Golf-Lexikon
Spielgeschwindigkeit & Ready Golf
Kurz erklärt
Ready Golf bedeutet, dass Sie schlagen, sobald Sie bereit sind und es sicher ist, auch wenn ein Mitspieler weiter vom Loch entfernt liegt. Die Golfregeln 2023 erlauben und empfehlen das ausdrücklich im Zählspiel. Ziel ist eine gute Spielgeschwindigkeit, damit Runden nicht unnötig lange dauern und alle auf dem Platz Freude am Spiel behalten.
Spielgeschwindigkeit im Golf: Was damit gemeint ist
Die Spielgeschwindigkeit beschreibt, wie zügig eine Gruppe über den Platz kommt. Sie hängt von vielen Dingen ab: von der Zahl der Spieler im Flight, von der Länge des Platzes, von der Vorbereitung vor jedem Schlag und davon, wie schnell Sie sich zwischen den Schlägen bewegen. Auch das Ballsuchen und das Warten auf eine freie Bahn spielen eine Rolle.
Als grober Richtwert gilt häufig, dass ein Viererflight für 18 Löcher etwa vier bis viereinhalb Stunden braucht. Viele Plätze legen eigene Zeitvorgaben fest, die an der Startzeit oder auf der Scorekarte stehen. Auf einem 9-Loch-Platz entsprechend die Hälfte. Wichtig ist: Es gibt keine weltweit gültige Stoppuhr-Vorgabe. Entscheidend ist, dass Sie keine Lücke zur Gruppe vor Ihnen entstehen lassen und die Gruppe hinter Ihnen nicht ständig warten muss.
Langsames Spiel ist einer der häufigsten Kritikpunkte unter Golfern. Wer die Grundregeln des Tempos kennt, hat auf dem Platz mehr Ruhe und weniger Stress. Einsteiger sorgen sich oft, zu langsam zu sein. Die gute Nachricht: Mit einigen einfachen Gewohnheiten holen Sie schnell auf, ohne gehetzt zu spielen.
Ready Golf erklärt: schlagen, wenn Sie bereit sind
Normalerweise gilt im Golf die Grundordnung: Der Ball, der weiter vom Loch entfernt liegt, wird zuerst gespielt. Auf dem Abschlag schlägt zuerst, wer die Ehre hat, also wer auf der vorigen Bahn das beste Ergebnis hatte. Ready Golf lockert diese Reihenfolge. Wer bereit ist und niemanden gefährdet, schlägt einfach zuerst.
Die Golfregeln 2023 sagen dazu in Regel 6.4b: Im Zählspiel dürfen Spieler außerhalb der Reihenfolge spielen, solange es sicher und verantwortungsvoll geschieht. Das ist ausdrücklich erlaubt und erwünscht, etwa um Zeit zu sparen oder weil jemand mit einem kurzen Putt fertig ist. Im Lochspiel gilt eine andere Regel: Dort darf der Gegner einen Schlag außerhalb der Reihenfolge widerrufen, aber Sie können Ready Golf vorher vereinbaren.
Typische Beispiele für Ready Golf:
- Wer nur einen kurzen Putt hat, spielt ihn zu Ende, statt zu warten.
- Wer auf dem Abschlag bereit ist, schlägt ab, auch wenn ein anderer noch seinen Schläger wählt.
- Der Spieler mit dem kürzeren Schlag darf zuerst, wenn der weitere Mitspieler noch Entfernungen prüft.
- Wer neben dem Grün ist, chippt, während ein Mitspieler noch im Bunker harkt.
Sicherheit geht immer vor. Schlagen Sie nie, wenn jemand vor Ihnen im Flugbereich steht.
Was die Golfregeln zur Geschwindigkeit sagen
Die Regeln behandeln das Tempo in Regel 5.6. Dort sind zwei Dinge wichtig. Erstens: Regel 5.6a verbietet unangemessene Verzögerung. Wer sich ohne guten Grund Zeit lässt, kann bestraft werden. Beim ersten Verstoß gibt es einen Strafschlag, beim zweiten die Grundstrafe (zwei Schläge im Zählspiel oder Lochverlust im Lochspiel) und beim dritten die Disqualifikation.
