Pre-Shot-Routine

Golf-Lexikon

Pre-Shot-Routine

Kurz erklärt

Die Pre-Shot-Routine ist im Golf ein fester Ablauf vor jedem Schlag. Sie umfasst zum Beispiel das Einschätzen der Lage, die Wahl des Schlägers, das Visualisieren des Ballflugs, einen Probeschwung und das Ausrichten. Die Routine schafft Ruhe und Konstanz, und sie dauert meist weniger als eine halbe Minute. Jeder Schlag beginnt so mit demselben Gefühl.

Pre-Shot-Routine im Golf: Bedeutung einfach erklärt

Beim Golf liegt zwischen zwei Schlägen oft viel Zeit. Sie gehen zum Ball, schauen sich um und müssen dann einen einzelnen Schwung machen. Ohne Plan geht in dieser Pause vieles durch den Kopf: das letzte schlechte Loch, die Mitspieler, der Teich vor dem Grün. Eine Pre-Shot-Routine bringt Ordnung in diese Zeit.

Sie ist eine Folge von immer gleichen Schritten, die jeder Schlag durchläuft. Das Wort „Pre-Shot“ heißt auf Deutsch „vor dem Schlag“. Die Routine endet in dem Moment, in dem Sie den Schläger in Bewegung setzen.

Der Vorteil liegt in der Wiederholung. Ihr Kopf lernt: Jetzt kommt der Schlag. Das macht ruhig und lenkt von Nervosität ab. Zugleich sorgt eine feste Routine für eine gleichmäßige Ausrichtung, ein gleichmäßiges Tempo und weniger Zufall. Kein Regelwerk verlangt eine Routine. Sie ist ein Hilfsmittel, das jeder Spieler selbst gestaltet.

Die Schritte einer guten Routine

Es gibt nicht die eine richtige Routine. Die meisten bestehen aber aus ähnlichen Bausteinen:

Manche Golfer trennen die Routine in zwei Phasen. In der ersten Phase planen sie, in der zweiten spielen sie. Dieses Prinzip ist aus dem Mentaltraining bekannt: Nachdenken gehört nur vor das Ansprechen, im Schwung gibt es keine Technikgedanken mehr.

Wie lange darf eine Pre-Shot-Routine dauern? Regel 5.6b

Die Golfregeln legen für die Zeit vor dem Schlag eine Empfehlung fest. Nach Regel 5.6b sollten Sie den Schlag in nicht mehr als 40 Sekunden machen, nachdem Sie ohne Störung spielen können. Das ist eine Empfehlung und keine feste Strafe. Gleichzeitig sollen Sie nach Möglichkeit schneller sein. Der Spielleitung bleibt es überlassen, für ein Turnier eigene Zeitvorgaben festzulegen. Diese sind dann verbindlich, und Verstöße können Strafschläge nach sich ziehen.

Die 40 Sekunden gelten ab dem Moment, in dem Sie spielen dürfen und niemand Sie stört. Wer erst noch warten muss, bis ein Spieler vor ihm weitergegangen ist, hat noch keine Zeit verbraucht. Auch die Zeit, die Sie für die Wahl des Schlägers und für die Entfernungsmessung brauchen, gehört dazu. Eine Routine sollte deshalb möglichst schon beginnen, während andere noch schlagen.

Als Orientierung dauert eine typische Routine etwa 15 bis 30 Sekunden. Das reicht für alle Schritte und passt gut in das Prinzip des Ready Golf.

Beispiel aus der Praxis: Routine bei einem Eisen-7-Schlag

Sie stehen auf dem Fairway einer Par-4-Bahn. Bis zur Fahne sind es 140 Meter. Während Ihr Mitspieler schlägt, gehen Sie zu Ihrem Ball und lesen die Entfernung vom Entfernungsmesser ab. Das dauert fünf Sekunden.

Danach stellen Sie sich zehn Sekunden lang hinter den Ball: Der Wind kommt leicht von links, vor dem Grün liegt ein Bunker. Sie wählen das Eisen 7 und stellen sich vor, wie der Ball in Richtung Fahnenmitte fliegt und weich landet. Es folgt ein Probeschwung, drei Sekunden lang, mit ruhigem Tempo.

