Yips

Golf-Lexikon

Yips

Kurz erklärt

Die Yips sind unwillkürliche Zuckungen, Verkrampfungen oder Blockaden beim Golfschlag, am häufigsten beim Putten und bei kurzen Chips. Der Spieler kann die Bewegung trotz guter Technik nicht flüssig ausführen. Als Ursachen gelten Nervosität und Druck, bei manchen Betroffenen auch eine neurologische Störung, die nur bei dieser einen Bewegung auftritt.

Yips beim Golf: Was ist das?

Mit den Yips bezeichnen Golfer ein Problem, bei dem der Schlag nicht mehr gelingt, obwohl die Technik eigentlich stimmt. Die Hände zucken im Rückschwung, der Schläger ruckt, der Putter stoppt kurz vor dem Ball, oder der Schlag wird plötzlich viel zu hart oder zu weich. Es fühlt sich an, als würden Hände und Unterarme nicht mehr auf Befehle hören.

Am häufigsten treten die Yips beim Putten auf, besonders bei kurzen Putts von ein bis zwei Metern. Aber auch beim Chippen, Pitchen oder beim Abschlag kann das Problem auftreten. Betroffene sprechen von „Zittern“, „Blockade“ oder „Aussetzer“.

Die Yips sind keine Schwäche des Charakters. Sie zählen zu den bekanntesten Problemen im Golf und betreffen Anfänger und Profis. Auch Tour-Profis haben öffentlich darüber gesprochen. Wer die Hintergründe kennt, kann besser einschätzen, welche Wege für ihn infrage kommen.

Woher kommt der Begriff Yips?

Als Verbreiter des Wortes „yips“ gilt der schottisch-amerikanische Golfer und spätere Golflehrer Tommy Armour. Er soll damit die Schwierigkeiten beschrieben haben, die ihn schließlich vom Turniergolf abbrachten. Wo das Wort selbst herkommt, ist nicht eindeutig geklärt.

Golfer haben für das Problem auch andere Namen gebraucht, etwa „Zucken“, „Jitters“ oder „Nervenflattern“. In der Fachliteratur wird das Phänomen bis heute als „the yips“ geführt. Einen deutschen Fachbegriff gibt es nicht, im Deutschen hat sich das englische Wort durchgesetzt.

In der englischsprachigen Medizin taucht das Thema auch unter dem Begriff „golfer’s cramp“ auf, auf Deutsch etwa Golferkrampf. Er beschreibt den Teil der Yips, bei dem eine neurologische Ursache vermutet wird.

Ursachen: zwischen Nervosität und Dystonie

Nach heutigem Forschungsstand sind die Yips kein einheitliches Problem. Forscher beschreiben sie als Spektrum. An einem Ende steht „Choking“: Der Spieler verkrampft unter Druck. Am anderen Ende steht eine fokale Dystonie, eine neurologische Störung, bei der Muskeln bei einer bestimmten, oft lange geübten Bewegung unkontrolliert zusammenziehen. Bei Musikern gibt es Ähnliches.

Forscher der Mayo Clinic in den USA haben Golfer mit und ohne Yips untersucht. Bei einem Teil der Betroffenen maßen sie beim Putten eine erhöhte Muskelaktivität im Unterarm, die bei nicht betroffenen Spielern so nicht auftrat. Das deutet darauf hin, dass nicht alle Yips rein psychisch bedingt sind. Bei anderen Betroffenen spielte Stress die Hauptrolle.

Zur Häufigkeit gibt es unterschiedliche Angaben. Je nach Studie haben grob ein Drittel bis knapp die Hälfte der ernsthaften Golfer die Yips schon erlebt. Besonders häufig scheinen langjährige Spieler betroffen zu sein. Die Zahlen hängen stark davon ab, wie genau die Yips definiert werden.

Beispiel aus der Praxis: der kurze Putt

Ein Spieler steht an einem Putt von 1,20 Metern. Putts dieser Länge hat er schon oft gelocht. Beim Ansprechen hält er den Putter ruhig, doch im Rückschwung zuckt die rechte Hand. Er unterbricht kurz, schlägt dann zu kräftig zu, und der Ball läuft einen Meter am Loch vorbei.

Beim nächsten Mal versucht er, die Bewegung zu kontrollieren, und stoppt den Putter im Treffmoment. Der Ball bleibt nach 30 Zentimetern liegen. Mit der Zeit beginnt er, kurze Putts zu fürchten. Er denkt schon beim Gang zum Ball an den Fehler, und die Anspannung steigt.

