Golf-Lexikon
Putt (Putten)
Kurz erklärt
Ein Putt ist ein rollender Schlag auf dem Grün, meist mit dem Putter gespielt. Ziel ist es, den Ball mit der richtigen Richtung und dem passenden Tempo ins Loch zu bringen. Putten macht einen großen Teil aller Schläge einer Runde aus. Bei der Par-Zahl eines Lochs sind in der Regel zwei Putts eingeplant.
Was bedeutet Putt beim Golf?
Als Putt bezeichnet man jeden Schlag, bei dem der Ball auf dem Grün rollt und nicht fliegt. Das Grün ist die besonders kurz gemähte Fläche rund um das Loch. Weil das Gras dort sehr fein ist, rollt der Ball gleichmäßig, und schon kleine Unterschiede in Kraft und Richtung entscheiden über Erfolg oder Fehlschlag.
Das Wort stammt aus dem Schottischen und ist eine alte Variante des englischen „put“ (legen, stoßen). Im Deutschen sagt man „putten“ für die Tätigkeit und „Putt“ für den einzelnen Schlag. Gespielt wird meist mit dem Putter, einem Schläger mit fast senkrechter Schlagfläche. Die Regeln schreiben den Putter aber nicht vor. Sie dürfen auf dem Grün jeden Schläger verwenden.
Der Putt gehört zum kurzen Spiel. Je nach Spielstärke ist grob ein Drittel bis gut 40 Prozent aller Schläge einer Runde ein Putt. Bei sehr guten Spielern liegt der Anteil eher am oberen Ende, weil sie bis zum Grün weniger Schläge brauchen. Wer hier sicherer wird, spart deshalb schneller Schläge als mit einem längeren Drive.
Putten im Golf: So läuft ein Putt ab
Ein Putt beginnt, bevor Sie den Schläger in die Hand nehmen. Liegt Ihr Ball auf dem Grün, dürfen Sie ihn markieren, aufnehmen und reinigen. Dazu legen Sie einen Ballmarker direkt hinter oder neben den Ball. Danach lesen Sie das Grün: Wo ist es höher, wo tiefer, in welche Richtung wird der Ball abbiegen? Diese Kurve heißt Break.
Dann folgt der Ablauf, den viele Spieler bei jedem Putt gleich halten:
- Ball mit Aufdruck oder Linie auf die gewählte Ziellinie zurücklegen
- Schlägerkopf hinter dem Ball rechtwinklig zur Linie aufsetzen
- Füße, Hüfte und Schultern parallel zur Linie ausrichten
- ein bis zwei Probeschwünge für das Gefühl der Länge
- ruhig zurück- und durchschwingen, Kopf still halten
Nach dem Schlag bleibt der Blick kurz auf der Stelle, an der der Ball lag. Erst dann schauen Sie dem Ball nach. So vermeiden Sie, dass sich die Schultern zu früh öffnen.
Golf Putt Technik: Griff, Stand und Pendelbewegung
Die Golf Putt Technik beruht auf einer einfachen Idee: Arme und Schultern bilden ein Dreieck, das wie ein Pendel schwingt. Die Handgelenke bleiben dabei möglichst ruhig. So bleibt die Schlagfläche im Treffmoment stabil und der Ball rollt gerade los.
Beim Griff gibt es mehrere Varianten. Verbreitet ist der Reverse-Overlap-Griff, bei dem der Zeigefinger der oberen Hand über den Fingern der unteren Hand liegt. Manche Spieler greifen mit der linken Hand unten (Cross-Handed) oder nutzen den Klauengriff. Entscheidend ist, dass beide Hände als Einheit arbeiten.
Der Stand ist etwa schulterbreit oder etwas schmaler. Die Augen befinden sich ungefähr über dem Ball oder knapp innerhalb der Ziellinie. Der Ball liegt meist leicht vor der Mitte des Stands. Die Länge des Putts steuern Sie über die Länge des Rückschwungs, nicht über einen Ruck im Treffmoment. Ein gleichmäßiges Tempo zurück und vor ist wichtiger als Kraft.
Lag Putt: lange Putts nah ans Loch spielen
Ein Lag Putt ist ein langer Putt, bei dem das Einlochen nicht das Hauptziel ist. Sie wollen den Ball so nah an das Loch rollen, dass der nächste Putt sehr leicht wird. Viele Trainer nennen als Ziel einen gedachten Kreis von etwa einem Meter um das Loch.
Beim Lag Putt zählt vor allem die Länge. Ein Ball, der in der richtigen Richtung zwei Meter zu kurz liegen bleibt, ist ärgerlich. Ein Ball, der drei Meter am Loch vorbeirollt, ist oft schlimmer, weil der Rückputt dann unangenehm wird. Deshalb lohnt es sich, bei langen Putts zuerst das Tempo zu planen und erst danach die Linie.
Hilfreich ist ein Blick auf die zweite Hälfte des Putts. Dort wird der Ball langsamer und reagiert stärker auf Neigungen. Bergauf dürfen Sie entschlossener schlagen, bergab genügt oft schon ein kurzer Rückschwung.
Regeln beim Putten (Golfregeln 2023)
Für das Grün gilt Regel 13 der Golfregeln. Die wichtigsten Punkte für Einsteiger:
- Die Fahnenstange darf beim Putten im Loch stecken bleiben. Trifft der Ball sie, gibt es keine Strafe.
- Pitchmarken, Schuhspuren und andere Schäden dürfen Sie vor dem Putt ausbessern. Natürliche Unebenheiten oder Aerifizierlöcher gehören nicht dazu.
- Bewegen Sie Ihren Ball oder Ballmarker auf dem Grün versehentlich, ist das straflos. Der Ball wird zurückgelegt.
