Vierer (Überblick)

Golf-Lexikon

Vierer (Überblick)

Kurz erklärt

Vierer bezeichnet im Golf Spielformen für Zweierteams und manchmal Gruppen aus vier Spielern. Im engeren Sinn ist der klassische Vierer gemeint: zwei Partner spielen einen Ball abwechselnd. Dazu kommen Varianten wie Greensome, Chapman und Vierball. Welche Form gilt, hängt von der Ausschreibung ab.

Was bedeutet Vierer im Golf?

Das Wort Vierer wird im Golf in drei Bedeutungen benutzt, und das sorgt oft für Verwirrung.

In dieser Übersicht geht es um die Spielformen. Sie sind meist für zwei Zweierteams gedacht, also genau vier Spieler. Zusammen mit dem Vierball-Bestball bilden sie die wichtigsten Zweierteam-Formen im Golf. Wie viele Bälle im Spiel sind und wann das Team auswählt, unterscheidet die Formen voneinander.

Die Vierer-Formen im Überblick

Die wichtigsten Formen unterscheiden sich vor allem darin, ab wann welche Bälle im Spiel sind.

Die ersten vier Formen haben gemeinsam, dass am Ende immer ein einziger Ball im Spiel ist. Beim Vierball und beim Scramble ist es anders: Beim Vierball spielt jeder seinen Ball, beim Scramble wählt das Team nach jedem Schlag.

Beispiel aus der Praxis: dasselbe Loch in vier Formen

Anna und Ben spielen als Team ein Par-4-Loch mit 340 Metern. Wenn beide abschlagen, landet Annas Drive nach 190 Metern auf dem Fairway und Bens Drive nach 215 Metern im Rough.

Klassischer Vierer: Anna hat bei diesem Loch den Abschlag. Ben spielt den zweiten Schlag von 150 Metern aufs Grün, Anna puttet den dritten Schlag, Ben locht den vierten. Vier Schläge, Par.

Greensome: Beide schlagen ab, das Team wählt Annas Ball. Ben spielt den zweiten Schlag, dann wird abwechselnd gespielt. Auch hier sind vier Schläge möglich.

Chapman: Beide schlagen ab. Anna spielt Bens Ball aus dem Rough, Ben spielt Annas Ball vom Fairway. Das Team wählt den besseren Ball und spielt abwechselnd zu Ende, hier ebenfalls mit vier Schlägen.

Vierball: Beide spielen ihren Ball ganz alleine. Anna spielt 4, Ben 5. Für das Team zählt die 4.

Im Scramble könnten die beiden das Loch sogar mit drei Schlägen spielen, weil sie nach jedem Schlag den besseren Ball wählen und beide den nächsten Schlag spielen.

Das Beispiel zeigt, dass dasselbe Team in jeder Form eine andere Lage hat. Entscheidend ist, wer wann schlägt und welche Auswahl das Team hat.

Vorgabe in den Vierer-Formen

Weil bei fast allen Formen ein gemeinsamer Ball gespielt wird, erhält das Team nicht die volle Summe beider Vorgaben. Das World Handicap System nennt in Anhang C Empfehlungen, die Ausschreibungen aber anders festlegen dürfen.

Beispiel: Anna hat Vorgabe 12, Ben hat 28. Im klassischen Vierer ergibt das die Hälfte von 40, also 20 Schläge für das Team. Im Greensome sind es 60 Prozent von 12 plus 40 Prozent von 28, also 7,2 plus 11,2, gerundet 18.

Vierer, Greensome, Chapman und Scramble zählen nicht für das persönliche Handicap. Für das Handicap zählen nur Runden, in denen jeder Spieler alle Schläge mit dem eigenen Ball macht. Beim Vierball spielt zwar jeder seinen eigenen Ball. In Deutschland nennt der DGV als vorgabewirksame Spielformen aber nur Einzel-Zählspiele wie Zählspiel, Stableford oder Maximum Score.

Regeln: Regel 22, Regel 23 und typische Fehler

Zwei Regeln der Golfregeln sind für die Vierer-Formen wichtig.

Regel 22 regelt den klassischen Vierer. Die Partner wechseln sich beim Abschlag und bei jedem weiteren Schlag ab. Sie dürfen im Lochspiel oder im Zählspiel spielen. Schlägt ein Partner außer der Reihe, ist das ein Regelverstoß, der mit Strafe belegt wird. Im Lochspiel verliert das Team das Loch, im Zählspiel gibt es zwei Strafschläge, und der Fehler muss korrigiert werden.

