Golf-Lexikon
Slope Rating
Kurz erklärt
Der Slope Rating ist eine Zahl zwischen 55 und 155, die angibt, wie viel schwerer ein Golfplatz für Durchschnittsspieler ist als für Scratch-Golfer. Der neutrale Wert ist 113. Je höher der Slope, desto stärker steigt die Spielvorgabe eines Spielers mit Handicap über null.
Slope Rating beim Golf: Bedeutung einfach erklärt
Jeder Golfplatz bekommt zwei Zahlen, die seine Schwierigkeit beschreiben: das Course Rating und den Slope Rating. Das Course Rating gilt für Scratch-Golfer, also für sehr gute Spieler mit Handicap 0. Der Slope Rating zeigt, wie viel schwerer der Platz für einen durchschnittlichen Spieler wird, den Bogey-Golfer. Als Bogey-Golfer gilt bei Herren ein Spieler mit einem Handicap-Index von etwa 20, bei Damen von etwa 24.
Ein Platz kann für Profis machbar und für Freizeitspieler sehr schwer sein. Enge Fairways, viel Wasser, tiefes Rough und schnelle Grüns treffen schwächere Spieler stärker als starke. Genau diesen Unterschied misst der Slope. Ist er hoch, verlieren schwächere Spieler dort im Vergleich zu Scratch-Golfern viele zusätzliche Schläge. Ist er niedrig, liegt der Platz allen Spielern ähnlich gut.
Der Slope sorgt dafür, dass ein Handicap auf jedem Platz gerecht angewendet wird. Ohne ihn würde ein Spieler mit Handicap 24 auf einem sehr schweren und auf einem sehr leichten Platz die gleichen Vorgabeschläge bekommen.
Wertebereich: 55 bis 155 und der neutrale Wert 113
Der Slope Rating liegt immer zwischen 55 und 155. Die Mitte bildet der Wert 113. Er steht für einen Platz mit durchschnittlicher relativer Schwierigkeit.
- Slope 113: neutraler Platz. Die Spielvorgabe entspricht dem Handicap-Index, abgesehen von der Korrektur durch das Course Rating.
- Slope über 113: schwerer Platz für Durchschnittsspieler. Die Spielvorgabe steigt.
- Slope unter 113: leichter Platz. Die Spielvorgabe sinkt.
- Slope 155: der höchstmögliche Wert, ein extrem schwerer Platz.
- Slope 55: der niedrigste mögliche Wert.
Die Zahl 113 wurde als Maßstab für einen Platz mit durchschnittlicher Schwierigkeit festgelegt. Als grobe Orientierung liegen die meisten Plätze irgendwo zwischen 100 und 140. Ein Slope um 130 gilt als anspruchsvoll, ein Wert um 100 als eher leicht. Wichtig: Der Slope sagt nichts über die Länge des Platzes. Ein kurzer Platz mit vielen Hindernissen kann einen hohen Slope haben, ein langer, offener Platz einen niedrigen.
Wie der Slope Rating bestimmt wird
Den Slope bestimmen ausgebildete Platzbewerter nach einem festen Verfahren der Golfverbände. Sie messen den Platz aus und bewerten Hindernisse wie Wasser, Bunker, Rough, Aus-Grenzen und die Beschaffenheit der Grüns. Aus ihrer Bewertung entstehen zwei Zahlen: das Course Rating für Scratch-Golfer und das Bogey Rating für Bogey-Golfer.
Der Slope beruht auf dem Unterschied zwischen beiden. Nach dem USGA-Verfahren wird die Differenz aus Bogey Rating und Course Rating mit einem festen Faktor multipliziert, bei Herren 5,381, bei Damen 4,240. Ein Beispiel: Ein Platz hat ein Course Rating von 72,0 und ein Bogey Rating von 95,0. Die Differenz ist 23,0. Mal 5,381 ergibt rund 124. Der Slope Rating beträgt 124.
