Golf-Lexikon
Bump and Run
Kurz erklärt
Ein Bump and Run ist ein flacher Annäherungsschlag, bei dem der Ball nur kurz in der Luft ist und danach lange zur Fahne rollt. Sie spielen ihn meist mit einem Eisen 7, 8 oder 9 aus der Nähe des Grüns. Der Schlag ist einfach auszuführen und gilt als sicher, wenn der Boden zwischen Ball und Fahne frei ist.
Bump and Run: Bedeutung und Grundidee
Der Name beschreibt den Schlag genau. „Bump“ bedeutet hüpfen oder aufstoßen: Der Ball landet früh auf dem Boden und springt dort einmal an. „Run“ bedeutet laufen: Danach rollt er wie ein langer Putt Richtung Loch. Der größte Teil der Strecke wird also am Boden zurückgelegt und nicht in der Luft.
Damit ist der Bump and Run das Gegenstück zum hohen Pitch. Beim Pitch fliegt der Ball hoch, landet weich und rollt nur wenig. Beim Bump and Run bleibt die Flugkurve niedrig, die Landung ist kurz vor dem Grün oder auf der Grünkante, und der Rest ist Rollen. Golfer sprechen auch vom Lauf-Chip oder, im Englischen, vom Chip and Run.
Der Schlag gehört zum kurzen Spiel. Sie setzen ihn ein, wenn Sie wenige Meter neben dem Grün liegen, etwa auf dem Vorgrün, am Grünrand oder im kurz gemähten Bereich davor. Bei vielen Spielern ist er die zuverlässigste Art, aus solchen Lagen in die Nähe der Fahne zu kommen.
So spielen Sie den Bump and Run Schritt für Schritt
Die Bewegung ähnelt einem Putt, nur mit einem Eisen in der Hand. Das macht sie für Einsteiger gut erlernbar.
- Stand: Die Füße stehen eng beieinander, der Stand ist leicht offen. Als Orientierung liegt das Gewicht zu etwa 60 bis 70 Prozent auf dem vorderen Fuß und bleibt dort.
- Ballposition: Der Ball liegt etwa in der Mitte bis leicht hinter der Mitte des Stands. So treffen Sie den Ball im Abwärtsschwung mit wenig Loft.
- Griff: Fassen Sie den Schläger etwas tiefer am Schaft an. Die Hände sind leicht vor dem Ball, der Schaft neigt sich zur Fahne.
- Bewegung: Schultern und Arme schwingen als Einheit, die Handgelenke bleiben ruhig. Der Rückschwung ist kurz, der Durchschwung ungefähr gleich lang.
- Blick und Gefühl: Schauen Sie nicht nur auf den Ball, sondern auch auf die Landestelle, an der der Ball zum ersten Mal den Boden berührt.
Der Schläger bleibt nach dem Treffmoment flach und niedrig. Wer den Schlag mit den Händen hochziehen will, spielt ihn meist zu hoch und zu kurz.
Schlägerwahl und Rechnung: Wie viel Flug, wie viel Roll?
Der Loft des Schlägers entscheidet, wie lange der Ball in der Luft bleibt. Je kleiner der Loft, desto weniger Flug und desto mehr Roll. Üblich sind das Eisen 7, 8 oder 9. Manche Spieler nehmen auch ein Hybrid oder ein Holz, wenn der Ball auf dem Vorgrün liegt. Mit dem Pitching Wedge oder dem Sand Wedge wird der Schlag eher zum normalen Chip.
Eine einfache Faustregel hilft bei der Planung. Mit einem Eisen 7 rollt der Ball nach der Landung oft deutlich länger, als er geflogen ist. Mit einem Wedge ist es umgekehrt. Verbreitet ist auch die sogenannte Zwölferregel: Zwölf minus Eisennummer ergibt grob das Verhältnis von Roll zu Flug. Beim Eisen 8 rollt der Ball also etwa viermal so weit, wie er fliegt. Auch das ist nur eine Orientierung für ein ebenes Grün mit mittlerer Geschwindigkeit. Wie sich die Anteile genau verteilen, hängt von drei Dingen ab: Härte des Bodens, Gefälle und Länge des Grases. Auf einem schnellen, harten Grün rollt der Ball weiter als auf einem weichen, nassen.
