Golf-Lexikon
Course Rating
Kurz erklärt
Das Course Rating ist die Bewertung eines Golfplatzes für einen Scratch-Golfer, also einen Spieler mit Handicap 0. Es gibt an, wie viele Schläge dieser Spieler unter normalen Bedingungen im Schnitt für eine Runde braucht, auf eine Nachkommastelle genau. Jeder Abschlag eines Platzes hat ein eigenes Course Rating, und der Wert fließt in die Handicap-Berechnung ein.
Was ist das Course Rating im Golf?
Jeder Golfplatz ist anders. Die Bahnen sind unterschiedlich lang, es gibt mehr oder weniger Wasser, Bunker und enge Fairways. Damit Handicaps trotzdem überall vergleichbar sind, wird jeder Platz bewertet. Das Course Rating ist die erste der beiden Zahlen, die dabei herauskommen.
Es beantwortet eine einfache Frage: Wie viele Schläge braucht ein sehr guter Spieler, ein sogenannter Scratch-Golfer, auf diesem Platz? Ein Course Rating von 71,2 heißt: Unter normalen Platz- und Wetterbedingungen wird ein Scratch-Golfer im Schnitt rund 71 Schläge erwarten. Der Wert wird in Zehntelschlägen angegeben.
Der Scratch-Golfer ist dabei eine Rechengröße. Ein Handicap von 0 steht für einen sehr guten Amateur, der auf einem Platz etwa das Course Rating spielt. Für Einsteiger ist das Course Rating deshalb ein Maßstab, kein Ziel. Ihr eigener Score liegt fast immer deutlich darüber.
Wie wird das Course Rating ermittelt?
Ausgebildete Bewerter vermessen und beurteilen den Platz vor Ort. Das weltweit einheitliche Course Rating System, das der DGV in Deutschland anwendet, arbeitet dafür mit zwei Bausteinen.
Der erste ist die effektive Spiellänge. Die Länge jeder Bahn wird gemessen und dann angepasst, zum Beispiel für den Ballrollwert, Höhenunterschiede, Doglegs und Stellen, an denen man zurückbleiben muss. Eine Bahn von 400 Metern mit starkem Gefälle spielt sich kürzer als eine ebene Bahn gleicher Länge.
Der zweite Baustein sind zehn Hindernisfaktoren, die für jede Bahn beurteilt werden. Dazu gehören das Gelände, das Fairway, das Ziel am Grün, die Möglichkeit, aus dem Rough zu retten, Bunker, Hindernisse, die überspielt werden müssen, seitliche Hindernisse, Bäume, die Grünoberfläche und die psychologische Wirkung der Bahn.
Aus der Spiellänge und den Hindernissen ergibt sich das Course Rating. Es wird getrennt für jeden Abschlag bestimmt, meist auch getrennt für Herren und Damen. Ändert sich der Platz stark, zum Beispiel durch neue Abschläge, muss er neu bewertet werden. Unabhängig davon werden Ratings laut DGV in regelmäßigen Abständen überprüft, etwa alle 8 bis 10 Jahre.
Course Rating und Par: warum die Zahlen nicht gleich sind
Das Par eines Platzes ist die Summe der Par-Werte aller Bahnen, auf 18 Löchern meist 72. Das Course Rating kann davon abweichen. Es kann niedriger sein, zum Beispiel 70,3, oder höher, zum Beispiel 73,1.
Ein Course Rating unter Par bedeutet: Der Platz ist für einen Scratch-Golfer etwas leichter, als das Par vermuten lässt. Ein Wert über Par heißt, dass er schwerer ist. Das Par sagt nur, wie die Bahnen eingeteilt sind. Das Course Rating beschreibt dagegen, wie schwer sie wirklich zu spielen sind.
Der Unterschied wird in der Handicap-Berechnung wichtig. Bei der Spielvorgabe, die Sie auf dem Platz bekommen, fließt der Abstand zwischen Course Rating und Par ein. Liegt das Course Rating zum Beispiel 0,8 unter dem Par, werden vor dem Runden 0,8 Schläge von Ihrer Spielvorgabe abgezogen. Der Platz ist für einen Scratch-Golfer leichter, also bekommen Sie etwas weniger Schläge.
