Golf-Lexikon
Greensome
Kurz erklärt
Greensome ist eine Spielform für zwei Spieler. Beide schlagen ab, das Team wählt einen der beiden Bälle, und der Partner, dessen Abschlag nicht gewählt wurde, spielt den zweiten Schlag. Danach schlagen die Partner abwechselnd, bis der Ball im Loch liegt. Das Team spielt nur einen Ball und notiert eine gemeinsame Schlagzahl.
Greensome im Golf: Bedeutung einfach erklärt
Greensome ist eine Variante des klassischen Vierers für zwei Spieler. Anders als beim klassischen Vierer wird nicht von Anfang an abwechselnd gespielt, sondern der Abschlag bietet dem Team eine Auswahl. Beide Partner schlagen auf jedem Loch ab. Das Team entscheidet, welcher Abschlag besser ist, und spielt mit diesem Ball weiter.
Den zweiten Schlag macht der Partner, dessen Abschlag nicht gewählt wurde. Dann wird abwechselnd gespielt: Der erste Spieler schlägt den dritten Schlag, der zweite den vierten und so weiter, bis der Ball im Loch liegt. Pro Loch zählt eine gemeinsame Schlagzahl.
Der Name Greensome ist ein englischer Fachbegriff, der in Deutschland ohne Übersetzung gebraucht wird. Woher er genau stammt, ist nicht eindeutig belegt. Wichtig für Sie als Spieler ist das Prinzip: zwei Abschläge, ein Ball, abwechselnde Schläge. Die Form gilt als gute Mischung aus Teamarbeit und Spannung, weil beide Partner immer beteiligt sind und trotzdem eine Auswahl möglich ist.
Greensome wird oft in Clubturnieren für Paare, bei Spaßturnieren und im Lochspiel zwischen zwei Teams gespielt. Auch für ein Match zu viert, also zwei gegen zwei, ist die Form beliebt.
Der Ablauf: so spielen Sie Greensome Schritt für Schritt
Ein Loch wird so gespielt:
- Beide Partner schlagen ab. Es gibt keine feste Reihenfolge. Jeder darf auf jedem Loch abschlagen.
- Das Team wählt einen der beiden Abschläge. Entscheidend sind Lage und Weg zum Grün, nicht unbedingt die Länge.
- Der Partner, dessen Abschlag nicht gewählt wurde, spielt den zweiten Schlag. Der Ball wird dort gespielt, wo der gewählte Abschlag liegt. Der andere Ball wird aufgenommen.
- Danach schlagen die Partner abwechselnd. Der zweite Spieler macht den dritten Schlag, der erste den vierten und so fort.
- Das Team trägt eine gemeinsame Schlagzahl ein.
Die Reihenfolge der Schläge bleibt auch bei Strafschlägen erhalten. Wer zum Beispiel einen Ball ins Wasser spielt und einen Strafschlag erhält, ändert damit nichts an der Reihenfolge. Spielt ein Partner außer der Reihe, gibt es meist nach den Regeln für den Vierer eine Strafe.
Auf dem nächsten Loch beginnt alles neu. Beide schlagen ab, das Team wählt wieder aus, und der Partner des nicht gewählten Balls spielt den zweiten Schlag. Die Golfregeln regeln nur den klassischen Vierer ausdrücklich (Regel 22). Greensome gilt als Variante davon, deshalb legt die Ausschreibung die Einzelheiten fest.
Beispiel aus der Praxis: ein Par-4-Loch
Anna und Ben spielen als Team ein Par-4-Loch mit 400 Metern Länge.
- Abschlag: Anna schlägt 210 Meter aufs Fairway. Ben schlägt 230 Meter, ebenfalls aufs Fairway. Das Team wählt Bens Ball, weil er weiter und gut gelegen ist.
- Zweiter Schlag: Anna spielt, weil ihr Abschlag nicht gewählt wurde. Sie schlägt aus 170 Metern aufs Grün, vier Meter neben die Fahne.
- Dritter Schlag: Ben puttet und legt den Ball 20 Zentimeter neben das Loch.
- Vierter Schlag: Anna locht den kurzen Putt.
Das Team hat das Loch mit vier Schlägen beendet, also Par gespielt. Auf dem nächsten Loch schlägt Annas Abschlag weiter und wird gewählt. Dann spielt Ben den zweiten Schlag, Anna den dritten und Ben den vierten.
Dieses Beispiel zeigt, warum Teams oft gut abschneiden. Der Abschlag lässt sich auswählen, und der zweite Schlag kommt vom Fairway statt aus dem Rough. Ein verunglückter Abschlag kostet das Team nichts, solange der Partner einen guten Ball spielt.
Vorgabe und Wertung: 60 und 40 Prozent
Weil das Team nur einen Ball ins Loch spielt, erhält es nicht die Summe beider Vorgaben. Welche Rechnung gilt, legt die Ausschreibung fest. Das World Handicap System nennt in Anhang C eine Empfehlung für Greensome im Zählspiel.
- Der Partner mit der niedrigeren Vorgabe bringt 60 Prozent seiner Vorgabe ein.
- Der Partner mit der höheren Vorgabe bringt 40 Prozent seiner Vorgabe ein.
- Beide Werte werden addiert und gerundet.
Beispiel: Anna hat Vorgabe 14, Ben hat Vorgabe 26. Das ergibt 60 Prozent von 14, also 8,4, plus 40 Prozent von 26, also 10,4. Zusammen sind das 18,8. Das Team spielt mit einer Vorgabe von 19.
Im Lochspiel wird üblicherweise mit dem Unterschied der Team-Vorgaben gerechnet. Das Team mit der höheren Vorgabe erhält die Differenz als Vorgabeschläge, verteilt auf die schwersten Löcher.