Deshalb lohnt sich der Probelauf am Übungsgrün. Spielen Sie mit zwei oder drei Schlägern denselben Schlag und merken Sie sich, wo der Ball landet und wie weit er rollt. Diese eigene Tabelle ist mehr wert als jede allgemeine Zahl.
Beispiel aus der Praxis: 25 Meter bis zur Fahne
Stellen Sie sich eine Bahn vor, bei der Ihr Ball fünf Meter vor dem Grün auf kurz gemähtem Gras liegt. Die Fahne steckt 20 Meter hinter der Grünkante, also 25 Meter von Ihnen entfernt. Zwischen Ball und Grün liegt kein Bunker und kein Wasser, der Boden ist trocken und fest.
Sie wählen ein Eisen 8. Die Landestelle legen Sie auf die Grünkante, etwa fünf Meter vor Ihrem Ball. Der Ball fliegt also nur wenige Meter, springt auf und rollt die restlichen 20 Meter zur Fahne. Gelingt der Schlag, bleibt der Ball ein bis zwei Meter neben dem Loch liegen. Der nächste Putt fällt dann mit gutem Gefühl.
Zum Vergleich ein Pitch mit dem Sand Wedge: Er müsste hoch fliegen und fast ohne Roll landen. Dafür muss Länge und Höhe genau stimmen, und schon ein leichter Fehler im Treffmoment kostet viele Meter. Der Bump and Run verzeiht kleine Fehler besser, weil der Ball am Boden ruhiger läuft. Haben Sie auf einem Par-4-Loch zwei Schläge bis kurz vor das Grün gebraucht, ist ein solcher Schlag mit anschließendem Putt oft der Weg zum Par.
Wann der Bump and Run die beste Wahl ist
Der Schlag passt in diese Lagen besonders gut:
- Der Ball liegt am Grünrand oder auf dem Vorgrün, und die Fahne ist weit entfernt.
- Zwischen Ball und Grün gibt es kein Hindernis, über das der Ball fliegen müsste.
- Der Boden ist fest und trocken, das Gras kurz gemäht.
- Es weht starker Wind. Ein flacher Ball wird davon weniger beeinflusst als ein hoher.
- Das Grün ist groß und fällt nicht stark vom Spieler weg.
Weniger geeignet ist er, wenn Bunker, Wasser oder ein steiler Hang vor dem Grün liegen. Auch dann, wenn die Fahne direkt hinter der Grünkante steckt, fehlt der Platz zum Rollen. Hier ist ein höherer Chip oder ein Pitch die bessere Wahl. Wer im tiefen Rough liegt, sollte den Schlag ebenfalls meiden, denn das Gras bremst den Ball unberechenbar.
Besonders verbreitet ist der Bump and Run auf Linksplätzen, also Küstenplätzen mit hartem, welligem Boden. Dort ist der Rollanteil von der Natur des Platzes vorgegeben. Das Prinzip funktioniert aber auf jedem Platz mit festem Gelände.
Abgrenzung: Bump and Run, Chip, Pitch und Texas Wedge
Im kurzen Spiel gibt es mehrere Schläge, die sich in Flughöhe und Rollanteil unterscheiden.
- Der Chip ist ein niedriger Schlag aus kurzer Entfernung mit einem Wedge oder Eisen. Der Bump and Run ist eine Sonderform, bei der der Rollanteil besonders groß ist.
- Der Pitch fliegt höher und weiter, landet weich und rollt nur wenig. Er braucht mehr Schwung und mehr Gefühl für die Distanz.
- Der Putt wird mit dem Putter gespielt. Wer aus der Nähe des Grüns mit dem Putter über das Vorgrün spielt, nutzt den sogenannten Texas Wedge. Das ist ein umgangssprachlicher Ausdruck und kein offizieller Begriff.
In der Praxis lohnt sich eine einfache Reihenfolge: Erst fragen, ob ein Putt möglich ist. Dann prüfen, ob ein Bump and Run funktioniert. Erst danach kommt der Chip mit mehr Loft und zuletzt der Pitch. So wählen Sie immer den Schlag mit dem geringsten Risiko, der die Fahne noch erreicht.