Regel 23 regelt den Vierball. Jeder Partner spielt seinen eigenen Ball. Das bessere Ergebnis der beiden zählt als Ergebnis des Teams. Ein Partner darf den Ball des anderen nicht spielen. Die Partner dürfen in beliebiger Reihenfolge spielen. Hat ein Partner das Loch beendet, spielt der andere weiter, wenn sein Ergebnis noch zählen kann.

Typische Fehler:

Welche Vierer-Form passt zu wem?

Die Wahl der Form hängt davon ab, was Sie erreichen möchten.

Unabhängig von der Form sollten Sie vor der Runde einige Dinge abklären: die Reihenfolge, die Rolle jedes Partners und wie auf dem Grün gespielt wird. Eine kurze Absprache spart Zeit und Streit. Ein Team, das gut abgestimmt ist, spielt schneller als zwei Einzelspieler, weil weniger Bälle im Spiel sind.

Vierer im Profigolf und zur Geschichte

Im Profigolf sind die Vierer-Formen vor allem durch den Ryder Cup und den Solheim Cup bekannt. Dort werden an den ersten beiden Tagen Foursomes und Fourballs im Lochspiel gespielt, am Schlusstag folgen Einzel. Die Vierer sind für Zuschauer besonders spannend, weil ein Fehler eines Partners sofort das ganze Team trifft.

Der klassische Vierer gilt als eine der ältesten Teamformen im Golf. Er hat den Vorteil, dass nur ein Ball im Spiel ist, was das Spiel schnell macht. Die genauen Anfänge sind nicht lückenlos belegt. Die anderen Formen sind jünger und oft aus der Praxis von Clubs entstanden, etwa der Chapman-Vierer, der nach dem Golfer Dick Chapman benannt wurde.

Heute werden die Vierer-Formen weltweit in Clubs, bei Firmenturnieren und in Freundesrunden gespielt. Die Ausschreibung eines Turniers sagt immer, welche Form gilt. Fragen Sie im Zweifel nach.

Ausprobieren in der Golf Lounge

Eine Vierer-Runde lässt sich im Golf Lounge Resort Hamburg in Moorfleet gut ausprobieren: Pro Tee-Time sind bis zu vier Spieler möglich, also genau zwei Zweierteams. Der 9-Loch-Platz Schwarz hat Par 33 mit Par-3- und Par-4-Bahnen, Wasserhindernissen und Bunkern. Er ist mit Platzreife (DGV) von April bis Dezember bespielbar. Die Tee-Time buchen Sie online, auch Gäste ohne Mitgliedschaft sind willkommen.

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Häufige Fragen

Was ist ein Vierer beim Golf?

Ein Vierer ist eine Spielform für Zweierteams. Im engeren Sinn ist der klassische Vierer gemeint: Zwei Partner spielen einen gemeinsamen Ball und schlagen abwechselnd. Dazu kommen Varianten wie Greensome, Chapman und Vierball. Im Alltag bezeichnet Vierer auch eine Gruppe aus vier Spielern auf dem Platz.

Was ist der Unterschied zwischen Vierer und Vierball?

Im Vierer spielen die Partner gemeinsam einen Ball und wechseln sich bei den Schlägen ab. Im Vierball spielt jeder Partner seinen eigenen Ball bis ins Loch, und das bessere Ergebnis zählt für das Team. Der Vierer ist in Regel 22 geregelt, der Vierball in Regel 23 der Golfregeln.

Welche Vierer-Spielformen gibt es?

Die wichtigsten sind der klassische Vierer, Greensome, der Kanadische Vierer, der Chapman-Vierer und der Vierball-Bestball. Dazu kommen Teamformen mit Ballwahl wie Scramble und Shamble. Sie unterscheiden sich darin, wie viele Bälle im Spiel sind und wann das Team einen Ball auswählt.

Welche Vierer-Form eignet sich für Anfänger?

Für Anfänger sind Scramble und Vierball besonders geeignet. Beim Scramble wählt das Team nach jedem Schlag den besten Ball. Beim Vierball spielt jeder seinen Ball, und das schlechtere Ergebnis fällt nicht ins Gewicht. Der klassische Vierer ist anspruchsvoller, weil jeder Fehler beide Partner trifft.

Zählt ein Vierer fürs Handicap?

Nein. Für das Handicap zählen nur Runden, in denen jeder Spieler alle Schläge mit seinem eigenen Ball macht. Beim Vierer, Greensome oder Chapman gibt es gemeinsame Bälle. Deshalb sind diese Runden nicht vorgabewirksam. Beim Vierball spielt jeder seinen eigenen Ball, in Deutschland zählt laut DGV aber nur das Einzel-Zählspiel.

Stand: Oktober 2026

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