Bei einem Platz mit durchschnittlicher Schwierigkeit liegt das Bogey Rating bei Herren 21 Schläge über dem Course Rating, bei Damen rund 26,7 Schläge. In beiden Fällen ergibt die Rechnung den neutralen Wert 113. Die Werte werden pro Abschlag und getrennt für Herren und Damen festgelegt und regelmäßig überprüft. Als Spieler müssen Sie nichts berechnen. Sie finden den Wert auf der Scorekarte oder in der Platzinformation Ihres Clubs.
Slope Rating und Course Rating: die Abgrenzung
Die beiden Zahlen werden oft verwechselt. Sie haben aber unterschiedliche Aufgaben.
- Das Course Rating wird in Schlägen mit einer Nachkommastelle angegeben, zum Beispiel 71,8. Es sagt, welche Schlagzahl ein Scratch-Golfer unter normalen Bedingungen erwartet. Es wird in der Spielvorgabe und im Score Differential verwendet.
- Der Slope Rating ist eine Verhältniszahl ohne Einheit, zum Beispiel 125. Er sagt, wie stark die Schwierigkeit für Durchschnittsspieler im Vergleich zu Scratch-Golfern wächst.
- Das Par ist die Soll-Schlagzahl des Platzes. Sie kann vom Course Rating abweichen.
In der Formel zur Spielvorgabe wirken die Werte an verschiedenen Stellen. Der Slope skaliert den Handicap-Index, das Course Rating minus Par korrigiert das Ergebnis. Für Scratch-Golfer mit Index 0 spielt der Slope daher keine Rolle, für Spieler mit hohem Handicap eine große.
Rechenbeispiel: So wirkt der Slope auf Ihre Spielvorgabe
Die Formel für die Spielvorgabe auf 18 Löchern lautet: Handicap-Index × (Slope ÷ 113) + (Course Rating - Par). Nehmen wir einen Spieler mit Handicap-Index 20,0 und blenden das zweite Glied (Course Rating minus Par) zur Vereinfachung aus.
- Slope 100: 20,0 × 100 ÷ 113 = 17,7, also 18 Vorgabeschläge.
- Slope 113: 20,0 × 113 ÷ 113 = 20 Vorgabeschläge.
- Slope 130: 20,0 × 130 ÷ 113 = 23,0, also 23 Vorgabeschläge.
- Slope 140: 20,0 × 140 ÷ 113 = 24,8, also 25 Vorgabeschläge.
Derselbe Spieler erhält also je nach Platz zwischen 18 und 25 Schläge. Auf einem Platz mit hohem Slope bekommt er mehr Hilfe, weil der Platz ihm schwerer fällt als einem Scratch-Golfer. Das Nettoergebnis bleibt dadurch vergleichbar.
Der Slope wirkt auch im Score Differential. Dort wird Ihr Ergebnis mit 113 ÷ Slope umgerechnet. Das gleiche Ergebnis ergibt auf einem Platz mit hohem Slope ein niedrigeres Differential, weil der Platz mehr verlangt hat.
Wo finden Sie den Slope Rating?
Den Slope Rating finden Sie an mehreren Stellen: auf der Scorekarte, im Clubhaus am Aushang, auf der Webseite des Platzes und in der Platzdatenbank des DGV. Er ist pro Abschlag angegeben, meist nach Farben gestaffelt, und getrennt für Herren und Damen. Wer von einem anderen Abschlag spielt, nutzt auch dessen Slope.
Ein Beispiel aus der Praxis: Für den 9-Loch-Platz „Schwarz“ der Golf Lounge nennt die veröffentlichte DGV-Tabelle für Herren ein Course Rating von 31 bei Slope 100, für Damen ein Course Rating von 31,9 bei Slope 116. Das Par beträgt 33. Die Zahlen zeigen, dass der Platz für Herren etwas unter dem neutralen Wert liegt, für Damen etwas darüber. Maßgeblich sind immer die aktuell gültigen Werte vor Ort.
