Boden in Ausbesserung

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Boden in Ausbesserung

Kurz erklärt

Boden in Ausbesserung ist ein Teil des Golfplatzes, den die Spielleitung zur Reparatur oder Pflege gekennzeichnet hat, etwa eine Baustelle oder eine aufgegrabene Fläche. Liegt Ihr Ball dort oder stört der Bereich Ihren Stand oder Schwung, dürfen Sie nach Regel 16.1 ohne Strafschlag Erleichterung nehmen und innerhalb einer Schlägerlänge droppen.

Was bedeutet Boden in Ausbesserung beim Golf?

Boden in Ausbesserung ist ein Bereich des Platzes, der gerade repariert oder gepflegt wird. Auf Englisch heißt er Ground Under Repair, abgekürzt GUR. Typische Beispiele sind aufgegrabene Flächen, Baustellen, neu angelegter Rasen oder Stellen, an denen Greenkeeper Boden sanieren.

Der Grundgedanke ist einfach. Solche Stellen gehören nicht zur normalen Herausforderung des Platzes. Wer dort landet, soll dafür nicht bestraft werden. Deshalb gibt es straflose Erleichterung. Die Golfregeln fassen Boden in Ausbesserung mit Tierlöchern, unbeweglichen Hemmnissen und zeitweiligem Wasser unter dem Begriff ungewöhnliche Platzverhältnisse zusammen. Dafür gilt Regel 16.1.

Als Boden in Ausbesserung gilt jeder Teil des Platzes, den die Spielleitung dazu erklärt, ob markiert oder nicht. Auch ohne Markierung zählen Löcher, die das Platzpersonal bei der Pflege gegraben hat, sowie Material, das zum Abtransport aufgehäuft wurde, etwa Grasschnitt. Zum Bereich gehören auch der Boden und alle Pflanzen, die darin wurzeln. Die Grenze reicht senkrecht nach unten, aber nicht nach oben. Ein Baum, der im Bereich wächst, zählt trotzdem dazu.

Wie wird Boden in Ausbesserung markiert?

Die Spielleitung markiert den Bereich meist mit weißen Linien, oft zusätzlich mit Pfählen. Diese Pfähle sind häufig blau. Gelb und Rot bleiben den Penalty Areas vorbehalten, damit es keine Verwechslung gibt. Welche Farbe gilt, steht im Zweifel in den Platzregeln auf der Scorekarte oder am Aushang im Clubhaus.

Sind Linien und Pfähle gemeinsam vorhanden, gilt die Linie als Grenze. Die Linie selbst gehört schon zum Boden in Ausbesserung. Die Pfähle selbst sind keine Grenze, sondern Hemmnisse. Wenn sie beweglich sind und stören, dürfen Sie sie entfernen. Stecken Sie sie danach zurück.

Wichtig ist: Die Markierung ist nicht zwingend. Ein Bereich kann auch ohne Linien als Boden in Ausbesserung gelten, wenn die Spielleitung das so festgelegt hat. Ein frisch aufgehäufter Haufen Schnittgut zählt ebenfalls dazu, solange er zum Abtransport bestimmt ist. Im Zweifel fragen Sie vor oder nach dem Schlag die Spielleitung oder spielen Sie zur Sicherheit zwei Bälle. Diese Möglichkeit gibt es im Zählspiel für Zweifelsfälle bei der Regelanwendung.

Erleichterung nach Regel 16.1: So gehen Sie vor

Erleichterung gibt es, wenn der Ball im Boden in Ausbesserung liegt oder berührt. Auch wenn der Bereich Ihren Stand oder Ihren Schwung behindert, haben Sie Anspruch darauf. Liegt der Ball auf dem Grün, kann auch ein Bereich auf dem Grün Erleichterung auslösen, der Ihre Puttlinie berührt.

