Golf-Lexikon
Kurzes Spiel
Kurz erklärt
Das kurze Spiel umfasst im Golf alle Schläge in der Nähe des Grüns, also Putt, Chip, Pitch und Bunkerschlag. Als Faustregel zählen dazu Schläge aus etwa 100 Metern oder weniger bis zur Fahne. Hier zählen Gefühl und Genauigkeit mehr als Weite. Das kurze Spiel entscheidet auf jeder Bahn mit über Ihr Ergebnis.
Was ist das kurze Spiel im Golf?
Golfer teilen ihr Spiel grob in zwei Bereiche: das lange Spiel und das kurze Spiel. Das lange Spiel bringt den Ball über große Entfernungen nach vorn, zum Beispiel mit Driver, Hölzern, Hybriden und langen Eisen. Das kurze Spiel beginnt dort, wo Weite keine große Rolle mehr spielt. Jetzt gilt es, den Ball nah an das Loch zu bringen und dann einzulochen.
Eine feste Grenze gibt es nicht. Viele Trainer und Lexika nennen etwa 100 Meter als Orientierung. Alles, was näher an der Fahne liegt, gilt als kurzes Spiel. Manche sprechen auch vom Bereich um das Grün und rechnen den längeren Anspielschlag mit einem Wedge dem Annäherungsspiel zu. Die Übergänge sind fließend, und im Alltag kommt es auf die genaue Meterzahl nicht an.
Wichtig ist die Haltung dahinter. Im kurzen Spiel zählt jeder Schlag gleich viel wie ein Drive über 200 Meter. Auf der Scorekarte steht am Ende nur die Zahl der Schläge, und ein Putt aus einem Meter kostet genauso einen Schlag wie ein Abschlag.
Welche Schläge gehören zum kurzen Spiel?
Zum kurzen Spiel gehören vier Schlagarten, die jeweils eine eigene Technik haben:
- Putt: Der Ball wird auf dem Grün mit dem Putter gerollt. Der Putt ist bei den meisten Spielern der häufigste Schlag einer Runde.
- Chip: Ein kurzer, flacher Schlag von knapp neben dem Grün. Der Ball fliegt nur ein kleines Stück und rollt dann zum Loch.
- Pitch: Ein höherer Schlag aus etwas größerer Entfernung. Der Ball fliegt weiter in der Luft, landet weich und rollt nur wenig aus.
- Bunkerschlag: Beim normalen Bunkerschlag am Grün trifft der Schläger zuerst den Sand kurz hinter dem Ball. Der Sand trägt den Ball aus dem Bunker.
Dazu kommen Sonderfälle wie der Flop Shot, bei dem der Ball sehr hoch fliegt und fast senkrecht landet, oder das Bump and Run, bei dem der Ball über längere Strecke flach rollt. Für fast alle diese Schläge nutzen Golfer Wedges, im Alltag meist Pitching Wedge, Sand Wedge und gelegentlich ein Lob Wedge. Auch ein Eisen 8 oder 9 kann für Chips sinnvoll sein. Die Wahl hängt vom Lie des Balls, von der Entfernung zur Fahne und vom Gelände vor dem Grün ab.
Warum das kurze Spiel so wichtig ist: eine einfache Rechnung
Bei der Festlegung des Par werden üblicherweise zwei Putts je Loch eingerechnet. Auf einem Platz mit Par 72 stecken also 36 Putts im Par, die Hälfte aller Schläge. Rechnen Sie Chips, Pitches und Bunkerschläge dazu, macht das kurze Spiel bei vielen Freizeitspielern häufig mehr als die Hälfte aller Schläge einer Runde aus.
Daraus folgt: Wer 18 Bahnen spielt, verbringt den größten Teil der Zeit damit, den Ball um und auf dem Grün zu bewegen. Spielen Sie auf jeder Bahn nur einen Putt weniger, sparen Sie 18 Schläge. Mit dem Driver müssten Sie dafür auf jeder Bahn deutlich weiter und gerader abschlagen.
