Golf-Lexikon
Pitchmarke
Kurz erklärt
Eine Pitchmarke ist die Vertiefung, die ein Golfball beim Aufschlag auf einem weichen Grün hinterlässt. Sie sollten sie mit einer Pitchgabel ausbessern, damit das Gras schnell nachwächst und der nächste Putt nicht gestört wird. Nach Regel 13.1c dürfen Sie Pitchmarken auf dem Grün ohne Strafe reparieren, auch auf Ihrer Puttlinie.
Was ist eine Pitchmarke?
Eine Pitchmarke entsteht, wenn der Ball nach einem hohen Schlag auf das Grün fällt und sich in den weichen Boden drückt. Es bleibt eine Delle zurück, oft mit aufgeworfenem Rand. Der englische Begriff lautet „pitch mark“ oder „ball mark“. Die Marke ist auf einem gepflegten Grün gut zu erkennen, weil das Gras dort kurz geschnitten ist.
Wie tief die Marke wird, hängt von mehreren Dingen ab. Ein hoch fliegender Ball mit steilem Landewinkel und viel Spin drückt sich stärker ein als ein flach rollender Ball. Auch ein feuchtes Grün ist weicher als ein trockenes. Deshalb entstehen nach Regen mehr und tiefere Pitchmarken.
Warum das wichtig ist: Eine Pitchmarke stört das Putten, weil der Ball an der Delle abgelenkt werden kann. Wird sie nicht repariert, braucht das Gras deutlich länger zum Nachwachsen. Das Grün wird dort unregelmäßig und kann kahl werden.
Pitchmarke ausbessern: Schritt für Schritt
Zum Reparieren brauchen Sie eine Pitchgabel. Das ist ein kleines Werkzeug mit zwei Zinken, das in fast jeder Golftasche steckt. Auch Tee oder Schläger sind als normale Ausrüstung erlaubt, funktionieren aber schlechter. So gehen Sie vor:
- Stecken Sie die Gabel am Rand der Delle schräg ein, nicht in die Mitte.
- Schieben Sie den Boden von außen in Richtung Mitte, ohne den Rasen anzuheben.
- Wiederholen Sie das von allen Seiten, bis die Delle sich geschlossen hat.
- Klopfen Sie die Stelle mit der Unterseite Ihres Putters leicht flach.
Vermeiden Sie das Hochhebeln von unten. Dabei reißen die Graswurzeln ab, und die Stelle erholt sich schlechter. Eine gut reparierte Pitchmarke ist nach kurzer Zeit kaum noch zu sehen. Die Pitchgabel gehört in die Tasche, nicht auf das Grün.
Was die Golfregeln erlauben: Regel 13.1c
Die Regeln sind hier großzügig. Nach Regel 13.1c dürfen Sie auf dem Grün Schäden reparieren, ohne Strafe. Dazu zählen nach der Regel Ballmarken, Spuren von Golfschuhen, alte Lochstopfen, Nähte von Rollrasen, Tierspuren und eingedrückte Gegenstände wie Steine oder Tees. Sie dürfen dafür Hand, Fuß oder normales Gerät wie eine Pitchgabel, einen Tee oder einen Schläger nutzen.
Das gilt auch, wenn die Pitchmarke auf Ihrer Puttlinie liegt, also zwischen Ihrem Ball und dem Loch. Seit 2019 dürfen Sie auf dem Grün außerdem fast jeden anderen Schaden beheben, etwa Spuren von Schuhen, und müssen dabei keine Rücksicht mehr auf die Puttlinie nehmen.
Nicht reparieren dürfen Sie Löcher, die das Greenkeeping-Team zur Pflege angelegt hat, etwa Aerifizier-Löcher oder Rillen vom Vertikutieren. Auch natürliche Unebenheiten wie Unkraut oder erkrankte Stellen bleiben, wie sie sind.
Grenzen gibt es bei der Dauer: Wer sich beim Reparieren unangemessen viel Zeit lässt oder mehr tut als nötig, zum Beispiel eine Rinne zum Loch drückt, erhält die Grundstrafe von zwei Strafschlägen.
Beispiel aus der Praxis: Annäherung aufs Grün
Stellen Sie sich ein Par-3-Loch mit 140 Metern vor. Sie spielen ein Eisen 7, der Ball landet 4 Meter vor der Fahne und bleibt nach kurzem Rollen liegen. Das Grün ist weich, und der Ball hat eine tiefe Delle hinterlassen, etwa 3 Meter von Ihrem Ball entfernt.
Sie gehen zum Ball, markieren seine Lage mit einem Ballmarker und entfernen den Ball. Bevor Sie putten, bessern Sie Ihre Pitchmarke aus. Sie stecken die Gabel am Rand schräg ein und drücken von mehreren Seiten zur Mitte. Danach klopfen Sie die Stelle mit dem Putter flach. Dann legen Sie den Ball zurück und putten.
Sie erledigen die Reparatur, während die anderen ihre Schläge vorbereiten. So kostet sie keine Zeit. Zusätzlich reparieren Sie eine zweite, ältere Marke auf dem Weg zum Loch, die niemand ausgebessert hat. Das gehört zum guten Ton.
Pitchmarken und Etikette
Auf dem Grün gilt eine einfache Regel: Reparieren Sie Ihre eigene Pitchmarke, und wenn Sie Zeit haben, noch eine weitere. Das zeigt Respekt vor dem Platz und vor den Spielern nach Ihnen. Pitchmarken gehören zu den häufigsten Schäden auf Grüns, und ohne die Hilfe der Spieler könnte das Platzteam kaum mithalten.