Typisch ist, dass Betroffene auf dem Übungsgrün noch gut putten, aber auf der Runde nicht mehr. Dort ist der Druck höher. Das ist ein Hinweis auf die psychische Komponente. In diesem Fall kann es helfen, die Routine zu ändern und den Fokus zu verlagern, etwa weg von der Bewegung und hin zum Ziel.

Was kann bei den Yips helfen?

Es gibt kein Mittel, das bei allen wirkt. Viele Betroffene probieren nacheinander mehrere Ansätze aus. Häufig genannt werden:

Bei anhaltenden Verkrampfungen, die auch bei anderen Tätigkeiten wie Schreiben auftreten, sollten Sie ärztlichen Rat einholen. Ob eine neurologische Ursache vorliegt, kann nur eine Ärztin oder ein Arzt abklären. Golftraining ersetzt keine medizinische Behandlung.

Yips und die Regeln: Anker-Verbot und Ausrüstung

Einige Spieler haben versucht, die Yips mit einem längeren Putter zu umgehen, den sie gegen Brust, Bauch oder Kinn stützten. Seit dem 1. Januar 2016 ist das Verankern verboten, heute geregelt in Regel 10.1b. Sie untersagt es, den Schläger oder eine Hand, die den Schläger hält, direkt gegen den Körper zu halten oder den Unterarm gegen den Körper zu stützen, um einen Ankerpunkt zu bilden. Im Zählspiel bringt ein Verstoß zwei Strafschläge, im Lochspiel den Lochverlust.

Lange und Bauchputter selbst sind weiter erlaubt. Verboten ist nur das Verankern. Wer einen Bauchputter nutzt, muss ihn also frei schwingen.

Erlaubt bleiben alle anderen Mittel gegen die Yips, die der Regel nicht widersprechen: ein anderer Griff, der Claw-Griff oder die Position der Hände, solange kein Anker entsteht. Das gilt auch für den Wechsel zu einem anderen Putter.

Abgrenzung: Yips, Nervosität und Schwunghemmung

Nicht jede Unsicherheit beim Putten sind die Yips. Folgende Begriffe liegen nah beieinander:

Wer bei Druck leicht verkrampft, hat nicht automatisch die Yips. Wer aber über Wochen bei kurzen Schlägen zuckt, blockiert oder aussetzt, kennt vermutlich das Phänomen. Viele Trainer raten, das Problem früh anzugehen und gezielt an Routine und Fokus zu arbeiten, bevor sich das Muster verfestigt. Eine Garantie für Besserung gibt es dabei nicht.

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Häufige Fragen

Was sind die Yips beim Golf?

Die Yips sind unwillkürliche Zuckungen, Verkrampfungen oder Blockaden bei einem Golfschlag, vor allem beim Putten und bei kurzen Chips. Betroffene kontrollieren die Bewegung trotz guter Technik nicht mehr. Die Ursachen reichen von Druck und Nervosität bis zu einer neurologischen Störung, die nur bei dieser einen Bewegung auftritt.

Woher kommen die Yips?

Forscher beschreiben ein Spektrum zwischen Choking, also Verkrampfen unter Druck, und einer fokalen Dystonie, einer neurologischen Störung. Untersuchungen der Mayo Clinic fanden bei einem Teil der Betroffenen eine erhöhte Muskelaktivität im Unterarm beim Putten. Bei anderen spielt Stress die Hauptrolle. Meist wirken mehrere Faktoren zusammen.

Wie häufig sind die Yips?

Je nach Studie haben grob ein Drittel bis knapp die Hälfte der ernsthaften Golfer die Yips schon erlebt. Langjährige Spieler scheinen besonders häufig betroffen zu sein. Die Zahlen schwanken, weil die Definition der Yips unterschiedlich weit gefasst wird. Sie zählen zu den häufigsten Problemen im Golf.

Wie werde ich die Yips los?

Ein sicheres Mittel gibt es nicht. Hilfreich können ein anderer Griff, etwa Claw oder Cross-Handed, ein anderer Putter, eine kürzere Routine, ein Fokus auf Tempo und Ziel sowie Druckabbau beim Üben sein. Ein Trainer oder eine Sportpsychologin kann dabei unterstützen. Bei anhaltenden Verkrampfungen ist ärztlicher Rat sinnvoll.

Ist ein Bauchputter gegen die Yips erlaubt?

Bauch- und lange Putter sind erlaubt, aber nur frei schwingend. Seit 2016 verbietet Regel 10.1b das Verankern des Schlägers oder des Unterarms am Körper. Ein Verstoß kostet zwei Strafschläge im Zählspiel oder den Lochverlust im Lochspiel. Wer den Putter frei führt, darf aber weiterhin einen langen oder einen Bauchputter benutzen.

Stand: Oktober 2026

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