Golf-Lexikon
Putter
Kurz erklärt
Der Putter ist der Golfschläger, mit dem Sie den Ball auf dem Grün ins Loch rollen. Er hat eine fast senkrechte Schlagfläche mit typischerweise nur etwa 2 bis 4 Grad Loft, damit der Ball sofort rollt statt zu fliegen. Es gibt vor allem zwei Bauformen: den schmalen Blade Putter und den größeren Mallet Putter.
Was ist ein Putter? Aufbau und Aufgabe
Ein Putter besteht wie jeder Golfschläger aus Griff, Schaft und Kopf. Seine Aufgabe ist aber eine besondere: Er soll den Ball nicht in die Luft bringen. Der Ball soll möglichst gleichmäßig über das Grün rollen und dabei Richtung und Tempo halten.
Deshalb hat der Putter nur sehr wenig Loft. Typisch sind etwa 2 bis 4 Grad, je nach Modell und Hersteller. Dieser kleine Winkel hebt den Ball beim Treffen kurz aus der Mulde, in der er im Gras liegt. Danach geht er schnell in eine saubere Rollbewegung über.
Der Putter ist der Schläger, den Sie in einer Runde am häufigsten benutzen. Bei der Par-Zahl eines Lochs sind üblicherweise zwei Putts eingeplant. Auf einem Par-72-Platz entfallen damit rechnerisch 36 von 72 Schlägen auf das Grün. In der Praxis ist je nach Spielstärke grob ein Drittel bis gut 40 Prozent aller Schläge ein Putt. Gutes Putten spart deshalb oft mehr Schläge als ein langer Drive.
Der Begriff stammt aus dem Schottischen und ist mit dem englischen Verb to put verwandt. Im Deutschen heißt der Schlag mit dem Putter Putt, das Verb dazu putten. Der Schläger selbst behält seinen englischen Namen.
Putter Arten: Blade Putter und Mallet Putter
Putter unterscheiden sich vor allem in der Form des Kopfes.
- Blade Putter: ein schmaler, länglicher Kopf. Das ist die klassische Bauform. Viele Blade Putter haben eine Spitze, die nach unten zeigt, wenn man den Schaft waagerecht balanciert (Toe Hang). Sie passen gut zu Spielern, die den Putter in einem leichten Bogen bewegen.
- Mallet Putter: ein großer, oft halbrunder oder eckiger Kopf. Das Gewicht sitzt weiter außen. Dadurch dreht sich der Kopf bei Treffern außerhalb der Mitte weniger stark. Viele Mallet Putter sind face-balanced, das heißt die Schlagfläche zeigt beim Balancieren nach oben. Sie passen gut zu einer geraden Bewegung zurück und vor.
- Mid-Mallet: eine Zwischenform mit etwas größerem Kopf als ein Blade.
Keine Bauform ist grundsätzlich besser. Entscheidend ist, mit welchem Putter Sie den Ball gleichmäßig und auf Ihrer Linie starten.
Die richtige Putter Länge
Die meisten Putter für Erwachsene sind etwa 33 bis 35 Zoll lang, das entspricht rund 84 bis 89 Zentimetern. Welche Putter Länge zu Ihnen passt, hängt weniger von der Körpergröße ab als von Ihrer Haltung.
So finden Sie einen Anhaltspunkt: Stellen Sie sich in Ihre Puttposition. Die Augen sollten ungefähr über dem Ball oder knapp innerhalb davon liegen. Die Arme hängen locker aus den Schultern. Der Putter sollte so lang sein, dass Sie ihn in dieser Haltung greifen können, ohne sich stark zu bücken oder die Arme anzuwinkeln. Die Sohle des Putters liegt dabei flach auf dem Boden.
Ist der Putter zu lang, stehen Sie oft zu aufrecht und die Spitze hebt sich vom Boden. Ist er zu kurz, krümmen Sie den Rücken. Beides erschwert eine gleichmäßige Bewegung. Ein Fitting mit einem Trainer klärt Länge, Lie und Loft in wenigen Minuten.
Was die Golfregeln zum Putter sagen
Der Putter zählt zu den höchstens 14 Schlägern, die Sie nach Regel 4.1b dabeihaben dürfen. Für ihn gelten außerdem einige besondere Punkte.
Verankern ist verboten: Nach Regel 10.1b dürfen Sie den Schläger oder eine Hand nicht gegen den Körper stützen, um so einen festen Drehpunkt zu schaffen. Lange Putter sind weiterhin erlaubt, nur nicht verankert am Bauch oder an der Brust. Den Griff gegen den Unterarm zu legen, ist dagegen zulässig.
Der Putter darf als einziger Schläger einen nicht runden Griff haben, etwa mit flacher Oberseite für den Daumen. Und er darf überall auf dem Platz benutzt werden. Viele Spieler putten auch vom Vorgrün aus, wenn das Gras kurz ist.
Seit 2019 dürfen Sie zudem putten, während die Fahne im Loch steckt. Trifft der Ball dabei die Fahnenstange, gibt es keine Strafe.
Praxisbeispiel: zwei Putts auf einem Par-4-Loch
Sie spielen ein Par-4-Loch. Ihr Abschlag landet auf dem Fairway, der zweite Schlag mit einem Eisen erreicht das Grün. Der Ball liegt nun etwa 8 Meter vom Loch entfernt. Das ist nach zwei Schlägen ein Grün in Regulation.