Weitere Hinweise:
- Reparieren Sie Pitchmarken so früh wie möglich, am besten sofort nach dem Annähern. Eine frische Marke lässt sich leichter schließen als eine alte.
- Stellen Sie sich beim Reparieren nicht auf die Puttlinie anderer Spieler.
- Heben Sie beim Gehen über das Grün die Füße, schleifen Sie nicht.
- Entfernen Sie nach dem Reparieren lose Erde, damit der Putter sauber über die Stelle rollt.
Auch die Golfregeln erwarten in Regel 1.2a ausdrücklich, dass Spieler den Platz pflegen. Das Markieren und Reparieren kostet nur Sekunden.
Typische Fehler und Tipps
Gerade Einsteiger machen beim Ausbessern immer wieder dieselben Fehler.
- Die Delle wird von unten hochgehebelt. Besser ist das Zusammenschieben von außen.
- Die Gabel wird senkrecht in die Mitte gestochen. Das zerreißt die Grasnarbe.
- Die Stelle bleibt unbehandelt, weil sie nicht stört. Schon eine kleine Marke kann das Gras kahl werden lassen.
- Der Ball oder das Werkzeug liegt auf dem Grün, während man weiterspielt. Stecken Sie die Gabel sofort ein.
- Löcher von der Platzpflege werden ausgebessert. Diese bleiben unberührt.
Ein Tipp: Haben Sie keine Pitchgabel dabei, nehmen Sie einen Tee. Er funktioniert ähnlich, ist aber weniger ruhig in der Hand. Kaufen Sie lieber eine Pitchgabel, sie ist günstig und passt in jede Hosentasche.
Abgrenzung: Pitchmarke, Divot und Ballmarker
Drei Begriffe werden oft verwechselt. Die Pitchmarke ist die Delle auf dem Grün durch den Aufschlag des Balls. Das Divot ist das Rasenstück, das ein Schläger auf dem Fairway oder dem Abschlag herausreißt. Es wird zurückgelegt oder mit Sand-Saat-Mischung gefüllt. Der Ballmarker ist ein flaches Plättchen, mit dem Sie die Lage Ihres Balls auf dem Grün markieren. Er ist keine Reparatur, sondern ein Zeichen.
Pitchmarke und Divot haben gemeinsam, dass Sie sie beheben sollen. Der Unterschied liegt im Ort und im Werkzeug. Für die Pitchmarke nutzen Sie die Pitchgabel auf dem Grün. Für das Divot nehmen Sie den Rasen zurück oder die Sandmischung am Fairway.
Die Golfregeln definieren diese Begriffe nicht eigens. Regel 1.2a nennt aber das Zurücklegen von Divots und das Ausbessern von Pitchmarken als Beispiele für die Pflege des Platzes.
Ausprobieren in der Golf Lounge
Pitchmarken lernen Sie am besten dort kennen, wo es Grüns gibt. Der 9-Loch-Platz „Schwarz“ der Golf Lounge Resort Hamburg hat geschützte Grüns, dazu Bunker und Wasserhindernisse. Mit DGV-Platzreife können Sie ihn bespielen. Er ist von April bis Dezember geöffnet, pro Tee-Time sind bis zu vier Spieler möglich. Samstags findet von Mai bis Oktober ein vorgabewirksames 9-Loch-Turnier statt. Die Tee-Times buchen Sie online.
Häufige Fragen
Was ist eine Pitchmarke beim Golf?
Eine Pitchmarke ist die Delle, die ein Golfball beim Aufschlag auf einem Grün hinterlässt. Sie entsteht vor allem nach hohen Schlägen auf weiche Grüns. Sie sollten sie mit einer Pitchgabel ausbessern, damit das Gras schnell nachwächst und andere Spieler ungestört putten können.
Wie bessert man eine Pitchmarke richtig aus?
Stecken Sie die Pitchgabel am Rand der Delle schräg ein und schieben Sie den Boden von allen Seiten zur Mitte. Hebeln Sie nicht von unten, denn dabei reißen die Graswurzeln ab. Klopfen Sie die Stelle danach mit der Unterseite des Putters leicht flach.
Darf ich eine Pitchmarke auf meiner Puttlinie reparieren?
Ja. Nach Regel 13.1c dürfen Sie Pitchmarken auf dem Grün ohne Strafe reparieren, auch wenn sie auf Ihrer Puttlinie liegen. Seit 2019 gilt die Erlaubnis für fast jeden Schaden auf dem Grün. Eine Strafe droht nur, wenn Sie unangemessen lange brauchen oder mehr tun, als zur Reparatur nötig ist.
Muss ich fremde Pitchmarken ausbessern?
Pflicht ist es nicht, aber es gehört zum guten Ton. Die Etikette empfiehlt, die eigene Marke und nach Möglichkeit eine weitere zu reparieren. So bleibt das Grün in gutem Zustand. Das Ausbessern kostet nur wenige Sekunden und lässt sich gut mit dem Warten auf Mitspieler verbinden.
Was ist der Unterschied zwischen Pitchmarke und Divot?
Die Pitchmarke ist die Delle auf dem Grün, die der Ball beim Aufschlag macht. Das Divot ist das Rasenstück, das der Schläger auf Fairway oder Abschlag herausreißt. Die Pitchmarke drücken Sie mit der Pitchgabel zusammen, das Divot legen Sie zurück oder füllen es mit Sand-Saat-Mischung.
Stand: Oktober 2026