Vorgrün (Fringe)

Golf-Lexikon

Vorgrün (Fringe)

Kurz erklärt

Das Vorgrün, englisch Fringe, ist der schmale Rasenstreifen rund um ein Grün. Das Gras ist dort etwas höher gemäht als auf dem Grün, aber deutlich kürzer als im Rough. Nach den Golfregeln gehört das Vorgrün zum Allgemeinen Gelände. Ein Ball darf dort nicht einfach markiert und aufgenommen werden.

Vorgrün im Golf: Bedeutung von Fringe, Collar und Apron

Ein Golfgrün ist fast immer von einem Ring aus kurz gemähtem Gras umgeben. Dieser Ring heißt Vorgrün. Im Englischen sagen Golfer Fringe, häufig auch Collar (Kragen) oder Apron (Schürze). Die drei Wörter werden im Alltag meist gleich benutzt. Manche Golfer meinen mit Collar nur den ganz schmalen Streifen direkt am Grün und mit Apron die breitere Zone davor.

Das Vorgrün liegt zwischen dem Grün und dem Fairway oder dem Rough. Es ist oft nur wenige Schritte breit, auf manchen Plätzen aber deutlich breiter. Das Gras ist länger als auf dem Grün und kürzer als im Rough. Deshalb rollt ein Ball hier langsamer und weniger gleichmäßig als auf der Puttfläche.

Greenkeeper pflegen das Vorgrün als Übergang zwischen den Flächen. Es schützt außerdem den Rand des Grüns, weil dort viel Betrieb herrscht. Für Sie als Spieler ist vor allem wichtig, wo das Vorgrün endet und das Grün beginnt. Diese Grenze entscheidet über mehrere Regeln.

Das Vorgrün in den Golfregeln

Die Golfregeln kennen das Wort Vorgrün nicht als eigenen Begriff. Sie unterscheiden nur das Grün (Putting Green) und das Allgemeine Gelände. Das Grün ist die Fläche, die speziell für das Putten vorbereitet ist. Ihr Rand ist dort, wo man sieht, dass die vorbereitete Fläche endet, zum Beispiel an einer deutlichen Mähkante. Alles außerhalb dieser Kante gehört zum Allgemeinen Gelände, also auch das Vorgrün.

Ein Ball liegt auf dem Grün, sobald ein Teil des Balls das Grün berührt. Liegt er teils auf dem Grün und teils auf dem Vorgrün, gilt er als auf dem Grün. Erst wenn der Ball das Grün gar nicht berührt, liegt er auf dem Vorgrün.

Daraus folgt:

Putten oder chippen: So entscheiden Sie vom Vorgrün

Liegt der Ball auf dem Vorgrün, haben Sie zwei Möglichkeiten: den Putter nehmen oder einen kurzen Schlag mit einem Wedge oder Eisen spielen. Ein Schlag mit dem Putter vom Vorgrün heißt unter Golfern oft „Texas Wedge“.

Der Putter ist meist die sicherere Wahl, wenn:

Ein Chip ist besser, wenn:

Beim Putten vom Vorgrün müssen Sie mehr Kraft einsetzen als auf dem Grün, weil das längere Gras den Ball bremst. Als grobe Orientierung gilt: Rechnen Sie für jeden Meter Vorgrün etwas mehr Strecke ein. Wie viel genau, lernen Sie nur durch Übung. Auf kurzem, trockenem Vorgrün ist der Unterschied klein, auf nassem oder hohem Vorgrün kann er groß sein.

Beispiel aus der Praxis: Der Ball liegt am Vorgrün eines Par-4-Lochs

Stellen Sie sich ein Par-4-Loch mit 350 Metern Länge vor. Ihr Abschlag fliegt 210 Meter weit auf das Fairway. Mit dem zweiten Schlag spielen Sie ein Eisen 7 aus 140 Metern. Der Ball landet hinten auf dem Grün, rollt aber zwei Meter weiter und bleibt auf dem Vorgrün liegen. Die Fahne steckt acht Meter entfernt.

Sie prüfen zuerst, ob der Ball das Grün berührt. Das ist nicht der Fall, er liegt komplett auf dem Vorgrün. Sie dürfen ihn also nicht aufnehmen. Das Gras ist kurz, der Ball sitzt sauber. Sie entscheiden sich für den Putter und spielen den Ball mit etwas mehr Kraft als gewohnt bis auf einen Meter an das Loch. Der nächste Putt fällt.