So gehen Sie im allgemeinen Gelände vor:

Eine Schlägerlänge ist die Länge des längsten Schlägers in Ihrem Bag, ohne den Putter. Sie dürfen den Originalball oder einen anderen Ball verwenden. Gedroppt wird aus Kniehöhe, der Ball fällt gerade nach unten und darf Sie oder Ihre Ausrüstung nicht berühren. Rollt der Ball aus dem Erleichterungsbereich, droppen Sie ein zweites Mal. Rollt er wieder hinaus, legen Sie ihn dorthin, wo der zweite Drop den Boden zuerst berührt hat.

Sonderfälle: Bunker, Grün und Sperrzone

Liegt der Ball im Bunker, haben Sie zwei Möglichkeiten. Entweder nehmen Sie straflose Erleichterung im Bunker nach dem gleichen Verfahren. Dann droppen Sie im Bunker. Gibt es dort keinen Punkt vollständiger Erleichterung, nehmen Sie die größtmögliche Erleichterung im Bunker. Oder Sie gehen aus dem Bunker heraus und droppen auf der Linie hinter dem Bunker. Dafür bekommen Sie einen Strafschlag.

Auf dem Grün legen Sie den Ball hin, statt ihn zu droppen. Sie platzieren ihn am nächstgelegenen Punkt vollständiger Erleichterung. Gibt es auf dem Grün keinen solchen Punkt, kann dieser auch im allgemeinen Gelände neben dem Grün liegen.

Manche Bereiche erklärt die Spielleitung zur Sperrzone, zum Beispiel zum Schutz junger Rasenflächen. Dort dürfen Sie nicht spielen und auch nicht in den Bereich treten, um den Schlag auszuführen. Sie müssen Erleichterung nehmen. Das Spiel aus einer Sperrzone kostet Strafe.

In einer Penalty Area gibt es keine Erleichterung nach Regel 16.1. Dort gilt Regel 17, und jede Erleichterung kostet einen Strafschlag.

Beispiel aus der Praxis: Par 4 mit Baustelle am Fairway

Sie spielen ein Par-4-Loch von etwa 340 Metern. Ihr Abschlag ist Schlag 1 und landet nach 210 Metern am Rand des Fairways. Dort hat der Greenkeeper einen Entwässerungsgraben geöffnet. Er ist mit einer weißen Linie umrandet. Ihr Ball liegt innerhalb der Linie.

Sie müssen den Ball nicht aus dem Graben spielen. Sie markieren die Lage, heben den Ball auf und suchen den nächstgelegenen Punkt vollständiger Erleichterung. Das ist eine Stelle auf dem Fairway, knapp außerhalb der Linie, die nicht näher zur Fahne liegt. Dort darf Ihr Stand nicht mehr in den Bereich reichen. Auch der Schwung darf ihn nicht berühren.

Von diesem Punkt messen Sie eine Schlägerlänge ab. Nehmen Sie den Driver als längsten Schläger, sind das als Faustregel etwa 1,10 bis 1,20 Meter. Innerhalb dieses Bereichs droppen Sie den Ball aus Kniehöhe. Es gibt keinen Strafschlag. Ihr nächster Schlag ist Schlag 2. Erreichen Sie damit das Grün und putten zweimal, haben Sie vier Schläge gebraucht, also Par.

Typische Fehler und Tipps

Bei Boden in Ausbesserung passieren immer wieder dieselben Fehler:

Ein Tipp für Einsteiger: Lesen Sie vor der Runde die Platzregeln. Dort steht, wie Boden in Ausbesserung gekennzeichnet wird und ob es Sperrzonen gibt. Spielen Sie nie aus einer Sperrzone. Und nutzen Sie die Erleichterung, statt aus einer aufgegrabenen Fläche zu schlagen. Das schont Ihre Schläger und den Platz.

Abgrenzung: Boden in Ausbesserung, Penalty Area und Hemmnis

Einsteiger verwechseln Boden in Ausbesserung leicht mit anderen Bereichen. Die Unterschiede sind klar.

