Golf-Lexikon
Sand Wedge
Kurz erklärt
Das Sand Wedge ist ein Wedge mit etwa 54 bis 58 Grad Loft und viel Bounce, also einer nach unten gewölbten Sohle. Es wurde für Schläge aus dem Bunker entwickelt. Der Schläger gleitet durch den Sand, statt sich einzugraben. Sie nutzen es auch für Pitches und Chips rund ums Grün.
Was ist ein Sand Wedge?
Das Sand Wedge, kurz SW, ist einer der vier gängigen Wedges im Golfbag. Es folgt auf das Pitching Wedge und das Gap Wedge und liegt im Loft vor dem Lob Wedge. Mit etwa 54 bis 58 Grad hebt es den Ball steil an. Am häufigsten sehen Sie 56 Grad.
Den Namen hat das Sand Wedge von seinem ursprünglichen Zweck, dem Schlag aus dem Bunker. Es ist aber kein reiner Spezialschläger. Mit dem Sand Wedge spielen Golfer auch Pitches und Chips, Schläge aus tiefem Rough und Bälle aus schwierigen Lagen am Grün. Viele Spieler nutzen es sogar für kurze Annäherungen auf festen Grüns.
Die Schaftlänge liegt meist bei etwa 35 Zoll, also rund 89 Zentimetern. Der Kopf ist schwerer als der eines Pitching Wedge. Dieses Gewicht und die breite Sohle helfen dem Schläger, durch den Sand zu gleiten.
Loft und Bounce: warum die Sohle zählt
Der Loft eines Sand Wedge beträgt typischerweise 54 bis 58 Grad. Er bestimmt, wie hoch der Ball steigt und wie schnell er nach der Landung stehen bleibt.
Genauso wichtig ist der Bounce. Das ist der Winkel zwischen der Vorderkante und dem tiefsten Punkt der Sohle, wenn der Schläger flach auf dem Boden steht. Ein Sand Wedge hat meist viel Bounce, häufig etwa 10 bis 14 Grad. Die Sohle ist nach unten gewölbt und bildet eine Art Kufe. Sie verhindert, dass sich die Vorderkante im Sand eingräbt. Stattdessen gleitet der Schläger unter dem Ball durch.
Bounce-Werte sind relativ zu den Bedingungen zu sehen:
- Weicher, lockerer Sand und weicher Boden: mehr Bounce hilft.
- Fester, nasser Sand und harter Boden: weniger Bounce wird bevorzugt.
Die genauen Werte nennen die Hersteller. Auf der Sohle steht oft eine Zahl wie 56-12. Sie bedeutet 56 Grad Loft und 12 Grad Bounce.
Sand Wedge Schlagweite: grobe Orientierung
Wie weit Sie mit dem Sand Wedge schlagen, hängt von Schwung, Loft und Treffpunkt ab. Feste Werte gibt es nicht. Als grobe Orientierung für einen vollen Schlag:
- Viele männliche Freizeitgolfer: etwa 65 bis 90 Meter Carry.
- Viele Freizeitgolferinnen: etwa 45 bis 65 Meter Carry.
- Einsteiger: oft weniger, solange der Treffpunkt noch schwankt.
Carry ist die Strecke in der Luft. Nach der Landung rollt der Ball beim Sand Wedge nur wenige Meter.
Die Weite für einen vollen Schlag ist nur eine von mehreren Zahlen, die Sie kennen sollten. Ergänzen Sie sie um Werte für den Halb- und Dreiviertelschwung. Aus dem Bunker fliegt der Ball meist kürzer, weil Sand Energie aufnimmt. Auf einer Range mit Launch Monitor messen Sie die Weiten für zehn Schläge mit gleichem Schwung und notieren den Durchschnitt. So haben Sie für kurze Distanzen mehrere verlässliche Werte.
Der Bunkerschlag Schritt für Schritt, mit Praxisbeispiel
Der Bunkerschlag funktioniert anders als ein normaler Schlag. Sie treffen den Sand hinter dem Ball und nicht den Ball selbst. Der Sand trägt den Ball nach oben und aus dem Bunker.
