Golf-Lexikon
Chip (Chippen)
Kurz erklärt
Ein Chip ist ein kurzer, flacher Schlag rund um das Grün. Der Ball fliegt nur ein kleines Stück, landet auf dem Grün oder kurz davor und rollt dann wie ein Putt zur Fahne. Chippen eignet sich, wenn zwischen Ball und Grün kein Hindernis liegt und genug Grünfläche zum Ausrollen bleibt.
Was bedeutet Chippen beim Golf?
Chippen bedeutet, den Ball aus kurzer Entfernung mit wenig Flug und viel Rollen an die Fahne zu spielen. Typisch ist die Situation knapp neben dem Grün: Der Ball liegt auf dem Vorgrün oder im kurzen Rough, das Loch ist einige Meter entfernt. Ein Putt wäre wegen des längeren Grases unsicher, ein hoher Schlag unnötig riskant.
Beim Chip fliegt der Ball nur so weit, dass er den unebenen Rasen vor dem Grün überwindet. Danach übernimmt das Grün den Rest. Weil ein rollender Ball leichter zu kontrollieren ist als ein fliegender, gilt der Chip als sicherster Schlag rund ums Grün.
Der Begriff kommt aus dem Englischen. Im Deutschen sagt man „chippen“ für die Tätigkeit und „ein Chip“ für den einzelnen Schlag. Der Chip gehört wie Putt und Pitch zum kurzen Spiel, also zu allen Schlägen in der Nähe des Grüns.
Chip, Pitch und Putt: der Unterschied
Die drei Schläge des kurzen Spiels unterscheiden sich vor allem im Verhältnis von Flug und Rollen.
- Putt: Der Ball rollt von Anfang an. Gespielt wird auf dem Grün oder vom sehr kurzen Vorgrün.
- Chip: Der Ball fliegt kurz und flach und rollt den größeren Teil der Strecke.
- Pitch: Der Ball fliegt hoch, legt den Großteil der Strecke in der Luft zurück und rollt nur wenig aus.
Auch die Bewegung ist verschieden. Beim Chip bleiben die Handgelenke weitgehend ruhig, ähnlich wie beim Putten. Beim Pitch winkeln sie sich im Rückschwung deutlich an, und der Schwung ist länger.
Eine bekannte Trainerregel lautet: so viel rollen wie möglich, so viel fliegen wie nötig. Liegt nichts im Weg, ist ein Putt oder Chip meist die bessere Wahl. Muss der Ball über einen Bunker oder auf eine sehr nah am Rand gesteckte Fahne, kommt der Pitch ins Spiel.
Golf Chip Technik in fünf Schritten
Die Golf Chip Technik ist kompakt und leicht zu wiederholen. Für Rechtshänder gilt:
- Stand: Füße eng zusammen, der vordere Fuß leicht zum Ziel geöffnet.
- Gewicht: deutlich auf dem vorderen Bein, etwa zwei Drittel, und dort während des ganzen Schlags lassen.
- Ballposition: in der Mitte des Stands oder leicht dahinter.
- Hände: vor dem Ball, sodass der Schaft leicht zum Ziel geneigt ist.
- Bewegung: ein kurzer Schwung aus den Schultern, die Handgelenke bleiben fest, der Schläger trifft zuerst den Ball und dann den Boden.
Wichtig ist ein gleichmäßiges Tempo. Der Schläger sollte im Durchschwung mindestens so weit nach vorn gehen wie im Rückschwung nach hinten. Der Loft der Schlagfläche hebt den Ball von allein. Sie müssen ihn nicht aktiv nach oben schaufeln.
Welcher Schläger zum Chippen?
Zum Chippen eignen sich viele Schläger, vom 7er-Eisen bis zum Sand Wedge. Die Wahl hängt davon ab, wie viel Platz bis zur Fahne bleibt. Grundsätzlich gilt: Je weniger Loft ein Schläger hat, desto flacher fliegt der Ball und desto weiter rollt er.
Steckt die Fahne weit hinten auf dem Grün, passt ein 8er- oder 9er-Eisen. Der Ball landet kurz hinter dem Grünrand und rollt lange. Steckt die Fahne nah am Rand, brauchen Sie mehr Loft, etwa ein Pitching Wedge oder Sand Wedge, damit der Ball schneller stoppt.
Viele Spieler nutzen einen Trick: Sie behalten dieselbe Technik und wechseln nur den Schläger. So bleibt die Bewegung immer gleich, und nur der Rollanteil ändert sich. Ein Chip mit wenig Loft und viel Rollen heißt auch Bump and Run. Wie weit der Ball genau rollt, hängt aber stark von der Grüngeschwindigkeit und der Neigung ab.
Beispiel aus der Praxis: Chip und Putt zum Par
Sie spielen ein Par-4-Loch. Ihr zweiter Schlag rollt knapp über das Grün hinaus und bleibt auf dem Vorgrün liegen. Die Fahne ist zehn Meter entfernt, dazwischen liegen zwei Meter Vorgrün und acht Meter flaches Grün.
Sie entscheiden sich für einen Chip mit dem 9er-Eisen. Ihr Landepunkt liegt etwa einen Meter hinter dem Grünrand. Der Ball fliegt flach, landet sauber auf dem Grün und rollt bis einen Meter vor das Loch. Den kurzen Putt lochen Sie ein. Zwei Schläge bis zum Vorgrün, ein Chip und ein Putt ergeben vier Schläge, also Par.
