Spielvorgabe (Course Handicap)

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Spielvorgabe (Course Handicap)

Kurz erklärt

Die Spielvorgabe ist die Zahl der Vorgabeschläge, die Sie auf einem bestimmten Platz und Abschlag erhalten. Sie wird aus Handicap-Index, Slope Rating, Course Rating und Par berechnet. Im Regelwerk heißt sie Course Handicap. Das Playing Handicap ist daraus abgeleitet und berücksichtigt gegebenenfalls einen Anteil je nach Spielform.

Spielvorgabe im Golf: Bedeutung einfach erklärt

Ihr Handicap-Index ist eine Zahl, die Ihr Spielpotenzial beschreibt. Er gilt unabhängig vom Platz. Wie viele Schläge Ihnen auf einem konkreten Platz zustehen, hängt aber davon ab, wie schwer dieser Platz ist. Genau diese Zahl ist die Spielvorgabe, im Regelwerk Course Handicap genannt.

Die Spielvorgabe gibt an, wie viele Schläge über Par Sie ungefähr spielen dürfen, wenn Sie Ihr Handicap erreichen. Bei einer Spielvorgabe von 21 auf einem Par-72-Platz entspricht das Nettopar einem Bruttoergebnis von 93 Schlägen. Mit dieser Zahl werden Nettoergebnisse und Stableford-Punkte berechnet. Sie ist damit die Brücke zwischen Ihrem Handicap-Index und dem Platz, den Sie an einem Tag spielen.

Der Begriff „Spielvorgabe“ ist im Alltag geblieben. Offiziell sprechen die Handicap-Regeln von Course Handicap und Playing Handicap. In vielen Clubs hängt eine Tabelle aus, aus der Sie Ihre Spielvorgabe ablesen können, ohne zu rechnen.

Die Formel: So berechnen Sie die Spielvorgabe

Für 18 Löcher gilt die Formel:

Course Handicap = Handicap-Index × (Slope Rating ÷ 113) + (Course Rating - Par)

Die Bausteine und ihre Aufgabe:

Das Ergebnis wird auf eine ganze Zahl gerundet. Spielvorgaben sind pro Abschlag und getrennt für Herren und Damen berechnet, weil Slope und Course Rating je Abschlag verschieden sind. Wer von einem anderen Abschlag spielt, hat eine andere Spielvorgabe.

Rechenbeispiele für 18-Loch-Plätze

Beispiel 1: Handicap-Index 18,0, Slope 130, Course Rating 72,5, Par 72. Rechnung: 18,0 × 130 ÷ 113 = 20,71. Dazu 72,5 - 72 = 0,5. Ergebnis 21,21, gerundet 21. Sie erhalten 21 Vorgabeschläge.

Beispiel 2: Derselbe Spieler auf einem leichteren Platz mit Slope 118, Course Rating 69,8 und Par 72. Rechnung: 18,0 × 118 ÷ 113 = 18,80. Dazu 69,8 - 72 = -2,2. Ergebnis 16,60, gerundet 17. Sie erhalten nur 17 Vorgabeschläge.

Beispiel 3: Handicap-Index 36,0, Slope 125, Course Rating 70,0, Par 72. Rechnung: 36,0 × 125 ÷ 113 = 39,82. Dazu 70,0 - 72 = -2,0. Ergebnis 37,82, gerundet 38.

Dieselbe Person bekommt also je nach Platz und Abschlag unterschiedlich viele Schläge, und das ist Absicht. Die Spielvorgabe passt das Handicap an die Platzschwierigkeit an, damit Nettoergebnisse von verschiedenen Plätzen vergleichbar bleiben. Vor einer Turnierrunde genügt der Blick auf die Tabelle am Aushang oder in die Spielvorgabenliste des Turniers.

Spielvorgabe auf 9-Loch-Plätzen

Auf 9 Löchern wird zuerst der Handicap-Index halbiert, dann gerechnet. Die Formel lautet: (Handicap-Index ÷ 2) × (9-Loch-Slope ÷ 113) + (9-Loch-Course-Rating - 9-Loch-Par). Dabei werden die Werte für neun Löcher verwendet, die der Platz eigens hat.

Beispiel mit den veröffentlichten Werten der DGV-Tabelle „Course Rating 9-Loch Schwarz“ der Golf Lounge: Par 33, Herren Course Rating 31 und Slope 100, Damen Course Rating 31,9 und Slope 116.

Diese Rechnung dient nur als Beispiel. Maßgeblich sind immer die aktuell gültigen Platzwerte und die Spielvorgabentabelle vor Ort. Auf einem 9-Loch-Platz bedeutet die Spielvorgabe 10 in der Regel, dass Sie auf jeder Bahn einen Schlag erhalten und auf der Bahn mit der niedrigsten Vorgabeverteilung einen zweiten.

Course Handicap und Playing Handicap

Die Handicap-Regeln unterscheiden zwei Begriffe. Das Course Handicap ist die Zahl, die sich aus der Formel ergibt. Das Playing Handicap ist die Zahl der Schläge, die Sie in einem bestimmten Wettspiel tatsächlich erhalten. Das System multipliziert dazu das Course Handicap mit einem Anteil, der von der Spielform abhängt, und rundet.