- Stand: Gehen Sie mit den Füßen etwas in den Sand, damit Sie sicher stehen. Der Stand ist breiter und etwas offen, also leicht links vom Ziel ausgerichtet.
- Schlagfläche: Öffnen Sie die Schlagfläche, bevor Sie den Griff schließen. So wird der Bounce wirksam.
- Ballposition: Der Ball liegt etwa in der Standmitte oder etwas weiter vorn. Das Gewicht ruht eher auf dem vorderen Fuß.
- Treffpunkt: Zielen Sie als Orientierung auf eine Stelle etwa vier bis fünf Zentimeter hinter dem Ball.
- Schwung: Schwingen Sie mit Tempo durch den Ball bis zu einem ausgeprägten Finish. Wer abbremst, bleibt im Sand stecken.
Der Sand erzeugt eine kleine Explosion, in der der Ball nach oben und nach vorn geschoben wird. Der Schlag braucht deshalb mehr Schwung, als man erwartet. Der Ball landet zum Beispiel auf dem Grün und rollt wenige Meter aus.
Sie spielen ein Par-4-Loch mit 350 Metern. Der zweite Schlag landet im Grünbunker. Der Ball liegt gut im Sand, die Fahne steht zehn Meter entfernt. Der Bunker hat eine mittlere Kante.
Sie wählen das Sand Wedge mit 56 Grad. Sie öffnen die Schlagfläche, stellen sich etwas breiter, drehen die Füße leicht nach links und zielen auf einen Punkt vier Zentimeter hinter dem Ball. Dann schwingen Sie mit Tempo durch bis zu einem hohen Finish.
Der Sand fliegt mit dem Ball auf das Grün. Der Ball landet fünf Meter vor der Fahne, rollt vier Meter aus und bleibt anderthalb Meter neben dem Loch liegen. Sie lochen den Putt. Ergebnis: vier Schläge, also Par. Golfer nennen das ein Sand Save. Ohne den passenden Schläger hätte der Ball den Bunker vielleicht nicht verlassen.
Regeln im Bunker
Die Golfregeln schränken im Bunker einiges ein. Nach Regel 12.2b dürfen Sie den Sand vor dem Schlag nicht berühren, um dessen Beschaffenheit zu prüfen. Sie dürfen den Sand nicht mit dem Schläger berühren, wenn Sie einen Probeschwung machen, den Schläger direkt vor oder hinter dem Ball aufsetzen oder den Rückschwung ausführen. Ein Verstoß kostet in Zählspielformen zwei Strafschläge, im Lochspiel das Loch.
Erlaubt sind dagegen:
- die Füße im Sand einzugraben, um sicher zu stehen,
- sich auf den Schläger zu stützen,
- lose natürliche Gegenstände wie Blätter oder Zweige zu entfernen,
- den Sand nach dem Schlag zu glätten.
Nach dem Schlag harken Sie den Bunker mit dem Rechen sorgfältig glatt. Das gehört zur Etikette. Liegt der Ball unspielbar im Bunker, gibt es Optionen mit Strafschlägen. Die Einzelheiten dazu regelt Regel 19.
Sand Wedge, Gap Wedge, Pitching Wedge und Lob Wedge
Wedges unterscheiden sich vor allem im Loft. Die folgenden Werte sind typische Spannen und weichen je nach Hersteller ab:
- Pitching Wedge: etwa 43 bis 48 Grad, für volle Schläge und lange Pitches.
- Gap Wedge: etwa 48 bis 52 Grad, füllt die Lücke zum Sand Wedge.
- Sand Wedge: etwa 54 bis 58 Grad, mit viel Bounce für Bunker und weiche Lagen.
- Lob Wedge: etwa 58 bis 64 Grad, für sehr hohe, kurze Schläge.
Zwischen den Wedges sollten etwa vier bis sechs Grad Loft liegen. Spielen Sie ein Pitching Wedge mit 44 Grad und ein Sand Wedge mit 56 Grad, bleibt eine Lücke von zwölf Grad. Ein Gap Wedge mit etwa 50 Grad schließt sie.
