Golf-Lexikon
Droppen (Drop)
Kurz erklärt
Droppen ist das Fallenlassen eines Balls, um nach einer Erleichterung wieder ins Spiel zu kommen. Sie lassen den Ball aus Kniehöhe gerade nach unten fallen, ohne Drall und ohne dass er Sie oder Ihre Ausrüstung berührt. Er muss in einem Erleichterungsbereich zur Ruhe kommen, der meist eine oder zwei Schlägerlängen groß ist.
Was bedeutet Droppen beim Golf?
Droppen ist der Fachbegriff für das Fallenlassen eines Balls nach einer Erleichterung. Das Wort kommt vom englischen to drop. Sie brauchen den Drop, wenn Sie Ihren Ball nicht dort spielen möchten oder dürfen, wo er liegt. Das ist zum Beispiel der Fall bei Boden in Ausbesserung, bei einer Penalty Area oder bei einem unspielbaren Ball.
Ein Drop ist kein beliebiges Hinwerfen. Er folgt einem festen Verfahren, das in Regel 14.3 der Golfregeln beschrieben ist. Es sorgt dafür, dass der neue Ballplatz zufällig und fair entsteht und nicht von Ihnen bestimmt wird. Sie dürfen den Ball also nicht an eine günstige Stelle legen, sondern müssen ihn fallen lassen und akzeptieren, wo er liegen bleibt.
Der Drop gilt nur für Erleichterungen außerhalb des Grüns. Auf dem Grün legen Sie den Ball hin, statt ihn zu droppen. Ein aufgenommener Ball, der an seine ursprüngliche Stelle gehört, wird zurückgelegt und ebenfalls nicht gedroppt.
So droppen Sie richtig
Seit 2019 gilt ein vereinfachtes Verfahren. Die wichtigsten Punkte:
- Sie selbst lassen den Ball fallen. Ihr Caddie oder ein Mitspieler darf das nicht übernehmen.
- Sie lassen den Ball aus Kniehöhe fallen. Gemeint ist die Höhe Ihres Knies im Stehen. Sie müssen beim Loslassen nicht stehen.
- Der Ball fällt gerade nach unten. Sie dürfen ihn nicht werfen, drehen oder rollen.
- Der Ball darf Ihren Körper oder Ihre Ausrüstung nicht berühren, bevor er den Boden berührt.
- Der Ball muss im richtigen Erleichterungsbereich auf den Boden fallen.
Vor 2019 lag die Höhe bei Schulterhöhe. Die niedrigere Höhe soll das Verfahren vereinfachen.
Wenn Sie Erleichterung nehmen, dürfen Sie den Originalball oder einen anderen Ball verwenden. Es hilft, die Lage des Balls vor dem Aufnehmen mit einem Tee zu markieren. Zum Messen des Bereichs genügt Ihr Schläger.
Erleichterungsbereich und Schlägerlänge
Wo darf der Ball landen? Das bestimmt der Erleichterungsbereich. Er wird von einem Bezugspunkt aus gemessen. Meist ist das der nächstgelegene Punkt vollständiger Erleichterung oder die Stelle, an der der Ball zuletzt die Grenze einer Penalty Area überquert hat.
Die Größe des Bereichs wird in Schlägerlängen gemessen. Eine Schlägerlänge ist die Länge des längsten Schlägers in Ihrem Bag, ohne den Putter. Für die meisten Golfer ist das der Driver. Als Faustregel misst er etwa 1,10 bis 1,20 Meter.
- Eine Schlägerlänge gilt bei den meisten straflosen Erleichterungen, zum Beispiel bei Boden in Ausbesserung.
- Zwei Schlägerlängen gelten bei der seitlichen Erleichterung, etwa aus einer roten Penalty Area oder bei einem unspielbaren Ball.
