Golf-Lexikon
Platzregeln
Kurz erklärt
Platzregeln sind zusätzliche oder abgewandelte Regeln, die das Komitee für einen bestimmten Golfplatz oder ein Turnier festlegt. Sie ergänzen die offiziellen Golfregeln und gelten zusammen mit ihnen. Typische Beispiele sind Regeln für Boden in Ausbesserung, Sperrzonen oder Besserlegen im Winter. Sie stehen auf der Scorekarte, am Aushang oder auf der Website des Platzes.
Was sind Platzregeln?
Die Golfregeln von R&A und USGA gelten für jeden Golfplatz der Welt. Nicht jeder Platz ist aber gleich. Ein Platz hat vielleicht ein Biotop, eine empfindliche Neuanpflanzung, einen Weg, der im Spiel liegt, oder einen nassen Winter. Deshalb dürfen die Verantwortlichen eines Platzes zusätzliche oder angepasste Regeln erlassen. Diese heißen Platzregeln, englisch „Local Rules“.
Die Regeln selbst sagen es so: Zu den „Regeln“ gehören nicht nur die 25 offiziellen Golfregeln, sondern auch die Platzregeln, die das Komitee für einen Platz oder ein Turnier beschließt. Der Begriff „Komitee“ meint die Person oder Gruppe, die den Platz oder das Turnier leitet, etwa die Spielleitung des Clubs.
Wer eine Runde spielt, muss die Platzregeln kennen. Sie gelten wie alle Regeln und ihre Verletzung wird bestraft.
Wo stehen die Platzregeln?
Das Komitee muss dafür sorgen, dass jeder Spieler die Platzregeln kennen kann. Üblich sind mehrere Wege:
- auf der Scorekarte oder einer eigenen Karte, die beim Start ausgegeben wird
- auf einem separaten Blatt
- am Aushang oder Schwarzen Brett im Clubhaus
- auf der Website des Platzes
In Deutschland geben Golfverbände und Clubs für Turniere oft eine sogenannte Hardcard heraus. Sie enthält die Platzregeln und die wichtigsten Wettspielhinweise in Kurzform.
Ein guter Rat für Einsteiger: Lesen Sie vor der ersten Runde auf einem neuen Platz kurz die Platzregeln. Das dauert eine Minute und vermeidet Strafschläge. Sind Sie unsicher, fragen Sie im Sekretariat oder beim Starter nach. Bei Turnieren verweist die Ausschreibung häufig auf die geltenden Platzregeln.
Typische Beispiele für Platzregeln
Die meisten Platzregeln kommen in einer Reihe wiederkehrender Gruppen vor. Beispiele sind:
- Markierung des Platzes: Wie sind Aus, Penalty Areas und Boden in Ausbesserung gekennzeichnet?
- Sperrzonen: Bereiche, aus denen nicht gespielt werden darf, zum Beispiel Biotope oder frisch bepflanzte Beete.
- Vorübergehende Hemmnisse: Zelte, Anzeigetafeln oder Absperrungen bei Turnieren.
- Besserlegen: Bei sehr nassen Bedingungen oder im Winter darf der Ball auf kurz gemähtem Rasen aufgenommen und besser gelegt werden.
- Ersatzregel für Schlag und Distanz: Bei einem verlorenen Ball oder einem Ball im Aus darf mit zwei Strafschlägen in einem festgelegten Bereich nahe der Stelle weitergespielt werden, an der der Ball verloren ging oder ins Aus flog.
- Schutz junger Bäume: Spieler müssen Erleichterung nehmen, wenn ein Baum mit einem Schutzpfahl im Weg ist.
- Entfernungsmessgeräte: Nach Regel 4.3 sind sie grundsätzlich erlaubt. Ein Komitee kann sie aber per Platzregel für ein Turnier verbieten.
- Vorübergehende Grüns oder Abschläge: Bei Bauarbeiten oder im Winter kann der Platz Ersatzflächen festlegen, die dann wie das normale Grün gelten.
Solche Regeln folgen oft dem Musterkatalog der Golfregeln, den das Komitee verwenden kann.
Welche Grenzen haben Platzregeln?
Platzregeln dürfen die Golfregeln nicht beliebig ändern. Die Golfregeln enthalten einen eigenen Teil für Komitees, den sogenannten Abschnitt 8 der Komitee-Verfahren. Er legt fest, welche Platzregeln ein Komitee verwenden darf und wie. Eine Platzregel, die gegen die Grundsätze der Regeln verstößt, ist nicht zulässig.
Für Einsteiger heißt das: Die Platzregeln ersetzen die Golfregeln nie ganz. Sie regeln nur Besonderheiten. Und sie müssen nachvollziehbar sein. Besserlegen zum Beispiel ist nur zulässig, wenn die Bedingungen es rechtfertigen, etwa durch Nässe oder im Winter. Klar begrenzte Regeln für Biotope oder Baustellen sind dagegen üblich.
Komitees dürfen außerdem eigene Verhaltensregeln für Turniere festlegen, mit Strafen wie einem Strafschlag oder der Grundstrafe und bei schwerem Fehlverhalten dem Ausschluss. Auch dafür gibt es im Regelwerk einen Rahmen.
Beispiel aus der Praxis: Ball im Biotop
Stellen Sie sich ein Par-4-Loch mit 330 Metern vor. Links des Fairways liegt ein Biotop, das der Platz mit Pfählen als Sperrzone markiert hat. Die Platzregel dazu steht auf der Scorekarte: Aus der Zone darf nicht gespielt werden, Erleichterung ist vorgeschrieben.
