Handicap

Golf-Lexikon

Handicap

Kurz erklärt

Das Handicap beim Golf, kurz HCP, ist eine Zahl, die Ihre Spielstärke beschreibt. Es zeigt, wie viele Schläge über Par Sie auf einem Platz durchschnittlicher Schwierigkeit an einem guten Tag ungefähr brauchen. Je kleiner die Zahl, desto besser. In Deutschland gilt seit 2021 das World Handicap System (WHS), das der DGV anwendet. Ihr offizieller Wert heißt Handicap-Index und reicht von 54 für Einsteiger bis unter null für sehr starke Spieler. So können Golfer unterschiedlicher Stärke fair gegeneinander spielen.

Was bedeutet Handicap beim Golf?

Golf ist eine der wenigen Sportarten, in denen Anfänger und erfahrene Spieler im selben Wettbewerb gegeneinander antreten können. Möglich macht das das Handicap. Es beschreibt, wie gut ein Golfer spielen kann, und gleicht Unterschiede in der Spielstärke aus.

Ein Beispiel: Spielerin A hat ein Handicap von 30, Spieler B eines von 10. Beide spielen auf demselben Platz mit Par 72. A braucht 102 Schläge, B braucht 85. Im Bruttoergebnis, also nach gespielten Schlägen, liegt B klar vorne. Auf einem Platz durchschnittlicher Schwierigkeit darf A in der Nettowertung aber etwa 30 Schläge abziehen, B nur etwa 10. Netto liegt A dann bei 72, B bei 75. A gewinnt also die Nettowertung, obwohl B weniger Schläge gebraucht hat.

Wichtig ist die Richtung der Zahl: Je niedriger das Handicap, desto besser der Golfer. Ein Handicap von 54 ist der Startwert für Einsteiger. Sehr gute Amateure haben ein Handicap um 0 und heißen Scratch-Golfer. Noch bessere Spieler haben ein sogenanntes Plus-Handicap, etwa +2. Sie müssen in der Nettowertung sogar Schläge hinzurechnen.

Das World Handicap System (WHS) in Deutschland

Seit 2021 gilt in Deutschland das World Handicap System. R&A und USGA haben es entwickelt, damit Handicaps weltweit nach denselben Regeln berechnet werden. Vorher galt in Europa das EGA-Vorgabensystem. Ältere Begriffe wie Stammvorgabe, Vorgabenklasse oder Pufferzone stammen aus dieser Zeit.

Im WHS ergibt sich Ihr Handicap aus Ihren besten Runden. Nach jeder vorgabewirksamen Runde, also einer Runde, die für das Handicap zählt, wird ein Wert namens Score Differential berechnet. Ihr Handicap-Index ist der Durchschnitt der besten 8 dieser Werte aus Ihren letzten 20 Ergebnissen. Liegen weniger Ergebnisse vor, werden entsprechend weniger Werte genutzt.

Dabei spielt die Schwierigkeit des Platzes eine große Rolle. Jeder Platz hat für jede Abschlagsfarbe ein Course Rating und ein Slope Rating. So zählt eine gute Runde auf einem schweren Platz mehr als dieselbe Schlagzahl auf einem leichten Platz. Die Berechnung übernimmt die Software des DGV automatisch. Ihren aktuellen Handicap-Index und Ihre Ergebnisse sehen Sie zum Beispiel nach einer Registrierung auf golf.de.

Die wichtigsten Handicap-Begriffe im Überblick

Rund um das Handicap gibt es eine Reihe von Fachbegriffen. Zu jedem finden Sie im Golf-Lexikon eine eigene Seite.

Was ist ein gutes Handicap beim Golf?

Ob ein Handicap gut ist, hängt davon ab, wie lange Sie spielen und welche Ziele Sie haben. Ein paar Orientierungspunkte helfen trotzdem:

Für viele Freizeitgolfer ist ein Handicap unter 36 ein schönes erstes Ziel. Ein Handicap unter 20 gilt als sehr ordentlich. Am wichtigsten ist aber, dass Ihr Handicap Ihre echte Spielstärke zeigt. Nur dann sind Wettspiele für alle Beteiligten fair.

Wie bekommt man ein Handicap?

Der Weg zum ersten Handicap führt in Deutschland über zwei Schritte. Zuerst legen Sie die DGV-Platzreife ab. Außerdem brauchen Sie eine Mitgliedschaft mit Spielrecht in einem Golfclub oder bei einer Golfanlage, die Mitglied im DGV ist. Nur dort kann ein Handicap geführt werden. Auch eine Fernmitgliedschaft ist möglich.

Mit dem Eintrag der Platzreife durch den Club erhalten Einsteiger in der Regel den Handicap-Index 54. Wer schon in der Prüfungsrunde besser gespielt hat, kann direkt mit einem niedrigeren Wert starten. Auf Ihrem DGV-Ausweis steht dann Ihr aktueller Handicap-Index.

