Golf-Lexikon
Pitch (Pitchen)
Kurz erklärt
Ein Pitch ist ein hoher, kurzer Annäherungsschlag zum Grün. Der Ball legt den größten Teil der Strecke in der Luft zurück, landet weich und rollt nur wenig aus. Pitchen nutzt man, wenn ein Bunker, Rough oder eine Senke vor dem Grün liegt oder die Fahne nah am Grünrand steckt.
Was ist ein Pitch beim Golf?
Der Pitch ist der hohe Bruder des Chips. Beide Schläge gehören zum kurzen Spiel und werden in der Nähe des Grüns gespielt. Beim Pitch fliegt der Ball jedoch deutlich höher und weiter, bevor er landet. Weil er steil auf das Grün fällt, bleibt er schnell liegen.
Eine offizielle Distanzgrenze für den Pitch gibt es nicht. Meist spricht man von Schlägen, die kürzer sind als ein voller Wedge-Schwung, also von wenigen Metern vor dem Grün bis zu einem halben oder Dreiviertelschwung aus größerer Entfernung. Gespielt wird mit Wedges, etwa dem Pitching Wedge, Gap Wedge, Sand Wedge oder Lob Wedge.
Aus dem englischen Wort „pitch“ für werfen oder aufsetzen leitet sich auch die Pitchmarke ab. So heißt die kleine Delle, die ein landender Ball im Grün hinterlässt. Gerade nach hohen Pitches sollten Sie diese Spuren sofort ausbessern.
Pitch oder Chip? Die richtige Wahl treffen
Vor jedem Schlag ums Grün lohnt sich eine kurze Frage: Muss der Ball fliegen, oder darf er rollen? Rollen ist leichter zu kontrollieren. Deshalb gilt die Faustregel: so viel rollen wie möglich, so viel fliegen wie nötig.
Ein Pitch ist sinnvoll, wenn
- ein Bunker, Wasser oder dichtes Rough zwischen Ball und Grün liegt,
- die Fahne nah am Grünrand steckt und kaum Platz zum Ausrollen bleibt,
- das Grün bergab läuft und ein rollender Ball nicht zu stoppen wäre,
- der Abstand für einen Chip zu groß ist.
Liegt dagegen freie, kurze Fläche vor Ihnen und das Grün ist groß genug, ist ein Chip oder sogar ein Putt meist die sicherere Lösung. Viele Einsteiger greifen zu schnell zum hohen Schlag, obwohl der flache Ball weniger Risiko hätte.
Pitchen Golf: die Technik Schritt für Schritt
Beim Pitchen ist der Schwung länger als beim Chip, und die Handgelenke spielen eine größere Rolle. Für Rechtshänder gilt:
- Stand: etwas schmaler als bei einem vollen Schwung, der vordere Fuß leicht geöffnet.
- Ballposition: etwa in der Mitte des Stands.
- Gewicht: leicht auf dem vorderen Bein, etwa 60 Prozent.
- Rückschwung: Die Handgelenke winkeln sich natürlich an, der Oberkörper dreht mit.
- Durchschwung: Körper und Arme drehen gemeinsam zum Ziel, der Schläger trifft zuerst den Ball, dann den Boden.
Die Länge steuern Sie über die Länge des Rückschwungs. Viele Trainer nutzen dafür das Bild einer Uhr: Die Arme gehen bis „8 Uhr“, „9 Uhr“ oder „10 Uhr“ zurück. Jeder Position ordnen Sie eine Distanz zu. Das Tempo bleibt dabei immer gleich ruhig.
Welches Wedge zum Pitchen?
Die Schlägerwahl entscheidet, wie hoch der Ball fliegt und wie schnell er stoppt. Wichtig ist der Loft, also der Neigungswinkel der Schlagfläche. Je mehr Loft, desto höher und kürzer der Schlag.
- Pitching Wedge: flacherer Flug, etwas mehr Rollen, gut für längere Pitches.
- Gap Wedge: schließt die Lücke zwischen Pitching und Sand Wedge.
- Sand Wedge: hoher Flug, stoppt schnell, vielseitig rund ums Grün.
- Lob Wedge: sehr hoher Flug für kurze Distanzen über Hindernisse, verlangt aber saubere Technik.
Neben dem Loft spielt der Bounce eine Rolle. Das ist der Winkel an der Sohle, der verhindert, dass der Schläger zu tief in den Boden schneidet. Auf weichem Boden hilft mehr Bounce, auf hartem Boden weniger. Einsteiger kommen mit Pitching Wedge und Sand Wedge sehr gut zurecht.
Beispiel aus der Praxis: Pitch über den Bunker
Sie spielen ein Par-5-Loch. Nach zwei Schlägen liegt Ihr Ball 35 Meter vor dem Grün. Zwischen Ihnen und der Fahne liegt ein Bunker, und die Fahne steckt nur fünf Meter hinter der Bunkerkante.
Ein Chip würde im Bunker landen. Sie wählen deshalb einen Pitch mit dem Sand Wedge. Aus Ihrem Training wissen Sie, dass Ihr Schwung bis „9 Uhr“ etwa 30 Meter Carry bringt, also reine Flugstrecke. Sie schwingen etwas länger, der Ball fliegt hoch über den Bunker, landet kurz hinter der Kante und rollt drei Meter aus.
