Klassischer Vierer (Foursome)

Golf-Lexikon

Klassischer Vierer (Foursome)

Kurz erklärt

Der klassische Vierer, auf Englisch Foursome, ist eine Spielform für Zweierteams. Beide Partner spielen zusammen einen einzigen Ball und schlagen abwechselnd. Ein Partner schlägt an den ungeraden Löchern ab, der andere an den geraden. Geregelt ist der Vierer in Regel 22 der Golfregeln. Er wird im Lochspiel und im Zählspiel gespielt.

Was ist ein klassischer Vierer im Golf?

Beim klassischen Vierer bilden zwei Spieler eine Partei, in den Golfregeln Seite genannt. Die Seite spielt nur einen Ball. Die Partner wechseln sich bei jedem Schlag ab: Erst schlägt Spieler A, dann Spieler B, dann wieder A, bis der Ball im Loch ist.

Der Name sorgt oft für Verwirrung. Vierer heißt die Spielform, weil bei einem Match zwei Teams mit je zwei Spielern antreten, also vier Personen. Im Zählspiel kann eine Seite aber auch für sich allein gewertet werden. Das englische Wort Foursome bedeutet im Regelbuch genau diese Spielform. Umgangssprachlich nennen Amerikaner auch eine Gruppe von vier Golfern auf der Runde einen Foursome. Gemeint ist dann ein Flight, keine Spielform.

Den Zusatz klassisch verwendet man, um diese Form von Varianten wie Greensome oder Chapman-Vierer abzugrenzen. Beim klassischen Vierer gibt es keine Auswahl zwischen zwei Bällen. Jeder Schlag zählt, und jeder Fehler muss vom Partner ausgebadet werden. Das macht ihn zur anspruchsvollsten Vierer-Form.

Regel 22: wer wann schlägt

Die Golfregeln legen die Reihenfolge in Regel 22 genau fest.

Darüber hinaus darf jeder Partner für die Seite handeln, etwa den Ball markieren, aufnehmen oder Erleichterung in Anspruch nehmen. Die Partner dürfen sich gegenseitig beraten. Sie dürfen sich auch Schläger teilen, solange sie zusammen nicht mehr als 14 Schläger dabeihaben.

Strafen bei falscher Reihenfolge

Der häufigste Fehler im klassischen Vierer ist ein Schlag in der falschen Reihenfolge. Das passiert zum Beispiel, wenn ein Partner aus Gewohnheit an einem geraden Loch abschlägt, obwohl er für die ungeraden Löcher eingeteilt ist.

Die Strafe ist die Grundstrafe der Golfregeln.

Wichtig im Zählspiel: Die Korrektur muss erfolgen, bevor die Seite am nächsten Loch abschlägt. Am letzten Loch muss sie vor der Abgabe der Scorekarte erfolgen. Sonst wird die Seite disqualifiziert.

Ein einfacher Trick hilft: Legen Sie vor der Runde fest, wer an Loch 1 abschlägt, und schreiben Sie es auf die Scorekarte. Dann ist die Frage an jedem Abschlag schnell geklärt.

Beispiel aus der Praxis: zwei Löcher im Vierer

Clara und David spielen zusammen einen klassischen Vierer. Clara schlägt an den ungeraden Löchern ab, David an den geraden.

Die Seite notiert ein Par und ein Doppelbogey. Das Beispiel zeigt: Der Strafschlag hat die Reihenfolge nicht verändert. Clara war nach Davids Abschlag ohnehin an der Reihe.

Vorgabe beim klassischen Vierer

Da die Seite nur einen Ball spielt, bekommt sie nicht die Summe beider Vorgaben. Wie die Vorgabe berechnet wird, legt die Ausschreibung des Turniers fest. Das World Handicap System empfiehlt in Anhang C für den Vierer im Zählspiel 50 Prozent der addierten Vorgaben beider Partner.