Dann gehen Sie zum Ball, richten die Schlagfläche am Zwischenziel aus und stellen die Füße dazu. Ein Blick zum Ziel, ein Blick zum Ball, und der Schlag ist gespielt. Insgesamt waren es etwa 25 Sekunden. Sie haben jeden Schritt gemacht und sind zugleich im Rhythmus geblieben. Beim nächsten Schlag läuft derselbe Ablauf wieder ab.

Pre-Shot-Routine, Probeschwung und Ritual: die Abgrenzung

Einige Begriffe liegen eng zusammen und werden oft vermischt.

Wichtig: Eine Routine ist keine Technik. Sie ändert nicht, wie Sie den Ball schlagen, sondern wie Sie sich darauf vorbereiten. Gute Technik ohne Routine bringt daher nicht automatisch gute Ergebnisse, und eine gute Routine ersetzt keine Technik. Beides ergänzt sich.

Typische Fehler bei der Pre-Shot-Routine

Auch eine Routine kann man falsch anwenden.

Gute Routinen sind kurz, einfach und leicht zu merken.

Tipps: So entwickeln Sie Ihre eigene Routine

Eine Routine entsteht nicht in einer Runde. Mit diesen Schritten bauen Sie sie auf.

Ein Trainer kann Ihnen helfen, eine Routine zu finden, die zu Ihrem Typ und zu Ihrem Spiel passt.

Ausprobieren in der Golf Lounge

Eine Routine entsteht durch viele Wiederholungen. In einer Einzelstunde mit einem PGA Pro (60 Minuten, täglich nach Terminvereinbarung, online buchbar) können Sie Ihren Ablauf gemeinsam aufbauen. Auch kurze Impulseinheiten sind möglich, etwa für ein einzelnes Bewegungsdetail. Mit der V1 Pro Videoanalyse sehen Sie, ob Ihre Routine bei jedem Schlag gleich abläuft.

Trainerstunde buchen

Häufige Fragen

Was ist eine Pre-Shot-Routine beim Golf?

Die Pre-Shot-Routine ist ein fester Ablauf vor jedem Schlag, zum Beispiel Daten sammeln, Schlag wählen, Probeschwung, Ausrichten und ein letzter Blick zum Ziel. Sie schafft Ruhe, Konstanz und ein gleichmäßiges Tempo. Die Golfregeln schreiben keine Routine vor. Sie ist ein Hilfsmittel, das jeder Spieler selbst gestaltet.

Wie lange darf die Pre-Shot-Routine dauern?

Nach Regel 5.6b empfehlen die Golfregeln, den Schlag in höchstens 40 Sekunden zu machen, sobald Sie ohne Störung spielen können. Als Orientierung dauert eine typische Routine etwa 15 bis 30 Sekunden. Die Spielleitung kann bei Turnieren eigene Zeitvorgaben machen. Wer früh beginnt, während andere noch schlagen, spielt zügiger.

Welche Schritte gehören zu einer guten Pre-Shot-Routine?

Üblich sind vier bis sechs Schritte: Lage und Entfernung einschätzen, Schläger und Schlag wählen, den Ballflug vorstellen, ein bis zwei Probeschwünge, Ausrichten am Zwischenziel und ein letzter Blick zum Ziel. Wichtig ist, dass die Reihenfolge immer gleich bleibt, auch auf der Range.

Brauche ich vor dem Putt auch eine Routine?

Ja. Beim Putten gilt dasselbe Prinzip. Üblich sind Grünlesen, ein bis zwei Probeschwünge, das Ausrichten des Putters und ein ruhiger Blick zum Loch. Auch hier sollten die Schritte immer gleich ablaufen. Nach den Regeln gilt für den Putt die gleiche Zeitempfehlung von 40 Sekunden.

Ist die Pre-Shot-Routine für Einsteiger wichtig?

Ja. Gerade für Einsteiger ist eine einfache Routine hilfreich, weil sie Ausrichtung und Tempo verbessert und Nervosität senkt. Beginnen Sie mit drei einfachen Schritten und üben Sie diese bei jedem Ball. Mit der Zeit wird der Ablauf automatisch. Technikgedanken gehören nicht in die Routine.

Stand: Oktober 2026

Zurück zum Golf-Lexikon