Bogey-Golfer

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Bogey-Golfer

Kurz erklärt

Ein Bogey-Golfer ist ein Referenzspieler aus der Platzbewertung. Nach der Definition von USGA und R&A hat er ein Handicap von etwa 20 bei Herren und etwa 24 bei Damen und beendet eine Bahn im Schnitt mit einem Bogey, also einem Schlag über Par. Aus der Schwierigkeit für diesen Spieler wird das Slope Rating eines Platzes abgeleitet.

Was ist ein Bogey-Golfer? Die Definition

Der Begriff Bogey-Golfer taucht in zwei Bedeutungen auf. Im Alltag nennen Golfer so jemanden, der auf den meisten Bahnen ein Bogey spielt, also einen Schlag mehr braucht, als das Par vorsieht. Das ist ein solider Freizeitspieler, der den Ball meist trifft, aber auf dem Weg zum Grün regelmäßig einen Schlag verliert.

In der Platzbewertung ist der Bogey-Golfer dagegen eine feste Größe. Dort beschreibt er einen Durchschnittsspieler, der nicht perfekt spielt, aber auch kein Anfänger ist. Die Handicap-Regeln von USGA und R&A legen ihn auf einen Handicap-Index von etwa 20,0 bei Herren und etwa 24,0 bei Damen fest. Der DGV verwendet dieselbe Definition. Er dient als Gegenstück zum Scratch-Golfer, der mit Handicap 0 spielt.

Wichtig: Die Zahlen sind Näherungswerte. Ein Bogey-Golfer ist kein Spieler mit einem exakten Handicap, sondern ein Maßstab. Mit ihm lässt sich beschreiben, wie viel schwerer ein Platz für normale Spieler ist als für sehr gute.

Der Bogey-Golfer in Zahlen: Handicap und Schlaglänge

Für die Platzbewertung braucht es mehr als eine Handicap-Zahl. Die Bewerter legen deshalb auch eine typische Schlaglänge fest. Nach den Richtlinien schlägt der männliche Bogey-Golfer den Abschlag etwa 200 Yards weit, das sind rund 180 Meter. Eine 370 Yards lange Bahn, rund 340 Meter, erreicht er mit zwei Schlägen. Die weibliche Bogey-Golferin kommt mit dem Abschlag auf etwa 150 Yards, rund 135 Meter, und erreicht eine Bahn von 280 Yards, rund 255 Meter, in zwei Schlägen.

Zum Vergleich schlägt der männliche Scratch-Golfer in diesen Richtlinien etwa 250 Yards weit, das sind rund 230 Meter.

Diese Werte erklären, warum bestimmte Plätze für Bogey-Golfer deutlich schwerer sind als für Scratch-Golfer. Muss ein Wasserhindernis über 200 Meter überspielt werden, ist das für den einen kein Problem und für den anderen unmöglich. Genau dieser Unterschied fließt in das Slope Rating ein.

Bogey Rating und Slope Rating: die Rolle bei der Platzbewertung

Jeder bewertete Abschlag bekommt zwei Zahlen. Das Course Rating beschreibt, wie viele Schläge ein Scratch-Golfer im Schnitt braucht. Das Bogey Rating beschreibt dasselbe für den Bogey-Golfer. Aus dem Abstand der beiden Werte entsteht das Slope Rating.

Nach der USGA-Methode lautet die Formel für Herren: Slope Rating = (Bogey Rating minus Course Rating) mal 5,381. Für Damen gilt der Faktor 4,24. Ein Beispiel für Herren: Ein Platz hat Course Rating 72,0 und Bogey Rating 93,0. Der Abstand beträgt 21 Schläge, mal 5,381 ergibt 113. Das ist das Slope Rating eines Platzes mit durchschnittlicher Schwierigkeit.

Hat derselbe Platz ein Bogey Rating von 96,0, beträgt der Abstand 24 Schläge. Das ergibt ein Slope Rating von rund 129. Der Platz ist für Bogey-Golfer dann deutlich schwerer, obwohl er für Scratch-Golfer gleich bleibt. Je höher das Slope Rating, desto mehr Schläge verlieren Spieler mit höherem Handicap im Vergleich zu guten Spielern.

Beispiel: So spielt ein Bogey-Golfer eine Runde

Auf einem Platz mit Par 72 spielt ein Spieler, der jede Bahn mit einem Bogey beendet, 18 Schläge über Par. Seine Runde endet bei 90 Schlägen. Das entspricht ungefähr einem Handicap von 18 und liegt nahe an der Definition des Bogey-Golfers mit etwa 20.

In der Praxis sieht eine Runde selten so gleichmäßig aus. Typisch ist ein Mix: Vier Pars, zehn Bogeys und vier Doppelbogeys ergeben ebenfalls genau 18 Schläge über Par. Wichtig ist der Gedanke dahinter. Für den Bogey-Golfer ist Par kein Normalfall, sondern eine gelungene Ausnahme, und ein Doppelbogey gehört zu jeder Runde dazu.

Im Stableford spielt ein solcher Spieler ohne Vorgabe auf Bruttobasis nur rund 18 Punkte. Mit einer Spielvorgabe von 18 bekommt er auf jeder Bahn einen Schlag. Dann zählt jedes Bogey netto als Par, und er erreicht in der Nettowertung genau 36 Punkte. Das entspricht einer Runde, in der er sein Handicap spielt.