- Die Oberfläche des Grüns dürfen Sie nicht absichtlich testen, etwa durch Reiben oder Rollen eines Balls.
- Der Schläger darf beim Putten nicht am Körper verankert werden (Regel 10.1b).
Im Zählspiel gibt es zwei Strafschläge, wenn Ihr gespielter Ball auf dem Grün einen anderen ruhenden Ball trifft und beide vorher auf dem Grün lagen. Deshalb markieren Spieler ihre Bälle, wenn sie in der Linie liegen. Hängt ein Ball an der Lochkante, dürfen Sie nach dem Erreichen des Lochs noch zehn Sekunden warten, ob er fällt.
Beispiel aus der Praxis: zwei Putts auf einem Par-4-Loch
Auf einem Par-4-Loch sind vier Schläge vorgesehen: zwei Schläge bis auf das Grün und zwei Putts. Stellen Sie sich vor, Ihr zweiter Schlag landet zwölf Meter vom Loch entfernt auf dem Grün. Das Grün steigt zum Loch hin leicht an und fällt nach rechts ab.
Sie spielen einen Lag Putt, zielen etwas links vom Loch und planen genug Tempo für den Anstieg. Der Ball bleibt 80 Zentimeter neben dem Loch liegen. Den kurzen Putt lochen Sie mit einem ruhigen Schlag ein. Ergebnis: vier Schläge, also Par.
Hätten Sie den ersten Putt zu kräftig gespielt und wären drei Meter am Loch vorbeigerollt, wäre ein Dreiputt sehr wahrscheinlich gewesen. Das ergibt ein Bogey. Das Beispiel zeigt, warum gutes Längengefühl beim Putten oft mehr Schläge spart als eine perfekte Linie.
Putten lernen: typische Fehler und Übungen
Beim Putten lernen tauchen bei Einsteigern immer wieder dieselben Fehler auf. Häufig sind ein zu kurzer Rückschwung mit hektischem Nachstoßen, unruhige Handgelenke, ein zu früh gehobener Kopf und eine Ausrichtung, die links oder rechts am Ziel vorbeizeigt.
Diese Übungen helfen:
- Leiter-Übung: Legen Sie Bälle auf drei, sechs und neun Meter und versuchen Sie, jeden Ball in einer Zone von einem Meter um das Loch zu stoppen.
- Tor-Übung: Zwei Tees knapp breiter als der Putterkopf vor den Ball stecken und durch das Tor putten.
- Kreis-Übung: Mehrere Bälle im Kreis einen Meter um das Loch legen und alle hintereinander einlochen.
Trainieren Sie lieber häufig und kurz als selten und lang. Schon zehn Minuten vor jeder Runde verbessern das Gefühl für die Grüngeschwindigkeit des Tages.
Ausprobieren in der Golf Lounge
Auf dem 6-Loch-Kurzplatz „Rot“ der Golf Lounge endet jede Bahn mit Putts auf dem Grün. Sie brauchen dafür keine Platzreife, und eine Runde dauert meist unter einer Stunde. Spielerisch üben Sie das Putten auf dem 9-Loch Putt Course „Blau“: neun kurze Bahnen im Minigolf-Stil für alle Altersgruppen, die Schläger werden gestellt, und der Putt Course bleibt auch im Winter in Betrieb. Wer gezielt an Linie und Tempo arbeiten möchte, kann nach einem Kurs oder Trainertermin das PuttView-Grün mitbuchen. Das System projiziert Puttlinie, Tempo und Grünkonturen direkt auf das Grün.
Häufige Fragen
Was ist ein Putt beim Golf?
Ein Putt ist ein Schlag, bei dem der Ball über das Grün rollt. Meist wird er mit dem Putter gespielt, erlaubt ist aber jeder Schläger. Ziel ist es, den Ball mit dem richtigen Tempo und der richtigen Richtung ins Loch zu bringen. In der Par-Zahl eines Lochs sind normalerweise zwei Putts enthalten.
Was ist ein Lag Putt?
Ein Lag Putt ist ein langer Putt, bei dem Sie den Ball vor allem nah an das Loch bringen wollen. Ein gedachter Kreis von etwa einem Meter um das Loch ist ein gutes Ziel. So wird der zweite Putt leicht und Sie vermeiden einen Dreiputt. Beim Lag Putt zählt das Tempo mehr als die exakte Linie.
Darf die Fahne beim Putten im Loch bleiben?
Ja. Seit den Regeländerungen von 2019, die auch in den Golfregeln 2023 gelten, darf die Fahnenstange beim Putten im Loch stecken bleiben. Trifft der Ball sie, gibt es keine Strafe. Bleibt der Ball an der Fahnenstange liegen und ist ein Teil des Balls unter der Oberfläche des Grüns, gilt er als eingelocht.
Wie kann ich Putten lernen?
Beginnen Sie mit kurzen Putts von ein bis zwei Metern und achten Sie auf einen ruhigen Pendelschwung aus den Schultern. Danach trainieren Sie das Längengefühl mit Leiter-Übungen auf verschiedenen Distanzen. Regelmäßige kurze Einheiten bringen mehr als seltene lange. Ein Trainer erkennt Fehler bei Ausrichtung und Griff besonders schnell.
Wie viele Putts sind pro Loch normal?
Die Par-Zahl eines Lochs geht in der Regel von zwei Putts aus. Gelingt ein Putt aus größerer Entfernung, sparen Sie einen Schlag. Drei Putts auf einem Grün gelten als Dreiputt und kosten meist einen Schlag. Einsteiger sollten deshalb vor allem das Tempo bei langen Putts üben.
Stand: Oktober 2026