Ihr Abschlag fliegt nach links und der Ball landet im Biotop. Sie dürfen den Ball nicht aus der Zone spielen. Sie nehmen Erleichterung nach der Platzregel und der Regel 16.1. Liegt der Ball im allgemeinen Gelände, droppen Sie innerhalb einer Schlägerlänge vom nächsten Punkt der vollständigen Erleichterung, ohne Strafschlag. Liegt die Zone innerhalb einer Penalty Area, kostet die Erleichterung einen Strafschlag.
Wer die Platzregel nicht kennt und aus der Zone spielt, erhält die Grundstrafe von zwei Strafschlägen im Zählspiel. Im Lochspiel verliert er das Loch.
Typische Fehler und Tipps
Wiederkehrende Fehler von Einsteigern sind:
- Die Platzregeln werden nicht gelesen. Das kann teuer werden, wenn ein Biotop oder ein Weg im Spiel liegt.
- Platzregeln werden mit der Hausordnung verwechselt. Dazu mehr im nächsten Abschnitt.
- Eine Regel von einem anderen Platz wird auf den eigenen übertragen. Platzregeln gelten nur für den Platz oder das Turnier, für das sie erlassen wurden.
- Pfähle werden falsch gedeutet. Die Farbe der Pfähle sagt, um welche Art von Bereich es sich handelt, und die Platzregeln erklären den Rest.
Ein Tipp: Fotografieren Sie die Scorekarte oder die Hardcard mit den Platzregeln vor dem Start und lesen Sie sie unterwegs noch einmal. Bei Unsicherheit spielen Sie im Zählspiel zwei Bälle und melden den Fall vor Abgabe der Scorekarte der Spielleitung.
Abgrenzung: Platzregeln, Hausordnung und Wettspielbedingungen
Platzregeln werden oft mit zwei anderen Dingen verwechselt. Die Hausordnung oder Platzordnung des Clubs regelt das Verhalten auf der Anlage, zum Beispiel Kleidung, Trolleys auf bestimmten Bahnen oder Parken. Ein Verstoß gegen die Hausordnung ist kein Regelverstoß im Sinn der Golfregeln, kann aber andere Folgen haben.
Die Wettspielbedingungen, englisch „Terms of the Competition“, betreffen ein einzelnes Turnier: Spielform, Startzeiten, Teilnahmevoraussetzungen und wie Gleichstände entschieden werden. Sie stehen in der Ausschreibung.
Platzregeln dagegen ändern oder ergänzen die Golfregeln selbst. Sie sagen zum Beispiel, was bei einem Ball in einer Sperrzone zu tun ist. Wer eine Runde spielt, sollte alle drei kennen: die Golfregeln, die Platzregeln und die Hausordnung.
Ausprobieren in der Golf Lounge
Platzregeln spielen eine Rolle, sobald Sie auf einem Platz mit Besonderheiten unterwegs sind. Der 9-Loch-Platz „Schwarz“ der Golf Lounge Resort Hamburg hat Wasserhindernisse, Bunker und geschützte Grüns. Er ist von April bis Dezember bespielbar. Dazu kommen Regeln der Anlage, etwa das Trolleyverbot auf den Plätzen vom 1. November bis 31. März. Samstags gibt es von Mai bis Oktober ein vorgabewirksames 9-Loch-Turnier, die Ausschreibung nennt die Bedingungen je Turnier. Voraussetzung für den Platz ist die DGV-Platzreife.
Häufige Fragen
Was sind Platzregeln beim Golf?
Platzregeln sind zusätzliche oder abgewandelte Regeln, die das Komitee für einen bestimmten Platz oder ein Turnier festlegt. Sie gelten zusammen mit den offiziellen Golfregeln. Beispiele sind Regeln für Boden in Ausbesserung, Sperrzonen, vorübergehende Hemmnisse oder Besserlegen im Winter. Sie stehen auf der Scorekarte, am Aushang oder auf der Website des Platzes.
Wo finde ich die Platzregeln?
Das Komitee muss die Platzregeln für alle Spieler zugänglich machen. Sie stehen auf der Scorekarte, auf einem separaten Blatt, am Aushang im Clubhaus oder auf der Website des Platzes. Bei Turnieren gibt es oft eine Hardcard. Fragen Sie im Zweifel im Sekretariat oder beim Starter nach.
Was passiert, wenn ich gegen eine Platzregel verstoße?
Ein Verstoß wird wie ein Verstoß gegen die Golfregeln behandelt. Sofern die Platzregel nichts anderes bestimmt, gilt die Grundstrafe: zwei Strafschläge im Zählspiel oder Lochverlust im Lochspiel. Bei groben Verstößen kann das Komitee einen Spieler auch vom Wettspiel ausschließen. Lesen Sie die Platzregeln deshalb vor der Runde.
Was ist der Unterschied zwischen Platzregeln und Hausordnung?
Platzregeln ändern oder ergänzen die Golfregeln selbst, zum Beispiel für eine Sperrzone. Die Hausordnung regelt das Verhalten auf der Anlage, etwa Kleidung oder Trolleys. Ein Verstoß gegen die Hausordnung ist kein Regelverstoß im Sinn der Golfregeln, kann aber andere Folgen haben.
Dürfen Platzregeln die Golfregeln ändern?
Nur in dem Rahmen, den die Golfregeln selbst vorgeben. Der Abschnitt 8 der Komitee-Verfahren legt fest, welche Platzregeln ein Komitee verwenden darf. Eine Platzregel, die gegen die Grundsätze des Regelwerks verstößt, ist nicht zulässig. Die Golfregeln bleiben also immer die Grundlage.
Stand: Oktober 2026