Für Einsteiger hat das einen praktischen Vorteil. Das kurze Spiel braucht keine Schnelligkeit und keine Kraft. Es lässt sich in kurzer Zeit verbessern und wirkt sich sofort auf die Schlagzahl aus. Auch deshalb lernen Golfer im Platzreifekurs von Beginn an kurzes und langes Spiel nebeneinander.
Beispiel aus der Praxis: eine Par-4-Bahn
Nehmen Sie ein Par-4-Loch mit 300 Metern. Ihr Abschlag fliegt 150 Meter weit auf das Fairway, der zweite Schlag mit einem Eisen bringt den Ball noch einmal 120 Meter nach vorn. Er bleibt zehn Meter vor dem Grün im kurzen Gras liegen. Jetzt beginnt das kurze Spiel.
Bis zur Fahne sind es noch 30 Meter. Mit einem Pitching Wedge spielen Sie einen Chip: Der Ball fliegt etwa zwölf Meter, landet knapp auf dem Grün und rollt noch rund 17 Meter bis auf einen Meter an die Fahne. Der Putt fällt. Sie haben vier Schläge gebraucht, also ein Par. Hätten Sie den Chip zu kurz gespielt und zwei Putts gebraucht, stünde ein Bogey auf der Karte.
Das Beispiel zeigt: Die ersten beiden Schläge waren nur durchschnittlich, trotzdem wurde ein Par daraus. Zwei Schläge von außerhalb des Grüns bis ins Loch heißen im Golf Up-and-down. Hier hat es das Par gerettet. Wer es oft schafft, spielt regelmäßig bessere Ergebnisse als seine langen Schläge erwarten lassen.
Kurzes Spiel, Annäherung und langes Spiel: die Abgrenzung
Im Alltag werden einige Begriffe ähnlich benutzt, deshalb hier eine Einordnung.
Das lange Spiel umfasst Abschläge, Schläge mit Hölzern und Hybriden sowie lange Eisen. Hier zählt Weite bei möglichst guter Richtung.
Die Annäherung ist der Schlag, mit dem Sie den Ball zum Grün bringen. Das kann ein Eisen aus 140 Metern sein oder ein Wedge aus 60 Metern. Unter 100 Metern wird sie häufig dem kurzen Spiel zugerechnet, darüber dem langen Spiel.
Das kurze Spiel im engeren Sinn sind Chip, Pitch, Bunkerschlag und Putt rund ums Grün.
Der Putt ist eine eigene Disziplin. Manche Golfer sprechen vom kurzen Spiel und vom Putten als zwei Teilen, andere fassen beides zusammen. Beides ist üblich, und für den Spielalltag spielt es keine Rolle. Entscheidend ist, dass Sie alle Bereiche regelmäßig üben und nicht nur den Abschlag.
Typische Fehler im kurzen Spiel
Einsteiger machen im kurzen Spiel oft dieselben Fehler. Wer sie kennt, kann gezielt daran arbeiten.
- Zu viel Handgelenk: Die Hände schlagen den Ball, statt dass der Körper den Schläger führt. Folge sind getoppte oder fette Schläge.
- Das Gewicht bleibt hinten: Der Schläger trifft zuerst den Boden. Besser ist ein ruhiger Stand mit dem Gewicht eher auf dem vorderen Fuß.
- Zu hoch gespielt: Viele greifen reflexartig zum Lob Wedge. Ein flacher Chip mit weniger Loft ist oft sicherer und leichter zu dosieren.
- Kein Ziel für die Landung: Wer nur zur Fahne schaut, verliert das Gefühl für die Distanz. Besser ist ein Punkt auf dem Grün, an dem der Ball zum ersten Mal landen soll.
- Zu kurzer Putt: Putts, die nicht bis zum Loch kommen, können nicht fallen. Der Ball soll lieber leicht an der Fahne vorbeirollen.
- Zu wenig Training: Viele Spieler üben fast nur mit dem Driver. Dabei spart Kurzspiel-Training pro Übungsstunde oft mehr Schläge.
Tipps: So üben Sie das kurze Spiel
Das kurze Spiel lässt sich auf kleinem Raum üben. Schon ein Übungsgrün mit einem Dutzend Bällen reicht.
