Lob Wedge

Golf-Lexikon

Lob Wedge

Kurz erklärt

Das Lob Wedge ist der Schläger mit dem meisten Loft im Golfbag, meist zwischen 58 und 64 Grad. Es schickt den Ball sehr hoch und kurz aufs Grün, wo er weich landet und kaum rollt. Sie nutzen es für Annäherungen über Hindernisse, aus schwierigen Lagen und für den Flop Shot.

Was ist ein Lob Wedge?

Das Lob Wedge, kurz LW, ist der Wedge mit der größten Neigung der Schlagfläche. Das Wort „Lob“ beschreibt im Englischen einen hohen, weichen Ball, ähnlich wie beim Tennis. „Wedge“ heißt Keil und meint die keilförmige Form des Schlägerkopfs. Ein Lob Wedge ist also ein Keil für hohe, weiche Bälle.

Im Bag steht es am Ende der Wedge-Reihe: Pitching Wedge, Gap Wedge, Sand Wedge und zuletzt das Lob Wedge. Es gehört nicht zu einem normalen Eisensatz und wird fast immer einzeln gekauft. Viele Einsteiger spielen deshalb lange ohne Lob Wedge und kommen mit Pitching Wedge und Sand Wedge gut aus.

Der Ball startet mit einem Lob Wedge sehr steil, bleibt lange in der Luft und fällt in einem steilen Winkel zu Boden. Dadurch rollt er nach der Landung nur wenige Meter. Das Lob Wedge ist ein Spezialwerkzeug für das kurze Spiel, kein Schläger für den Alltag.

Lob Wedge Loft und Bauweise

Der Loft ist der Neigungswinkel der Schlagfläche. Beim Lob Wedge liegt er typischerweise zwischen 58 und 64 Grad. Am häufigsten sehen Sie 58, 60 und 62 Grad. Je höher der Loft, desto höher und kürzer fliegt der Ball. Ein 60-Grad-Wedge ist für viele Spieler ein guter Mittelwert.

Neben dem Loft zählt der Bounce. Das ist der Winkel an der Sohle, der verhindert, dass sich die Vorderkante in den Boden gräbt. Lob Wedges haben oft einen niedrigen bis mittleren Bounce, häufig zwischen etwa 4 und 10 Grad. Das passt zu festen Lagen und zu Schlägen, bei denen die Schlagfläche weit geöffnet wird. Auf weichem Boden oder im lockeren Sand graben sich niedrige Bounce-Werte dagegen leichter ein.

Die Schaftlänge ist ähnlich wie beim Sand Wedge, meist um 35 Zoll, also rund 89 Zentimeter. Der kurze Schaft hilft bei Kontrolle und Gefühl. Viele Hersteller bieten mehrere Sohlenformen an. Diese Formen heißen Grind. Wer eine Sohle mit weggeschliffener Ferse und Spitze wählt, kann die Schlagfläche leichter öffnen. Welche Kombination aus Loft, Bounce und Grind passt, hängt von Ihrem Schwung und den Plätzen ab, auf denen Sie spielen.

Lob Wedge Schlagweite: grobe Orientierung

Die Schlagweite mit dem Lob Wedge ist kurz und hängt stark vom Schwung ab. Als grobe Orientierung für einen vollen Schlag gelten:

Carry ist die Strecke, die der Ball in der Luft zurücklegt. Beim Lob Wedge rollt der Ball danach als Faustregel nur noch ein bis drei Meter.

In der Praxis spielen die meisten Golfer das Lob Wedge selten mit voller Kraft. Ein voller Schlag mit sehr viel Loft ist schwer zu dosieren, und schon kleine Treffpunktfehler verändern die Weite deutlich. Üblich sind Dreiviertel-, Halb- und Viertelschwünge. Jede dieser Längen ergibt eine feste Weite, zum Beispiel 20, 35 und 50 Meter.

Messen Sie diese Werte selbst. Schlagen Sie auf einer Range mit Launch Monitor zehn Bälle mit dem gleichen Schwung und notieren Sie den Durchschnitt des Carrys. Ein Vergleich mit anderen Spielern hilft wenig, denn Ihr Schwung ist entscheidend.

Wann setzen Sie das Lob Wedge ein?

Das Lob Wedge ist sinnvoll, wenn der Ball hoch fliegen und schnell liegen bleiben soll. Typische Situationen:

Für den Flop Shot öffnen Sie die Schlagfläche, stellen sich etwas offener und schwingen den Schläger flach unter den Ball. Der Ball steigt dann fast senkrecht auf. Der Schlag ist riskant: Wer unter dem Ball durchschlägt, spielt ihn kaum weg. Wer den Ball zu dünn trifft, erwischt ihn mit der Vorderkante und schickt ihn weit über das Grün.

Wenn Sie viel Platz zwischen Ball und Fahne haben, ist ein Chip mit Pitching Wedge oder Sand Wedge meist sicherer. Das Lob Wedge ist nur dann die beste Wahl, wenn Sie die Höhe wirklich brauchen.

