Pitching Wedge

Golf-Lexikon

Pitching Wedge

Kurz erklärt

Das Pitching Wedge, kurz PW, ist der Schläger mit dem meisten Loft in einem normalen Eisensatz. Typischerweise liegt der Loft bei etwa 43 bis 48 Grad, je nach Hersteller. Sie nutzen es für volle Schläge aus kurzer Distanz aufs Grün und für Pitches und Chips rund ums Grün. Es ist meist das erste von mehreren Wedges im Bag.

Was ist ein Pitching Wedge?

Das Pitching Wedge ist das kürzeste Eisen in einem klassischen Schlägersatz. Es folgt direkt auf das 9-Eisen und ist oft mit P oder PW markiert. In den meisten Eisensätzen ist es bereits enthalten. Deshalb haben fast alle Golfer ein Pitching Wedge im Bag, auch wenn sie sonst wenige Wedges besitzen.

Der Name kommt vom englischen Wort pitch. Ein Pitch ist ein hoher, kurzer Schlag, bei dem der Ball den größten Teil der Strecke fliegt und nur wenig rollt. Wedge bedeutet Keil und beschreibt die keilförmige Form des Schlägerkopfs.

Das Pitching Wedge ist ein Allrounder. Mit einem vollen Schwung spielen Sie damit kontrollierte Annäherungen. Mit kürzeren Schwüngen gelingen Pitches, und mit einer kleinen, putt-ähnlichen Bewegung können Sie flache Chips spielen. Für Einsteiger ist es einer der wichtigsten Schläger für das kurze Spiel.

Pitching Wedge Loft und Bauweise

Der Loft eines Pitching Wedge liegt typischerweise bei etwa 43 bis 48 Grad. Die genaue Zahl hängt stark vom Hersteller und vom Eisensatz ab. Ältere oder sehr klassische Sätze haben eher 47 oder 48 Grad. Viele moderne Sätze, vor allem für mehr Weite gebaute, haben eher 43 bis 45 Grad.

Diesen Trend nennt man im Englischen Loft-Jacking. Hersteller verringern den Loft aller Eisen etwas, damit die Schläger weiter fliegen. Die Folge: Zwischen Pitching Wedge und Sand Wedge entsteht eine größere Lücke. Diese Lücke füllt oft ein Gap Wedge.

Die Schaftlänge entspricht etwa der des 9-Eisens oder ist minimal kürzer, meist um die 35,5 Zoll, also rund 90 Zentimeter. Die Sohle ist schmaler als bei einem Sand Wedge und hat meist wenig Bounce. Das ist der Winkel, der verhindert, dass sich die Kante in den Boden gräbt. Wenig Bounce passt gut zu festem Boden und Schlägen vom Fairway.

Schlagweite mit dem Pitching Wedge: grobe Orientierung

Wie weit Sie ein Pitching Wedge schlagen, hängt stark von Ihrer Schwunggeschwindigkeit, dem Treffpunkt und dem Loft Ihres Schlägers ab. Feste Werte gibt es deshalb nicht. Als grobe Orientierung für einen vollen Schwung:

Carry ist die Strecke, die der Ball in der Luft zurücklegt. Danach rollt er beim Pitching Wedge meist nur noch wenige Meter.

Wichtiger als ein Vergleich mit anderen ist Ihre eigene Zahl. Messen Sie auf einer Range mit Launch Monitor zehn volle Schläge und notieren Sie den Durchschnitt. Ergänzen Sie dann Werte für einen halben und einen Dreiviertel-Schwung. So haben Sie für kurze Distanzen drei verlässliche Weiten mit nur einem Schläger.

Einsatz: voller Schlag, Pitch und Chip

Das Pitching Wedge eignet sich für drei typische Situationen.

Voller Schlag: Aus kurzer Distanz zum Grün spielen Sie einen normalen Schwung. Der Ball fliegt hoch, landet relativ steil und bleibt nach kurzer Rollstrecke liegen. Das ist ideal, wenn Sie die Fahne direkt angreifen wollen.

Pitch: Bei Entfernungen, die kürzer sind als Ihr voller Schlag, verkürzen Sie den Schwung. Ein Halbschwung oder Dreiviertelschwung bringt den Ball hoch über Rough oder einen Bunker hinweg aufs Grün.

