Golf-Lexikon
Griff (Griffhaltung)
Kurz erklärt
Der Griff im Golf beschreibt, wie Sie den Schläger mit beiden Händen halten. Er ist die einzige Verbindung zwischen Körper und Schläger und beeinflusst stark, wohin die Schlagfläche im Treffmoment zeigt. Es gibt drei verbreitete Griffarten: den Vardon- oder Overlapping-Griff, den Interlocking-Griff und den Baseball-Griff. Mit Griff ist auch das Griffstück am Schaft gemeint.
Was ist der Golfgriff und warum ist er so wichtig?
Beim Golf berühren nur Ihre Hände den Schläger. Alles, was Ihr Körper im Schwung macht, wird über den Griff an den Schläger weitergegeben. Deshalb sagen viele Trainer: Ein guter Schwung beginnt mit einem guten Griff.
Der Griff bestimmt vor allem die Stellung der Schlagfläche. Halten Sie den Schläger so, dass sich die Hände im Treffmoment zu stark aufdrehen oder zudrehen, zeigt die Schlagfläche offen oder geschlossen. Der Ball startet dann schief oder fliegt eine Kurve. Viele Slices bei Einsteigern haben ihre Ursache im Griff.
Das Wort Griff hat im Golf zwei Bedeutungen. Gemeint ist meist die Griffhaltung, also die Position der Hände. Es bezeichnet aber auch das Griffstück aus Gummi oder Kunststoff am oberen Ende des Schafts. Im Englischen heißt beides grip. Auf dieser Seite geht es vor allem um die Griffhaltung. Am Ende finden Sie einen Abschnitt zum Griffstück.
Den Golf Griff Schritt für Schritt aufbauen
Die folgende Anleitung gilt für Rechtshänder. Linkshänder tauschen die Hände.
- Linke Hand zuerst: Legen Sie den Griff diagonal in die Finger der linken Hand, vom Grundgelenk des Zeigefingers bis knapp unter den Handballen. Der Griff liegt mehr in den Fingern als in der Handfläche.
- Hand schließen: Der Daumen liegt leicht rechts der Mitte auf dem Griff. Von oben sehen Sie etwa zwei bis drei Knöchel der linken Hand.
- Rechte Hand dazu: Die rechte Hand greift unterhalb der linken, ebenfalls mehr mit den Fingern. Die linke Daumenkuppe verschwindet unter der rechten Handfläche.
- Hände verbinden: Wie der kleine Finger der rechten Hand liegt, hängt von der Griffart ab. Dazu mehr in den nächsten Abschnitten.
- Kontrolle: Daumen und Zeigefinger beider Hände bilden jeweils ein V. Beide V zeigen ungefähr zur rechten Schulter.
Prüfen Sie den Griff vor jedem Schlag, bis er sich selbstverständlich anfühlt.
Vardon Griff (Overlapping Griff)
Beim Vardon-Griff liegt der kleine Finger der rechten Hand auf der Lücke zwischen Zeige- und Mittelfinger der linken Hand. Er überlappt die linke Hand, daher der zweite Name Overlapping-Griff. Die anderen Finger der rechten Hand greifen normal.
Benannt ist der Griff nach dem britischen Golfprofi Harry Vardon. Er gewann zwischen 1896 und 1914 sechsmal die Open Championship und machte diese Griffhaltung bekannt. Ob er sie erfunden hat, ist nicht sicher belegt. Schon andere Spieler seiner Zeit nutzten ähnliche Varianten.
Der Vardon-Griff gilt heute als der am weitesten verbreitete Griff unter Golfern. Er verbindet die Hände, ohne dass die Finger ineinander verschränkt werden. Die rechte Hand, die bei Rechtshändern meist die stärkere ist, wird etwas gebremst. Das hilft, die Schlagfläche ruhig zu halten.
Geeignet ist der Overlapping-Griff vor allem für Spieler mit mittleren bis großen Händen. Bei sehr kleinen Händen fühlt er sich manchmal locker an.
Interlocking Griff
Beim Interlocking-Griff wird der kleine Finger der rechten Hand mit dem Zeigefinger der linken Hand verschränkt. Die beiden Finger haken sich also ineinander. Das verbindet die Hände besonders fest miteinander.
Der Interlocking-Griff ist vor allem bei Spielern mit kleineren Händen und bei vielen Frauen und Jugendlichen beliebt. Auch einige der erfolgreichsten Spieler der Geschichte, darunter Jack Nicklaus und Tiger Woods, greifen auf diese Weise.
Vorteil: Die Hände arbeiten als Einheit und können sich im Schwung kaum gegeneinander verschieben. Nachteil: Wer zu fest verschränkt, zieht den Griff leicht in die Handfläche. Das kann die Beweglichkeit der Handgelenke einschränken. Achten Sie darauf, dass nur die Fingerspitzen locker ineinandergreifen und der Griff weiter in den Fingern liegt.
Ob Interlocking oder Overlapping besser ist, lässt sich nicht pauschal sagen. Beide Griffe sind gleichwertig. Entscheidend ist, welcher sich für Sie stabil und natürlich anfühlt.
Baseball Griff (Ten-Finger-Griff)
Beim Baseball-Griff liegen alle zehn Finger direkt am Griff. Die Hände werden nicht miteinander verbunden. Sie liegen nur dicht untereinander, ähnlich wie bei einem Baseballschläger. Deshalb heißt er auch Ten-Finger-Griff oder Zehn-Finger-Griff.