Der Erleichterungsbereich darf nie näher zum Loch liegen als der Bezugspunkt. Bei Erleichterung zurück auf der Linie droppen Sie auf der Linie von der Fahne durch den Bezugspunkt. Seit 2023 muss der Ball dann innerhalb einer Schlägerlänge von der Stelle liegen bleiben, an der er auf der Linie aufgekommen ist. Manche Plätze haben zusätzlich eine Dropzone. Das ist ein markierter Bereich, den die Platzregeln zum Erleichterungsbereich erklären.
Zweiter Drop und Platzieren
Der Ball muss im Erleichterungsbereich zur Ruhe kommen. Rollt er hinaus, droppen Sie ein zweites Mal. Das ist dann ein sogenannter Redrop. Aber Achtung: Das gilt nur, wenn Sie beim ersten Mal richtig gedroppt haben.
Rollt der Ball auch beim zweiten Mal aus dem Erleichterungsbereich, platzieren Sie ihn. Sie legen ihn an die Stelle, an der der zweite Drop den Boden zuerst berührt hat. Diese Stelle liegt immer im Erleichterungsbereich, denn dort muss jeder richtige Drop aufkommen. Von dort spielen Sie weiter.
Berührt ein richtig gedroppter Ball nach dem Aufprall zufällig Sie oder Ihre Ausrüstung, ist das straflos. Kommt er im Erleichterungsbereich zur Ruhe, spielen Sie ihn. Hat jedoch jemand den Ball absichtlich abgelenkt oder gestoppt, droppen Sie neu.
Wichtig: Falsch gedroppt wird jeder Drop, der nicht den Vorgaben entspricht, zum Beispiel aus Hüfthöhe. Dann dürfen Sie so oft neu droppen, bis es stimmt. Es gibt keine Begrenzung.
Beispiel aus der Praxis: seitliche Erleichterung am Teich
Sie spielen ein Par-4-Loch. Ihr Abschlag, Schlag 1, fliegt in einen Teich, der mit roten Pfählen markiert ist. Sie entscheiden sich für die seitliche Erleichterung.
Sie suchen den Punkt, an dem der Ball zuletzt die Grenze des Teichs überquert hat. Von dort messen Sie mit Ihrem Driver zweimal eine Schlägerlänge, das sind als Faustregel etwa 2,20 bis 2,40 Meter. Der Bereich muss außerhalb des Teichs liegen und darf nicht näher zur Fahne sein als der Punkt.
Sie nehmen einen Ball, stellen sich aufrecht hin und lassen ihn aus Kniehöhe fallen. Er landet im Bereich und bleibt dort liegen. Damit ist der Drop gültig. Sie haben einen Strafschlag erhalten, der Schlag zählt als Schlag 2. Ihr nächster Schlag aus dem Erleichterungsbereich ist Schlag 3. Erreichen Sie damit das Grün und putten zweimal, schreiben Sie fünf Schläge auf, also ein Bogey.
Typische Fehler beim Droppen
Beim Droppen kommen immer wieder die gleichen Fehler vor:
- Aus falscher Höhe droppen: Der Ball muss aus Kniehöhe fallen, also weder aus Schulter- oder Hüfthöhe noch knapp über dem Boden.
- Werfen oder Drall geben: Der Ball soll einfach losgelassen werden.
- Ball berührt Sie: Streift der Ball vor dem Aufprall Ihren Körper oder Ihr Bag, ist es ein falscher Drop.
- Falscher Bereich: Wer den Ball spielt, obwohl er außerhalb des Erleichterungsbereichs liegt, erhält zwei Strafschläge.
- Näher zum Loch: Der Ball darf nicht näher zum Loch zur Ruhe kommen als der Bezugspunkt.
- Zu viel gemessen: Die Schlägerlänge wird vom Bezugspunkt aus gemessen, nicht von der alten Lage.