Typische Fehler und Übungen
Einsteiger machen beim Bump and Run oft dieselben Fehler.
- Das Gewicht rutscht beim Durchschwung nach hinten. Der Schläger trifft dann zuerst den Boden, und der Ball bleibt zu kurz.
- Die Handgelenke klappen ein. Das lässt den Ball hoch starten und nimmt ihm den Lauf.
- Die Landestelle wird nicht beachtet. Wer nur das Loch anschaut, verschätzt sich bei der Distanz.
- Das Tempo ist zu langsam. Der Schläger bremst vor dem Ball ab, und der Treffer misslingt.
Mit drei Übungen lässt sich der Schlag schnell verbessern. Legen Sie ein Handtuch auf die Landestelle und versuchen Sie, es zu treffen. Spielen Sie zehn Bälle mit dem Eisen 8 auf dieselbe Fahne und notieren Sie, wo sie liegen bleiben. Wechseln Sie dann auf das Eisen 9 und vergleichen Sie. So lernen Sie, wie viel Roll jeder Schläger bringt.
Ein Trainer kann Ihnen zeigen, ob Stand, Gewicht und Handgelenke stimmen. Meist reichen wenige Minuten, um den Schlag deutlich ruhiger zu machen.
Ausprobieren in der Golf Lounge
Das kurze Spiel lässt sich in der Golf Lounge gezielt verbessern. Bei den PGA-Trainern können Sie kurze Impulseinheiten buchen, zum Beispiel zum Kurzspiel und Putten, oder eine Einzelstunde von 60 Minuten. Das Team arbeitet auf Wunsch mit Videoanalyse (V1 Pro) und TrackMan-Daten. So sehen Sie, ob Stand und Gewichtsverlagerung bei Ihrem Bump and Run passen. Die Termine buchen Sie online.
Häufige Fragen
Was ist ein Bump and Run beim Golf?
Ein Bump and Run ist ein flacher Annäherungsschlag aus der Nähe des Grüns. Der Ball fliegt nur ein kurzes Stück, landet früh und rollt den größten Teil der Strecke zur Fahne. Gespielt wird er meist mit einem Eisen 7, 8 oder 9. Er eignet sich bei freiem Weg zum Grün und festem Boden.
Mit welchem Schläger spielt man einen Bump and Run?
Üblich sind das Eisen 7, 8 oder 9. Je weniger Loft der Schläger hat, desto weniger fliegt der Ball und desto mehr rollt er. Manche Spieler nehmen auch ein Hybrid. Mit einem Sand Wedge wird der Schlag eher ein normaler Chip. Probieren Sie am Übungsgrün aus, wie weit jeder Schläger rollt.
Was ist der Unterschied zwischen Bump and Run und Pitch?
Der Pitch fliegt hoch, landet weich und rollt wenig. Der Bump and Run fliegt niedrig und rollt viel. Der Pitch braucht mehr Schwung und passt, wenn ein Hindernis vor dem Grün liegt. Der Bump and Run ist einfacher und sicherer, setzt aber freie Bahn und festen Boden voraus.
Wann sollte man keinen Bump and Run spielen?
Meiden Sie den Schlag, wenn Bunker, Wasser oder ein steiler Hang vor dem Grün liegen, wenn die Fahne direkt hinter der Grünkante steckt oder wenn der Ball im tiefen Rough liegt. In diesen Fällen fehlt der Platz zum Rollen oder das Gras bremst den Ball unberechenbar. Ein höherer Chip oder ein Pitch ist dann besser.
Wie übt man den Bump and Run am besten?
Legen Sie ein Handtuch auf die Landestelle und spielen Sie zehn Bälle mit demselben Schläger darauf. Notieren Sie, wie weit die Bälle rollen. Wechseln Sie dann den Schläger und vergleichen Sie. So bekommen Sie ein Gefühl für das Verhältnis von Flug und Roll. Ein Trainer prüft außerdem Stand und Gewichtsverteilung.
Stand: Oktober 2026