Golf-Lexikon
Bounce
Kurz erklärt
Bounce ist der Winkel an der Sohle eines Wedges, der die Vorderkante der Schlagfläche leicht über den Boden hebt. Er verhindert, dass der Schläger in Rasen oder Sand einsticht, und lässt ihn stattdessen durch den Boden gleiten. Mehr Bounce hilft bei weichem Boden, weniger Bounce bei festem Boden.
Bounce beim Golf: Bedeutung einfach erklärt
Die Sohle ist die Unterseite des Schlägerkopfes. Bei einem Wedge ist sie nach hinten leicht abgerundet und abgeschrägt. Der Bounce ist der Winkel, der dabei entsteht. Er beschreibt, um wie viel Grad die Vorderkante der Schlagfläche über dem Boden schwebt, wenn der Schläger richtig aufliegt. Gemessen wird er in Grad, zum Beispiel 8 oder 12 Grad.
Der Bounce hat eine einfache Aufgabe. Er soll verhindern, dass die Vorderkante des Wedges in den Boden sticht. Trifft die Sohle den Boden, prallt der Schläger gleichsam ab und gleitet durch Rasen oder Sand. Das Wort Bounce heißt wörtlich „Abprall“. Ohne Bounce würde der Schläger wie ein Messer eintauchen, und der Ball würde meist fett getroffen.
Bounce spielt vor allem bei Schlägen eine Rolle, bei denen der Schläger den Boden berührt, also bei Wedges, Bunkerschlägen, Chips und Pitches. Beim Driver oder beim Putter ist er praktisch ohne Bedeutung. Auf Wedges ist der Wert meist mit dem Loft angegeben, zum Beispiel als 56 Grad Loft mit 10 Grad Bounce.
Low, Mid und High Bounce: Welche Werte gibt es?
Hersteller teilen den Bounce meist in drei Gruppen ein. Die Zahlen sind grobe Richtwerte und unterscheiden sich je nach Marke.
- Low Bounce: etwa 4 bis 6 Grad. Die Sohle liegt flach, die Vorderkante kommt nah an den Ball. Geeignet für festen Boden, kurzen Rasen und harten Sand.
- Mid Bounce: etwa 7 bis 10 Grad. Der vielseitigste Wert, der bei normalen Bedingungen und vielen Schwungtypen funktioniert.
- High Bounce: ab etwa 11 Grad, bei manchen Modellen bis 14 Grad und mehr. Geeignet für weichen Boden, lockeren Sand und steile Schwünge.
Sand Wedges haben häufig mehr Bounce als Pitching Wedges oder Lob Wedges, weil sie im Bunker das Einsinken verhindern sollen. Ein Pitching Wedge trägt meist weniger Bounce, weil er überwiegend vom Fairway gespielt wird. Es gibt aber Ausnahmen, und manche Lob Wedges werden bewusst mit niedrigem Bounce gebaut, damit sich die Schlagfläche auf hartem Boden öffnen lässt.
Den Bounce-Wert finden Sie meist auf der Sohle oder am Schlägerkopf eingestanzt.
Was bestimmt den passenden Bounce?
Zwei Faktoren entscheiden, welcher Bounce zu Ihnen passt: der Boden und Ihr Schwung.
Der Boden:
- Weicher, nasser Rasen und lockerer Sand: High Bounce. Die breite Sohle gleitet, statt einzusinken.
- Fester, trockener Rasen, enge Lagen und harter Sand: Low Bounce. Eine Sohle mit viel Bounce würde auf hartem Boden abprallen, die Vorderkante träfe den Ball in der Mitte, und der Ball schösse flach und zu weit davon.
Ihr Schwung:
- Steiler Angriffswinkel mit tiefen Divots, ein Typ, den man „Digger“ nennt: mehr Bounce.
- Flacher Angriffswinkel mit kaum sichtbaren Divots, ein Typ, den man „Sweeper“ nennt: weniger Bounce.