Ein Tipp: Nutzen Sie ein Tee oder einen Ballmarker, um die Grenze des Erleichterungsbereichs zu markieren, bevor Sie droppen. So sehen Sie sofort, ob der Ball im Bereich liegt. Und holen Sie im Zweifel die Meinung Ihrer Mitspieler ein.
Abgrenzung: Droppen, Platzieren und Zurücklegen
Im Golf gibt es drei Arten, einen Ball zurück ins Spiel zu bringen.
Beim Droppen lassen Sie den Ball aus Kniehöhe fallen. Das passiert bei Erleichterung im Gelände, etwa bei Boden in Ausbesserung oder nach einem unspielbaren Ball.
Beim Platzieren legen Sie den Ball selbst an eine bestimmte Stelle. Das gilt auf dem Grün oder nach zwei missglückten Drops im Erleichterungsbereich.
Beim Zurücklegen setzen Sie einen aufgenommenen oder bewegten Ball an seine ursprüngliche Stelle zurück. Das ist zum Beispiel nach dem Markieren auf dem Grün der Fall.
Wer diese drei Verfahren verwechselt, riskiert Strafschläge. Im Platzreifekurs lernen Sie die Unterschiede mit Beispielen kennen.
Ausprobieren in der Golf Lounge
Wie Sie bei einer Erleichterung richtig droppen, lernen Sie im Platzreifekurs der Golf Lounge Resort Hamburg. Der Theorieteil umfasst Regeln, Etikette und Sicherheit auf dem Platz und wird mit der Praxis verzahnt, begleitet von PGA-Trainern. In der Regel sind es vier bis fünf Trainingseinheiten à zwei Stunden. Die Prüfung findet jeden Samstag vor Ort in Moorfleet statt. Danach können Sie auf dem 9-Loch-Platz „Schwarz“ mit seinen Wasserhindernissen üben.
Häufige Fragen
Wie droppt man beim Golf richtig?
Sie lassen den Ball selbst aus Kniehöhe gerade nach unten fallen, ohne ihn zu werfen oder zu drehen. Er darf Ihren Körper und Ihre Ausrüstung nicht berühren, bevor er den Boden erreicht. Er muss im Erleichterungsbereich auf den Boden fallen und dort zur Ruhe kommen. Sonst droppen Sie erneut.
Wie groß ist der Erleichterungsbereich beim Droppen?
Meist eine Schlägerlänge, bei der seitlichen Erleichterung zwei Schlägerlängen. Gemessen wird vom Bezugspunkt, etwa dem nächstgelegenen Punkt vollständiger Erleichterung. Eine Schlägerlänge ist die Länge des längsten Schlägers im Bag ohne den Putter. Der Bereich darf nicht näher zum Loch liegen als der Bezugspunkt.
Was passiert, wenn der gedroppte Ball wegrollt?
Rollt er aus dem Erleichterungsbereich, droppen Sie ein zweites Mal. Rollt er wieder hinaus, legen Sie ihn an die Stelle, an der der zweite Drop den Boden zuerst berührt hat. Von dort spielen Sie weiter. Das gilt nur, wenn Sie vorher richtig gedroppt haben.
Aus welcher Höhe wird beim Golf gedroppt?
Aus Kniehöhe. Gemeint ist die Höhe Ihres Knies im Stehen. Bis 2018 wurde aus Schulterhöhe gedroppt, seit 2019 gilt Kniehöhe. Beim Loslassen müssen Sie nicht stehen, der Ball muss aber gerade nach unten fallen und darf keinen Drall erhalten.
Gibt es einen Strafschlag für einen falschen Drop?
Ein falscher Drop kostet zunächst nichts, solange Sie noch nicht gespielt haben. Dann droppen Sie einfach neu. Spielen Sie den Ball dagegen nach falschem Drop, gibt es einen Strafschlag, wenn er im Erleichterungsbereich liegt. Liegt er außerhalb, erhalten Sie die Grundstrafe von zwei Strafschlägen.
Stand: Oktober 2026