Golf-Lexikon
Putting Green
Kurz erklärt
Ein Putting Green ist ein Übungsgrün, auf dem Golfer das Putten trainieren. Es liegt meist nahe am Clubhaus oder am ersten Abschlag, hat mehrere Löcher mit kleinen Fähnchen und ähnelt in Rasen und Tempo den Grüns auf dem Platz. Im Englischen heißt außerdem jedes Grün eines Golfplatzes putting green.
Was ist ein Putting Green?
Der Begriff Putting Green wird im Golf in zwei Bedeutungen verwendet. In den englischen Golfregeln heißt das Grün des Lochs, das Sie gerade spielen, „putting green“. Im Deutschen sagt man dafür einfach Grün. Im deutschen Sprachgebrauch meint Putting Green dagegen fast immer das Übungsgrün einer Golfanlage.
Auf diesem Übungsgrün gibt es mehrere Löcher, oft sechs bis neun, markiert mit kurzen Stäben oder kleinen Fähnchen. Hier wärmen sich Golfer vor der Runde auf, testen die Grüngeschwindigkeit des Tages und trainieren gezielt kurze und lange Putts. Das Gras ist so kurz gemäht wie auf den Grüns des Platzes, damit sich das Rollverhalten möglichst gleich anfühlt.
Daneben gibt es Putting Greens aus Kunstrasen, etwa in Hallen, Gärten oder Büros. Sie ermöglichen Training unabhängig von Wetter und Jahreszeit. Wer nach „Putting Green“ sucht, interessiert sich deshalb oft auch für ein Grün für zuhause.
Putting Green und Grün auf dem Platz: der Unterschied
Das Grün auf dem Platz ist das Ziel jeder Spielbahn. Dort steckt die Fahne im Loch, und dort gelten die besonderen Regeln aus Regel 13 der Golfregeln 2023: Sie dürfen den Ball markieren und reinigen, Pitchmarken ausbessern und die Fahnenstange stecken lassen.
Das Übungsgrün ist dagegen nicht Teil einer Spielbahn. In den Regeln zählt ein Übungsgrün auf dem Platz zu den „falschen Grüns“, sofern die Spielleitung es nicht per Platzregel anders festlegt. Landet Ihr Ball während einer Runde dort, dürfen Sie ihn nicht einfach weiterspielen. Sie müssen straflos Erleichterung nehmen und den Ball außerhalb des Übungsgrüns droppen.
Ein weiterer Unterschied betrifft die Pflege. Das Übungsgrün wird stark beansprucht, weil viele Spieler auf engem Raum üben. Deshalb versetzen Greenkeeper die Löcher dort häufig, und das Tempo kann etwas vom Tempo der Platzgrüns abweichen.
Regeln: Üben auf dem Putting Green vor und während der Runde
Viele Einsteiger fragen sich, ob sie vor einem Turnier auf dem Platz üben dürfen. Regel 5.2 der Golfregeln 2023 gibt die Antwort. Im Zählspiel dürfen Sie am Tag des Wettspiels vor der Runde grundsätzlich nicht auf dem Platz üben. Ausdrücklich erlaubt ist aber das Putten und Chippen auf oder nahe dem ersten Abschlag sowie das Üben auf jeder Übungsfläche. Das Putting Green ist also der richtige Ort zum Aufwärmen.
Zwischen zwei Löchern erlaubt Regel 5.5b ebenfalls kurzes Putt- und Chip-Training. Erlaubt ist das auf oder nahe dem Grün des gerade beendeten Lochs, auf jedem Übungsgrün und auf oder nahe dem nächsten Abschlag, nicht aber aus einem Bunker. Sie dürfen dadurch das Spiel nicht unangemessen verzögern.
Viele Clubs und Wettspielausschreibungen haben eigene Hinweise, etwa zum Chippen auf dem Übungsgrün. Diese Vorgaben gehen im Alltag vor.
So nutzen Sie das Putting Green richtig
Ein Übungsgrün wird von vielen Golfern gleichzeitig genutzt. Damit alle gut trainieren können, gelten einige Grundsätze:
- Nehmen Sie nur wenige Bälle mit, meist reichen drei.
- Spielen Sie nicht auf ein Loch, das gerade jemand anders nutzt, und laufen Sie nicht durch fremde Puttlinien.
- Chippen Sie nur, wenn es auf dem Übungsgrün ausdrücklich erlaubt ist.
- Bessern Sie Pitchmarken aus, auch fremde.
- Ziehen Sie keine Trolleys oder Taschen über das Grün.
- Stützen Sie sich beim Herausnehmen des Balls nicht auf den Putter, um die Lochkante zu schonen.
Auf manchen Anlagen gibt es getrennte Flächen zum Putten und Chippen. Dann ist ein Chipping Green oder eine Chip-Area für Annäherungen gedacht, und das Putting Green bleibt dem Putten vorbehalten.
Übungen auf dem Putting Green
Eine kurze, gut geplante Einheit auf dem Putting Green bringt mehr als stundenlanges zielloses Putten. Diese Übungen haben sich bewährt:
- Tempo zuerst: Putten Sie drei Bälle über das ganze Grün und versuchen Sie, sie in der Nähe des Vorgrüns zu stoppen.
- Leiter-Übung: Je ein Ball auf drei, sechs, neun und zwölf Meter. Ziel ist eine Zone von einem Meter um das Loch.
- Kreis-Übung: Sechs Bälle im Kreis einen Meter um ein Loch. Erst wenn alle drin sind, geht der Kreis auf eineinhalb Meter.
- Break lesen: Suchen Sie ein Loch mit Neigung und spielen Sie denselben Putt von beiden Seiten.
