Golf-Lexikon
Zählspiel (Strokeplay)
Kurz erklärt
Zählspiel (englisch Strokeplay, auch Zählwettspiel) ist die häufigste Spielform im Golf. Sie zählen auf jeder Bahn alle Schläge, auch die Strafschläge, und addieren sie über die Runde. Wer insgesamt die wenigsten Schläge braucht, gewinnt. Beim Zählspiel spielt jeder gegen alle Teilnehmer des Wettbewerbs, nicht gegen einen einzelnen Gegner.
Zählspiel im Golf: Bedeutung und Grundprinzip
Das Prinzip ist einfach. Auf jeder Bahn notieren Sie, wie viele Schläge Sie bis zum Einlochen gebraucht haben. Dazu zählen auch Strafschläge, zum Beispiel für einen Ball im Wasser. Nach der Runde addieren Sie alle Bahnen. Das Ergebnis heißt Bruttoergebnis. Bei einer Runde über 18 Löcher mit Par 72 entspricht ein Ergebnis von 90 also 18 Schlägen über Par.
Der Sieger ist nach den Golfregeln der Spieler, der alle Runden mit den wenigsten Gesamtschlägen beendet. Es kommt nicht darauf an, auf wie vielen Löchern Sie besser waren als andere. Ein einziges schlechtes Loch kostet Sie Schläge, die Sie auf den übrigen Bahnen wieder hereinholen müssen. Genau das macht das Zählspiel so ehrlich und so anspruchsvoll: Jeder Schlag zählt gleich viel, vom Drive bis zum kurzen Putt.
Im Deutschen hören Sie neben Zählspiel auch Zählwettspiel. Gemeint ist dasselbe. Die englische Bezeichnung Strokeplay oder Stroke Play ist ebenfalls geläufig. In Ausschreibungen steht Zählspiel meist für die klassische Wertung nach Schlägen. Stableford wird dort in der Regel ausdrücklich genannt, obwohl es nach den Golfregeln ebenfalls eine Form des Zählspiels ist.
Regeln im Zählspiel: Einlochen, Strafschläge, Scorekarte
Die Golfregeln behandeln das Zählspiel in Regel 3.3. Drei Punkte sollten Sie kennen.
Erstens müssen Sie auf jedem Loch einlochen. Wenn Sie ein Loch nicht beenden, droht die Disqualifikation, es sei denn, Sie korrigieren das, bevor Sie den nächsten Abschlag spielen oder Ihre letzte Scorekarte abgeben (Regel 3.3c). Einen Ball aufnehmen und weitergehen, weil das Loch schlecht läuft, ist im klassischen Zählspiel also nicht erlaubt.
Zweitens kostet ein Regelverstoß im Zählspiel in der Regel zwei Strafschläge. Bei besonders schweren Verstößen ist auch die Disqualifikation möglich.
Drittens kommt es auf die Scorekarte an. Ein Mitspieler oder eine andere Person trägt als Zähler Ihre Schlagzahl für jedes Loch ein und bestätigt am Ende die Karte. Sie prüfen jede Zahl, unterschreiben und geben die Karte bei der Spielleitung ab. Steht für ein Loch eine zu hohe Schlagzahl auf der Karte, gilt diese höhere Zahl. Steht eine zu niedrige Zahl darauf, werden Sie disqualifiziert. Fehlt die Bestätigung durch Spieler oder Zähler, führt das nach Regel 3.3b ebenfalls zur Disqualifikation. Die Spielleitung kann diese Folge per Platzregel auf zwei Strafschläge abmildern. Fragen Sie vor dem Start nach den Bedingungen.
Beispiel aus der Praxis: Eine Runde im Zählspiel
Stellen Sie sich eine 18-Loch-Runde mit Par 72 vor. Sie spielen auf einem Par-4-Loch den Abschlag ins Wasser. Dafür gibt es einen Strafschlag. Sie droppen einen Ball und spielen Ihren dritten Schlag auf das Grün und brauchen noch zwei Putts. Ihr Ergebnis für das Loch: 1 Abschlag, 1 Strafschlag, 1 Schlag aufs Grün und 2 Putts, zusammen 5. Das ist ein Bogey.