Herkunft: Warum heißt es Bogey?

Das Wort Bogey hat eine eigene Geschichte. Um 1890 führte der Great Yarmouth Golf Club in England Wettspiele ein, bei denen alle Teilnehmer gegen einen erfundenen Gegner antraten. Dieser Gegner brauchte auf jedem Loch eine festgelegte Schlagzahl, die sogenannte Ground Score. Die Überlieferung führt den Namen auf ein damals beliebtes Varieté-Lied über den „Bogey Man“ zurück. Später soll der imaginäre Gegner in einem Club mit vielen Militärangehörigen den Rang eines Colonels erhalten haben. So entstand nach dieser Darstellung Colonel Bogey.

In dieser Zeit stand Bogey also für die Schlagzahl, die ein guter Spieler auf einer Bahn erreichen sollte. Der Begriff Par setzte sich später vor allem über die USA als Normalwert durch, und Bogey bekam seine heutige Bedeutung: ein Schlag über Par.

Der Bogey-Golfer trägt deshalb einen Namen, der historisch an den guten Spieler erinnerte, heute aber den ordentlichen Durchschnittsspieler bezeichnet.

Bogey-Golfer, Scratch-Golfer und Single-Handicapper im Vergleich

Die Referenzspieler lassen sich gut in einer Reihe einordnen:

Für Sie als Spieler ist die Einordnung ein Wegweiser. Wer Handicap 36 spielt, ist noch ein Stück vom Bogey-Golfer entfernt. Wer auf Handicap 20 kommt, hat für viele Golfer ein wichtiges Zwischenziel erreicht. Dann entsprechen Sie ungefähr dem Referenzspieler der Platzbewertung.

Beachten Sie den Unterschied zwischen Bogey und Bogey-Golfer. Ein Bogey ist ein Ergebnis auf einer einzelnen Bahn. Der Bogey-Golfer ist ein Spielertyp. Ein Bogey-Golfer spielt zwar viele Bogeys, aber auch Pars und Doppelbogeys.

Tipps für Bogey-Golfer: So sparen Sie die meisten Schläge

Wer vom Bogey-Golfer zu einem niedrigeren Handicap kommen möchte, sollte wissen, wo die Schläge verloren gehen. Strokes-Gained-Auswertungen von Mark Broadie zeigen für Spieler mit rund 90 Schlägen als grobe Orientierung: Etwa zwei Drittel des Unterschieds zu Spielern mit rund 80 Schlägen entstehen im langen Spiel, also bei Abschlag und Annäherungen. Dabei machen die Annäherungen etwa 40 Prozent und die Abschläge etwa 28 Prozent aus. Auf das kurze Spiel entfallen etwa 17 Prozent, auf das Putten etwa 15 Prozent.

Daraus ergeben sich drei Hinweise:

Ein Training mit Messdaten hilft, die Schlaglängen und die Streuung der eigenen Schläger genau zu kennen.

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Häufige Fragen

Was ist ein Bogey-Golfer?

Ein Bogey-Golfer ist ein Referenzspieler aus der Platzbewertung. Er hat nach der Definition ein Handicap von etwa 20 bei Herren und etwa 24 bei Damen und spielt im Schnitt ein Bogey pro Bahn. Aus dem Abstand zwischen seinem Bogey Rating und dem Course Rating eines Platzes wird das Slope Rating berechnet.

Welches Handicap hat ein Bogey-Golfer?

Nach USGA und R&A hat ein männlicher Bogey-Golfer ein Handicap von etwa 20,0, eine weibliche Bogey-Golferin etwa 24,0. Die Werte sind Näherungen. Auf einem Par-72-Platz entspricht ein Bogey auf jeder Bahn 90 Schlägen, also ungefähr einem Handicap von 18.

Wie weit schlägt ein Bogey-Golfer?

Die Bewertungsrichtlinien legen für männliche Bogey-Golfer einen Abschlag von etwa 200 Yards fest, rund 180 Meter. Bei Damen sind es etwa 150 Yards, rund 135 Meter. Das sind Rechenwerte für die Platzbewertung, keine Vorgaben für Spieler. Ihre eigenen Schlaglängen messen Sie am besten mit einem Launch-Monitor.

Was ist der Unterschied zwischen Bogey-Golfer und Scratch-Golfer?

Der Scratch-Golfer hat Handicap 0 und spielt etwa das Course Rating. Der Bogey-Golfer hat ein Handicap von etwa 20 oder 24 und spielt im Schnitt ein Bogey. Der männliche Scratch-Golfer schlägt laut Bewertungsrichtlinien rund 250 Yards weit, der männliche Bogey-Golfer etwa 200 Yards. Beide Typen zusammen bestimmen das Slope Rating.

Woher kommt der Begriff Bogey?

Der Begriff entstand um 1890 im englischen Great Yarmouth Golf Club. Dort spielten die Mitglieder gegen einen erfundenen Gegner namens Colonel Bogey, der auf jedem Loch eine feste Schlagzahl erreichte. Bogey stand damals für einen Normalwert pro Loch. Als sich Par als Normalwert durchsetzte, bekam Bogey seine heutige Bedeutung: ein Schlag über Par.

Stand: Oktober 2026

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