Vor einer Runde reichen zehn bis fünfzehn Minuten. Beginnen Sie mit langen Putts für das Tempo und enden Sie mit kurzen Putts, die Sie sicher einlochen. So gehen Sie mit einem guten Gefühl an den ersten Abschlag.
Grüngeschwindigkeit und Stimpmeter
Jedes Grün rollt anders schnell. Gemessen wird die Grüngeschwindigkeit mit dem Stimpmeter. Das ist eine kleine Rampe, von der ein Ball aus fester Höhe auf das Grün rollt. Die durchschnittliche Rollstrecke in Fuß ergibt den Stimp-Wert. Je höher der Wert, desto schneller das Grün.
Für Golfer ist das wichtig, weil sich das Längengefühl beim Putten daran orientiert. Auf schnellen Grüns genügt ein kurzer Rückschwung, auf langsamen müssen Sie entschlossener schlagen. Wetter, Schnitthöhe, Feuchtigkeit und Jahreszeit beeinflussen das Tempo.
Genau dafür ist das Putting Green vor der Runde da. Ein paar lange Putts zeigen Ihnen, wie schnell die Grüns an diesem Tag laufen. Bedenken Sie aber, dass das Übungsgrün nicht immer exakt das Tempo der Platzgrüns hat. Achten Sie deshalb auf den ersten zwei, drei Löchern bewusst auf die Länge Ihrer Putts.
Putting Green für zuhause: worauf Sie achten sollten
Wer regelmäßig putten möchte, denkt oft über ein eigenes Putting Green nach. Für drinnen reichen meist Puttingmatten aus Kunstrasen. Für Garten oder Terrasse gibt es größere Kunstrasen-Grüns mit mehreren Löchern und modellierten Neigungen.
Wichtige Kriterien sind:
- Rollverhalten: Der Ball sollte gleichmäßig und ähnlich schnell wie auf einem echten Grün laufen.
- Länge: Für Lag Putts brauchen Sie mehrere Meter Fläche, für kurze Putts reicht weniger.
- Untergrund: Eine ebene, feste Basis verhindert Wellen und unerwartete Breaks.
- Lochgröße: Ein echtes Golfloch hat einen Durchmesser von 108 Millimetern.
Ein Kunstrasen ersetzt das Training auf echtem Rasen nicht ganz. Gras reagiert auf Wetter und Pflege, und das Lesen echter Grüns lernen Sie am besten auf dem Platz. Für Technik, Ausrichtung und kurze Putts ist ein Grün zuhause aber eine sinnvolle Ergänzung.
Ausprobieren in der Golf Lounge
Zum Putten und Chippen gibt es in der Golf Lounge laut Platzübersicht eine Putt- und Chip-Area. Spielerisch üben Sie das Putten auf dem 9-Loch Putt Course „Blau“: neun kurze Bahnen im Minigolf-Stil für alle Altersgruppen, die Schläger werden gestellt, und er bleibt auch im Winter in Betrieb. Gezieltes Training ermöglicht das PuttView-Grün, das nach einem Kurs oder Trainertermin mitbuchbar ist und Puttlinie, Tempo und Grünkonturen auf das Grün projiziert. Auf echten Grüns putten Sie anschließend auf dem 6-Loch-Kurzplatz „Rot“ ohne Platzreife.
Häufige Fragen
Was ist ein Putting Green?
Ein Putting Green ist ein Übungsgrün auf einer Golfanlage. Es hat mehrere Löcher und ist so gepflegt wie die Grüns auf dem Platz. Golfer nutzen es zum Aufwärmen vor der Runde und zum gezielten Putt-Training. Im Englischen nennt man zudem jedes Grün eines Golfplatzes putting green, im Deutschen sagt man dafür einfach Grün.
Darf man vor einem Turnier auf dem Putting Green üben?
Ja. Regel 5.2 der Golfregeln 2023 verbietet im Zählspiel zwar das Üben auf dem Platz vor der Runde. Putten und Chippen auf oder nahe dem ersten Abschlag sowie das Üben auf Übungsflächen sind aber ausdrücklich erlaubt. Das Putting Green ist deshalb der übliche Ort zum Aufwärmen. Beachten Sie zusätzlich die Ausschreibung.
Darf man auf dem Putting Green chippen?
Das hängt von der Golfanlage ab. Viele Clubs erlauben auf dem Putting Green nur das Putten, um den Rasen zu schonen, und bieten für Annäherungen ein eigenes Chipping Green oder eine Chip-Area an. Achten Sie auf die Schilder vor Ort. Wo Chippen erlaubt ist, sollten Sie Pitchmarken sofort ausbessern.
Was passiert, wenn mein Ball während der Runde auf dem Übungsgrün landet?
Ein Übungsgrün auf dem Platz gilt nach den Golfregeln als falsches Grün, sofern keine Platzregel etwas anderes bestimmt. Sie dürfen den Ball dort nicht spielen, wie er liegt. Stattdessen nehmen Sie straflos Erleichterung und droppen den Ball am nächstgelegenen Punkt außerhalb des Grüns innerhalb des festgelegten Erleichterungsbereichs.
Lohnt sich ein Putting Green für zuhause?
Für regelmäßiges Training von Technik, Ausrichtung und kurzen Putts ist ein Kunstrasen-Grün eine gute Ergänzung. Wichtig sind ein gleichmäßiges Rollverhalten, eine ebene Unterlage und genug Länge. Das Lesen echter Grüns und das Tempogefühl auf Naturrasen trainieren Sie aber weiterhin am besten auf der Golfanlage.
Stand: Oktober 2026