Ab dann verbessern Sie Ihr Handicap mit jeder guten vorgabewirksamen Runde. Das können Turniere sein oder registrierte Privatrunden, die Sie vorher anmelden. Auch Runden über neun Löcher zählen. Eine deutsche Besonderheit ist die sogenannte 26,5-Bremse: Zwischen 54 und 26,5 senken gute Runden Ihren Handicap-Index automatisch, schwächere Runden erhöhen ihn aber nicht. So können Einsteiger ohne Druck spielen. Wer möchte, kann die Bremse beim DGV dauerhaft aufheben lassen. Dann gilt der tatsächlich erspielte Wert, der auch steigen kann. Ab 26,4 wird das Handicap nach jeder Runde neu berechnet und kann dann auch steigen.

Handicap im Spiel: so werden die Handicap-Schläge verteilt

Auf der Scorekarte jedes Platzes steht für jedes Loch eine Zahl von 1 bis 18, die Handicap-Verteilung. Das Loch mit der 1 gilt als das schwierigste. Ihre Handicap-Schläge werden nach dieser Reihenfolge auf die Löcher verteilt.

Ein Beispiel: Ihr Course Handicap auf einem 18-Loch-Platz beträgt 20. Dann bekommen Sie auf jedem Loch einen Schlag. Die zwei übrigen Schläge gibt es zusätzlich auf den Löchern mit der Verteilung 1 und 2. Auf einem Par-4-Loch mit der Verteilung 1 ist Ihr persönliches Ziel dann 6 Schläge. Spielen Sie dort eine 6, haben Sie ein Netto-Par erzielt. Im Zählspiel nach Stableford gibt es dafür 2 Punkte.

Deshalb spielen Golfer mit hohem Handicap oft entspannter, als viele denken. Ein Bogey kann für sie an vielen Löchern schon ein gutes Ergebnis sein. Wer das verinnerlicht, spielt taktisch klüger und vermeidet riskante Schläge, die ohnehin wenig bringen.

Ausprobieren in der Golf Lounge

Der erste Schritt zum Handicap ist die Platzreife. In der Golf Lounge Resort Hamburg machen Sie die DGV-Platzreife in einem flexibel gebuchten Kurs mit Terminen mehrmals pro Woche. Meist sind es vier bis fünf Trainingseinheiten à zwei Stunden in Gruppen mit höchstens sechs Personen, begleitet von PGA-Trainern. Die Prüfung findet jeden Samstag vor Ort in Moorfleet statt. Danach können Sie auf dem 9-Loch-Platz der Anlage und auf anderen Golfplätzen spielen. Ein DGV-Ausweis mit Handicap-Führung ist zum Beispiel über die Mitgliedschaft Friend DGV möglich.

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Häufige Fragen

Was bedeutet Handicap beim Golf?

Das Handicap ist eine Zahl, die Ihre Spielstärke beschreibt. Es gibt ungefähr an, wie viele Schläge über Par Sie auf einem durchschnittlich schweren Platz an einem guten Tag brauchen. Je niedriger die Zahl, desto besser spielen Sie. In der Nettowertung ziehen Sie Ihre Handicap-Schläge vom Ergebnis ab. So können Anfänger und erfahrene Golfer fair gegeneinander spielen.

Was ist ein gutes Handicap beim Golf?

Das hängt von Ihren Zielen ab. Nach der Platzreife starten die meisten mit 54. Ein Handicap unter 36 ist für viele Freizeitgolfer ein schönes erstes Ziel. Werte um 20 entsprechen nach der Definition des DGV ungefähr einem Bogey-Spieler. Ein Handicap unter 10 heißt Single-Handicap, und um 0 spricht man von einem Scratch-Golfer.

Was heißt HCP beim Golf?

HCP ist die übliche Abkürzung für Handicap. Sie finden sie auf Scorekarten, in Ergebnislisten und in Turnierausschreibungen, zum Beispiel als „HCP bis 36,0“. Gemeint ist in Deutschland meist der Handicap-Index nach dem World Handicap System, der auch als HCPI abgekürzt wird. Er hat eine Nachkommastelle, etwa 24,7.

Welches Handicap hat man nach der Platzreife?

In Deutschland erhalten Einsteiger nach bestandener DGV-Platzreife in der Regel den Handicap-Index 54, sobald der Club die Platzreife einträgt. Wer in der Prüfungsrunde besser gespielt hat, kann mit einem niedrigeren Wert beginnen. Voraussetzung ist eine Mitgliedschaft mit Spielrecht bei einem DGV-Mitglied. Mit einer DGV-Clubmitgliedschaft bzw. einem DGV-Ausweis kann ein Handicap geführt werden.

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Stand: Oktober 2026

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