Fahnenstange

Golf-Lexikon

Fahnenstange

Kurz erklärt

Die Fahnenstange ist der bewegliche Stab mit Flagge, der im Loch steckt und zeigt, wo das Loch liegt. Nach Regel 13.2 dürfen Sie sie beim Putten im Loch lassen, entfernen oder von einem Mitspieler halten lassen. Trifft der Ball die Fahnenstange im Loch, gibt es seit 2019 keine Strafe, der Ball wird gespielt, wie er liegt.

Was ist die Fahnenstange beim Golf?

Die Fahnenstange ist ein beweglicher Stab, der im Loch steht. Am oberen Ende trägt sie eine Flagge. Beides zusammen nennt man auch Flagge, Flaggenstock oder auf Englisch Pin. Die Golfregeln sprechen von der Fahnenstange im Sinne der Stange mit allem, was daran befestigt ist.

Die Aufgabe ist einfach. Sie zeigt schon von Weitem, wo das Loch liegt. Ohne sie wäre das Loch auf einem großen Grün schwer zu erkennen, besonders bei Anspiel aus 150 Metern oder mehr. Die Position der Fahnenstange wechselt häufig. Greenkeeper stecken das Loch meist regelmäßig um, damit sich der Rasen am Loch erholt und das Spiel abwechslungsreich bleibt.

Auf manchen Plätzen zeigt die Farbe der Flagge, ob das Loch vorne, in der Mitte oder hinten auf dem Grün liegt. Welche Farbe was bedeutet, legt der Platz fest. Wenn Sie einen Platz zum ersten Mal spielen, lohnt sich ein Blick auf die Hinweise im Clubhaus oder auf der Platzübersicht.

Aufbau und Maße: Fahnenstange und Loch

Die Fahnenstange ist in der Regel rund und gut sichtbar gestaltet. Die Golfregeln definieren sie als beweglichen Stab, den die Spielleitung bereitstellt und der im Loch steht. Sie gehört also nicht zur Ausrüstung der Spieler.

Das Loch selbst hat einen festen Durchmesser von 108 Millimetern und eine Tiefe von mindestens 101,6 Millimetern. Ein Ball gilt als eingelocht, wenn er vollständig unterhalb der Oberfläche des Grüns im Loch liegt.

Die Stange steht üblicherweise mittig im Loch. Beim Putten gibt es zwei Wege: Sie steht im Loch, oder sie wird vor dem Schlag entfernt. Auch ein Mitspieler darf sie halten, siehe unten.

Für die Pflege des Grüns gilt: Werfen Sie die Stange nach dem Herausnehmen nicht auf das Grün. Legen Sie sie vorsichtig auf den Boden, abseits der Puttlinien. So bleiben Rasen und Linien der Mitspieler unversehrt.

Regel 13.2: Fahne stehen lassen, entfernen oder bedienen

Regel 13.2 regelt, was Sie mit der Fahnenstange tun dürfen. Sie haben drei Möglichkeiten:

Sie müssen sich vor dem Schlag entscheiden. Das gilt auch für Schläge außerhalb des Grüns, zum Beispiel einen Chip. Auch dort dürfen Sie die Fahnenstange stehen lassen.

Verboten ist es, die Stange absichtlich nicht mittig zu stellen, um einen Vorteil zu erhalten. Wer das tut und dessen Ball die Stange trifft, erhält die Grundstrafe von zwei Strafschlägen. Ebenso darf niemand die Stange absichtlich bewegen oder entfernen, während der Ball rollt, um zu beeinflussen, wo er liegen bleibt.

Der Ball liegt an der Fahnenstange

Manchmal bleibt ein Ball direkt an der Fahnenstange liegen. Hier kommt es darauf an, ob er schon im Loch ist.

Liegt auch nur ein kleiner Teil des Balls unterhalb der Oberfläche des Grüns im Loch, gilt der Ball als eingelocht. Er ist dann am Ziel, auch wenn er noch an der Stange lehnt.

Liegt er dagegen vollständig oberhalb der Oberfläche, ist er nicht eingelocht. Dann spielen Sie den Ball, wie er liegt. Entfernen Sie die Fahnenstange und bewegt sich der Ball dadurch, legen Sie ihn an den Rand des Lochs. Fällt er dabei ins Loch, gilt er als eingelocht. Beides kostet keinen Strafschlag.

Dieser Fall ist selten, aber wichtig. Viele Spieler wissen nicht, dass ein Ball an der Fahnenstange, der nur teilweise unter der Oberfläche liegt, bereits als eingelocht gilt. Mit der Regel von 2019 wurde das klargestellt.

Beispiel aus der Praxis: langer Putt mit Fahne im Loch

Sie spielen ein Par-4-Loch. Mit zwei Schlägen erreichen Sie das Grün. Der Ball liegt 12 Meter vom Loch entfernt. Die Fahnenstange steckt im Loch. Sie entscheiden sich, sie stehen zu lassen. Das hilft Ihnen, die Entfernung einzuschätzen.