Zweitens: Regel 5.6b empfiehlt, einen Schlag innerhalb von höchstens 40 Sekunden auszuführen, sobald Sie ohne Störung spielen können. Meist braucht man weniger. Diese Empfehlung ist selbst kein Strafgrund. Strafen für Zeitüberschreitungen entstehen erst, wenn die Spielleitung eine Richtlinie zum Spieltempo erlassen hat, etwa als Platzregel oder in den Wettspielbedingungen. Solche Regeln legen oft maximale Zeiten für eine Bahn oder eine ganze Runde fest und regeln die Folgen bei Überschreitung.
Auch die Suche nach einem Ball ist begrenzt: Nach drei Minuten gilt der Ball als verloren. Wer vermutet, dass der Ball im Aus oder außerhalb einer Penalty Area verloren ist, sollte einen provisorischen Ball spielen und so Zeit sparen. Mehr dazu finden Sie in den Einträgen zum provisorischen Ball und zu verlorenen Bällen.
Beispiel aus der Praxis: Wie sich kleine Verzögerungen summieren
Ein Viererflight spielt eine Runde über 18 Löcher. Jeder Spieler braucht im Schnitt 90 Schläge, zusammen sind das 360 Schläge. Nehmen wir an, jeder Spieler braucht vor jedem Schlag nur zehn Sekunden länger als nötig: Das sind 3.600 Sekunden, also eine volle Stunde zusätzlich.
Dazu kommen Wege und Wartezeiten. Steht der Wagen am Grün auf der falschen Seite, verlieren Sie am Weg zum nächsten Abschlag vielleicht eine Minute pro Loch. Bei 18 Bahnen wären das weitere 18 Minuten. Wird die Scorekarte erst auf dem Grün ausgefüllt statt am nächsten Abschlag, blockieren Sie das Grün für die Gruppe hinter Ihnen.
Umgekehrt zeigt das Rechenbeispiel, wie viel Sie mit wenig Aufwand gewinnen. Spart Ihre Gruppe pro Schlag nur fünf Sekunden, sind das bei 360 Schlägen 1.800 Sekunden, also 30 Minuten. Eine Minute weniger pro Bahn bei Wegen und Vorbereitung bringt weitere 18 Minuten. Das sind grobe Werte zur Orientierung, denn manches läuft ohnehin parallel. Die Richtung stimmt trotzdem, und kein Spieler muss dafür hektisch schlagen.
Tipps für zügiges Spiel ohne Hektik
Zügiges Spiel beginnt vor dem Schlag. Wählen Sie den Schläger aus, während der Mitspieler schlägt, und prüfen Sie Entfernung und Wind schon auf dem Weg zum Ball. Machen Sie höchstens einen Probeschwung. Eine feste Routine vor dem Schlag hilft, ruhig und schnell zu bleiben.
- Nehmen Sie lieber einen Schläger zu viel mit zum Ball, statt später zurückzulaufen.
- Stellen Sie Bag und Trolley so ab, dass Sie nach dem Putt direkt zum nächsten Abschlag gehen.
- Schreiben Sie das Ergebnis erst am nächsten Abschlag auf.
- Markieren Sie Ihren Ball auf dem Grün nur, wenn Sie wirklich im Weg liegen.
- Lassen Sie einen Ball nach drei Minuten Suchzeit los und spielen Sie weiter.
- Spielen Sie bei Unsicherheit einen provisorischen Ball.
Kleine Dinge zählen: Schauen Sie sich Ihre Puttlinie schon an, während andere putten. Gehen Sie zügig, aber nie laut oder hektisch. Dann fällt das Tempo kaum auf und trotzdem verkürzt sich die Runde.
Durchspielen lassen: Etikette bei langsamen Gruppen
Wenn Ihre Gruppe merklich langsamer ist als die dahinter, ist es höfliche Etikette, die schnellere Gruppe vorbeizulassen. Das gilt besonders dann, wenn vor Ihnen eine freie Bahn liegt und Sie nur wegen der Suche nach einem Ball aufgehalten werden. Winken Sie die Gruppe heran, bleiben Sie aus der Schlagrichtung stehen und lassen Sie die anderen durchspielen.
Üblich ist das Durchspielen vor allem für kleinere Gruppen, etwa einen einzelnen Spieler oder ein Zweierflight, die schneller unterwegs sind. Entscheidend ist, dass es freundlich und ohne Druck geschieht. Auf manchen Plätzen regelt ein Marshal oder Starter das Tempo und weist Gruppen an, aufzuschließen. Folgen Sie seinen Hinweisen.
