Golf-Lexikon
Übungsgrün & Chipping Green
Kurz erklärt
Ein Übungsgrün ist eine Anlage zum Trainieren des Putts. Ein Chipping Green ist eine Übungsfläche für kurze Annäherungen: Hier üben Golfer Chips und Pitches auf ein kleines Grün, oft mit Fahne und Bunker. Die Pitching Area ist die Variante für etwas längere Schläge. Alle drei Flächen gehören zum Kurzspielbereich.
Übungsgrün und Chipping Green: Was ist der Unterschied?
Beide Begriffe benennen Flächen zum Üben, aber sie dienen verschiedenen Schlägen.
Ein Übungsgrün (englisch Putting Green) ist eine Fläche, auf der Sie Putts trainieren. Es liegt meist nahe am Clubhaus oder am ersten Abschlag. Das Gras ist kurz wie auf den Grüns des Platzes. Löcher mit Fähnchen helfen Ihnen, Länge und Richtung zu üben.
Ein Chipping Green ist eine Übungsfläche für das kurze Spiel. Hier üben Sie Chips und Pitches, also Schläge, bei denen der Ball nur kurz fliegt und dann rollt. Die Fläche hat meist ein kleines Grün mit Fahne, Vorgrün und manchmal einen Übungsbunker. Wer vom Fairway oder aus dem Rough zur Fahne spielt, braucht genau diese Schläge.
Die Pitching Area ist eine Fläche für etwas längere Annäherungen. Sie ist oft größer als ein Chipping Green, damit Sie auch hohe Schläge über etwas größere Entfernungen üben können. Auf kleineren Anlagen sind Chipping Green und Pitching Area dieselbe Fläche. Wie die Namen verwendet werden, unterscheidet sich je nach Club.
Welche Schläge Sie auf dem Chipping Green üben
Das Chipping Green ist der Ort für alle Schläge rund ums Grün. Dazu gehören vor allem:
- Chip: ein flacher Schlag, bei dem der Ball nur kurz fliegt und dann lange rollt. Er eignet sich, wenn der Ball nahe am Grün liegt und kein Hindernis im Weg ist.
- Pitch: ein höherer Schlag mit mehr Flugstrecke und weniger Rollen. Er hilft, wenn ein Hindernis überflogen werden muss oder der Ball schnell stehen soll.
- Bump and Run: ein flacher Rollschlag mit einem Eisen, der den Ball über das Vorgrün zur Fahne laufen lässt.
- Bunkerschlag: auf Anlagen mit Übungsbunker.
Die Auswahl des Schlägers ändert die Flugbahn. Ein Pitching Wedge fliegt flacher als ein Lob Wedge und rollt weiter. Auf dem Chipping Green können Sie diese Unterschiede direkt vergleichen. Probieren Sie denselben Schlag mit drei Schlägern aus, und notieren Sie, wo der Ball landet und wo er liegen bleibt. So bekommen Sie ein Gefühl dafür, wie viel Rolle Sie einplanen müssen. Genau dieses Gefühl entscheidet auf dem Platz über den Schlag.
Regeln: Üben vor und während der Runde
Die Golfregeln erlauben Übungsschläge nicht überall. Wichtig sind zwei Punkte.
Vor der Runde: Im Zählspiel dürfen Sie am Wettspieltag nicht auf dem Platz üben. Erlaubt sind Putten und Chippen nahe dem ersten Abschlag sowie auf Übungsflächen (Regel 5.2). Ein Chipping Green oder Übungsgrün zählt zu diesen Übungsflächen. Wer sich vor dem Turnier einspielen will, nutzt also diese Flächen und nicht den Platz selbst.
Während der Runde: Sie dürfen keine Übungsschläge machen, solange Sie ein Loch spielen. Nach dem Ende eines Lochs dürfen Sie auf oder nahe dem Grün dieses Lochs putten oder chippen. Dasselbe gilt für ein Übungsgrün und für den nächsten Abschlag (Regel 5.5). Nicht erlaubt sind Übungsschläge aus einem Bunker. Außerdem dürfen Sie das Spiel nicht unnötig aufhalten.