Sie putten. Der Ball rollt direkt auf das Loch zu und trifft die Stange. Er fällt in das Loch. Das ist erlaubt. Sie haben drei Schläge gebraucht, also ein Birdie. Vor 2019 hätte dieser Putt im Zählspiel zwei Strafschläge gekostet, weil der Ball vom Grün aus die Fahnenstange im Loch getroffen hat. Seit der Regeländerung ist das kein Problem mehr.

Wäre der Ball an der Stange zur Ruhe gekommen, wäre es auf die Lage angekommen: Liegt ein Teil unter der Oberfläche des Grüns im Loch, gilt er als eingelocht. Sonst spielen Sie ihn, wie er liegt. Wichtig ist in jedem Fall, dass Sie sich vor dem Schlag entschieden haben.

Typische Fehler und Tipps

Bei der Fahnenstange passieren immer wieder dieselben Fehler:

Ein Tipp: Viele Spieler lassen die Fahne bei langen Putts stehen, weil sie das Ziel besser sehen. Bei kurzen Putts nehmen viele sie heraus. Eine feste Regel gibt es dazu nicht, es ist Geschmackssache.

Und noch ein Tipp zur Etikette: Wer die Stange hält, steht ruhig und seitlich, ohne einen Schatten auf die Linie zu werfen, und zieht sie rechtzeitig heraus. Das spart Zeit und schützt vor Fehlern.

Abgrenzung: Fahnenstange, Fahne und Pin

Rund um die Fahnenstange gibt es mehrere Begriffe, die sich überlappen.

Die Fahnenstange ist der Stab selbst. Mit Fahne oder Flagge ist meist das Tuch am oberen Ende gemeint, im Alltag aber oft die ganze Einheit. Der Pin ist das englische Wort dafür und wird auch im Deutschen oft benutzt. Wenn Golfer von einem Pin sprechen, meinen sie meist den Platz des Lochs auf dem Grün, zum Beispiel einen schwierigen Pin hinter einem Bunker.

Das Loch ist die Öffnung im Grün. Es hat einen Durchmesser von 108 Millimetern. Die Fahnenstange steht darin, ist aber nicht Teil des Lochs.

Und das Grün ist der Bereich rund um das Loch, auf dem geputtet wird. Mehr dazu finden Sie in den Beiträgen zu Grün und Putt.

Ausprobieren in der Golf Lounge

Wie die Fahnenstange im Spiel wirkt, erleben Sie am besten auf einem echten Grün. Der 9-Loch-Platz „Schwarz“ der Golf Lounge Resort Hamburg hat Par-3- und Par-4-Bahnen sowie geschützte Grüns. Er ist mit DGV-Platzreife von April bis Dezember bespielbar. Die Tee-Time buchen Sie online, pro Buchung sind ein bis vier Spieler möglich. So können Sie Regel 13.2 gleich in der Praxis ausprobieren.

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Häufige Fragen

Darf man beim Golf mit Fahne im Loch putten?

Ja. Seit 2019 dürfen Sie die Fahnenstange beim Putten im Loch lassen. Trifft der Ball die Stange, gibt es keine Strafe. Sie müssen sich vor dem Schlag entscheiden. Die Stange darf nur nicht absichtlich schief oder außermittig gestellt werden, um sich einen Vorteil zu verschaffen.

Gibt es einen Strafschlag, wenn der Ball die Fahnenstange trifft?

Nein. Trifft der Ball die Fahnenstange im Loch oder eine entfernte Fahnenstange, ist das seit 2019 straflos. Der Ball wird gespielt, wie er liegt. Nur wenn die Stange absichtlich nicht mittig gestellt wurde und der Ball sie trifft, gibt es die Grundstrafe von zwei Schlägen.

Soll ich die Fahne beim Putten drinlassen oder herausnehmen?

Beides ist erlaubt. Bei langen Putts lassen viele Spieler die Fahne stehen, weil sie das Ziel besser sehen. Bei kurzen Putts nehmen viele sie heraus. Eine feste Empfehlung gibt es nicht. Wichtig ist nur, dass Sie sich vor dem Schlag entscheiden.

Wann gilt ein Ball an der Fahne als eingelocht?

Sobald auch nur ein Teil des Balls unterhalb der Oberfläche des Grüns im Loch liegt, gilt er als eingelocht, auch wenn er an der Stange lehnt. Liegt er vollständig oberhalb der Oberfläche, ist er nicht eingelocht und wird gespielt, wie er liegt.

Was bedeutet Pin im Golf?

Pin ist das englische Wort für die Fahnenstange. Im Alltag meinen Golfer damit oft auch die Position des Lochs auf dem Grün, zum Beispiel einen schwierigen Pin hinter einem Bunker. Mit dem Wechsel der Lochposition ändert sich der Pin. Die Greenkeeper stecken das Loch regelmäßig um.

Stand: Oktober 2026

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