Praxisbeispiel: Annäherung über einen Bunker

Sie spielen ein Par-4-Loch mit 340 Metern. Der Abschlag landet nach 190 Metern auf dem Fairway, der zweite Schlag mit dem 7-Eisen bleibt links vom Grün liegen. Zwischen Ihrem Ball und der Fahne liegt ein Grünbunker. Bis zur Bunkerkante sind es 12 Meter, die Fahne steht 6 Meter hinter der Kante, also 18 Meter vom Ball entfernt.

Mit dem Pitching Wedge wäre der Ball zu flach unterwegs und würde nach der Landung weit rollen. Mit dem Lob Wedge spielen Sie einen Halbschwung. Der Ball fliegt über den Bunker, landet nach etwa 15 Metern auf dem Grün und rollt noch zwei bis drei Meter aus. Er bleibt eineinhalb Meter neben dem Loch liegen.

Sie lochen den Putt. Das Ergebnis: vier Schläge, also Par. Hätten Sie die Fahne zu aggressiv angegriffen und den Ball zu kurz gespielt, läge er im Bunker. Dann wäre ein Bogey wahrscheinlich. Das Lob Wedge hat Ihnen in dieser Lage die Option verschafft, die Fahne anzuspielen. Ob das Risiko lohnt, entscheiden Sie von Fall zu Fall.

Lob Wedge, Sand Wedge, Gap Wedge und Pitching Wedge im Vergleich

Wedges unterscheiden sich vor allem im Loft. Die folgenden Werte sind typische Spannen und weichen je nach Hersteller ab:

Zwischen zwei Wedges sollten etwa vier bis sechs Grad Loft liegen. So entstehen gleichmäßige Abstände in der Schlagweite. Wer ein Sand Wedge mit 56 Grad spielt, wählt oft ein Lob Wedge mit 60 Grad. Ein 58-Grad-Lob-Wedge wäre dann nur zwei Grad vom Sand Wedge entfernt und bringt kaum zusätzlichen Nutzen.

Die Regeln erlauben höchstens 14 Schläger im Bag (Regel 4.1b). Jeder zusätzliche Wedge bedeutet, dass ein anderer Schläger zu Hause bleibt. Für Einsteiger lohnt sich das Lob Wedge deshalb erst, wenn Pitching Wedge und Sand Wedge sicher sitzen.

Typische Fehler und Tipps

Mit dem Lob Wedge passieren einige Fehler besonders oft:

Ein Tipp zum Üben: Legen Sie ein Handtuch drei Meter vor sich ab und versuchen Sie, den Ball darüber zu spielen und dahinter landen zu lassen. So lernen Sie schnell, wie viel Schwung welche Weite ergibt. Üben Sie Pitches und Chips außerdem mit mehreren Schlägern. Dann erkennen Sie, wann das Lob Wedge sinnvoll ist.

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Häufige Fragen

Was ist ein Lob Wedge beim Golf?

Ein Lob Wedge ist der Wedge mit dem meisten Loft, meist 58 bis 64 Grad. Der Ball fliegt damit sehr hoch, landet weich und rollt kaum aus. Sie nutzen es für kurze Annäherungen über Hindernisse, für den Flop Shot und für Schläge aus schwierigen Lagen. Es ist kein Pflichtschläger, viele Einsteiger spielen zunächst ohne.

Wie viel Loft hat ein Lob Wedge?

Ein Lob Wedge hat typischerweise zwischen 58 und 64 Grad Loft. Am häufigsten sind 58, 60 und 62 Grad. Die genaue Zahl steht oft auf der Sohle oder am Hals des Schlägerkopfs. Achten Sie auf einen Abstand von etwa vier bis sechs Grad zu Ihrem Sand Wedge, damit die Schlagweiten gleichmäßig verteilt sind.

Wie weit schlägt man mit einem Lob Wedge?

Mit einem vollen Schwung erreichen viele männliche Freizeitgolfer etwa 55 bis 80 Meter Carry, viele Frauen etwa 35 bis 60 Meter. Der Ball rollt danach nur ein bis drei Meter. Die meisten Spieler nutzen das Lob Wedge mit Dreiviertel- oder Halbschwüngen für Weiten zwischen 15 und 50 Metern.

Wann sollte man ein Lob Wedge einsetzen?

Setzen Sie es ein, wenn der Ball hoch fliegen und schnell liegen bleiben soll: über einen Bunker auf eine nahe Fahne, bei wenig Grün zum Arbeiten oder aus einer Lage hinter einem Hügel. Gibt es viel Platz bis zur Fahne, ist ein flacher Chip mit Pitching oder Sand Wedge meist sicherer.

Braucht ein Anfänger ein Lob Wedge?

Nein, nicht sofort. Mit Pitching Wedge und Sand Wedge lassen sich die meisten Situationen rund ums Grün lösen. Ein Lob Wedge lohnt sich, sobald diese beiden Schläger sicher sitzen und Sie gezielt hohe Bälle über Hindernisse spielen möchten. Lassen Sie sich vor dem Kauf zu Loft und Bounce beraten.

Stand: Oktober 2026

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