Stableford

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Stableford

Kurz erklärt

Stableford ist eine Zählweise im Golf, bei der Sie pro Loch Punkte statt Schläge sammeln. Grundlage ist Ihr persönliches Netto-Par, also das Par plus Ihre Vorgabeschläge. Ein Netto-Par bringt 2 Punkte, ein Netto-Birdie 3 und ein Netto-Bogey 1. Ab dem Netto-Doppelbogey gibt es 0 Punkte. Wer am Ende die meisten Punkte hat, gewinnt.

Was ist Stableford? Die Zählweise einfach erklärt

Beim normalen Zählspiel zählt jeder einzelne Schlag. Ein einziges schlechtes Loch mit zehn Schlägen kann dann die ganze Runde verderben. Stableford löst dieses Problem. Sie bekommen auf jedem Loch Punkte, und die Zahl der Punkte hängt davon ab, wie Sie im Vergleich zu Ihrem persönlichen Ziel gespielt haben.

Dieses Ziel heißt Netto-Par. Es ist das Par des Lochs plus die Vorgabeschläge, die Ihnen auf diesem Loch zustehen. Eine Spielerin mit höherem Handicap bekommt mehr Vorgabeschläge als ein geübter Spieler. Dadurch können beide in derselben Wertung fair gegeneinander antreten.

Der große Vorteil: Ein misslungenes Loch kostet Sie höchstens die Punkte dieses einen Lochs. Wenn Sie keine Punkte mehr holen können, dürfen Sie den Ball aufnehmen. Das spart Zeit und Nerven. Deshalb ist Stableford in Deutschland eine der häufigsten Spielformen bei Clubturnieren und wird gerade Einsteigern oft empfohlen.

Stableford-Punkte: die Tabelle

Die Punkte richten sich immer nach dem Ergebnis im Vergleich zum Netto-Par. So sieht die Stableford-Tabelle aus:

In den Golfregeln ist sogar noch eine Stufe vorgesehen: 4 Schläge unter dem Netto-Par bringen 6 Punkte. Das kommt in der Praxis aber sehr selten vor.

Eine einfache Merkhilfe: Netto-Par ist 2 Punkte wert. Jeder Schlag weniger bringt einen Punkt mehr. Jeder Schlag mehr kostet einen Punkt, bis Sie bei 0 ankommen. Weniger als 0 Punkte gibt es nicht. Wer auf jedem der 18 Löcher sein Netto-Par spielt, kommt auf 36 Punkte. Das bedeutet, er hat genau so gespielt, wie es sein Handicap erwarten lässt.

Stableford-Punkte berechnen: Vorgabeschläge richtig verteilen

Bevor Sie Punkte zählen können, müssen Sie wissen, auf welchen Löchern Sie Vorgabeschläge bekommen. Ausgangspunkt ist Ihre Spielvorgabe für den Platz. Sie wird aus Ihrem Handicap-Index, dem Slope Rating und der Differenz zwischen Course Rating und Par berechnet. Legt die Ausschreibung einen Vorgabenanteil fest, wird er zusätzlich angewendet. Viele Clubs hängen dafür Tabellen aus, oder die Spielvorgabe steht direkt auf der Turnier-Scorekarte.

Auf der Scorekarte hat jedes Loch eine Lochvorgabe, meist in der Spalte „Hcp“ oder „Vorgabe“. Sie reicht auf einem 18-Loch-Platz von 1 (schwerstes Loch) bis 18 (leichtestes Loch). Die Vorgabeschläge werden in dieser Reihenfolge verteilt.

Wer zum Beispiel auf einem Par 4 zwei Vorgabeschläge hat, für den ist das Netto-Par 6. Spielt diese Person das Loch mit 6 Schlägen, erhält sie 2 Punkte.

Rechenbeispiel: drei Löcher mit Spielvorgabe 22

Nehmen wir eine Spielerin mit Spielvorgabe 22 auf einem 18-Loch-Platz. Sie bekommt auf jedem Loch einen Vorgabeschlag und auf den Löchern mit Lochvorgabe 1 bis 4 einen zweiten.

Nach drei Löchern hat sie 5 Punkte. Zum Vergleich: Mit Netto-Par auf allen drei Löchern wären es 6 Punkte gewesen. Im Zählspiel hätte sie Loch 3 zu Ende spielen müssen, und jeder weitere Schlag wäre in ihr Gesamtergebnis eingegangen.

Stableford-Rechner: So rechnen Sie selbst

Viele suchen nach einem Stableford-Rechner. Sie brauchen dafür aber keine App. Die Rechnung passt in eine Zeile:

Beispiel: Par 4, ein Vorgabeschlag, 6 Schläge. Das Netto-Par ist 5. Die Rechnung lautet 2 + 5 minus 6 = 1 Punkt.

Ein zweiter Weg ist das Zählen mit Strichen auf der Scorekarte. Viele tragen bei jedem Loch über der Lochnummer kleine Punkte oder Striche für die Vorgabeschläge ein. So sehen Sie auf dem Platz sofort Ihr Netto-Par. Turnier-Software und die meisten Golf-Apps rechnen die Punkte automatisch aus. Es lohnt sich trotzdem, die Rechnung zu kennen. Dann können Sie während der Runde einschätzen, wann sich das Weiterspielen nicht mehr lohnt und Sie den Ball aufnehmen dürfen.

Regeln beim Stableford: Aufnehmen, Strafen, Scorekarte

Stableford ist in den Golfregeln in Regel 21.1 geregelt. Es ist eine Form des Zählspiels, deshalb gelten die normalen Regeln für das Zählspiel. Einige Punkte sind aber besonders.