Eine Penalty Area ist mit gelben oder roten Markierungen gekennzeichnet. Wer dort Erleichterung nimmt, erhält einen Strafschlag. Boden in Ausbesserung ist dagegen straflos.

Ein Hemmnis ist ein künstlicher Gegenstand auf dem Platz, etwa ein Weg, ein Gebäude oder ein Sprinklerkopf. Bewegliche Hemmnisse wie Rechen dürfen Sie entfernen. Unbewegliche Hemmnisse lösen ebenfalls Erleichterung nach Regel 16.1 aus. Auch Tierlöcher und zeitweiliges Wasser nach starkem Regen gehören zu den ungewöhnlichen Platzverhältnissen.

Das Aus ist mit weißen Pfählen markiert und liegt außerhalb des Platzes. Dort gibt es keine Erleichterung. Boden in Ausbesserung gehört dagegen zum Platz. Sie dürfen den Ball auch dort spielen, solange der Bereich keine Sperrzone ist.

Ausprobieren in der Golf Lounge

Wann Sie bei Boden in Ausbesserung Erleichterung nehmen und wie Sie richtig droppen, lernen Sie in der Golf Lounge Resort Hamburg im Platzreifekurs. Der Theorieteil umfasst Regeln, Etikette und Sicherheit auf dem Platz und wird mit der Praxis verzahnt, begleitet von PGA-Trainern. In der Regel sind es vier bis fünf Trainingseinheiten à zwei Stunden in kleinen Gruppen mit höchstens sechs Personen. Die Prüfung findet jeden Samstag vor Ort in Moorfleet statt.

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Häufige Fragen

Was bedeutet Boden in Ausbesserung beim Golf?

Boden in Ausbesserung ist ein Bereich des Platzes, den die Spielleitung für Reparatur oder Pflege gekennzeichnet hat, zum Beispiel eine Baustelle oder aufgegrabene Erde. Er gehört zu den ungewöhnlichen Platzverhältnissen. Wer dort mit dem Ball liegt oder dadurch bei Stand und Schwung gestört wird, darf nach Regel 16.1 straflos Erleichterung nehmen.

Darf ich aus Boden in Ausbesserung spielen?

Ja, das ist erlaubt, solange der Bereich nicht als Sperrzone gekennzeichnet ist. Meist ist es aber nicht sinnvoll, weil Boden und Rasen dort beschädigt oder uneben sind. Die Erleichterung kostet keinen Strafschlag, deshalb nutzen die meisten Golfer sie. In einer Sperrzone müssen Sie Erleichterung nehmen.

Gibt es bei Boden in Ausbesserung einen Strafschlag?

Nein, die Erleichterung im allgemeinen Gelände ist straflos. Nur im Bunker gibt es eine Ausnahme: Wollen Sie den Ball außerhalb des Bunkers droppen, erhalten Sie einen Strafschlag. Droppen Sie dagegen im Bunker, bleibt die Erleichterung ohne Strafe. Auch ein Fehler beim Verfahren kann Strafschläge kosten.

Wie weit darf ich bei Boden in Ausbesserung droppen?

Sie droppen innerhalb einer Schlägerlänge vom nächstgelegenen Punkt vollständiger Erleichterung. Der Ball darf dabei nicht näher zum Loch liegen bleiben als dieser Punkt. Eine Schlägerlänge entspricht dem längsten Schläger in Ihrem Bag, ohne den Putter. Gedroppt wird aus Kniehöhe.

Gilt die Regel auch auf dem Grün?

Ja. Auf dem Grün legen Sie den Ball aber am nächstgelegenen Punkt vollständiger Erleichterung hin, statt ihn zu droppen. Dort kann auch die Puttlinie zählen: Liegt Boden in Ausbesserung auf dem Grün und berührt Ihre Linie, haben Sie Anspruch auf Erleichterung. Gibt es auf dem Grün keinen solchen Punkt, liegt er im Gelände neben dem Grün.

Stand: Oktober 2026

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