Als Einsteiger sollten Sie sich nicht schämen, jemanden vorbeizulassen. Das ist ein Zeichen von Rücksicht, nicht von Schwäche. Wer sein Tempo kennt und offen damit umgeht, wird auf dem Platz gern gesehen.
Ready Golf, Ehre und Etikette im Vergleich
Ready Golf ersetzt die Etikette nicht. Auf dem Abschlag gilt weiterhin, dass niemand schlägt, während jemand vor Ihnen im Gefahrenbereich steht oder ein Mitspieler im Schwung gestört wird. Ruhe bei den Schlägen der anderen gehört weiter dazu.
Im Vergleich: Die Ehre bestimmt, wer auf dem Abschlag zuerst spielt. Im Zählspiel gilt sie weiterhin, doch auch hier dürfen Sie Ready Golf nutzen. Die klassische Reihenfolge nach dem Abschlag, der entfernteste Ball zuerst, ist die Grundregel. Ready Golf ist die erlaubte Abweichung für alle Fälle, in denen es sicher und sinnvoll ist.
Ready Golf ist straffrei. Nur wenn Spieler vereinbaren, außerhalb der Reihenfolge zu spielen, um einem von ihnen einen Vorteil zu verschaffen, erhalten beide die Grundstrafe. Das Wort ready bezieht sich auf die Bereitschaft zum Schlag, nicht auf Hektik. Gutes Tempo heißt, vorbereitet zu sein, und nicht, besonders schnell zu schwingen.
Ausprobieren in der Golf Lounge
Tempo und Ready Golf lassen sich gut auf dem 9-Loch-Platz „Schwarz“ der Golf Lounge Resort Hamburg üben. Der Platz hat Par 33 und ist mit DGV-Platzreife von April bis Dezember bespielbar. Pro Tee-Time sind bis zu vier Spieler möglich, die Tee-Times buchen Sie online. So üben Sie Vorbereitung, Ablauf und Reihenfolge in einer überschaubaren Runde mit Wasserhindernissen, Bunkern und geschützten Grüns.
Häufige Fragen
Was ist Ready Golf?
Ready Golf bedeutet, dass Sie schlagen, sobald Sie bereit sind und es sicher ist, auch wenn ein Mitspieler weiter vom Loch entfernt liegt. Die Golfregeln 2023 erlauben das im Zählspiel ausdrücklich in Regel 6.4b. Es spart Zeit, zum Beispiel bei kurzen Putts oder wenn ein Mitspieler noch den Schläger wählt. Sicherheit hat dabei immer Vorrang.
Wie lange darf ein Schlag dauern?
Die Regeln empfehlen in Regel 5.6b, einen Schlag in höchstens 40 Sekunden auszuführen, sobald Sie ungestört spielen können. Meist braucht man weniger. Die Empfehlung selbst ist nicht strafbar. Strafen drohen bei unangemessener Verzögerung nach Regel 5.6a oder wenn die Spielleitung eine Richtlinie zum Spieltempo erlassen hat.
Gibt es Strafen für langsames Spiel?
Ja. Nach Regel 5.6a gibt es beim ersten Verstoß gegen das Verbot unangemessener Verzögerung einen Strafschlag, beim zweiten die Grundstrafe und beim dritten die Disqualifikation. Zusätzlich kann die Spielleitung mit einer Richtlinie zum Spieltempo Zeitvorgaben und Strafen festlegen. Das kommt vor allem bei Turnieren vor.
Wie lange dauert eine Runde Golf?
Für 18 Löcher gelten bei einem Viererflight häufig etwa vier bis viereinhalb Stunden als Richtwert. Eine 9-Loch-Runde dauert etwa halb so lang. Die genaue Zeit hängt vom Platz, der Gruppengröße und dem Betrieb ab. Viele Plätze nennen eigene Zeitvorgaben bei der Startzeit.
Was heißt Durchspielen lassen?
Beim Durchspielen lassen winkt eine langsamere Gruppe eine schnellere Gruppe vorbei, meist wenn die Bahn vor ihr frei ist. Die schnellere Gruppe spielt dann zuerst weiter. Das gilt als gute Etikette, vor allem bei Ballsuche oder wenn eine Lücke zur Gruppe davor entstanden ist.
Stand: Oktober 2026