Course Rating, Slope Rating und Bogey Rating im Vergleich
Das Course Rating wird immer zusammen mit dem Slope Rating genannt. Beide beschreiben die Schwierigkeit eines Platzes, aber für unterschiedliche Spieler.
- Course Rating: erwarteter Score für einen Scratch-Golfer (Handicap 0).
- Bogey Rating: erwarteter Score für einen Bogey-Golfer, das ist ein Spieler mit Handicap von etwa 20 bei Herren und etwa 24 bei Damen.
- Slope Rating: Maß dafür, wie viel schwerer der Platz für den Bogey-Golfer ist als für den Scratch-Golfer.
Das Slope Rating liegt zwischen 55 und 155. Ein Platz mittlerer Schwierigkeit hat ein Slope Rating von 113. Ein höherer Wert heißt: Spieler mit höherem Handicap verlieren auf diesem Platz im Vergleich zu Scratch-Golfern mehr Schläge.
Ein Beispiel: Zwei Plätze haben dasselbe Course Rating von 72,0. Platz A hat Slope 110, Platz B hat Slope 135. Für einen Scratch-Golfer sind beide gleich schwer. Ein Spieler mit Handicap 30 bekommt auf Platz B aber deutlich mehr Schläge, weil dort Wasser, Bunker und enge Grüns ihn stärker treffen.
Formeln: So nutzt das Handicap-System das Course Rating
Das Course Rating taucht in zwei Formeln auf. Beide wenden Sie nicht selbst an, die Software rechnet automatisch. Das Prinzip zu kennen hilft aber beim Verstehen.
Erstens das Score Differential, das aus Ihrer Runde entsteht: Score Differential = (113 / Slope Rating) × (gewertetes Bruttoergebnis − Course Rating − PCC)
Beispiel: Sie spielen ein gewertetes Bruttoergebnis von 96 auf einem Platz mit Course Rating 71,2 und Slope 128, bei PCC 0. Die PCC ist die Tageskorrektur für besondere Bedingungen, in Deutschland laut DGV nur für Spieler bis Handicap-Index 26,4. Ergebnis: (113 / 128) × (96 − 71,2) = 0,883 × 24,8 = 21,9.
Zweitens die Spielvorgabe, das Course Handicap, für einen Platz: Course Handicap = Handicap-Index × (Slope Rating / 113) + (Course Rating − Par)
Beispiel: Handicap-Index 21,5, Course Rating 71,2, Slope 128, Par 72. Ergebnis: 21,5 × 128 / 113 = 24,35, dazu 71,2 − 72 = −0,8, ergibt 23,55, gerundet 24 Schläge.
Je höher das Course Rating, desto kleiner wird das Score Differential Ihrer Runde. Auf einem schweren Platz wird derselbe Score also besser bewertet als auf einem leichten.
Course Rating bei 9-Loch-Plätzen: ein Rechenbeispiel
Auch 9-Loch-Plätze haben ein Course Rating. Es ist ein eigener Wert für neun Löcher, kein halbierter 18-Loch-Wert. Für die Spielvorgabe auf neun Löchern wird der Handicap-Index halbiert.
Formel: Course Handicap (9 Löcher) = (Handicap-Index / 2) × (Slope Rating / 113) + (Course Rating − Par)
Als Beispiel dient der 9-Loch-Platz, den die Golf Lounge Resort Hamburg als Schwarzen Kurs betreibt. Laut der veröffentlichten Course-Rating-Tabelle stehen für Herren ein Course Rating von 31,0 mit Slope 100 und für Damen ein Course Rating von 31,9 mit Slope 116, bei Par 33. Maßgeblich sind immer die aktuell vor Ort gültigen Werte.
Für Herren mit Handicap-Index 30,0 ergibt das: 30,0 / 2 = 15,0. Dann 15,0 × 100 / 113 = 13,27. Dazu kommt 31,0 − 33 = −2,0. Ergebnis 11,27, gerundet 11 Schläge. Für Damen mit Handicap-Index 30,0 gilt: 15,0 × 116 / 113 = 15,40. Dazu 31,9 − 33 = −1,1. Ergebnis 14,30, gerundet 14 Schläge.