Sie müssen nicht auf jedem Loch einlochen. Wenn Sie keine Punkte mehr erreichen können, dürfen Sie den Ball aufnehmen. Das Loch zählt dann 0 Punkte. Das ist gute Etikette, denn es hält das Spieltempo hoch.

Strafschläge zählen ganz normal zu Ihrer Schlagzahl auf dem Loch. Manche Verstöße, die im Zählspiel zur Disqualifikation führen würden, kosten beim Stableford nur die Punkte des betroffenen Lochs. Ein Beispiel ist das Nicht-Einlochen.

Auf der Scorekarte tragen Sie die Schlagzahl je Loch ein. Wenn Sie aufgenommen haben, genügt ein Strich. Die Spielleitung oder die Software rechnet die Punkte aus. Der Zähler bestätigt Ihre Ergebnisse mit seiner Unterschrift, und Sie unterschreiben ebenfalls. Stableford ist im World Handicap System ein zulässiges Format. Eine Stableford-Runde kann also vorgabewirksam sein, wenn sie als vorgabewirksam gespielt oder angemeldet wird.

Herkunft und Abgrenzung zum Zählspiel

Die Zählweise ist nach dem englischen Arzt Dr. Frank Stableford benannt. Er wollte, dass Golfer mit hohem Handicap auf schwierigen Plätzen nicht an einzelnen Löchern verzweifeln. Erste Versuche mit einem Punktesystem soll er schon 1898 im Glamorganshire Golf Club in Wales gemacht haben. Das erste offizielle Stableford-Turnier fand am 16. Mai 1932 im Wallasey Golf Club in England statt.

Vom normalen Zählspiel unterscheidet sich Stableford in einem wichtigen Punkt. Im Zählspiel gewinnt die niedrigste Schlagzahl, im Stableford die höchste Punktzahl. Bei vielen Turnieren gibt es außerdem zwei Wertungen. In der Nettowertung zählen die Punkte mit Vorgabe. In der Bruttowertung werden die Punkte ohne Vorgabeschläge berechnet, dort zählt also das echte Par.

Auch für das Handicap gibt es eine Verbindung. Im World Handicap System gilt pro Loch höchstens ein Netto-Doppelbogey als Ergebnis. Das ist genau die Grenze, ab der es beim Stableford 0 Punkte gibt. Verwandt ist außerdem das Bogey-Wettspiel. Dort spielen Sie auf jedem Loch gegen Ihr Netto-Par und notieren nur gewonnen, geteilt oder verloren.

Ausprobieren in der Golf Lounge

Stableford können Sie auf dem 9-Loch-Platz der Golf Lounge Resort Hamburg in Moorfleet selbst ausprobieren. Der Schwarze Kurs hat Par 33 mit Par-3- und Par-4-Bahnen, Wasserhindernissen und Bunkern. Gespielt wird mit Platzreife (DGV) von April bis Dezember, mit bis zu vier Spielern pro Tee-Time, die Sie online buchen. Von Mai bis Oktober gibt es außerdem jeden Samstag ein vorgabewirksames 9-Loch-Turnier. Die Spielform des Turniers nennt die jeweilige Ausschreibung.

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Häufige Fragen

Was ist Stableford beim Golf?

Stableford ist eine Zählweise, bei der Sie auf jedem Loch Punkte sammeln. Maßstab ist Ihr Netto-Par, also das Par plus Ihre Vorgabeschläge. Netto-Par bringt 2 Punkte, jeder Schlag besser einen Punkt mehr, jeder Schlag schlechter einen Punkt weniger. Ab dem Netto-Doppelbogey gibt es 0 Punkte. Die höchste Gesamtpunktzahl gewinnt.

Wie berechnet man Stableford-Punkte?

Bestimmen Sie zuerst Ihr Netto-Par: Par des Lochs plus Ihre Vorgabeschläge auf diesem Loch. Dann rechnen Sie 2 plus Netto-Par minus Ihre Schläge. Ein Ergebnis unter 0 zählt als 0 Punkte. Beispiel: Par 4 mit einem Vorgabeschlag und 5 Schlägen ergibt 2 + 5 minus 5, also 2 Punkte.

Wie viele Stableford-Punkte sind gut?

Auf 18 Löchern entsprechen 36 Punkte genau Ihrem Handicap. Mehr als 36 Punkte bedeuten, dass Sie besser als erwartet gespielt haben. Auf 9 Löchern liegt dieser Richtwert bei 18 Punkten. Bei Turnieren reichen oft schon Ergebnisse knapp über 36 Punkten für einen vorderen Platz, je nach Wetter und Teilnehmerfeld.

Darf man beim Stableford den Ball aufnehmen?

Ja. Wenn Sie auf einem Loch keine Punkte mehr erreichen können, dürfen Sie den Ball aufnehmen. Das Loch zählt dann 0 Punkte, und auf der Scorekarte steht ein Strich. Das ist ausdrücklich erlaubt und gilt als gute Etikette, weil es das Spieltempo für alle Flights verbessert.

Zählt eine Stableford-Runde für das Handicap?

Stableford ist im World Handicap System ein zulässiges Format. Ob Ihre Runde vorgabewirksam ist, hängt davon ab, ob das Turnier so ausgeschrieben ist oder die Privatrunde vorab angemeldet wurde. Für die Handicap-Berechnung wird je Loch höchstens ein Netto-Doppelbogey gewertet, also genau die Grenze zu 0 Punkten.

Stand: Oktober 2026

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