Nach 18 Löchern stehen 93 Schläge auf Ihrer Karte. Ihre Mitspielerin hat 88 Schläge. Im Bruttozählspiel hat sie gewonnen, denn sie hat fünf Schläge weniger gebraucht. Das Ergebnis lässt sich auch als Abstand zu Par ausdrücken. Sie liegen bei plus 21, sie bei plus 16.
Wichtig ist, dass jede Bahn einzeln und vollständig zählt. Haben Sie auf einem Loch 8 Schläge gebraucht, steht dort eine 8, auch wenn ein Par nur 4 vorsieht. In einigen Wettspielen legt die Spielleitung eine Höchstschlagzahl fest, zum Beispiel Netto-Doppelbogey. Das ist nach Regel 21.2 eine eigene Spielform. Im klassischen Zählspiel gibt es diese Grenze nicht.
Brutto und Netto: Zählspiel mit Vorgabe
Spieler mit unterschiedlicher Spielstärke können im Zählspiel fair gegeneinander antreten, wenn das Handicap berücksichtigt wird. Man spricht dann von der Nettowertung. Dazu ziehen Sie von Ihrem Bruttoergebnis Ihre Spielvorgabe ab. Die Spielvorgabe ist die Zahl der Schläge, die Sie auf dem gespielten Platz bekommen.
Ein Beispiel: Sie haben 94 Schläge gebraucht, Ihre Spielvorgabe beträgt 24. Ihr Nettoergebnis ist 70 und liegt zwei Schläge unter Par 72. Ein Spieler mit 78 Schlägen und Spielvorgabe 6 kommt auf netto 72. Brutto hat er klar gewonnen, netto liegen Sie vorn.
Viele Turniere haben deshalb zwei Wertungen: eine für das beste Brutto, eine für das beste Netto. Je nach Ausschreibung gilt für die Nettowertung ein Anteil der Spielvorgabe, bei Spielern mit hohem Handicap auch gestaffelte Klassen. Die genaue Regelung steht immer in der Ausschreibung des Turniers. Wie die Spielvorgabe entsteht, erklärt der Eintrag zur Spielvorgabe.
Zählspiel, Stableford und Lochspiel im Vergleich
Zum Zählspiel gibt es zwei wichtige Gegenstücke.
Beim Lochspiel (englisch Match Play) spielen Sie gegen einen Gegner und gewinnen Bahn für Bahn. Wer ein Loch mit weniger Schlägen spielt, gewinnt dieses Loch. Die Gesamtschlagzahl spielt keine Rolle. Ein Desaster auf einer Bahn kostet nur dieses eine Loch. Das Lochspiel ist beim Ryder Cup bekannt.
Beim Stableford zählen Sie keine Schläge, sondern Punkte pro Bahn. Ein Netto-Par bringt zwei Punkte, ein Netto-Bogey einen Punkt, ein Netto-Doppelbogey oder schlechter null Punkte. Wer keine Punkte mehr holen kann, darf den Ball aufheben. Das beschleunigt das Spiel und nimmt Druck heraus. Deshalb ist Stableford bei Freizeitturnieren sehr beliebt.
Das klassische Zählspiel bleibt die Form, die am meisten verlangt: Sie müssen jede Bahn beenden und jeden Schlag zählen. Auch auf den großen Profitouren wird so gespielt. Die Open Championship, die seit 1860 ausgetragen wird, ist ein Wettbewerb im Zählspiel.
Zählspiel und Handicap: Warum es für die Vorgabe wichtig ist
Für Ihr Handicap zählen in Deutschland Einzelergebnisse im Zählspiel. Das gilt für Turniere nach klassischem Zählspiel, nach Stableford, nach Maximum Score und gegen Par sowie für registrierte Privatrunden. Team-Spielformen wie Scramble oder Vierer werden nicht gewertet. Der Grund ist die Vergleichbarkeit: Nur wenn ein Spieler jeden Schlag mit dem eigenen Ball macht und ein Zähler das Ergebnis bestätigt, lässt es sich fair mit den Runden anderer Spieler vergleichen.
