Golf-Lexikon
Loft
Kurz erklärt
Der Loft ist im Golf der Neigungswinkel der Schlagfläche, gemessen in Grad. Er entscheidet, wie hoch der Ball startet und wie viel Rückwärtsdrall er bekommt. Mehr Loft bedeutet einen höheren, kürzeren Flug. Ein Driver hat etwa 8 bis 12 Grad, ein Pitching Wedge etwa 43 bis 48 Grad.
Was ist Loft beim Golf?
Der Loft beschreibt, wie stark die Schlagfläche nach hinten geneigt ist. Stellen Sie sich den Schläger auf dem Boden vor und eine senkrechte Linie durch die Schlagfläche. Der Winkel zwischen dieser Linie und der Schlagfläche ist der Loft. Ein Putter hat sehr wenig Loft, ein Lob Wedge sehr viel.
Der Loft ist das wichtigste Unterscheidungsmerkmal zwischen den Schlägern. Alle Schläger im Bag sind im Grunde Variationen desselben Prinzips: Eine geneigte Fläche trifft den Ball. Je steiler die Neigung, desto höher steigt der Ball und desto weniger weit fliegt er. Je flacher die Neigung, desto weiter und flacher fliegt er.
Deshalb tragen Eisen Zahlen. Ein 5er-Eisen hat weniger Loft als ein 9er-Eisen. Die Nummer sagt aber nichts über einen festen Winkel, denn jeder Hersteller legt die Werte selbst fest. Der Loft steht oft in Grad auf dem Schlägerkopf, zum Beispiel bei Wedges auf der Sohle.
Loft Tabelle: typische Werte je Schläger
Die folgenden Werte sind typische Spannen. Sie unterscheiden sich je nach Hersteller und Baujahr deutlich. Es gibt keine feste Norm.
- Driver: etwa 8 bis 12 Grad
- Holz 3: etwa 13 bis 16 Grad
- Hybrid: etwa 17 bis 31 Grad
- 5er-Eisen: etwa 21 bis 28 Grad
- 7er-Eisen: etwa 28 bis 35 Grad
- 9er-Eisen: etwa 38 bis 43 Grad
- Pitching Wedge: etwa 43 bis 48 Grad
- Gap Wedge: etwa 48 bis 52 Grad
- Sand Wedge: etwa 54 bis 58 Grad
- Lob Wedge: etwa 58 bis 64 Grad
- Putter: meist etwa 2 bis 4 Grad
Die breiten Spannen bei den Eisen haben einen Grund: Viele Hersteller haben den Loft ihrer Eisen über die Jahre verringert, damit sie weiter fliegen. Diesen Trend nennt man Loft-Jacking. Ein modernes 7er-Eisen kann so den Loft eines älteren 6er-Eisens haben. Vergleichen Sie deshalb nie nur die Nummern. Die Gradzahl zeigt, was ein Schläger tatsächlich leistet.
Wie Loft den Ballflug beeinflusst
Der Loft wirkt auf drei Dinge: Abflugwinkel, Spin und Weite.
Abflugwinkel: Der Ball startet bei mehr Loft steiler. Der Abflugwinkel eines Schlags wird zum größten Teil vom Loft bestimmt, den der Schläger im Treffmoment tatsächlich hat. Mehr dazu unter „Dynamic Loft“.
Spin: Mehr Loft erzeugt mehr Rückwärtsdrall. Ein Ball mit viel Spin steigt hoch, fällt steil und bleibt auf dem Grün schnell liegen. Ein Driver mit wenig Loft erzeugt dagegen wenig Spin, damit der Ball möglichst weit fliegt.
Weite: Bei gleicher Schlägerkopfgeschwindigkeit fliegt der Ball mit weniger Loft weiter, weil ein größerer Teil der Energie nach vorn statt nach oben geht. Das gilt aber nur bis zu einem Punkt. Ist der Loft zu niedrig, bekommt der Ball zu wenig Höhe und landet zu früh. Die beste Weite entsteht bei einem passenden Abflugwinkel und einem passenden Spin. Beides hängt von Ihrer Schwunggeschwindigkeit ab.