Mit zwei Putts schreiben Sie fünf Schläge auf, also Par. Lochen Sie den ersten Putt ein, wird es ein Birdie. Das Beispiel zeigt, warum es sich lohnt, die eigenen Pitch-Distanzen zu kennen.
Typische Fehler beim Pitchen
Der häufigste Fehler beim Pitchen ist der Versuch, den Ball mit den Händen in die Luft zu löffeln. Dabei bleibt das Gewicht hinten, die Handgelenke klappen vor dem Ball ab, und der Schläger trifft den Boden zu früh oder den Ball zu weit oben. Dann fliegt der Ball zu kurz oder schießt flach über das Grün.
Weitere Fehler sind:
- Abbremsen im Durchschwung aus Angst vor einem zu langen Ball
- ein zu langer Rückschwung mit zu wenig Schwung nach vorn
- Arme schwingen allein, ohne dass sich der Körper dreht
- ständig wechselndes Tempo von Schlag zu Schlag
Vertrauen Sie dem Loft des Schlägers. Er sorgt für die Höhe. Ihre Aufgabe ist ein gleichmäßiger Schwung, bei dem der Körper zum Ziel dreht und der Schläger nach dem Ball weiterläuft.
Pitchen lernen: so üben Sie richtig
Pitchen lernen heißt vor allem, ein verlässliches Gefühl für Distanzen zu entwickeln. Ein einfacher Trainingsplan:
- Wählen Sie ein Wedge und drei Schwunglängen, zum Beispiel „8 Uhr“, „9 Uhr“ und „10 Uhr“.
- Spielen Sie mit jeder Länge zehn Bälle und notieren Sie die durchschnittliche Carry-Distanz.
- Wiederholen Sie das mit einem zweiten Wedge.
So entsteht eine persönliche Distanztabelle mit sechs festen Schlägen. Auf dem Platz müssen Sie dann nur noch die Entfernung kennen und den passenden Schlag wählen.
Ein Launch Monitor wie TrackMan zeigt Carry, Abflugwinkel und Ballgeschwindigkeit genau an und macht Unterschiede zwischen den Schwunglängen sichtbar. Ergänzend helfen Zielübungen auf einem Übungsgrün. Ein Trainer kann außerdem schnell erkennen, ob Gewichtsverlagerung oder Handgelenke die Ursache für schwankende Längen sind.
Ausprobieren in der Golf Lounge
In der Golf Lounge können Sie eine Einzelstunde von 60 Minuten mit einem PGA Pro buchen, nach Terminvereinbarung. Neben klassischen Stunden gibt es kurze Impulseinheiten, zum Beispiel zum Kurzspiel, sowie Schwunganalysen mit TrackMan-Daten. So sehen Sie bei jedem Pitch, wie weit der Ball wirklich fliegt. Wer lieber in der Gruppe lernt, findet im Gruppenkurs mit PGA-Trainern die Grundschläge Chip, Pitch und Approach als festen Bestandteil. Gebucht wird online, Termine gibt es täglich nach Vereinbarung.
Häufige Fragen
Was ist ein Pitch beim Golf?
Ein Pitch ist ein kurzer, hoher Schlag zum Grün. Der Ball fliegt den größten Teil der Strecke und rollt nach der Landung nur wenig. Gespielt wird mit einem Wedge und einem halben oder Dreiviertelschwung. Pitchen ist die richtige Wahl, wenn ein Hindernis überflogen werden muss oder wenig Grün zum Ausrollen bleibt.
Was ist der Unterschied zwischen Pitchen und Chippen?
Beim Chippen fliegt der Ball flach und kurz und rollt den Großteil der Strecke. Beim Pitchen fliegt er hoch und landet weich. Der Chip ist ein kurzer Schwung mit ruhigen Handgelenken, der Pitch ein längerer Schwung mit angewinkelten Handgelenken und Körperdrehung. Rollen ist leichter zu kontrollieren, deshalb wählen Sie den Pitch nur bei Bedarf.
Welches Wedge eignet sich zum Pitchen?
Für längere Pitches passt das Pitching Wedge, für hohe Schläge mit wenig Ausrollen das Sand Wedge. Gap Wedge und Lob Wedge ergänzen das Spektrum. Einsteiger kommen mit Pitching Wedge und Sand Wedge sehr gut aus. Wichtiger als der Schläger ist eine gleichbleibende Technik mit festen Schwunglängen.
Wie weit fliegt ein Pitch?
Das hängt vom Schläger, der Schwunglänge und Ihrem Tempo ab. Eine feste Distanz gibt es nicht. Am besten ermitteln Sie Ihre eigenen Werte: Spielen Sie mit zwei Wedges je drei Schwunglängen und notieren Sie die Carry-Distanz. So entsteht eine persönliche Tabelle, auf die Sie sich auf dem Platz verlassen können.
Wie kann ich Pitchen lernen?
Beginnen Sie mit kurzen Schwüngen und achten Sie darauf, dass der Schläger zuerst den Ball trifft. Danach arbeiten Sie mit festen Schwunglängen nach dem Uhr-Prinzip und messen Ihre Distanzen. Eine Trainerstunde mit Ballflugdaten zeigt schnell, wo Länge oder Treffmoment schwanken, und gibt Ihnen passende Übungen.
Stand: Oktober 2026