Dieser Griff ist besonders einfach und fühlt sich für viele Einsteiger natürlich an. Er eignet sich gut für Kinder, für Menschen mit kleinen oder schwächeren Händen und für Spieler mit Gelenkbeschwerden, etwa Arthrose in den Fingern. Weil mehr Finger am Schläger liegen, fällt das Festhalten leichter.
Der Nachteil: Die Hände können unabhängiger voneinander arbeiten. Die rechte Hand übernimmt dann leicht zu viel und dreht die Schlagfläche im Treffmoment zu. Wer mit dem Baseball-Griff spielt, sollte daher besonders darauf achten, dass beide Hände eng beieinanderliegen.
Auch einige Tourspieler nutzen den Baseball-Griff erfolgreich. Er ist also keine reine Anfängerlösung.
Griffstärke und Griffdruck
Neben der Griffart spielt eine Rolle, wie weit die Hände am Schläger gedreht sind. Trainer sprechen von Griffstärke.
- Neutraler Griff: Von oben sind etwa zwei Knöchel der linken Hand zu sehen. Die V von Daumen und Zeigefinger zeigen zur rechten Schulter oder zum rechten Ohr.
- Starker Griff: Beide Hände sind weiter nach rechts gedreht. Sie sehen drei oder mehr Knöchel. Das hilft, die Schlagfläche zu schließen, und kann einem Slice entgegenwirken. Zu stark führt zu Hooks.
- Schwacher Griff: Die Hände sind nach links gedreht, kaum ein Knöchel ist sichtbar. Die Schlagfläche bleibt leicht offen. Der Ball fliegt oft nach rechts.
Genauso wichtig ist der Griffdruck. Halten Sie den Schläger nur so fest wie nötig. Auf einer Skala von 1 bis 10 empfehlen viele Trainer etwa 4 bis 5. Ein zu fester Griff spannt Unterarme und Schultern an. Der Schwung wird kürzer und langsamer.
Typische Fehler, Puttgriffe und das Griffstück
Häufige Fehler beim Golf Griff sind:
- Griff in der Handfläche statt in den Fingern. Das blockiert die Handgelenke.
- Hände zu weit auseinander. Sie arbeiten dann gegeneinander.
- Zu fester Griffdruck, vor allem bei langen Schlägen.
- Griff verändert sich im Lauf der Runde, weil er nicht vor jedem Schlag geprüft wird.
Beim Putten gelten eigene Griffe. Verbreitet ist der Reverse-Overlap, bei dem der linke Zeigefinger über den Fingern der rechten Hand liegt. Andere Spieler greifen mit der linken Hand unten (Cross-Handed) oder nutzen den Claw-Griff.
Das Griffstück selbst nutzt sich ab. Viele Fachleute empfehlen, es etwa einmal im Jahr oder nach rund 40 Runden zu prüfen. Ein glatter Griff rutscht und verleitet zu mehr Druck. Nach den Ausrüstungsregeln muss der Griff bei normalen Schlägern im Querschnitt rund sein. Nur der Putter darf zum Beispiel eine flache Oberseite haben.
Ausprobieren in der Golf Lounge
Ein neuer Griff fühlt sich anfangs oft fremd an. Am schnellsten gewöhnen Sie sich mit Rückmeldung daran. In der Golf Lounge prüft ein PGA Professional Ihre Griffhaltung in einer Einzelstunde von 60 Minuten. Möglich ist auch eine kurze Impulseinheit, die sich auf ein einzelnes Bewegungsdetail konzentriert. Mit der Schwunganalyse auf Basis von TrackMan-Daten sehen Sie direkt, wie sich eine kleine Änderung am Griff auf Ihren Ballflug auswirkt. Termine gibt es täglich nach Vereinbarung, gebucht wird online.
Häufige Fragen
Welcher Golf Griff ist der beste?
Es gibt keinen Griff, der für alle am besten ist. Der Vardon- oder Overlapping-Griff ist am weitesten verbreitet und passt gut zu mittleren und großen Händen. Der Interlocking-Griff eignet sich oft für kleinere Hände. Der Baseball-Griff ist einfach und hilft bei schwächeren Händen. Wichtig ist, dass der Griff neutral und stabil ist.
Was ist der Unterschied zwischen Vardon Griff und Interlocking Griff?
Beim Vardon-Griff liegt der kleine Finger der rechten Hand auf der Lücke zwischen Zeige- und Mittelfinger der linken Hand. Er überlappt. Beim Interlocking-Griff verschränken sich der kleine Finger der rechten Hand und der Zeigefinger der linken Hand ineinander. Beide Griffe verbinden die Hände, Interlocking etwas fester.
Wie fest sollte man den Golfschläger halten?
Nur so fest wie nötig. Viele Trainer empfehlen auf einer Skala von 1 bis 10 etwa 4 bis 5. Der Schläger soll sicher in den Fingern liegen, ohne dass Unterarme und Schultern verspannen. Ein zu fester Griff macht den Schwung kurz und langsam, ein zu lockerer lässt den Schläger im Treffmoment verdrehen.
Ist der Baseball Griff im Golf schlecht?
Nein. Der Baseball-Griff ist eine anerkannte Griffart. Er eignet sich besonders für Kinder, für Einsteiger und für Menschen mit kleinen Händen oder Gelenkbeschwerden. Auch einige Profis spielen damit. Wichtig ist, dass beide Hände eng beieinanderliegen, damit die rechte Hand die Schlagfläche nicht zu stark zudreht.
Stand: Oktober 2026