Statischer und dynamischer Loft
Der Loft auf dem Schlägerkopf heißt statischer Loft. Er ist die Zahl, die der Hersteller angibt. Im Treffmoment weicht der tatsächliche Winkel aber meist ab. Diesen Wert nennt man Dynamic Loft.
Der Dynamic Loft ändert sich, wenn Sie die Hände im Treffmoment weiter vor dem Ball haben. Dann steht die Schlagfläche steiler, der Dynamic Loft ist kleiner als der statische Loft. Liegen die Hände dagegen hinter dem Ball, ist er größer. Auch Schaft und Schwungtempo spielen eine Rolle, weil sich ein Schaft beim Schwung leicht verbiegt.
Der Unterschied zwischen Dynamic Loft und der Bewegungsrichtung des Schlägers heißt Spin Loft. Er bestimmt, wie viel Spin entsteht. Für Einsteiger genügt diese Faustregel: Der Loft auf dem Schläger ist der Ausgangspunkt, die Technik im Treffmoment entscheidet über das Ergebnis. Ein Launch Monitor wie TrackMan macht diese Unterschiede sichtbar.
Beispiel aus der Praxis: Driver mit 9 oder 12 Grad
Zwei Spieler schwingen ihren Driver mit etwa 140 Kilometern pro Stunde Schlägerkopfgeschwindigkeit. Spieler A hat einen Driver mit 9 Grad, Spieler B einen mit 12 Grad.
Bei Spieler A startet der Ball flach und bekommt wenig Spin. Bei diesem Tempo und einem eher flachen Schwung fehlt dem Ball die Höhe. Er landet früh und rollt nicht weit. Bei Spieler B startet der Ball höher, bleibt länger in der Luft und kommt weiter. Dieser Spieler schlägt mit mehr Loft am Ende den weiteren Drive.
Bei einem sehr schnellen Schwung sieht es oft umgekehrt aus. Dort bringt 9 Grad genug Höhe, und mehr Loft würde zu viel Spin und einen steigenden Ball erzeugen. Wer mit niedrigerem Tempo spielt, profitiert meist von mehr Loft. Das zeigt, warum der passende Loft vom Spieler abhängt und nicht vom Prestige der kleinen Gradzahl. Fitter beobachten häufig, dass Freizeitgolfer einen Driver mit zu wenig Loft spielen.
Loft und Abstände im Bag: Lücken vermeiden
Ein guter Schlägersatz hat gleichmäßige Abstände. Zwischen zwei Eisen liegen meist drei bis vier Grad Loft. Als Faustregel ergibt das etwa 8 bis 12 Meter Unterschied in der Weite. Bei den Wedges liegen vier bis sechs Grad zwischen den Schlägern.
Probleme entstehen, wenn Lücken zu groß werden. Ein klassisches Beispiel ist das Pitching Wedge mit 44 Grad und das Sand Wedge mit 56 Grad. Dazwischen liegen 12 Grad, also Platz für ein Gap Wedge mit etwa 50 Grad.
Prüfen Sie den Loft Ihrer Schläger am besten mit einer Loft-Lie-Messung. Der Loft kann sich im Lauf der Jahre leicht verändern. Geschmiedete Eisen lassen sich oft um ein bis zwei Grad biegen, gegossene Eisen meist nur wenig. Das Anpassen lassen Sie besser vom Fachmann machen. Außerdem gilt: Die Golfregeln erlauben höchstens 14 Schläger im Bag (Regel 4.1b). Planen Sie die Lofts so, dass diese 14 Schläger den gesamten Weitenbereich sinnvoll abdecken.
Typische Irrtümer rund um den Loft
Rund um den Loft gibt es einige Missverständnisse:
- Weniger Loft heißt weiter: Das stimmt nur, wenn der Ball mit weniger Loft noch hoch genug fliegt. Sonst verlieren Sie Weite.