Für die Handicap-Berechnung wird aus Ihrem Zählspiel-Ergebnis ein gewertetes Bruttoergebnis. Sehr hohe Schlagzahlen auf einzelnen Löchern werden dabei auf ein Netto-Doppelbogey begrenzt. Daraus errechnet die Software das Score Differential. Beides erklären die Einträge zur Handicap-Berechnung und zur vorgabewirksamen Runde.
Ein Tipp für den Anfang: Spielen Sie Ihre erste Zählspielrunde ohne Ergebnisdruck. Wichtig ist, dass Sie wissen, wie die Scorekarte funktioniert, wer Ihr Zähler ist und wann Sie die Karte abgeben müssen. Mit der Routine kommt auch die Ruhe auf dem Platz.
Ausprobieren in der Golf Lounge
Wer seine erste Zählspielrunde plant, findet in der Golf Lounge Resort Hamburg passende Wettspiele. Zu den Formaten gehören der Resort Cup als Hausturnier, Teamturniere, Spaßturniere und Ranglisten-Turniere, die auf Partnerplätzen vorgabewirksam gespielt werden. Welche Spielform jeweils gilt, steht in der Ausschreibung des Turniers. Auf dem 9-Loch-Platz gibt es außerdem von Mai bis Oktober jeden Samstag um 9 Uhr ein vorgabewirksames Turnier.
Häufige Fragen
Was ist Zählspiel beim Golf?
Zählspiel ist die Spielform, bei der alle Schläge einer Runde gezählt werden, einschließlich Strafschläge. Gewonnen hat, wer am Ende die wenigsten Schläge braucht. Jeder spielt dabei gegen alle anderen Teilnehmer des Wettbewerbs. Die Form ist im Turniergolf Standard und wird auch bei den großen Profiturnieren verwendet.
Was bedeutet Strokeplay?
Strokeplay ist die englische Bezeichnung für Zählspiel. Der Begriff stammt von „stroke“, dem Schlag. Im Deutschen sagen Golfer Strokeplay oder Zählspiel, in offiziellen Texten auch Zählwettspiel. Es gibt eine Bruttowertung ohne Handicap und eine Nettowertung, bei der die Spielvorgabe von der Schlagzahl abgezogen wird.
Welche Regeln gelten im Zählspiel?
Sie müssen jedes Loch einlochen und alle Schläge zählen. Ein Regelverstoß kostet meist zwei Strafschläge, schwere Verstöße führen zur Disqualifikation. Ein Zähler trägt Ihre Schläge ein, Sie prüfen die Karte, unterschreiben und geben sie ab. Ist ein Lochergebnis zu niedrig eingetragen, werden Sie disqualifiziert. Ein zu hohes Ergebnis bleibt bestehen.
Was passiert, wenn man im Zählspiel nicht einlocht?
Wer ein Loch nicht beendet, wird nach Regel 3.3c disqualifiziert. Sie können den Fehler nur korrigieren, bevor Sie auf dem nächsten Loch abschlagen oder, auf der letzten Bahn, bevor Sie Ihre Scorekarte abgeben. Im Stableford ist das anders: Dort dürfen Sie aufheben, wenn Sie keine Punkte mehr erzielen können.
Was ist der Unterschied zwischen Zählspiel und Lochspiel?
Im Zählspiel zählt die Gesamtschlagzahl der Runde, und Sie spielen gegen das ganze Feld. Im Lochspiel spielen Sie gegen einen Gegner und gewinnen einzelne Löcher. Ein schlechtes Loch kostet im Lochspiel nur dieses Loch, im Zählspiel dagegen alle Schläge, die darüber hinaus gebraucht wurden.
Stand: Oktober 2026