Golf-Lexikon
Pre-Shot-Routine
Kurz erklärt
Die Pre-Shot-Routine ist im Golf ein fester Ablauf vor jedem Schlag. Sie umfasst zum Beispiel das Einschätzen der Lage, die Wahl des Schlägers, das Visualisieren des Ballflugs, einen Probeschwung und das Ausrichten. Die Routine schafft Ruhe und Konstanz, und sie dauert meist weniger als eine halbe Minute. Jeder Schlag beginnt so mit demselben Gefühl.
Pre-Shot-Routine im Golf: Bedeutung einfach erklärt
Beim Golf liegt zwischen zwei Schlägen oft viel Zeit. Sie gehen zum Ball, schauen sich um und müssen dann einen einzelnen Schwung machen. Ohne Plan geht in dieser Pause vieles durch den Kopf: das letzte schlechte Loch, die Mitspieler, der Teich vor dem Grün. Eine Pre-Shot-Routine bringt Ordnung in diese Zeit.
Sie ist eine Folge von immer gleichen Schritten, die jeder Schlag durchläuft. Das Wort „Pre-Shot“ heißt auf Deutsch „vor dem Schlag“. Die Routine endet in dem Moment, in dem Sie den Schläger in Bewegung setzen.
Der Vorteil liegt in der Wiederholung. Ihr Kopf lernt: Jetzt kommt der Schlag. Das macht ruhig und lenkt von Nervosität ab. Zugleich sorgt eine feste Routine für eine gleichmäßige Ausrichtung, ein gleichmäßiges Tempo und weniger Zufall. Kein Regelwerk verlangt eine Routine. Sie ist ein Hilfsmittel, das jeder Spieler selbst gestaltet.
Die Schritte einer guten Routine
Es gibt nicht die eine richtige Routine. Die meisten bestehen aber aus ähnlichen Bausteinen:
- Daten sammeln: Stellen Sie sich hinter den Ball und prüfen Sie Entfernung, Lage, Wind und Gefahren auf der Bahn.
- Schlag wählen: Entscheiden Sie sich für Schläger und Schlagart und stellen Sie sich vor, wie der Ball fliegen soll.
- Probeschwung: Ein bis zwei Probeschwünge neben dem Ball verschaffen Ihnen das Gefühl für Tempo und Schlagweite.
- Ansprechen: Gehen Sie zum Ball, richten Sie die Schlagfläche aus und stellen Sie sich dazu. Hilfreich ist ein Zwischenziel, etwa ein Grashalm einen Meter vor dem Ball auf der Ziellinie.
- Letzter Blick: Blick zum Ziel, Blick zum Ball, ein ruhiger Atemzug.
- Schlagen: Dann beginnt der Schwung ohne weiteres Nachdenken.
Manche Golfer trennen die Routine in zwei Phasen. In der ersten Phase planen sie, in der zweiten spielen sie. Dieses Prinzip ist aus dem Mentaltraining bekannt: Nachdenken gehört nur vor das Ansprechen, im Schwung gibt es keine Technikgedanken mehr.
Wie lange darf eine Pre-Shot-Routine dauern? Regel 5.6b
Die Golfregeln legen für die Zeit vor dem Schlag eine Empfehlung fest. Nach Regel 5.6b sollten Sie den Schlag in nicht mehr als 40 Sekunden machen, nachdem Sie ohne Störung spielen können. Das ist eine Empfehlung und keine feste Strafe. Gleichzeitig sollen Sie nach Möglichkeit schneller sein. Der Spielleitung bleibt es überlassen, für ein Turnier eigene Zeitvorgaben festzulegen. Diese sind dann verbindlich, und Verstöße können Strafschläge nach sich ziehen.