- Eisen mit gleicher Nummer sind gleich: Ein 7er-Eisen von zwei Herstellern kann sich um mehrere Grad unterscheiden.
- Mehr Loft beseitigt den Slice: Ein höherer Loft kann den Seitenspin leicht mindern, die Ursache bleibt aber die Stellung der Schlagfläche zur Schwungbahn.
- Ein Wedge mit hohem Loft ist einfacher: Hoher Loft verzeiht schlechten Kontakt nicht. Er macht Treffer anspruchsvoller.
Einsteiger sollten sich nicht zu sehr auf die Gradzahlen fixieren. Wichtiger sind ein sauberer Kontakt und gleichmäßige Abstände zwischen den Schlägern. Wenn Sie Ihre Schlagweiten kennen, verstehen Sie den Loft meist von selbst.
Ausprobieren in der Golf Lounge
Wie sich Loft auf Ihren Ballflug auswirkt, sehen Sie an den Zahlen. Im Golf Lounge Resort Hamburg arbeitet TrackMan III mit Radar-Ballflugmessung, wie sie auch auf der Profi-Tour üblich ist. Das Radar steht an jedem Abschlagplatz und in den Simulator-Boxen. Es zeigt unter anderem Startwinkel, Abfluggeschwindigkeit, Schlägerkopfgeschwindigkeit, Fluglänge und Spin. Ergänzend gibt es V1 Pro Videoanalyse. So erkennen Sie, wie Ihr Schläger im Treffmoment wirkt und ob die Lofts in Ihrem Bag zu Ihren Weiten passen.
Häufige Fragen
Was ist Loft beim Golf?
Der Loft ist der Neigungswinkel der Schlagfläche, gemessen in Grad. Er bestimmt, wie hoch der Ball startet, wie viel Rückwärtsdrall er bekommt und wie weit er fliegt. Wenig Loft bringt einen flachen, weiten Flug, viel Loft einen hohen, kurzen. Der Loft steht oft auf dem Schlägerkopf oder in den Herstellerangaben.
Wie viel Loft hat ein Driver?
Ein Driver hat meist zwischen 8 und 12 Grad Loft. Viele Freizeitgolfer kommen mit 10,5 oder 12 Grad besser zurecht als mit 9 Grad, weil der Ball dann höher startet und länger fliegt. Der passende Wert hängt von Ihrer Schwunggeschwindigkeit und Ihrem Treffpunkt ab. Ein Fitting mit Launch Monitor gibt Klarheit.
Welchen Loft hat ein 7er-Eisen?
Bei einem 7er-Eisen liegt der Loft typischerweise zwischen 28 und 35 Grad. Moderne Eisen für mehr Weite haben eher 28 bis 31 Grad, klassische Sätze eher 33 bis 35 Grad. Vergleichen Sie deshalb die Gradzahlen und nicht nur die Nummer, wenn Sie Schläger verschiedener Hersteller kombinieren.
Was ist Dynamic Loft?
Der Dynamic Loft ist der tatsächliche Loft im Treffmoment. Er weicht vom aufgedruckten, statischen Loft ab, je nachdem, wie Sie Schaft und Hände im Treffmoment halten. Er bestimmt zum größten Teil den Abflugwinkel des Balls. Ein Launch Monitor wie TrackMan zeigt Ihnen den Wert nach jedem Schlag.
Kann man den Loft eines Schlägers ändern?
Ja, bei vielen Eisen lässt sich der Loft um etwa ein bis zwei Grad verbiegen. Bei geschmiedeten Eisen ist das einfacher als bei gegossenen. Manche Driver haben einen verstellbaren Schaftadapter für den Loft. Lassen Sie Änderungen von einem Fachmann machen und prüfen Sie danach Ihre Schlagweiten neu.
Stand: Oktober 2026