Sie haben vier Schläge gebraucht: Abschlag, Eisen, Putt vom Vorgrün, Putt ins Loch. Das ist ein Par. Ein Birdie wäre es nur geworden, wenn der erste Putt gefallen wäre. Für die Statistik zählt, wo der Ball liegen bleibt. Es ist kein Grün in Regulation, weil der Ball nach dem zweiten Schlag nicht auf dem Grün lag.

Vorgrün, Grün und Rough: die Abgrenzung

Die drei Flächen unterscheiden sich in Grashöhe, Rollverhalten und Regeln.

Die Grenze zwischen Grün und Vorgrün ist wichtig für die Statistik. Als Grün in Regulation zählt, wenn Ihr Ball nach Par minus zwei Schlägen auf dem Grün liegt. Es genügt, dass ein Teil des Balls das Grün berührt. Ein Ball nur auf dem Vorgrün zählt nicht.

Das Vorgrün ist außerdem nicht mit dem Übungsgrün verwandt. Ein Übungsgrün ist eine eigene Anlage zum Training, das Vorgrün ein Rasenstreifen rund um ein Grün auf dem Platz. Mehr zu diesem Unterschied finden Sie beim Übungsgrün.

Typische Fehler am Vorgrün

Einsteiger machen am Vorgrün immer wieder dieselben Fehler.

Diese Fehler lassen sich leicht vermeiden, wenn Sie vor dem Schlag kurz die Lage beurteilen.

Tipps für sicheres Spiel vom Vorgrün

Mit ein wenig Übung wird das Vorgrün von einem Hindernis zu einer Chance.

Wer das Spiel vom Vorgrün regelmäßig trainiert, spart auf einer Runde oft Schläge. Ein Trainer kann Ihnen helfen, die richtige Technik für Ihre Rasenbedingungen zu finden.

Ausprobieren in der Golf Lounge

Auf dem 9-Loch-Platz „Schwarz“ der Golf Lounge (Par 33) trifft das Vorgrün auf geschützte Grüns, Bunker und Wasserhindernisse. Mit der DGV-Platzreife erleben Sie dort, wie sich Annäherungen und kurze Schläge rund ums Grün anfühlen. Der Platz ist von April bis Dezember bespielbar, pro Tee-Time sind bis zu vier Spieler möglich. Jeden Samstag gibt es von Mai bis Oktober ein vorgabewirksames 9-Loch-Turnier.

9-Loch-Platz ansehen

Häufige Fragen

Was ist das Vorgrün beim Golf?

Das Vorgrün ist der schmale Rasenstreifen, der ein Grün umgibt. Englisch heißt es Fringe, Collar oder Apron. Das Gras ist länger als auf dem Grün und kürzer als im Rough. Nach den Golfregeln gehört das Vorgrün zum Allgemeinen Gelände. Ein Ball dort bleibt liegen, wie er liegt, und wird nicht markiert oder aufgenommen.

Darf man den Ball auf dem Vorgrün markieren und aufnehmen?

Nein. Markieren, Aufnehmen und Reinigen sind nur auf dem Grün erlaubt. Das Vorgrün zählt zum Allgemeinen Gelände. Wer einen Ball dort aufnimmt, bekommt nach Regel 9.4 in der Regel einen Strafschlag. Wichtig: Berührt der Ball das Grün nur mit einem Teil, liegt er auf dem Grün und darf markiert werden.

Soll ich vom Vorgrün putten oder chippen?

Beides ist erlaubt. Liegt der Ball sauber auf kurzem Gras und der Weg ist eben, ist der Putter meist die sichere Wahl. Sitzt der Ball tief im Gras oder liegt eine Senke dazwischen, ist ein flacher Chip besser. Beim Putten vom Vorgrün brauchen Sie etwas mehr Kraft als auf dem Grün.

Zählt ein Ball auf dem Vorgrün als Grün in Regulation?

Nein. Ein Grün in Regulation liegt vor, wenn der Ball nach Par minus zwei Schlägen auf dem Grün liegt. Dafür muss ein Teil des Balls das Grün berühren. Liegt der Ball ganz auf dem Vorgrün, zählt das Grün nicht, auch wenn er nur wenige Zentimeter vom Rand entfernt ist.

Was ist der Unterschied zwischen Fringe, Collar und Apron?

Im Alltag bedeuten die Wörter fast dasselbe. Manche Golfer nennen den ganz schmalen Streifen direkt am Grün Collar und die breitere Zone davor Apron. Fringe ist der übliche Oberbegriff. Für die Regeln spielt der Name keine Rolle: Alles, was nicht zum Grün gehört, ist Allgemeines Gelände.

Stand: Oktober 2026

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