Besserlegen & Winterregeln

Golf-Lexikon

Besserlegen & Winterregeln

Kurz erklärt

Besserlegen, englisch Preferred Lies, ist eine Platzregel, die bei nassem oder schlechtem Boden erlaubt, den Ball aufzunehmen, zu reinigen und innerhalb eines kleinen Bereichs besser hinzulegen. Meist gilt sie nur auf dem Fairway oder kurz gemähtem Gelände. Sie gilt nie automatisch, sondern nur, wenn die Spielleitung sie ausdrücklich einführt. Man spricht dann oft von Winterregeln.

Was bedeutet Besserlegen beim Golf?

Normalerweise gilt im Golf die Grundregel, den Ball so zu spielen, wie er liegt. Im Winter oder nach starkem Regen ist der Boden oft matschig, und der Ball bleibt in Nässe, Schlamm oder festgetretener Erde stecken. Dann kann die Spielleitung eine Platzregel einführen, die das Besserlegen erlaubt. Sie lässt Sie den Ball aufnehmen, reinigen und innerhalb eines festgelegten Bereichs wieder hinlegen.

Die Regelhüter nennen diese Platzregel Preferred Lies. Sie steht als Musterplatzregel E-3 in den Platzregel-Mustern der Golfregeln. Der Begriff Winterregeln ist im Alltag geläufig und meint meist genau dieses Besserlegen, manchmal auch weitere Maßnahmen für den Winter. Das Besserlegen gehört also nicht zu den Regeln des Spiels selbst. Es ist eine Ausnahme, die ein Platz für bestimmte Zeiten einführt.

Warum gibt es Winterregeln?

Es gibt zwei Gründe. Zum einen soll das Spiel fair und angenehm bleiben, wenn der Boden sehr nass ist. Ein Ball, der in schlammigem Boden eingesunken ist, lässt sich kaum sauber treffen. Zum anderen soll der Platz geschützt werden. Müssen alle Spieler ihren Ball aus nassem Boden herausschlagen, werden die Fairways stärker beschädigt. Das Besserlegen kann deshalb helfen, die Grasnarbe zu schonen.

Die Regel ist also eine Ausnahme für schwierige Zeiten, keine Dauerlösung. Die Spielleitung soll sie beenden, sobald sich die Bedingungen bessern. Auf vielen Anlagen gilt sie deshalb nur an einzelnen Tagen oder in bestimmten Monaten. Ob sie an Ihrem Spieltag gilt, erfahren Sie am Aushang oder von der Anlage.

So funktioniert das Besserlegen

Ist die Platzregel eingeführt, gilt ein fester Ablauf:

Sie haben nur eine Gelegenheit pro Schlag. Bewegt der Wind den Ball nach dem Hinlegen, dürfen Sie ihn nicht erneut besser legen. Sie spielen ihn von der neuen Stelle.

Wo gilt es und wo nicht?

Das Besserlegen gilt nur für das, was die Spielleitung ausdrücklich nennt. Üblich ist das kurz gemähte Gelände des allgemeinen Geländes, also Fairway und Vorgrün, manchmal auch das Rough. Die Musterplatzregel ist für Flächen gedacht, die auf Fairwayhöhe oder kürzer gemäht sind. Wird sie auf das gesamte allgemeine Gelände ausgedehnt, könnten Spieler Erleichterung von Stellen bekommen, aus denen der Ball sonst kaum spielbar wäre, etwa im Gebüsch.

Nicht gilt das Besserlegen:

Die Regel darf auch nicht mehr eingeführt werden, wenn eine Zählspielrunde bereits begonnen hat. Sie muss zu Beginn der Runde feststehen. Haben Sie Zweifel, ob sie für Ihr Spiel gilt, fragen Sie vor dem Start nach.

Beispiel aus der Praxis: nasses Fairway im Herbst

Es hat die ganze Woche geregnet. Auf dem Aushang der Anlage steht: „Besserlegen auf kurz gemähtem Gelände, eine Scorekartenlänge, nicht näher zum Loch.“ Sie spielen ein Par-4-Loch. Ihr Abschlag liegt mitten auf dem Fairway, aber der Ball sitzt in nasser Erde (Schlag 1).

Sie markieren den Ball, heben ihn auf, reinigen ihn und legen ihn innerhalb einer Scorekartenlänge nicht näher zum Loch auf eine feste Stelle. Dann treffen Sie ihn sauber und erreichen das Grün (Schlag 2). Zwei Putts später notieren Sie vier Schläge, also Par.