Ein Verstoß gegen diese Regeln wird mit dem allgemeinen Strafmaß bestraft. Für Freizeitrunden gelten dieselben Regeln, im lockeren Spiel wird aber selten streng darauf geachtet. Bitte beachten Sie trotzdem die Etikette: Spielen Sie ohne Hast und lassen Sie Gruppen hinter Ihnen durch.
Praxisbeispiel: 20 Minuten auf dem Chipping Green
Stellen Sie sich vor, Sie haben vor einer Runde 20 Minuten Zeit. Ein sinnvolles Programm sieht so aus.
Sie legen zehn Bälle in einer Linie sieben Meter vom Grünrand. Mit einem Pitching Wedge spielen Sie fünf Bälle in Richtung Fahne und achten auf den Landepunkt. Als Faustregel soll der Ball etwa ein Drittel der Strecke fliegen und zwei Drittel rollen. Anschließend spielen Sie fünf Bälle mit einem Sand Wedge. Sie sehen sofort, dass der Ball höher fliegt und früher stehen bleibt.
Danach spielen Sie ein kleines Spiel: Sie lassen den Ball auf dem Grün liegen und putten aus. Zählen Sie, wie viele Schläge Sie für Chip und Putt zusammen brauchen. Zwei Schläge sind ein Up and Down. Drei Schläge zeigen, dass der Chip zu weit oder zu kurz war.
Nach 20 Minuten haben Sie nicht nur Ihre Hände aufgewärmt. Sie kennen auch das Rollverhalten der Fläche, und das hilft beim ersten Annäherungsschlag auf dem Platz.
Chipping Green, Vorgrün und Putting Green im Vergleich
Die Begriffe sind leicht zu verwechseln, deshalb eine kurze Übersicht.
- Putting Green oder Übungsgrün: Fläche zum Üben von Putts, kurzes Gras, Löcher mit Fähnchen.
- Chipping Green: Fläche zum Üben von Chips und Pitches, oft mit Vorgrün, Fahne und manchmal Bunker.
- Pitching Area: größere Übungsfläche für längere Annäherungen.
- Vorgrün: der Rasenstreifen um ein Grün auf dem Platz, kein Übungsbereich.
- Driving Range: Anlage für lange Schläge vom Abschlag, ohne Grün.
Von diesen Flächen ist nur das Vorgrün Teil des Platzes. Alle anderen sind Übungsanlagen. Auf einem Übungsgrün gilt zusätzlich die Hausordnung der Anlage. Fragen Sie im Zweifel kurz nach, ob für ein Übungsgrün besondere Regeln gelten, etwa zu Bällen oder zu Schlägern.
Typische Fehler beim Üben des kurzen Spiels
Auf dem Chipping Green passieren immer wieder dieselben Fehler.
- Immer derselbe Schlag: Wer nur einen Schläger nutzt, lernt nicht, den Ball unter verschiedenen Bedingungen zu steuern. Wechseln Sie Schläger und Lage.
- Kein Ziel: Ohne Fahne oder Landepunkt fehlt die Rückmeldung. Legen Sie ein Handtuch ab und versuchen Sie, es zu treffen.
- Zu viele Bälle in kurzer Zeit: Wer 50 Bälle in fünf Minuten schlägt, übt Hektik. Weniger Bälle mit voller Aufmerksamkeit bringen mehr.
- Nur Ideallagen üben: Auf dem Platz liegt der Ball selten perfekt. Üben Sie auch Schläge aus schlechter Lage.
- Putten vergessen: Ein Chip ist erst dann ein gutes Ergebnis, wenn der folgende Putt kurz ist. Putten Sie jeden Chip aus.
Ein guter Trainingstag besteht aus Abwechslung und Rückmeldung. Notieren Sie, wie viele Chips innerhalb eines Meters an der Fahne enden.
Tipps: So holen Sie mehr aus Ihrem Kurzspiel-Training
Das kurze Spiel entscheidet bei den meisten Freizeitgolfern über die Zahl der Schläge pro Runde. Mit einer festen Routine verbessern Sie sich schneller.