Es gibt auch den wirksamen Bounce. Öffnen Sie die Schlagfläche, wird der hintere Teil der Sohle tiefer gestellt, und der wirksame Bounce steigt. Spielen Sie die Hände weit vor den Ball, sinkt er. Wer häufig Bälle aus verschiedenen Lagen spielt, kann also mit einem einzigen Wedge viele Situationen abdecken.
Praxisbeispiel: Bunkerschlag mit zwei Wedges
Stellen Sie sich einen Bunker mit weichem, lockerem Sand vor. Der Ball liegt zehn Meter vor dem Loch, das Grün liegt etwas höher. Sie haben zwei Wedges dabei: ein Sand Wedge mit 56 Grad Loft und 12 Grad Bounce und ein Gap Wedge mit 52 Grad Loft und 6 Grad Bounce.
Mit dem Sand Wedge öffnen Sie die Schlagfläche leicht und schwingen durch den Sand, einige Zentimeter hinter dem Ball. Die breite Sohle gleitet durch den Sand, hebt eine Portion Sand samt Ball an, und der Ball landet weich auf dem Grün.
Mit dem Gap Wedge würde die schmale Sohle mit geringem Bounce dagegen tiefer einsinken. Der Schläger bremst im Sand ab, und der Ball bleibt oft im Bunker.
Auf einem harten, gut gemähten Fairway ist es umgekehrt. Das Sand Wedge mit 12 Grad Bounce kann dort abprallen und den Ball am Äquator treffen. Das Gap Wedge mit 6 Grad sorgt für saubere Treffer. Das Beispiel zeigt: Der richtige Bounce hängt von der Lage ab.
Bounce und Grind: der Unterschied
Zwei Begriffe werden oft verwechselt.
- Bounce: der Winkel der Sohle, gemessen in Grad. Er bestimmt, wie leicht der Schläger durch den Boden gleitet.
- Grind: die Form der Sohle, also wie viel Material an Ferse, Spitze und Hinterkante abgeschliffen ist. Mit einem Grind lässt sich die Schlagfläche leichter öffnen, ohne dass die Vorderkante vom Boden abhebt.
Zwei Wedges mit demselben Bounce können sich also anders verhalten, wenn ihr Grind unterschiedlich ist. Viele Hersteller bieten deshalb mehrere Kombinationen aus Loft, Bounce und Grind an.
Nicht verwechseln sollten Sie Bounce außerdem mit dem Aufspringen des Balls. Im Golf sagen Spieler manchmal auch „Der Ball hat gebounct“, wenn er nach der Landung auf dem Grün hüpft. Das ist ein anderer Gebrauch des Wortes und hat mit dem Sohlenwinkel nichts zu tun. In diesem Eintrag geht es nur um die Sohle des Schlägers.
Typische Fehler bei der Wahl des Bounce
Bei Wedges passieren immer wieder dieselben Fehler.
- Nur auf den Loft achten: Zwei Wedges mit 56 Grad können sich durch den Bounce deutlich unterscheiden. Prüfen Sie beide Werte.
- Immer High Bounce kaufen: Mehr Bounce wirkt wie ein Sicherheitspolster, ist auf festem Boden aber ein Nachteil. Die Sohle prallt ab, und Sie treffen den Ball oft dünn.
- Den Boden Ihres Platzes ignorieren: Wer meist auf festen, kurz gemähten Plätzen spielt, braucht weniger Bounce als jemand, der auf weichen Plätzen oder in Sand trainiert.
- Die Schwungart nicht prüfen: Ein steiler Spieler mit wenig Bounce gräbt sich ein, ein flacher Spieler mit viel Bounce prallt ab.
- Ein Wedge für alles erwarten: Ein einzelner Wert deckt nicht jede Lage ab. Viele Golfer fahren mit zwei Wedges mit unterschiedlichem Bounce besser.