So sehen Sie, wie sich Course Rating, Slope Rating und Par gemeinsam auswirken.
Wo finde ich das Course Rating? Tipps und typische Fehler
Das Course Rating steht meist auf der Scorekarte, am Abschlag oder in einer Tabelle im Clubhaus. Viele Anlagen zeigen dort auch gleich die Spielvorgabe für jedes Handicap, sodass Sie nichts rechnen müssen. Auf den Websites vieler Golfanlagen ist die Tabelle ebenfalls veröffentlicht.
Typische Fehler im Umgang mit dem Course Rating:
- Das Course Rating mit dem Par verwechseln. Beide Zahlen können auf dem Platz verschieden sein.
- Das Rating eines anderen Abschlags verwenden. Jede Abschlagsfarbe hat eigene Werte.
- Die Werte von Herren und Damen vertauschen.
- Das Course Rating für ein Maß der eigenen Schwierigkeit halten. Es gilt für den Scratch-Golfer. Die Schwierigkeit für Sie zeigt das Slope Rating.
Ein leichter Platz bringt für das Handicap keinen Vorteil. Course Rating und Slope Rating rechnen die Schwierigkeit heraus, sodass dieselbe Leistung auf jedem Platz ungefähr dasselbe Score Differential ergibt. Wichtig ist nur, dass die Runde vorgabewirksam gespielt wird. Nur dann zählt der Score für den Handicap-Index.
Ausprobieren in der Golf Lounge
Den 9-Loch-Platz der Golf Lounge Resort Hamburg, den Schwarzen Kurs, spielen Sie mit DGV-Platzreife. Er hat Par 33. Laut der veröffentlichten Course-Rating-Tabelle gilt für Herren ein Course Rating von 31,0 mit Slope 100, für Damen 31,9 mit Slope 116. Maßgeblich sind die aktuell vor Ort gültigen Werte. Der Platz ist von April bis Dezember bespielbar, pro Buchung sind ein bis vier Spieler möglich. Jeden Samstag gibt es von Mai bis Oktober ein vorgabewirksames 9-Loch-Turnier.
Häufige Fragen
Was ist das Course Rating beim Golf?
Das Course Rating gibt an, wie viele Schläge ein Scratch-Golfer, also ein Spieler mit Handicap 0, auf einem Platz unter normalen Bedingungen im Schnitt braucht. Es wird auf eine Nachkommastelle angegeben und gilt für einen bestimmten Abschlag, meist getrennt für Herren und Damen.
Was ist der Unterschied zwischen Course Rating und Slope Rating?
Das Course Rating gilt für den Scratch-Golfer und ist ein Erwartungswert in Schlägen, zum Beispiel 71,2. Das Slope Rating zeigt, wie viel schwerer der Platz für Bogey-Golfer ist, und liegt zwischen 55 und 155. Der Standardwert ist 113. Beide Zahlen zusammen machen Handicaps auf allen Plätzen vergleichbar.
Was bedeutet ein Course Rating von 72,5?
Ein Course Rating von 72,5 heißt, dass ein Scratch-Golfer auf diesem Abschlag unter normalen Bedingungen im Schnitt 72,5 Schläge erwartet. Bei Par 72 liegt es 0,5 Schläge über Par, der Platz ist für gute Spieler also etwas schwerer, als das Par vermuten lässt.
Wo finde ich das Course Rating meines Golfplatzes?
Meist steht es auf der Scorekarte, an einer Tafel am Abschlag oder in einer Tabelle im Clubhaus oder auf der Website der Anlage. Dort finden Sie auch das Slope Rating und oft die fertige Spielvorgabe zu jedem Handicap. Achten Sie auf die richtige Abschlagsfarbe und darauf, ob die Werte für Herren oder Damen gelten.
Wie wird das Course Rating im Handicap verwendet?
Es steht in der Formel für das Score Differential, das aus Ihrer Runde entsteht, und in der Formel für die Spielvorgabe. Ein höheres Course Rating senkt das Score Differential Ihrer Runde. Ein Course Rating über dem Par erhöht dagegen Ihre Spielvorgabe auf diesem Platz.
Stand: Oktober 2026