Ohne die Platzregel hätten Sie den Ball im Schlamm spielen müssen. Das Ergebnis wäre vermutlich schlechter ausgefallen. Mit der Regel haben Sie eine faire Chance bekommen. Der Platz freut sich außerdem, denn Sie haben weniger Rasen verletzt.

Typische Fehler und Tipps

Beim Besserlegen passieren diese Fehler am häufigsten:

Wer gegen die Platzregel verstößt, riskiert Strafschläge, etwa wegen Spiels von falscher Stelle. Tipp: Messen Sie mit der Scorekarte oder einem Schläger und legen Sie den Ball auf eine feste Stelle. So vermeiden Sie Diskussionen mit Mitspielern. Fragen Sie im Zweifel die Spielleitung, bevor Sie den Ball aufnehmen.

Wichtig ist außerdem, dass Besserlegen kein Recht ist. Es ist ein Angebot der Anlage.

Abgrenzung: Besserlegen, Erleichterung und Grundregel

Besserlegen wird oft mit anderen Begriffen verwechselt. Die Grundregel „Ball spielen, wie er liegt“ gilt immer, wenn keine Ausnahme greift. Die Erleichterung nach den Golfregeln, etwa bei Boden in Ausbesserung oder Wasseransammlungen, bietet dagegen bestimmte Hilfen für besondere Platzbedingungen. Sie gilt immer, ohne dass die Spielleitung etwas einführen muss.

Das Besserlegen ist eine Platzregel. Sie gilt nur, wenn die Spielleitung sie festlegt, und nur für den dort genannten Bereich. Die übrigen Winterregeln sind oft Schutzmaßnahmen: manche Anlagen sperren Trolleys, sperren Bereiche oder spielen auf Wintergrüns. Das gehört zum Platzmanagement und nicht zu den Golfregeln selbst. Entscheidend ist immer, was auf der Platzregel der Anlage steht.

Ausprobieren in der Golf Lounge

Auch in der kalten Jahreszeit können Sie in der Golf Lounge Resort Hamburg spielen. Vom 1. Januar bis 31. März wird der 6-Loch-Kurzplatz „Rot“ zu einem 9-Loch-Winterkurs umgebaut, der täglich von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang bespielbar ist. Der 9-Loch-Platz „Schwarz“ macht von Januar bis März Winterpause. Vom 1. November bis 31. März sind Trolleys auf den Plätzen nicht gestattet. Welche Platzregeln gelten, nennt das Team bei der Buchung.

6-Loch-Platz ansehen

Häufige Fragen

Was sind Winterregeln im Golf?

Winterregeln ist im Alltag der Begriff für das Besserlegen und weitere Maßnahmen im Winter. Gemeint ist meist die Platzregel Preferred Lies: Sie dürfen den Ball aufnehmen, reinigen und innerhalb eines kleinen Bereichs besser hinlegen. Sie gilt nur, wenn die Anlage sie ausdrücklich einführt.

Darf ich immer besser legen?

Nein. Nach den Golfregeln gilt: Ball spielen, wie er liegt. Besserlegen ist nur erlaubt, wenn die Spielleitung die Platzregel eingeführt hat, meist bei nassem Boden. Ohne diese Platzregel dürfen Sie den Ball nicht versetzen. Tun Sie es doch, kann das Strafschläge kosten.

Wie weit darf ich den Ball beim Besserlegen versetzen?

Das legt die Spielleitung fest, zum Beispiel eine Scorekartenlänge, sechs Zoll oder eine Schlägerlänge. Der Ball darf nicht näher zum Loch liegen als die ursprüngliche Stelle und muss im erlaubten Bereich bleiben. Die genaue Angabe steht auf Aushang oder Scorekarte.

Gilt das Besserlegen auch im Rough oder im Bunker?

Im Bunker und in der Penalty Area gilt es nicht. Im Rough nur, wenn die Spielleitung es ausdrücklich erlaubt. Üblich ist das Fairway oder kurz gemähtes Gelände. Die Musterplatzregel ist für kurz gemähte Flächen gedacht. Auf dem Aushang der Anlage steht die genaue Regelung.

Wird der Ball beim Besserlegen gedroppt?

Nein, er wird hingelegt. Sie nehmen ihn auf, reinigen ihn und legen ihn im erlaubten Bereich auf eine feste Stelle. Das Droppen aus Kniehöhe gehört zu anderen Erleichterungen, etwa nach einem Strafschlag. Beim Besserlegen gibt es nur einen Versuch. Legen Sie ihn außerdem nicht näher zum Loch.

Stand: Oktober 2026

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