Lochspiel (Matchplay)

Golf-Lexikon

Lochspiel (Matchplay)

Kurz erklärt

Beim Lochspiel, auf Englisch Matchplay, spielen zwei Spieler oder zwei Seiten gegeneinander. Jedes Loch wird einzeln gewertet: Wer weniger Schläge braucht, gewinnt das Loch, bei gleicher Schlagzahl wird es geteilt. Es gewinnt, wer am Ende mehr Löcher gewonnen hat. Die Gesamtzahl der Schläge spielt keine Rolle.

Was ist Lochspiel (Matchplay) im Golf?

Lochspiel ist neben dem Zählspiel die zweite große Wettspielform im Golf. Zwei Spieler oder zwei Teams treten direkt gegeneinander an, und die Runde ist eine Folge von einzelnen Duellen. Auf jeder Bahn gibt es drei mögliche Ergebnisse: Sie gewinnen das Loch, Sie verlieren es, oder es wird geteilt.

Der Unterschied zum Zählspiel ist grundlegend. Im Zählspiel addieren Sie alle Schläge der Runde, und wer die wenigsten braucht, gewinnt. Im Lochspiel zählt nur, wer auf der jeweiligen Bahn besser war. Ein schlechtes Loch mit acht Schlägen kostet Sie genau ein Loch, genauso wie ein Bogey mit fünf Schlägen, wenn Ihr Gegner Par spielt.

Dadurch verändert sich das Spiel. Sie können mutiger spielen, weil ein Totalausfall auf einer Bahn nicht die ganze Runde ruiniert. Außerdem spielen Sie immer gegen einen konkreten Gegner. Das macht das Lochspiel spannend, auch für Zuschauer. Es wird meist als Einzel gespielt, aber auch als Vierer oder Vierball.

Zur Abgrenzung: Im Zählspiel werden alle Schläge addiert. Beim Stableford gibt es pro Loch Punkte, und Sie spielen gegen das ganze Feld. Nassau und Skins sind private Spielformen, die auf dem Lochspiel aufbauen. Nassau teilt die Runde in drei Wertungen: vordere neun, hintere neun und die ganze Runde. Bei Skins gewinnt jedes Loch einzeln, und bei Gleichstand wird es auf das nächste Loch übertragen.

Lochspiel Regeln: so wird Loch für Loch gewertet

Die Golfregeln behandeln das Lochspiel in Regel 3.2. Die wichtigsten Punkte sind schnell erklärt.

Dazu kommen Besonderheiten. Sie dürfen den nächsten Schlag Ihres Gegners, ein Loch oder das ganze Match schenken. Das nennt man Konzedieren. Die Geste muss klar sein, zum Beispiel durch ein Wort oder eine eindeutige Handbewegung. Eine Schenkung kann nicht zurückgenommen werden, und der Gegner kann sie nicht ablehnen.

Spielstand lesen: Up, All Square, Dormie und 3&2

Im Lochspiel hat der Spielstand eigene Begriffe, die Einsteiger zuerst nicht kennen.

Die Zahl vor dem Und-Zeichen zeigt also den Vorsprung, die Zahl dahinter die Zahl der Löcher, die gar nicht mehr gespielt werden mussten. Das höchste Ergebnis über 18 Löcher ist 10&8.

Beispiel aus der Praxis: ein 18-Loch-Match

Anna spielt gegen Ben. Nach dem 12. Loch hat Anna vier Löcher gewonnen, Ben ein Loch, sieben Löcher wurden geteilt. Anna führt also mit 3 up.

Bei Loch 13 gewinnt Ben mit einem Birdie. Es steht 2 up für Anna. Loch 14 und 15 werden geteilt. Nach 15 Löchern führt Anna immer noch um zwei Löcher bei noch drei zu spielenden Bahnen.

Auf Loch 16 spielt Anna ein Par, Ben ein Bogey. Anna gewinnt das Loch und führt nun mit 3 up bei zwei verbleibenden Bahnen. Das Match ist entschieden: Sie führt um drei, und es sind nur noch zwei Löcher zu spielen. Das Ergebnis lautet 3&2. Beide gehen vom Grün und geben sich die Hand.

Am Beispiel sieht man, wie unabhängig das Match von den Gesamtschlägen ist. Verliert Ben ein Loch mit einem Doppelbogey oder noch schlechter, zählt das genauso als ein verlorenes Loch wie ein knappes Bogey. Im Zählspiel würde ihn der Ausrutscher viel stärker treffen.

Vorgabe im Lochspiel: so gleichen Sie Spielstärken aus

Damit auch ungleich starke Spieler fair gegeneinander antreten können, gibt es im Lochspiel Vorgabeschläge. Die Golfregeln legen in Regel 3.2c fest, dass die Schläge pro Loch gegeben werden und das bessere Nettoergebnis das Loch gewinnt. Die Spieler sollen ihre Vorgaben vor dem Spiel nennen.

Das World Handicap System empfiehlt für das Einzel im Lochspiel 100 Prozent der Differenz der Spielvorgaben. Der Spieler mit der niedrigeren Vorgabe spielt also ohne Vorgabeschläge. Der andere erhält die Differenz als Schläge.

