde mit Mulligan für das Handicap?
Nein. Für das Handicap im World Handicap System zählen nur Runden, die nach den offiziellen Golfregeln gespielt wurden. Ein Mulligan widerspricht diesen Regeln. Wenn Sie eine Runde für Ihr Handicap einreichen möchten, spielen Sie deshalb ohne Mulligan und zählen jeden Schlag, auch Strafschläge.
Stand: Oktober 2026