Die 40 Sekunden gelten ab dem Moment, in dem Sie spielen dürfen und niemand Sie stört. Wer erst noch warten muss, bis ein Spieler vor ihm weitergegangen ist, hat noch keine Zeit verbraucht. Auch die Zeit, die Sie für die Wahl des Schlägers und für die Entfernungsmessung brauchen, gehört dazu. Eine Routine sollte deshalb möglichst schon beginnen, während andere noch schlagen.
Als Orientierung dauert eine typische Routine etwa 15 bis 30 Sekunden. Das reicht für alle Schritte und passt gut in das Prinzip des Ready Golf.
Beispiel aus der Praxis: Routine bei einem Eisen-7-Schlag
Sie stehen auf dem Fairway einer Par-4-Bahn. Bis zur Fahne sind es 140 Meter. Während Ihr Mitspieler schlägt, gehen Sie zu Ihrem Ball und lesen die Entfernung vom Entfernungsmesser ab. Das dauert fünf Sekunden.
Danach stellen Sie sich zehn Sekunden lang hinter den Ball: Der Wind kommt leicht von links, vor dem Grün liegt ein Bunker. Sie wählen das Eisen 7 und stellen sich vor, wie der Ball in Richtung Fahnenmitte fliegt und weich landet. Es folgt ein Probeschwung, drei Sekunden lang, mit ruhigem Tempo.
Dann gehen Sie zum Ball, richten die Schlagfläche am Zwischenziel aus und stellen die Füße dazu. Ein Blick zum Ziel, ein Blick zum Ball, und der Schlag ist gespielt. Insgesamt waren es etwa 25 Sekunden. Sie haben jeden Schritt gemacht und sind zugleich im Rhythmus geblieben. Beim nächsten Schlag läuft derselbe Ablauf wieder ab.
Pre-Shot-Routine, Probeschwung und Ritual: die Abgrenzung
Einige Begriffe liegen eng zusammen und werden oft vermischt.
- Probeschwung: ein einzelner Schwung vor dem Schlag. Er ist ein Baustein der Routine, kein Muss.
- Routine: der komplette Ablauf von der Planung bis zum Schlag. Sie ist vor allem eine gedankliche und körperliche Struktur.
- Ritual: eine gewohnte Handlung wie das Tippen mit dem Schläger oder das Zurechtrücken des Handschuhs. Sie kann Teil der Routine sein.
- Waggle: eine kleine Pendelbewegung des Schlägers direkt vor dem Schlag, die den Körper lockert.
- Pre-Putt-Routine: Beim Putten gilt dasselbe Prinzip, allerdings mit Grünlesen und Probeschwüngen neben dem Ball.
Wichtig: Eine Routine ist keine Technik. Sie ändert nicht, wie Sie den Ball schlagen, sondern wie Sie sich darauf vorbereiten. Gute Technik ohne Routine bringt daher nicht automatisch gute Ergebnisse, und eine gute Routine ersetzt keine Technik. Beides ergänzt sich.
Typische Fehler bei der Pre-Shot-Routine
Auch eine Routine kann man falsch anwenden.
- Zu lang: Wer jeden Schlag minutenlang vorbereitet, verliert Rhythmus und bremst das ganze Spiel. Planen Sie, bevor Sie an der Reihe sind.
- Zu viele Probeschwünge: Fünf Probeschwünge bringen keine Sicherheit. Ein bis zwei reichen meist.
- Jedes Mal anders: Wer die Reihenfolge ständig ändert, bekommt keine Gewöhnung. Die Routine soll auf dem Platz, auf der Range und beim Training gleich sein.
- Technikgedanken am Ball: Wer beim Ansprechen an Handgelenke, Hüfte und Schwungebene denkt, blockiert sich. Technik gehört ins Training.
- Zu schnell: Wer ohne Ziel und Planung schlägt, spielt zufällig.
- Routine nur bei guten Schlägen: Gerade nach einem schlechten Schlag hilft der gewohnte Ablauf, wieder Ruhe zu finden.
Gute Routinen sind kurz, einfach und leicht zu merken.