Ein Greensome zählt nicht für das persönliche Handicap. Im World Handicap System sind nur Formate zugelassen, bei denen jeder Spieler seinen eigenen Ball spielt. Beim Greensome spielt das Team einen gemeinsamen Ball.
Greensome, klassischer Vierer, Chapman und Vierball im Vergleich
Zwei Partner können auf mehrere Arten zusammen spielen. Die Formen lassen sich leicht verwechseln.
- Klassischer Vierer: Ein Ball von Anfang an. Ein Spieler schlägt an den ungeraden Löchern ab, der andere an den geraden. Jeder Schlag wird abwechselnd gespielt.
- Greensome: Beide schlagen ab, das Team wählt einen Ball, danach wird abwechselnd gespielt. Der zweite Schlag gehört dem Partner des nicht gewählten Balls.
- Chapman-Vierer: Beide schlagen ab, beide spielen den zweiten Schlag mit dem Ball des Partners. Erst dann wird gewählt und abwechselnd weitergespielt.
- Vierball-Bestball: Jeder spielt seinen eigenen Ball bis ins Loch, und das bessere Ergebnis des Teams zählt.
- Kanadischer Vierer: Der Begriff wird nicht einheitlich verwendet. Häufig ist damit derselbe Ablauf wie beim Greensome gemeint.
Das Greensome gibt dem Team eine Auswahl, nämlich einen Schlag Spielraum. Der Chapman-Vierer gibt zwei, der klassische Vierer keinen. Deshalb liegen die Ergebnisse im Greensome meist zwischen denen von klassischem Vierer und Chapman-Vierer.
Wenn in einer Ausschreibung nur Greensome steht, ist meist der hier beschriebene Ablauf gemeint. Prüfen Sie aber die Details, denn manche Clubs verwenden Hausvarianten.
Taktik: So wählen Sie den besten Abschlag
Die Wahl des Abschlags ist die wichtigste Entscheidung im Greensome. Mit ein paar Überlegungen treffen Sie sie besser.
- Wählen Sie nicht automatisch den längsten Abschlag. Ein Ball auf dem Fairway mit freiem Weg zum Grün ist oft besser als ein längerer im Rough.
- Denken Sie an den zweiten Schlag. Ihre Wahl entscheidet auch, wer ihn spielt. Hat ein Partner das stärkere Eisenspiel, kann es sinnvoll sein, den Ball des anderen zu wählen.
- Legen Sie sich vor dem Loch fest, wer zuerst abschlägt. Der zweite Spieler kann dann entspannter Risiko gehen.
- Sprechen Sie sich ab. Gerade bei kurzen Putts ist wichtig, wer abwechselnd den nächsten Schlag spielt.
- Nehmen Sie Rücksicht auf den Spielfluss. Beide Partner sollten beim Abschlag bereit sein, damit das Spiel nicht stockt.
Teams mit unterschiedlicher Spielstärke profitieren vom Greensome besonders. Der schwächere Partner kann einen guten Abschlag liefern und danach den zweiten Schlag spielen, wenn der stärkere Partner gewählt wurde. So sind beide ständig im Spiel.
Ausprobieren in der Golf Lounge
Für ein Greensome-Match zu zweit oder zwei gegen zwei eignet sich der 9-Loch-Platz „Schwarz“ der Golf Lounge Resort Hamburg in Moorfleet. Er hat Par 33 mit Par-3- und Par-4-Bahnen, Wasserhindernissen und Bunkern. Sie spielen ihn mit Platzreife (DGV) von April bis Dezember. Pro Buchung sind bis zu vier Spieler möglich, also zwei Teams mit je zwei Spielern. Tee-Times buchen Sie online. Wie Sie Ihr Match zählen, vereinbaren Sie vorher untereinander.
Häufige Fragen
Was ist Greensome beim Golf?
Greensome ist eine Spielform für zwei Spieler. Beide schlagen ab, das Team wählt einen Ball, und der Partner, dessen Abschlag nicht gewählt wurde, spielt den zweiten Schlag. Danach schlagen die Partner abwechselnd, bis der Ball im Loch liegt. Pro Loch zählt eine gemeinsame Schlagzahl.
Wer schlägt im Greensome den zweiten Schlag?
Den zweiten Schlag macht der Partner, dessen Abschlag nicht gewählt wurde. Wurde zum Beispiel Bens Abschlag gewählt, spielt Anna den zweiten Schlag, Ben den dritten und Anna den vierten. Auf dem nächsten Loch schlagen wieder beide ab, und das Team wählt neu.
Wie berechnet man das Handicap beim Greensome?
Die Ausschreibung legt die Rechnung fest. Das World Handicap System empfiehlt 60 Prozent der niedrigeren und 40 Prozent der höheren Vorgabe. Bei Vorgaben von 14 und 26 ergibt das 8,4 plus 10,4, also 18,8. Das Team spielt mit 19. Im Lochspiel zählt meist der Unterschied der Team-Vorgaben.
Was ist der Unterschied zwischen Greensome und Chapman-Vierer?
Beim Greensome wählt das Team nach den beiden Abschlägen einen Ball, und der Partner des nicht gewählten Balls spielt den zweiten Schlag. Beim Chapman-Vierer spielen beide den zweiten Schlag mit dem Ball des Partners, erst dann wird gewählt. Der Chapman-Vierer gibt dem Team also mehr Auswahl.
Zählt ein Greensome für das Handicap?
Nein. Im World Handicap System zählen nur Runden, bei denen jeder Spieler seinen eigenen Ball spielt. Beim Greensome spielt das Team einen gemeinsamen Ball. Ein persönliches Ergebnis entsteht dabei nicht, deshalb kann es nicht für das Handicap eingetragen werden.
Stand: Oktober 2026