Wenn Sie nach einem verfehlten Grün mit nur zwei Schlägen einlochen, nennt man das Up and Down. Genau dafür ist der Chip gemacht. Ein hoher Pitch wäre hier unnötig schwierig gewesen, weil kein Hindernis im Weg lag.
Typische Fehler beim Chippen
Die meisten Fehler beim Chippen entstehen, weil Spieler den Ball in die Luft heben wollen. Dabei knicken die Handgelenke im Treffmoment ab, der Schläger trifft zuerst den Boden oder den Ball zu weit oben. Das Ergebnis ist ein zu kurzer, fetter Schlag oder ein getoppter Ball, der flach über das Grün schießt.
Weitere häufige Fehler:
- Gewicht wandert im Rückschwung auf das hintere Bein.
- Ball liegt zu weit vorn im Stand.
- Der Schwung wird kurz vor dem Ball abgebremst.
- Der Blick geht zu früh zum Ziel.
- Es gibt keinen festen Landepunkt, nur eine grobe Richtung.
Die Lösung ist fast immer dieselbe: Gewicht vorne lassen, Hände vor dem Ball halten und entschlossen durch den Ball schwingen. Wer sich einen konkreten Landepunkt sucht, trifft die Länge deutlich besser.
Chippen lernen: Übungen für mehr Gefühl
Chippen lernen gelingt am schnellsten mit klaren Zielen. Diese Übungen eignen sich für Einsteiger und Fortgeschrittene:
- Handtuch-Übung: Legen Sie ein Handtuch als Landepunkt auf das Grün und versuchen Sie, es mit jedem Chip zu treffen.
- Ein-Schläger-Übung: Spielen Sie mit demselben Eisen auf drei verschiedene Fahnen und verändern Sie nur die Schwunglänge.
- Schlägerwechsel: Chippen Sie vom selben Punkt mit 8er-Eisen, Pitching Wedge und Sand Wedge und beobachten Sie, wie sich das Verhältnis von Flug und Rollen ändert.
- Up-and-Down-Spiel: Zehn Bälle rund ums Grün verteilen und zählen, wie oft Sie mit Chip und einem Putt einlochen.
Wichtig ist echtes Feedback. Spielen Sie jeden Ball mit Zielvorstellung und schauen Sie, wo er liegen bleibt. Eine kurze Trainerstunde zeigt oft schnell, ob Ballposition oder Gewichtsverteilung die Ursache für Fehlschläge sind.
Ausprobieren in der Golf Lounge
Rund um die Grüns des 6-Loch-Kurzplatzes „Rot“ ist das kurze Spiel bei jeder Bahn gefragt. Der Kurzplatz ist ohne Platzreife spielbar, eine Runde dauert meist unter einer Stunde, und bis zu vier Spieler können gemeinsam buchen. Zum Üben gibt es laut Platzübersicht außerdem eine Putt- und Chip-Area auf der Anlage. Wer das Chippen Schritt für Schritt lernen möchte, findet im Gruppenkurs mit PGA-Trainern die Grundschläge Chip, Pitch und Approach als festen Inhalt.
Häufige Fragen
Was ist ein Chip beim Golf?
Ein Chip ist ein kurzer, flacher Schlag aus der Nähe des Grüns. Der Ball fliegt nur ein kleines Stück und rollt danach den größeren Teil der Strecke zur Fahne. Der Chip wird mit einer ruhigen, putt-ähnlichen Bewegung gespielt und gilt als sicherster Schlag, wenn kein Hindernis zwischen Ball und Grün liegt.
Mit welchem Schläger chippt man?
Zum Chippen eignen sich Eisen und Wedges vom 7er-Eisen bis zum Sand Wedge. Mit wenig Loft rollt der Ball weiter, mit viel Loft stoppt er schneller. Viele Golfer behalten dieselbe Technik und wechseln je nach Abstand zur Fahne nur den Schläger. So bleibt die Bewegung einfach und gut wiederholbar.
Was ist der Unterschied zwischen Chip und Pitch?
Beim Chip fliegt der Ball flach und rollt viel, beim Pitch fliegt er hoch und rollt wenig. Der Chip wird mit ruhigen Handgelenken und kurzem Schwung gespielt. Beim Pitch winkeln sich die Handgelenke an, und der Schwung ist länger. Den Pitch wählen Sie, wenn ein Hindernis überflogen werden muss.
Wie kann ich Chippen lernen?
Beginnen Sie mit einem festen Landepunkt, zum Beispiel einem Handtuch auf dem Grün, und achten Sie darauf, dass Gewicht und Hände vorne bleiben. Üben Sie danach mit verschiedenen Schlägern, um das Verhältnis von Flug und Rollen kennenzulernen. Kurze, regelmäßige Einheiten und das Feedback eines Trainers bringen schnell Fortschritte.
Darf man auf dem Grün chippen?
Die Golfregeln erlauben auf dem Grün jeden Schläger, also auch einen Chip. In der Praxis putten Sie auf dem Grün fast immer, weil das sicherer ist. Auf vielen Übungsgrüns bitten Golfanlagen außerdem darum, nicht zu chippen, um den Rasen zu schonen. Achten Sie auf die Hinweise vor Ort.
Stand: Oktober 2026