Tipps: So entwickeln Sie Ihre eigene Routine
Eine Routine entsteht nicht in einer Runde. Mit diesen Schritten bauen Sie sie auf.
- Beginnen Sie klein: Wählen Sie drei oder vier feste Schritte und machen Sie diese bei jedem Schlag.
- Üben Sie auf der Range: Wenden Sie die Routine bei jedem Ball an, nicht nur auf dem Platz.
- Stoppen Sie die Zeit: Messen Sie mit der Stoppuhr am Handy, wie lange Ihre Routine dauert. Als Orientierung sind etwa 15 bis 30 Sekunden sinnvoll.
- Gehen Sie in einem festen Takt: Das gilt auch für den Weg zum Ball.
- Atmen Sie bewusst aus, bevor Sie schlagen. Das senkt die Anspannung.
- Filmen Sie sich: Ein kurzes Video zeigt, ob Ihre Routine tatsächlich immer gleich abläuft.
Ein Trainer kann Ihnen helfen, eine Routine zu finden, die zu Ihrem Typ und zu Ihrem Spiel passt.
Ausprobieren in der Golf Lounge
Eine Routine entsteht durch viele Wiederholungen. In einer Einzelstunde mit einem PGA Pro (60 Minuten, täglich nach Terminvereinbarung, online buchbar) können Sie Ihren Ablauf gemeinsam aufbauen. Auch kurze Impulseinheiten sind möglich, etwa für ein einzelnes Bewegungsdetail. Mit der V1 Pro Videoanalyse sehen Sie, ob Ihre Routine bei jedem Schlag gleich abläuft.
Häufige Fragen
Was ist eine Pre-Shot-Routine beim Golf?
Die Pre-Shot-Routine ist ein fester Ablauf vor jedem Schlag, zum Beispiel Daten sammeln, Schlag wählen, Probeschwung, Ausrichten und ein letzter Blick zum Ziel. Sie schafft Ruhe, Konstanz und ein gleichmäßiges Tempo. Die Golfregeln schreiben keine Routine vor. Sie ist ein Hilfsmittel, das jeder Spieler selbst gestaltet.
Wie lange darf die Pre-Shot-Routine dauern?
Nach Regel 5.6b empfehlen die Golfregeln, den Schlag in höchstens 40 Sekunden zu machen, sobald Sie ohne Störung spielen können. Als Orientierung dauert eine typische Routine etwa 15 bis 30 Sekunden. Die Spielleitung kann bei Turnieren eigene Zeitvorgaben machen. Wer früh beginnt, während andere noch schlagen, spielt zügiger.
Welche Schritte gehören zu einer guten Pre-Shot-Routine?
Üblich sind vier bis sechs Schritte: Lage und Entfernung einschätzen, Schläger und Schlag wählen, den Ballflug vorstellen, ein bis zwei Probeschwünge, Ausrichten am Zwischenziel und ein letzter Blick zum Ziel. Wichtig ist, dass die Reihenfolge immer gleich bleibt, auch auf der Range.
Brauche ich vor dem Putt auch eine Routine?
Ja. Beim Putten gilt dasselbe Prinzip. Üblich sind Grünlesen, ein bis zwei Probeschwünge, das Ausrichten des Putters und ein ruhiger Blick zum Loch. Auch hier sollten die Schritte immer gleich ablaufen. Nach den Regeln gilt für den Putt die gleiche Zeitempfehlung von 40 Sekunden.
Ist die Pre-Shot-Routine für Einsteiger wichtig?
Ja. Gerade für Einsteiger ist eine einfache Routine hilfreich, weil sie Ausrichtung und Tempo verbessert und Nervosität senkt. Beginnen Sie mit drei einfachen Schritten und üben Sie diese bei jedem Ball. Mit der Zeit wird der Ablauf automatisch. Technikgedanken gehören nicht in die Routine.
Stand: Oktober 2026