Golf-Lexikon
Penalty Area (Wasserhindernis)
Kurz erklärt
Eine Penalty Area ist ein markierter Bereich auf dem Golfplatz, etwa ein Teich, Bach oder Graben, aus dem Sie mit einem Strafschlag Erleichterung nehmen dürfen. Seit 2019 ersetzt der Begriff das frühere Wasserhindernis. Gelbe Markierungen erlauben zwei Erleichterungsoptionen, rote zusätzlich die seitliche Erleichterung. Geregelt ist das in Regel 17.
Was ist eine Penalty Area beim Golf?
Die Penalty Area ist einer der fünf Bereiche, in die die Golfregeln den Platz einteilen. Die anderen sind der Abschlag, das allgemeine Gelände, Bunker und das Grün. Für Penalty Areas gilt Regel 17.
Meist handelt es sich um Wasser: Teiche, Seen, Bäche, Gräben oder auch das Meer an einem Küstenplatz. Die Spielleitung darf aber auch andere Flächen zur Penalty Area erklären. Das können dichtes Gebüsch, Felsen, Wüstenboden oder ein Biotop sein. Der Name kommt daher, dass Sie den Ball aus diesem Bereich in der Regel nur mit einem Strafschlag herausholen.
Ein Ball liegt in einer Penalty Area, sobald ein Teil von ihm innerhalb der Grenze den Boden oder etwas anderes berührt oder darüber liegt. Die Grenze reicht dabei senkrecht nach oben und nach unten. Ein Ball, der in einem Ast über dem Teich hängt, liegt also ebenfalls in der Penalty Area.
Vom Wasserhindernis zur Penalty Area
Bis Ende 2018 sprach man im Golf vom Wasserhindernis und vom seitlichen Wasserhindernis. Mit der Regelreform 2019 wurden daraus die gelbe und die rote Penalty Area. Das gelbe Wasserhindernis entspricht heute der gelben Penalty Area. Das seitliche Wasserhindernis mit roten Pfählen entspricht der roten Penalty Area.
Mit dem neuen Namen kamen auch neue Freiheiten. Spielen Sie den Ball aus einer Penalty Area, dürfen Sie inzwischen:
- den Schläger vor dem Schlag auf dem Boden oder im Wasser aufsetzen
- lose hinderliche Naturstoffe wie Blätter oder Äste entfernen
- Probeschwünge machen, bei denen Sie den Boden berühren
Früher kosteten diese Handlungen Strafschläge. Heute sind sie straflos. Die Regeln behandeln eine Penalty Area beim Spielen damit weitgehend wie das allgemeine Gelände. Viele Golfer sagen im Alltag trotzdem noch Wasserhindernis, und beide Begriffe meinen in der Praxis meist dasselbe.
Gelbe und rote Pfähle: die Markierung
Penalty Areas werden mit Pfählen oder Linien markiert. Die Farbe bestimmt, welche Möglichkeiten Sie haben:
- Gelbe Pfähle oder Linien: Sie haben zwei Optionen mit Strafschlag, Schlag und Distanzverlust sowie Erleichterung zurück auf der Linie.
- Rote Pfähle oder Linien: Zusätzlich dürfen Sie seitlich droppen, innerhalb von zwei Schlägerlängen.
Rot wird oft dort verwendet, wo ein Gewässer längs der Spielbahn verläuft. Zurück auf der Linie wäre hier häufig gar nicht möglich, weil die Linie im Wasser oder im Aus enden würde.
Gibt es Pfähle und Linien, gilt die Linie als Grenze. Hat die Spielleitung eine Penalty Area nicht farbig gekennzeichnet, gilt sie als rot. Die Pfähle selbst sind bewegliche Hemmnisse. Wenn sie stören, dürfen Sie sie straflos herausziehen. Stecken Sie sie danach wieder zurück.
Manche Penalty Areas sind zusätzlich Sperrzonen, etwa zum Schutz der Natur. Dort dürfen Sie nicht spielen und müssen Erleichterung nehmen.
Erleichterung nach Regel 17: Ihre Optionen
Liegt Ihr Ball in einer Penalty Area, haben Sie die Wahl. Sie dürfen ihn straflos spielen, wie er liegt. Oder Sie nehmen Erleichterung mit einem Strafschlag:
- Schlag und Distanzverlust: Sie spielen erneut von der Stelle, an der Sie den letzten Schlag gemacht haben. Diese Option gibt es bei gelb und rot.
- Zurück auf der Linie: Sie nehmen den Punkt, an dem der Ball zuletzt die Grenze der Penalty Area gekreuzt hat. Denken Sie sich eine Linie von der Fahne durch diesen Punkt nach hinten. Auf dieser Linie droppen Sie den Ball, so weit hinten, wie Sie möchten. Seit 2023 muss er innerhalb einer Schlägerlänge von der Stelle liegen bleiben, an der er den Boden berührt hat, und darf nicht näher zum Loch liegen als der Bezugspunkt. Diese Option gibt es bei gelb und rot.
- Seitliche Erleichterung: Nur bei rot. Sie droppen innerhalb von zwei Schlägerlängen von dem Punkt, an dem der Ball die Grenze gekreuzt hat, nicht näher zur Fahne und außerhalb der Penalty Area.
Als Schlägerlänge gilt Ihr längster Schläger außer dem Putter. Wichtig: Sie dürfen nur dann Erleichterung nach Regel 17 nehmen, wenn bekannt oder so gut wie sicher ist, dass der Ball in der Penalty Area liegt.
Beispiel aus der Praxis: Par 4 mit Teich
Sie spielen ein Par-4-Loch. Etwa 180 Meter vom Abschlag entfernt liegt quer zur Spielbahn ein Teich mit gelben Pfählen. Ihr Abschlag ist Schlag 1. Der Ball fliegt zu kurz und landet im Wasser. Sie und Ihre Mitspieler haben es deutlich gesehen.