Am besten prüfen Sie die Wirkung im Test, nicht nur im Katalog.
Tipps: So finden Sie den richtigen Bounce
Mit ein paar Schritten finden Sie einen passenden Bounce.
- Prüfen Sie Ihre Divots: Sind sie tief und lang, spielen Sie eher steil. Dann passt mehr Bounce. Sind sie flach oder fehlen sie, passt weniger.
- Beachten Sie Ihre Plätze: Weicher Boden und lockerer Sand sprechen für mehr Bounce, harter Boden für weniger.
- Testen Sie verschiedene Wedges: Schlagen Sie mit zwei bis drei Bounce-Werten Chips und Pitches und achten Sie auf Kontakt und Ballflug.
- Beginnen Sie mit Mid Bounce: Er ist für die meisten Spieler ein guter Ausgangspunkt.
- Lassen Sie sich beraten: Ein Fitting mit Messwerten zeigt, welcher Wert zu Ihrem Schwung passt.
Ein Trainer kann Ihnen außerdem zeigen, wie Sie Hände, Ballposition und Schlagfläche so einstellen, dass der Bounce für Sie arbeitet. Das lohnt sich besonders im kurzen Spiel und im Bunker.
Ausprobieren in der Golf Lounge
Wie sich der Bounce Ihres Wedges auswirkt, zeigt sich im Zusammenspiel von Schwung und Boden. In der Golf Lounge buchen Sie PGA-Pros für Einzelstunden von 60 Minuten, auch kurze Impulseinheiten zum Kurzspiel sind möglich. Die Trainer arbeiten mit TrackMan-Daten zur Schwunganalyse, auf Wunsch gibt es ein Golf-Fitting. So klären Sie gemeinsam, welcher Wedge zu Ihrem Angriffswinkel passt. Die Buchung läuft online, Termine gibt es täglich nach Vereinbarung.
Häufige Fragen
Was ist Bounce beim Golf?
Bounce ist der Winkel an der Sohle eines Wedges, der die Vorderkante der Schlagfläche über den Boden hebt. Er verhindert, dass der Schläger einsticht, und lässt ihn durch Rasen oder Sand gleiten. Gemessen wird er in Grad, zum Beispiel 8 oder 12 Grad. Besonders wichtig ist er bei Wedges und im Bunker.
Was ist der Unterschied zwischen Low Bounce und High Bounce?
Low Bounce hat meist 4 bis 6 Grad und passt zu festem Boden, kurzem Rasen und hartem Sand. High Bounce beginnt bei etwa 11 Grad und passt zu weichem Boden, lockerem Sand und steilen Schwüngen. Mid Bounce liegt dazwischen und ist für viele Spieler der vielseitigste Wert.
Welchen Bounce braucht ein Sand Wedge?
Ein Sand Wedge hat häufig mehr Bounce als andere Wedges, oft im mittleren bis hohen Bereich. Bei weichem Sand ist mehr Bounce hilfreich, bei hartem Sand weniger. Prüfen Sie außerdem Ihre Schwungart: Wer steil und tief schwingt, profitiert eher von mehr Bounce.
Wie finde ich heraus, welchen Bounce ich brauche?
Schauen Sie auf Ihre Divots und Ihren Platz. Tiefe, lange Divots und weicher Boden sprechen für mehr Bounce, flache Divots und fester Boden für weniger. Am sichersten testen Sie mehrere Wedges oder lassen sich bei einem Fitting beraten. Mid Bounce ist für die meisten Spieler ein guter Start.
Was ist der Unterschied zwischen Bounce und Grind?
Bounce ist der Winkel der Sohle in Grad. Grind beschreibt die Form der Sohle, also wie viel Material an Ferse, Spitze und Hinterkante abgeschliffen ist. Mit einem passenden Grind lässt sich die Schlagfläche leichter öffnen. Beide Werte zusammen bestimmen, wie sich ein Wedge im Boden verhält.
Stand: Oktober 2026