Neun-Loch-Plätze haben eigene Werte, die auf neun Bahnen bezogen sind. Viele Clubs hängen zusätzlich eine Spielvorgabentabelle aus. Dort lesen Sie anhand Ihres Handicap-Index direkt ab, wie viele Schläge Sie für den jeweiligen Abschlag bekommen, und müssen nicht rechnen.
Häufige Irrtümer zum Slope
Rund um den Slope halten sich einige Missverständnisse.
- Ein hoher Slope heißt nicht automatisch, dass der Platz lang ist. Hindernisse und Grüns zählen ebenso.
- Der Slope ändert Ihren Handicap-Index nicht. Er verändert nur die Spielvorgabe auf dem jeweiligen Platz und die Berechnung des Score Differentials.
- Der Slope ist kein Wert für Profis. Er beschreibt gerade den Abstand zwischen Scratch-Golfern und Durchschnittsspielern.
- Der Slope ist für alle Abschläge eines Platzes nicht gleich. Jeder Abschlag hat eigene Werte.
- Ein niedriger Slope macht den Platz nicht für alle leicht. Für Scratch-Golfer kann das Course Rating trotzdem hoch liegen.
Merken Sie sich: Der Slope ist die Brücke zwischen Ihrem Handicap-Index und dem Platz, den Sie spielen.
Ausprobieren in der Golf Lounge
Den Slope Rating können Sie auf dem 9-Loch-Platz „Schwarz“ der Golf Lounge selbst nachvollziehen. Für den Platz mit Par 33 nennt die veröffentlichte DGV-Tabelle für Herren ein Course Rating von 31 bei Slope 100, für Damen 31,9 bei Slope 116. Maßgeblich sind die aktuell vor Ort gültigen Werte. Mit DGV-Platzreife können Sie von April bis Dezember spielen, pro Tee-Time sind bis zu vier Spieler möglich. Der Platz hat Par-3- und Par-4-Bahnen, dazu Wasserhindernisse und Bunker.
Häufige Fragen
Was ist der Slope Rating beim Golf?
Der Slope Rating ist eine Zahl von 55 bis 155, die angibt, wie viel schwerer ein Platz für Durchschnittsspieler ist als für Scratch-Golfer. Der neutrale Wert ist 113. Je höher der Slope, desto mehr Vorgabeschläge erhält ein Spieler mit Handicap über null. Der Wert ist pro Abschlag und getrennt für Herren und Damen festgelegt.
Was bedeutet Slope 113?
Slope 113 steht für einen Platz mit durchschnittlicher relativer Schwierigkeit. Auf einem solchen Platz entspricht die Spielvorgabe dem Handicap-Index, abgesehen von der Korrektur durch Course Rating und Par. Höhere Werte bedeuten einen schwereren Platz mit mehr Vorgabeschlägen, niedrigere einen leichteren mit weniger.
Was ist der Unterschied zwischen Slope und Course Rating?
Das Course Rating gibt in Schlägen an, was ein Scratch-Golfer unter normalen Bedingungen auf dem Platz erwartet. Der Slope Rating beschreibt als Verhältniszahl, wie stark die Schwierigkeit für Durchschnittsspieler wächst. Beide fließen in die Berechnung der Spielvorgabe und des Score Differentials ein.
Wie hoch ist ein guter Slope Rating?
Es gibt keinen guten oder schlechten Slope. Er beschreibt nur die Schwierigkeit. Als grobe Orientierung liegen die meisten Plätze zwischen etwa 100 und 140. Ein Wert um 130 gilt als anspruchsvoll, ein Wert um 100 als eher leicht. Die Zahl hängt von Hindernissen und Grüns ab, nicht nur von der Länge.
Wie berechne ich meine Spielvorgabe mit dem Slope?
Die Formel für 18 Löcher lautet: Handicap-Index × (Slope ÷ 113) + (Course Rating - Par). Beispiel: Index 20,0, Slope 130, Course Rating 72,5, Par 72 ergibt 20,0 × 130 ÷ 113 = 23,0 plus 0,5, also 23,5 und gerundet 24 Vorgabeschläge. Viele Clubs hängen dafür eine Tabelle aus.
Stand: Oktober 2026