Der erste Putt aus dieser Entfernung heißt oft Lag-Putt. Sein Ziel ist vor allem die richtige Länge. Der Ball soll möglichst nah am Loch liegen bleiben, ideal innerhalb von einem Meter. Sie lesen vorher die Neigung des Grüns und wählen eine Linie, die das Gefälle berücksichtigt.
Ihr Lag-Putt stoppt 50 Zentimeter vor dem Loch. Den zweiten, kurzen Putt lochen Sie ein. Ergebnis: vier Schläge, also Par. Hätten Sie aus 8 Metern drei Putts gebraucht, stünde ein Bogey auf der Scorekarte. Das Beispiel zeigt, warum Längenkontrolle beim Putten so wichtig ist.
Abgrenzung: Putter, Chipper und Texas Wedge
Neben dem Putter gibt es Schläger, die ähnlich aussehen oder ähnlich eingesetzt werden. Ein Chipper hat einen putterähnlichen Kopf, aber deutlich mehr Loft, meist über zehn Grad. Er ist für kurze Schläge neben dem Grün gedacht. Nach den Ausrüstungsregeln gilt er als Eisen. Sein Griff muss deshalb rund sein, und er darf nur einen Griff haben.
Ein Wedge bringt den Ball dagegen deutlich in die Luft. Vom Vorgrün ist der Putter oft die sicherere Wahl, weil ein rollender Ball leichter zu dosieren ist. Spielen Sie den Putter bewusst von außerhalb des Grüns, nennen Golfer das scherzhaft Texas Wedge. Das ist regelkonform und vor allem bei festem, kurzem Gras sinnvoll.
Typische Fehler und Tipps beim Putten
Viele verschenkte Putts haben dieselben Ursachen. Diese Tipps helfen:
- Handgelenke ruhig halten: Die Bewegung kommt vor allem aus den Schultern. Knicken die Handgelenke ein, schwankt der Treffpunkt.
- Nicht abbremsen: Der Putter sollte durch den Ball beschleunigen. Ein zu großer Rückschwung, der dann abgebremst wird, führt zu kurzen und schiefen Putts.
- Kopf still halten: Schauen Sie dem Ball nicht sofort hinterher. Bei kurzen Putts hilft es, erst nach dem Treffen aufzublicken.
- Ballposition: Der Ball liegt meist leicht links der Standmitte (bei Rechtshändern), die Augen etwa über dem Ball.
- Länge üben: Legen Sie auf dem Übungsgrün Bälle in 3, 6 und 9 Metern Entfernung und versuchen Sie, jeden Ball in einem kleinen Bereich hinter dem Loch zu stoppen.
Kurze Übungseinheiten von zehn Minuten vor jeder Runde bringen oft mehr als lange Sitzungen ohne Plan.
Ausprobieren in der Golf Lounge
Putten üben können Sie im Golf Lounge Resort an mehreren Stellen. Am Putting-Grün an der Elb-Lodge und in der Putt- und Chip-Area trainieren Sie Länge und Linie. Auf dem 6-Loch-Kurzplatz „Rot“ wenden Sie das direkt auf dem Platz an. Eine Platzreife brauchen Sie dafür nicht, eine Runde dauert unter einer Stunde, und bis zu vier Personen spielen zusammen. Wer gezielt am Putten arbeiten möchte, kann nach einem Kurs oder Termin das PuttView-Grün dazubuchen. Es projiziert Puttlinie und Tempo direkt aufs Grün.
Häufige Fragen
Was ist ein Putter?
Ein Putter ist der Golfschläger für das Grün. Mit ihm rollen Sie den Ball ins Loch. Seine Schlagfläche steht fast senkrecht und hat typischerweise nur etwa 2 bis 4 Grad Loft. Dadurch rollt der Ball gleich nach dem Treffen. Der Putter ist der Schläger, den Golfer in einer Runde am häufigsten benutzen.
Was ist der Unterschied zwischen Mallet Putter und Blade Putter?
Ein Blade Putter hat einen schmalen, klassischen Kopf und eignet sich oft für eine leicht bogenförmige Puttbewegung. Ein Mallet Putter hat einen großen Kopf mit Gewicht weiter außen. Er verzeiht Treffer neben der Mitte etwas besser und passt gut zu einer geraden Bewegung. Welcher besser ist, hängt von Ihrer Bewegung und Ihrem Gefühl ab.
Welche Putter Länge ist die richtige?
Die meisten Putter sind etwa 33 bis 35 Zoll lang, also rund 84 bis 89 Zentimeter. Richtig ist die Länge, bei der Sie mit locker hängenden Armen und den Augen über dem Ball stehen, während die Sohle flach aufliegt. Zu lange oder zu kurze Putter verändern Haltung und Bewegung. Ein kurzes Fitting gibt Sicherheit.
Darf man mit dem Putter auch außerhalb des Grüns spielen?
Ja. Die Golfregeln erlauben den Putter überall auf dem Platz. Viele Spieler putten vom Vorgrün oder vom kurz gemähten Fairway aus, wenn zwischen Ball und Grün kein hohes Gras oder Hindernis liegt. Das ist oft sicherer als ein Chip, weil der rollende Ball leichter zu dosieren ist.
Stand: Oktober 2026