Das Sand Wedge ist für Einsteiger meist der erste Wedge nach dem Pitching Wedge. Es ist vielseitig und kommt auf dem Platz oft zum Einsatz. Die Regeln erlauben höchstens 14 Schläger (Regel 4.1b). Planen Sie Ihre Wedges daher mit den Lofts Ihrer Eisen.
Geschichte, typische Fehler und Tipps
Als Erfinder des modernen Sand Wedge gilt der amerikanische Golfer Gene Sarazen. Er verlötete 1931 Metall an der Unterseite eines Eisens, sodass die Sohle tiefer lag als die Vorderkante. Damit glitt der Schläger durch den Sand. Sarazen setzte den Schläger 1932 bei der British Open in Prince’s ein und gewann das Turnier.
Typische Fehler im Bunker sind:
- Schlagfläche geschlossen: Die Kante gräbt sich ein, der Ball bleibt im Sand.
- Abbremsen vor dem Treffmoment: Der Schläger bleibt stecken.
- Ball direkt treffen: Der Ball fliegt flach und weit über das Grün hinaus.
- Zu wenig Schwung: Mit einem zu kurzen Schwung kommt der Sand nicht in Bewegung.
Üben Sie auf einem Übungsbunker. Ziehen Sie eine Linie in den Sand und versuchen Sie, sie vier Zentimeter hinter dem Ball zu treffen. Das schult das Gefühl für den Sand und gibt Sicherheit.
Ausprobieren in der Golf Lounge
Den Bunkerschlag können Sie auf dem 9-Loch-Platz „Schwarz“ der Golf Lounge Resort Hamburg einsetzen. Der Platz hat Par 33 und ist mit DGV-Platzreife bespielbar. Zum Gelände gehören Bunker, Wasserhindernisse und geschützte Grüns, die Bahnen sind Par 3 und Par 4. Pro Tee-Time spielen bis zu vier Personen, gebucht wird online. Von April bis Dezember ist der Platz geöffnet. Jeden Samstag gibt es von Mai bis Oktober ein vorgabewirksames 9-Loch-Turnier.
Häufige Fragen
Was ist ein Sand Wedge beim Golf?
Ein Sand Wedge ist ein Wedge mit etwa 54 bis 58 Grad Loft und viel Bounce. Es wurde für Schläge aus dem Bunker entwickelt, weil die gewölbte Sohle durch den Sand gleitet. Sie nutzen es auch für Pitches und Chips rund ums Grün und aus schwierigen Lagen im Rough.
Wie viel Loft hat ein Sand Wedge?
Ein Sand Wedge hat typischerweise 54 bis 58 Grad Loft. Am häufigsten sind 56 Grad. Der Bounce liegt häufig bei etwa 10 bis 14 Grad. Beide Werte stehen oft auf der Sohle, zum Beispiel als 56-12. Wählen Sie den Loft so, dass zu Ihrem Pitching Wedge etwa vier bis sechs Grad Abstand bleiben.
Wie weit schlägt man mit dem Sand Wedge?
Viele männliche Freizeitgolfer erreichen mit einem vollen Schwung etwa 65 bis 90 Meter Carry, viele Frauen etwa 45 bis 65 Meter. Aus dem Bunker fliegt der Ball kürzer, weil der Sand Energie aufnimmt. Messen Sie Ihre eigenen Weiten auf der Range, denn jeder Schwung ist anders.
Wie spielt man einen Bunkerschlag mit dem Sand Wedge?
Öffnen Sie die Schlagfläche, stehen Sie etwas breiter und leicht offen und zielen Sie auf eine Stelle vier bis fünf Zentimeter hinter dem Ball. Schwingen Sie mit Tempo durch den Sand bis zu einem hohen Finish. Der Sand trägt den Ball aus dem Bunker. Abbremsen ist der häufigste Fehler.
Darf man im Bunker den Sand berühren?
Vor dem Schlag dürfen Sie den Sand nicht mit der Hand oder dem Schläger berühren, um ihn zu prüfen. Auch Probeschwung, Aufsetzen direkt vor oder hinter dem Ball und der Rückschwung dürfen den Sand nicht berühren (Regel 12.2b). Die Füße dürfen Sie eingraben. Verstöße kosten in Zählspielformen zwei Strafschläge.
Stand: Oktober 2026