Chip: Direkt am Grünrand spielen Sie eine kleine Bewegung ähnlich wie beim Putten. Der Ball fliegt kurz und rollt dann den größeren Teil der Strecke. Diese Technik heißt oft Bump and Run. Mit dem Pitching Wedge rollt der Ball weiter als mit einem Sand Wedge und weniger weit als mit einem 7-Eisen.

Aus tiefem Sand im Bunker ist ein Sand Wedge mit mehr Bounce meist die bessere Wahl.

Praxisbeispiel: Annäherung auf einem Par-4-Loch

Sie spielen ein Par-4-Loch mit 320 Metern. Ihr Abschlag mit dem Holz 5 landet nach 180 Metern auf dem Fairway. Bis zur Fahne sind es nun 140 Meter. Mit einem 7-Eisen erreichen Sie den Vorgrünbereich, aber der Ball bleibt 25 Meter vor der Fahne liegen.

Zwischen Ball und Grün liegt ein kleiner Streifen Rough. Sie entscheiden sich für einen kurzen Pitch mit dem Pitching Wedge. Mit einem Schwung bis etwa Hüfthöhe fliegt der Ball 20 Meter, landet auf dem Grün und rollt noch drei Meter. Er bleibt einen Meter neben dem Loch liegen.

Den kurzen Putt lochen Sie. Ergebnis: vier Schläge, also Par. Hätten Sie ein Sand Wedge genommen, wäre der Ball höher geflogen und schneller liegen geblieben. Mit dem Putter hätte das Rough den Ball unberechenbar gebremst. Das Pitching Wedge war hier der Mittelweg aus Flug und Roll.

Pitching Wedge, Gap Wedge, Sand Wedge, Lob Wedge

Wedges unterscheiden sich vor allem im Loft. Die folgenden Werte sind typische Spannen, die je nach Hersteller abweichen:

Zwischen den Wedges sollten ungefähr 4 bis 6 Grad Loft liegen. So entstehen gleichmäßige Abstände in der Schlagweite. Prüfen Sie den Loft Ihres Pitching Wedge, bevor Sie weitere Wedges kaufen. Liegt er bei 44 Grad, ist ein Gap Wedge um 48 bis 50 Grad oft sinnvoll.

Typische Fehler und Tipps

Mit dem Pitching Wedge passieren einige Fehler besonders oft:

Ein guter Treffer nimmt nach dem Ball ein kleines Divot. Das zeigt, dass der Schläger den Ball in der Abwärtsbewegung getroffen hat.

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Häufige Fragen

Wie viel Loft hat ein Pitching Wedge?

Ein Pitching Wedge hat typischerweise etwa 43 bis 48 Grad Loft. Klassische Eisensätze liegen eher bei 47 bis 48 Grad, viele moderne Sätze bei 43 bis 45 Grad. Der genaue Wert hängt vom Hersteller ab und steht oft im Datenblatt des Satzes. Er ist wichtig, wenn Sie passende weitere Wedges auswählen.

Wie weit schlägt man ein Pitching Wedge?

Das ist sehr unterschiedlich. Als grobe Orientierung erreichen viele männliche Freizeitgolfer mit einem vollen Schwung etwa 80 bis 110 Meter Carry, viele Frauen etwa 55 bis 80 Meter. Einsteiger liegen oft darunter. Messen Sie Ihre eigene Weite am besten auf einer Range mit Launch Monitor.

Was ist der Unterschied zwischen Pitching Wedge und Sand Wedge?

Das Pitching Wedge hat weniger Loft, typischerweise etwa 43 bis 48 Grad, und wenig Bounce. Es fliegt weiter und rollt mehr. Das Sand Wedge hat meist etwa 54 bis 56 Grad und deutlich mehr Bounce. Es gleitet besser durch Sand und weiche Böden und lässt den Ball höher steigen und schneller liegen bleiben.

Kann man mit dem Pitching Wedge chippen?

Ja, sehr gut sogar. Mit einer kleinen, putt-ähnlichen Bewegung fliegt der Ball kurz und rollt dann zur Fahne. Diese Technik heißt Bump and Run. Sie eignet sich, wenn zwischen Ball und Fahne viel Grün liegt. Der Ball rollt dabei weiter als mit einem Sand Wedge und ist gut zu dosieren.

Stand: Oktober 2026

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