Sie haben jetzt drei Möglichkeiten:
- Sie spielen den Ball aus dem Wasser. Das ist straflos, aber selten sinnvoll.
- Sie schlagen erneut vom Abschlag. Mit dem Strafschlag ist das Ihr dritter Schlag.
- Sie gehen zum Punkt, an dem der Ball die Grenze des Teichs gekreuzt hat. Auf der Linie von der Fahne durch diesen Punkt droppen Sie hinter dem Teich. Auch von dort spielen Sie Ihren dritten Schlag.
Wären die Pfähle rot, dürften Sie auch seitlich neben dem Punkt droppen, an dem der Ball ins Wasser ging. Ihr nächster Schlag wäre ebenfalls der dritte. Erreichen Sie danach das Grün und putten zweimal, notieren Sie für das Loch fünf Schläge, also ein Bogey.
Typische Fehler und Tipps
Bei Penalty Areas passieren immer wieder die gleichen Fehler:
- Falscher Bezugspunkt: Maßgeblich ist die Stelle, an der der Ball zuletzt die Grenze gekreuzt hat. Die Stelle, an der er im Wasser liegt, spielt keine Rolle.
- Näher zur Fahne droppen: Bei jeder Option darf der Ball nicht näher zum Loch liegen bleiben als der Bezugspunkt.
- Seitlich droppen bei gelb: Die seitliche Erleichterung gibt es nur bei roten Penalty Areas.
- Strafschlag vergessen: Jede Erleichterung aus der Penalty Area kostet einen Schlag.
- Provisorischer Ball: Kann der Ball nur in der Penalty Area sein, ist ein provisorischer Ball nicht erlaubt. Er ist nur gedacht, wenn der Ball außerhalb davon verloren oder im Aus sein könnte.
Ist unklar, ob der Ball ins Wasser ging oder im hohen Gras daneben verschwand, gilt er nach drei Minuten Suche als verloren. Dann bleibt nur Schlag und Distanzverlust.
Und ein Sicherheitstipp: Steigen Sie nicht für einen Ball ins Wasser. Ufer sind oft rutschig, und ein Ball ist das Risiko nicht wert.
Abgrenzung: Penalty Area, Aus und Bunker
Penalty Area, Aus und Bunker werden von Einsteigern oft verwechselt. Die Regeln behandeln sie aber sehr unterschiedlich.
Das Aus ist mit weißen Pfählen oder Linien markiert und liegt außerhalb des Platzes. Ein Ball im Aus kostet einen Strafschlag, und Sie spielen von der Stelle des letzten Schlags erneut. Manche Plätze bieten über eine Platzregel eine weitere Möglichkeit mit zwei Strafschlägen an.
Der Bunker ist eine Sandfläche auf dem Platz. Dort dürfen Sie straflos spielen. Mit dem Schläger dürfen Sie den Sand aber nicht direkt vor oder hinter dem Ball berühren, auch nicht beim Probeschwung oder im Rückschwung. Für Erleichterung aus dem Bunker gelten eigene Regeln.
Die Penalty Area liegt dagegen innerhalb des Platzes. Sie dürfen dort spielen und sogar den Schläger aufsetzen. Wer Erleichterung nimmt, hat je nach Farbe zwei oder drei Optionen mit einem Strafschlag.
Ausprobieren in der Golf Lounge
Wie Sie bei einer Penalty Area richtig vorgehen, lernen Sie in der Golf Lounge Resort Hamburg im Platzreifekurs. Der Theorieteil umfasst Regeln, Etikette und Sicherheit und wird mit der Praxis verzahnt, begleitet von PGA-Trainern. Später können Sie das Wissen direkt anwenden: Der 9-Loch-Platz „Schwarz“ hat Wasserhindernisse, Bunker und geschützte Grüns und ist mit Platzreife bespielbar. Die Prüfung findet jeden Samstag vor Ort in Moorfleet statt.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen gelben und roten Pfählen beim Golf?
Beide markieren eine Penalty Area. Bei gelben Pfählen haben Sie zwei Erleichterungsoptionen mit einem Strafschlag: Schlag und Distanzverlust oder zurück auf der Linie. Bei roten Pfählen kommt die seitliche Erleichterung dazu. Sie droppen dann innerhalb von zwei Schlägerlängen vom Punkt, an dem der Ball die Grenze gekreuzt hat, nicht näher zur Fahne.
Darf ich den Ball aus einer Penalty Area spielen?
Ja. Sie dürfen den Ball straflos spielen, wie er liegt. Seit 2019 dürfen Sie dabei sogar den Schläger aufsetzen, lose Blätter entfernen und Probeschwünge mit Bodenberührung machen. Ob das sinnvoll ist, hängt von der Lage ab. Liegt der Ball im Wasser, ist ein Strafschlag meist die bessere Wahl.
Wie viele Strafschläge gibt es bei einer Penalty Area?
Für jede Erleichterung aus einer Penalty Area erhalten Sie genau einen Strafschlag. Das gilt für Schlag und Distanzverlust, für zurück auf der Linie und für die seitliche Erleichterung bei roten Pfählen. Spielen Sie den Ball dagegen, wie er liegt, gibt es keinen Strafschlag.
Was passiert, wenn ich meinen Ball im Wasser nicht finde?
Sie dürfen trotzdem Erleichterung nach Regel 17 nehmen, wenn bekannt oder so gut wie sicher ist, dass der Ball in der Penalty Area liegt. Den Ball selbst müssen Sie dafür nicht finden. Ist das nicht klar, etwa weil er auch im hohen Gras liegen könnte, gilt er nach drei Minuten Suche als verloren.
Stand: Oktober 2026