Beispiel: Clara hat eine Vorgabe von 14, David von 22. Zusammen sind das 36. Die Hälfte davon ergibt eine Teamvorgabe von 18.

Im Lochspiel wird üblicherweise mit dem Unterschied zwischen den Seiten gerechnet. Die Seite mit der höheren Vorgabe bekommt dann die Hälfte des Unterschieds der addierten Vorgaben als Vorgabeschläge.

Ein klassischer Vierer zählt nicht für das persönliche Handicap. Im World Handicap System sind nur Runden zulässig, bei denen jeder Spieler alle Schläge mit dem eigenen Ball macht. Das ist beim Vierer nicht der Fall.

Tipps für ein gutes Vierer-Team

Im klassischen Vierer gewinnt selten das Team mit den zwei besten Einzelspielern. Es gewinnt das Team, das am besten zusammenarbeitet.

Viele Paare spielen den Vierer auch als Mixed, also eine Dame und ein Herr zusammen. Bei Clubturnieren ist der Mixed-Vierer ein Klassiker.

Abgrenzung: Vierer, Greensome, Chapman und Vierball

Die Vierer-Formen unterscheiden sich vor allem darin, wie viele Bälle anfangs im Spiel sind.

Im Profigolf ist der klassische Vierer vor allem aus dem Ryder Cup und dem Solheim Cup bekannt. Dort gibt es an den ersten beiden Tagen eigene Foursome-Runden, in denen je zwei Spieler eines Teams im Lochspiel gegen zwei Gegner antreten. Für viele Zuschauer sind diese Matches die spannendsten, weil ein einziger Fehler sofort beide Partner trifft.

Ausprobieren in der Golf Lounge

Einen klassischen Vierer können Sie ganz entspannt auf dem 6-Loch-Kurzplatz Rot der Golf Lounge Resort Hamburg in Moorfleet ausprobieren. Dafür brauchen Sie keine Platzreife, und eine Runde dauert typischerweise unter einer Stunde. Pro Buchung sind bis zu vier Spieler möglich, also genau zwei Zweierteams. Im Winter von Januar bis März wird der Kurzplatz zu einem 9-Loch-Winterkurs umgebaut und ist täglich von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang bespielbar.

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Häufige Fragen

Was ist ein klassischer Vierer im Golf?

Beim klassischen Vierer spielen zwei Partner zusammen einen einzigen Ball und schlagen abwechselnd. Ein Partner schlägt an den ungeraden Löchern ab, der andere an den geraden. Die Seite notiert ein gemeinsames Ergebnis pro Loch. Die Regeln dazu stehen in Regel 22 der Golfregeln, und gespielt wird im Lochspiel oder im Zählspiel.

Was bedeutet Foursome beim Golf?

In den Golfregeln ist Foursome der englische Name für den klassischen Vierer: zwei Partner, ein Ball, abwechselnde Schläge. Im amerikanischen Sprachgebrauch wird Foursome zusätzlich für eine Gruppe von vier Golfern verwendet, die zusammen eine Runde spielen. Das ist dann ein Flight und keine Spielform.

Wer schlägt beim Vierer an welchem Loch ab?

Ein Partner schlägt an allen ungeraden Löchern ab, der andere an allen geraden. Wer das vorige Loch eingelocht hat, spielt dafür keine Rolle. Legen Sie vor der Runde fest, wer an Loch 1 beginnt. Ein Abschlag in falscher Reihenfolge kostet im Zählspiel zwei Strafschläge und im Lochspiel das Loch.

Wie viel Vorgabe bekommt ein Team im klassischen Vierer?

Das World Handicap System empfiehlt für den Vierer im Zählspiel die Hälfte der addierten Vorgaben beider Partner. Bei Vorgaben von 14 und 22 sind das 18 Schläge. Verbindlich ist aber immer die Ausschreibung des Turniers. Für das persönliche Handicap zählt ein Vierer nicht.

Stand: Oktober 2026

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