- Leiterübung: Legen Sie Ziele in 5, 10 und 15 Metern aus und versuchen Sie, jeden Ball in die Nähe des jeweiligen Ziels zu bringen. So entwickeln Sie ein Gefühl für Distanzen.
- Landepunkt festlegen: Spielen Sie zehn Chips zum selben Landepunkt und beobachten Sie, wie der Ball ausrollt. Danach wählen Sie mit demselben Schwung ein anderes Wedge.
- Putten im Dreieck: Legen Sie drei Bälle in einem Meter Abstand zum Loch im Dreieck aus. Wer alle drei locht, geht auf zwei Meter.
- Übungsrunden mit Spielcharakter: Spielen Sie neun Bahnen nur mit Wedge und Putter und notieren Sie, wie oft Ihnen ein Up-and-down gelingt.
Als Faustregel empfehlen viele Trainer, mindestens die Hälfte der Übungszeit im kurzen Spiel zu verbringen. Ein Trainer kann Ihnen außerdem zeigen, welcher Schlag Ihnen am meisten Schläge kostet.
Ausprobieren in der Golf Lounge
Im Golf Lounge Resort können Sie das kurze Spiel auch ohne Platzreife üben. Der 6-Loch-Kurzplatz „Rot“ ist ohne Platzreife spielbar, eine Runde dauert in der Regel unter einer Stunde, und pro Buchung sind bis zu vier Spieler möglich. Im Winter, von Januar bis März, wird er zum 9-Loch-Winterkurs umgebaut. Dazu kommen eine Putt- und Chip-Area sowie ein Putting-Grün an der Elb-Lodge. Wer gezielt am Kurzspiel arbeiten möchte, kann kurze Impulseinheiten mit einem PGA Pro buchen.
Häufige Fragen
Was ist das kurze Spiel beim Golf?
Das kurze Spiel umfasst alle Schläge in der Nähe des Grüns: Putt, Chip, Pitch und Bunkerschlag. Als Orientierung gelten etwa 100 Meter oder weniger bis zur Fahne. Im Unterschied zum langen Spiel zählen hier vor allem Gefühl und Genauigkeit. Der Ball soll möglichst nah an das Loch kommen.
Welche Schläge zählen zum kurzen Spiel?
Zum kurzen Spiel zählen der Putt auf dem Grün, der Chip als flacher Schlag neben dem Grün, der Pitch als höherer Schlag aus etwas größerer Entfernung und der Bunkerschlag aus dem Sand. Dazu kommen Sonderformen wie der Flop Shot und das Bump and Run. Die meisten dieser Schläge werden mit Wedges gespielt.
Wie viel Prozent der Schläge entfallen auf das kurze Spiel?
Eine genaue Zahl gilt nicht für alle Spieler. Sicher ist: Beim Par einer Bahn sind üblicherweise zwei Putts eingerechnet, bei Par 72 also 36 Putts. Rechnet man Chips, Pitches und Bunkerschläge dazu, macht das kurze Spiel bei vielen Spielern deutlich mehr als die Hälfte der Schläge aus.
Wie kann ich mein kurzes Spiel verbessern?
Üben Sie mit festen Landepunkten und verschiedenen Distanzen, zum Beispiel 5, 10 und 15 Meter. Trainieren Sie kurze Putts aus ein bis zwei Metern und achten Sie auf einen ruhigen Stand. Viele Trainer raten, mindestens die Hälfte der Übungszeit für Chip, Pitch und Putt zu nutzen. Ein Trainer kann den größten Schwachpunkt zeigen.
Was ist der Unterschied zwischen kurzem und langem Spiel?
Das lange Spiel bringt den Ball mit Driver, Hölzern, Hybriden und langen Eisen über große Entfernungen nach vorn. Das kurze Spiel beginnt in der Nähe des Grüns und besteht aus Chip, Pitch, Bunkerschlag und Putt. Die Grenze liegt bei etwa 100 Metern, ist aber nicht fest geregelt.
Stand: Oktober 2026