- Planen Sie als Faustregel ein Drittel Ihrer Trainingszeit für das kurze Spiel ein. Es bringt meist mehr als ein weiterer Eimer Bälle auf der Range.
- Stellen Sie das Gewicht beim Chip leicht auf die vordere Seite, bei Rechtshändern also links, und halten Sie den Stand schmal. Der Schlag gleicht einer Putt-Bewegung mit mehr Loft.
- Wählen Sie vor dem Schlag den Landepunkt aus, nicht die Fahne. Die Rolle ergibt sich aus Schläger und Gras.
- Spielen Sie kleine Wettbewerbe: Wer aus fünf Lagen die meisten Up and Downs schafft, gewinnt.
- Schließen Sie jede Einheit mit zehn Putts aus zwei Metern ab, damit der Chip mit einem Erfolgserlebnis endet.
Wenn Sie unsicher sind, welche Technik zu Ihnen passt, hilft eine Trainerstunde. Ein Trainer sieht schnell, ob Gewicht, Handgelenke oder Schlägerwahl den Ball verziehen.
Ausprobieren in der Golf Lounge
Zum Putten und Chippen gibt es in der Golf Lounge laut Platzübersicht eine Putt- und Chip-Area. Dazu kommen die Academy Area zum Einspielen und ein Putting-Grün an der Elb-Lodge. Echte Grüns finden Sie auf dem 6-Loch-Kurzplatz „Rot“, den Sie ohne Platzreife spielen können. Dort wenden Sie Chip und Pitch unter Spielbedingungen an. Eine Runde dauert dort in der Regel unter einer Stunde, pro Buchung sind bis zu vier Spieler möglich.
Häufige Fragen
Was ist ein Chipping Green?
Ein Chipping Green ist eine Übungsfläche für das kurze Spiel. Auf einem kleinen Grün mit Fahne, oft mit Vorgrün und manchmal einem Bunker, üben Golfer Chips und Pitches. Es dient dazu, Landepunkt und Rolle des Balls einzuschätzen. Das Chipping Green ist eine Trainingsanlage, kein Teil des Platzes.
Was ist der Unterschied zwischen Übungsgrün und Chipping Green?
Auf dem Übungsgrün trainieren Sie das Putten, auf dem Chipping Green Annäherungen mit Wedge oder Eisen. Das Übungsgrün hat sehr kurzes Gras und mehrere Löcher. Das Chipping Green hat meist Vorgrün und Gefälle, damit der Ball rollen und fliegen kann. Viele Golfanlagen bieten beide Flächen nebeneinander an.
Was ist eine Pitching Area?
Eine Pitching Area ist eine Übungsfläche für längere Annäherungen, oft aus mittleren Entfernungen von einigen Dutzend Metern. Sie ist größer als ein Chipping Green, damit Sie auch hohe Pitches üben können. Auf kleinen Anlagen sind Pitching Area und Chipping Green dieselbe Fläche. Die Wörter werden je nach Club unterschiedlich verwendet.
Darf ich vor einem Turnier auf dem Chipping Green üben?
Ja. Im Zählspiel dürfen Sie am Wettspieltag nicht auf dem Platz üben, wohl aber auf Übungsflächen und nahe dem ersten Abschlag putten oder chippen (Regel 5.2). Ein Chipping Green oder Übungsgrün ist ein klassisches Beispiel für eine solche Übungsfläche. Übungsschläge aus einem Bunker sind während der Runde nicht erlaubt.
Wie oft sollte ich das kurze Spiel üben?
Als Faustregel gilt ein Drittel Ihrer Trainingszeit für das kurze Spiel. Bei den meisten Freizeitgolfern entstehen viele Schläge pro Runde rund ums Grün. Zwei kurze Einheiten pro Woche bringen meist mehr als eine lange. Wichtiger als die Menge ist, dass Sie mit Ziel und Rückmeldung trainieren.
Stand: Oktober 2026