Bei einem Anteil von 100 Prozent sind Course Handicap und Playing Handicap gleich. Für Einzel-Zählspiele empfehlen die Handicap-Regeln international 95 Prozent, die Spielleitung kann aber einen anderen Anteil festlegen. In Mannschafts- und Partnerformen wird meist nur ein Teil verwendet, in der DGV-Terminologie anteiliges Handicap genannt. Empfohlen sind zum Beispiel 85 Prozent im Vierball-Zählspiel und im klassischen Vierer die Hälfte der addierten Course Handicaps. Welcher Anteil gilt, steht in der Ausschreibung.

Für Sie als Spieler heißt das: In einem normalen Einzelturnier lesen Sie Ihre Spielvorgabe vom Aushang ab. Bei Scramble, Vierer oder Vierball verteilt der Veranstalter die Schläge nach festen Regeln. Auch hier müssen Sie nicht selbst rechnen, die Ausschreibung nennt den Anteil.

Wie Vorgabeschläge auf die Bahnen verteilt werden

Jede Bahn hat auf der Scorekarte eine Schwierigkeitszahl, den Stroke Index von 1 bis 18. Der Stroke Index 1 kennzeichnet die Bahn, auf der Sie den ersten Vorgabeschlag erhalten.

Beispiel: Spielvorgabe 21, Par 4 mit Stroke Index 2, Sie brauchen 6 Schläge. Auf dieser Bahn erhalten Sie zwei Vorgabeschläge. Das Netto-Par liegt bei 6 Schlägen. Mit 6 Schlägen spielen Sie also netto Par und erhalten im Stableford 2 Punkte.

Auch für das Netto-Doppelbogey, den Höchstwert pro Loch bei der Handicap-Wertung, wird die Spielvorgabe benötigt: Par plus 2 plus die Vorgabeschläge auf der Bahn.

Spielvorgabentabelle und häufige Irrtümer

Eine Spielvorgabentabelle ordnet Bereichen des Handicap-Index eine ganze Spielvorgabe zu. Die Tabelle gilt für einen bestimmten Abschlag und ein Geschlecht. Sie finden Ihren Index in der Zeile, lesen die Spielvorgabe ab und sparen die Rechnung. Fehler sind nur möglich, wenn Sie die falsche Tabelle verwenden, also den falschen Abschlag.

Einige Irrtümer begegnen Golfern oft.

Rechnen Sie im Zweifel nach der Formel nach oder fragen Sie im Club nach der Tabelle.

Ausprobieren in der Golf Lounge

Auf dem 9-Loch-Platz „Schwarz“ der Golf Lounge können Sie nachvollziehen, wie aus Platzwerten eine Spielvorgabe wird. Der Platz hat Par 33, für Herren nennt die veröffentlichte DGV-Tabelle Course Rating 31 und Slope 100, für Damen 31,9 und Slope 116. Maßgeblich sind die aktuell vor Ort gültigen Werte. Gespielt wird mit DGV-Platzreife, pro Buchung sind bis zu vier Spieler möglich. Von Mai bis Oktober gibt es samstags um 9 Uhr ein vorgabewirksames 9-Loch-Turnier.

9-Loch-Platz ansehen

Häufige Fragen

Was ist die Spielvorgabe beim Golf?

Die Spielvorgabe ist die Zahl der Vorgabeschläge, die Sie auf einem bestimmten Platz und Abschlag erhalten. Sie wird aus Handicap-Index, Slope Rating, Course Rating und Par berechnet. Offiziell heißt sie Course Handicap. Sie ist die Grundlage für Nettoergebnisse und Stableford-Punkte.

Wie berechnet man die Spielvorgabe?

Die Formel für 18 Löcher lautet: Handicap-Index × (Slope ÷ 113) + (Course Rating - Par), gerundet auf eine ganze Zahl. Beispiel: Index 18,0, Slope 130, Course Rating 72,5, Par 72 ergibt 18,0 × 130 ÷ 113 = 20,71 plus 0,5, also 21. Auf 9 Löchern wird der Index zuerst halbiert.

Was ist der Unterschied zwischen Course Handicap und Playing Handicap?

Das Course Handicap ergibt sich aus der Formel mit Index, Slope, Course Rating und Par. Das Playing Handicap ist die Zahl der Schläge, die Sie im Wettspiel tatsächlich erhalten. Bei einem Anteil von 100 Prozent sind beide Zahlen gleich. Welcher Anteil gilt, legt die Ausschreibung fest, in Team- und Partnerformen ist es meist nur ein Teil des Course Handicaps.

Was ist eine Spielvorgabentabelle?

Eine Spielvorgabentabelle ordnet jedem Bereich des Handicap-Index die passende Spielvorgabe zu. Sie gilt für einen bestimmten Abschlag und getrennt für Herren und Damen. Viele Clubs hängen sie aus. So lesen Sie Ihre Spielvorgabe ab, statt sie zu berechnen.

Ist die Spielvorgabe immer gleich dem Handicap-Index?

Nein. Die Spielvorgabe hängt von Slope Rating, Course Rating und Par ab und kann deshalb vom Handicap-Index abweichen. Ein Index von 18,0 ergibt auf einem schweren Platz 21 und auf einem leichten Platz 17 Schläge. Der Index selbst bleibt dabei gleich.

Stand: Oktober 2026

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