Beispiel: Anna hat Spielvorgabe 12, Ben hat 20. Die Differenz beträgt 8. Ben bekommt acht Vorgabeschläge, und zwar auf den acht Löchern mit den niedrigsten Vorgabewerten auf der Scorekarte, dem Stroke Index. Spielt er auf einem dieser Löcher ein Bogey und Anna ein Par, ist das Loch netto geteilt.

Für den Vierball im Lochspiel empfiehlt das System 90 Prozent der Spielvorgabe jedes Spielers, wobei der Spieler mit der niedrigsten Vorgabe dann mit null spielt, für den klassischen Vierer die Hälfte der Differenz der addierten Vorgaben. Welche Werte gelten, legt im Zweifel die Ausschreibung fest.

Spielreihenfolge, Zugeständnisse und typische Fehler

Im Lochspiel kommt es auf Details an, die im Zählspiel keine Rolle spielen.

Wer unsicher ist, fragt im Zweifel den Gegner oder die Spielleitung, bevor er den Ball aufnimmt.

Herkunft und Einsatz: Wo wird Lochspiel gespielt?

Das Lochspiel gilt als die ältere der beiden großen Wettspielformen. Die Einzelheiten der Frühzeit sind nicht lückenlos belegt, doch das Zählspiel als Turnierform setzte sich erst später durch. Die British Open wurden 1860 zum ersten Mal ausgetragen, und zwar im Zählspiel.

Heute ist das Lochspiel vor allem im Mannschaftsgolf und im Amateurgolf zu Hause. Der Ryder Cup, der Solheim Cup und der Presidents Cup werden im Lochspiel gespielt. Die Amateurmeisterschaften wie die Amateur Championship beginnen mit einer Qualifikation im Zählspiel und werden dann im Lochspiel als K.-o.-Turnier fortgesetzt.

Auch in Golfclubs ist es beliebt. Manche Clubs veranstalten Clubmeisterschaften oder Pokalrunden im Lochspiel, weil der K.-o.-Modus ein klares Ergebnis liefert und die Spiele spannend sind. Für das persönliche Handicap zählt das Match-Ergebnis nicht. Die internationalen Handicap-Regeln erlauben den nationalen Verbänden zwar, Lochspiel-Ergebnisse zuzulassen. In Deutschland nennt der DGV als vorgabewirksame Formen aber Einzel-Zählspiele wie Zählspiel, Stableford oder Maximum Score. Ein Lochspiel gehört nicht dazu.

Ausprobieren in der Golf Lounge

Ein Lochspiel zu zweit lässt sich gut auf dem 9-Loch-Platz Schwarz der Golf Lounge Resort Hamburg in Moorfleet austragen. Der Platz hat Par 33 mit Par-3- und Par-4-Bahnen sowie Wasserhindernissen und Bunkern. Er ist mit Platzreife (DGV) von April bis Dezember bespielbar. Die Tee-Time buchen Sie online, pro Buchung sind bis zu vier Spieler möglich, also zum Beispiel zwei Duelle oder ein Vierball-Match. Auch Gäste ohne Mitgliedschaft sind willkommen.

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Häufige Fragen

Was ist Lochspiel oder Matchplay beim Golf?

Beim Lochspiel spielen zwei Spieler oder Teams gegeneinander. Jedes Loch wird einzeln gewertet: Wer weniger Schläge braucht, gewinnt das Loch, sonst ist es geteilt. Wer am Ende mehr Löcher gewonnen hat, gewinnt das Match. Die Gesamtzahl der Schläge zählt nicht. Geregelt ist das Lochspiel in Regel 3.2 der Golfregeln.

Was bedeutet 3&2 im Matchplay?

3&2 ist ein Endergebnis. Der Sieger führt um drei Löcher, als nur noch zwei Löcher zu spielen sind. Das Match war nach dem 16. Loch entschieden. Die erste Zahl zeigt den Vorsprung, die zweite die Zahl der nicht mehr gespielten Löcher. Steht es nach 18 Löchern 1 up, endet das Match mit einem Loch Vorsprung.

Was ist Dormie im Lochspiel?

Dormie bedeutet, dass ein Spieler genauso viele Löcher führt, wie noch zu spielen sind. Er kann auf den regulären Löchern nicht mehr verlieren, hat das Match aber noch nicht gewonnen, weil sein Gegner mit Gewinnen aller restlichen Löcher noch ausgleichen kann. Führt er zum Beispiel mit 3 up bei noch drei Löchern, ist er dormie.

Wie funktioniert die Vorgabe im Lochspiel?

Jeder Spieler nennt vor dem Match seine Vorgabe. Das World Handicap System empfiehlt im Einzel 100 Prozent der Differenz der Spielvorgaben. Der bessere Spieler spielt ohne Vorgabeschläge, der andere erhält die Differenz als Schläge auf den Löchern mit den niedrigsten Vorgabewerten. Das bessere Nettoergebnis gewinnt das Loch.

Zählt ein Lochspiel fürs Handicap?

Das Ergebnis des Matches zählt nicht. In Deutschland nennt der DGV als vorgabewirksame Formen Einzel-Zählspiele wie Zählspiel oder Stableford, ein Lochspiel gehört nicht dazu. Spielformen mit gemeinsamen Bällen wie Vierer oder Scramble zählen nicht, weil dort nicht jeder alle Schläge mit dem eigenen Ball spielt.

Stand: Oktober 2026

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