Golf-Lexikon
Erleichterung
Kurz erklärt
Erleichterung bedeutet im Golf, dass Sie den Ball aus einer ungünstigen Lage aufnehmen und an anderer Stelle wieder ins Spiel bringen dürfen. Manche Erleichterung ist straflos, etwa bei Boden in Ausbesserung. Andere kostet einen Strafschlag, zum Beispiel aus einer Penalty Area oder bei einem unspielbaren Ball. Meist wird der Ball dabei gedroppt.
Was bedeutet Erleichterung beim Golf?
Erleichterung ist ein Oberbegriff der Golfregeln. Er beschreibt alle Fälle, in denen Sie den Ball an anderer Stelle wieder ins Spiel bringen dürfen, statt ihn zu spielen, wie er liegt. Im Englischen heißt das relief.
Normalerweise gilt im Golf: Der Ball wird gespielt, wie er liegt. Das ist ein Grundprinzip. Erleichterung ist die Ausnahme. Sie ist in bestimmten Situationen erlaubt, damit Sie nicht für Dinge bestraft werden, die nicht zur normalen Herausforderung des Platzes gehören. In anderen Situationen dürfen Sie sie sich mit einem Strafschlag erkaufen.
Zwei Fragen helfen bei jeder Erleichterung. Erstens: Ist sie straflos oder kostet sie einen Strafschlag? Zweitens: Wo liegt der Bezugspunkt, von dem aus Sie den Erleichterungsbereich bestimmen? Beides hängt davon ab, aus welcher Lage der Ball kommt. Diese Seite gibt Ihnen den Überblick, die Einzelfälle sind in eigenen Beiträgen beschrieben.
Straflose Erleichterung: Wann ist sie erlaubt?
Straflose Erleichterung gibt es in diesen Fällen:
- Boden in Ausbesserung, Tierlöcher, unbewegliche Hemmnisse und zeitweiliges Wasser. Das sind die ungewöhnlichen Platzverhältnisse nach Regel 16.1.
- Gefährliche Tiere, etwa ein Wespennest oder eine Schlange, die Sie ernsthaft stören, nach Regel 16.2.
- Ein eingebetteter Ball im allgemeinen Gelände, also ein Ball, der in seinem eigenen Einschlagloch steckt, nach Regel 16.3. Keine Erleichterung gibt es unter anderem, wenn der Ball in Sand außerhalb kurz gemähter Flächen steckt.
- Falsches Grün: Liegt der Ball auf einem anderen Grün als dem des gespielten Lochs, müssen Sie straflos Erleichterung nehmen.
- Bewegliche Hemmnisse wie Rechen oder Flaschen und lose hinderliche Naturstoffe wie Blätter und Steine. Hier handelt es sich um Entfernen, nicht um Droppen. Sie nehmen den Gegenstand weg, der Ball bleibt liegen.
In allen diesen Fällen droppen Sie den Ball in der Regel innerhalb einer Schlägerlänge vom nächstgelegenen Punkt vollständiger Erleichterung, nicht näher zum Loch. Auf dem Grün wird er platziert. Der Gedanke dahinter: Sie sollen keinen Nachteil durch Dinge haben, für die Sie nichts können.
Erleichterung mit Strafschlag: Wann kostet sie etwas?
Eine Erleichterung mit Strafschlag erhalten Sie, wenn die Lage Teil der Herausforderung ist. Typische Fälle:
- Penalty Area: Aus Teichen, Bächen oder anderen markierten Bereichen gibt es Erleichterung nach Regel 17. Sie kostet einen Strafschlag. Bei gelben Markierungen gibt es zwei Optionen, bei roten drei.
- Unspielbarer Ball: Wenn Sie den Ball im Gelände für unspielbar erklären, nach Regel 19, kostet auch das einen Strafschlag. Sie dürfen dafür von der Stelle des letzten Schlags neu spielen, auf der Linie hinter der Lage droppen oder innerhalb von zwei Schlägerlängen seitlich droppen. Im Bunker gelten Sonderregeln: Wollen Sie außerhalb des Bunkers droppen, kostet das zwei Strafschläge.
- Bunker mit Boden in Ausbesserung: Wer außerhalb des Bunkers droppt, erhält einen Strafschlag.
- Ball im Aus oder verloren: Hier bleibt nur die Erleichterung mit Schlag und Distanzverlust. Sie spielen von der Stelle des letzten Schlags erneut und erhalten einen Strafschlag.
Der Strafschlag ist der Ausgleich dafür, dass Sie den Ball an anderer Stelle neu ins Spiel bringen dürfen.
So gehen Sie bei einer Erleichterung vor
Der Ablauf ist bei fast allen Erleichterungen ähnlich:
- Klären Sie zuerst, welche Erleichterung gilt und ob sie straflos ist. Fragen Sie im Zweifel Ihre Mitspieler.
- Markieren Sie bei Bedarf die Lage des Balls mit einem Tee, damit Sie den Bezugspunkt sicher bestimmen. Vorgeschrieben ist das Markieren nur, wenn der Ball später an dieselbe Stelle zurückgelegt werden muss.
- Bestimmen Sie den Bezugspunkt. Bei ungewöhnlichen Platzverhältnissen ist es der nächstgelegene Punkt vollständiger Erleichterung. Bei einer Penalty Area ist es die Stelle, an der der Ball zuletzt die Grenze überquert hat.
- Messen Sie den Erleichterungsbereich mit Ihrem längsten Schläger ohne Putter. Er ist meist eine oder zwei Schlägerlängen groß und liegt nie näher zum Loch.
- Droppen Sie den Ball aus Kniehöhe. Sie dürfen den Originalball oder einen anderen Ball nehmen.
- Spielen Sie weiter, sobald der Ball im Erleichterungsbereich liegt.
Wenn Sie den Ball nicht finden, aber bekannt oder so gut wie sicher ist, dass er in einer solchen Zone liegt, dürfen Sie trotzdem Erleichterung nehmen.
Beispiel aus der Praxis: Weg und Teich auf einem Par 4
Sie spielen ein Par-4-Loch. Ihr Abschlag, Schlag 1, landet auf einem asphaltierten Weg am Rand des Fairways. Der Weg ist ein unbewegliches Hemmnis. Ihr Stand liegt halb auf dem Asphalt. Sie nehmen straflose Erleichterung. Sie markieren den Ball, suchen den nächstgelegenen Punkt, an dem Stand, Ball und Schwung nicht mehr gestört werden, und droppen innerhalb einer Schlägerlänge.
Ihr nächster Schlag, Schlag 2, fliegt in einen Teich mit gelben Pfählen. Hier ist die Erleichterung nicht mehr straflos. Sie nehmen einen Strafschlag und gehen auf der Linie hinter dem Teich zurück. Der Strafschlag zählt als Schlag 3. Ihr nächster Schlag aus dem Erleichterungsbereich ist Schlag 4. Er landet auf dem Grün. Zwei Putts sind Schlag 5 und 6. Sie schreiben sechs Schläge auf, also ein Doppelbogey.
Der Unterschied liegt im Anlass. Der Weg ist ein Fremdkörper, der Teich Teil des Platzes.
Typische Fehler bei der Erleichterung
Bei der Erleichterung kommen immer wieder dieselben Fehler vor:
- Erleichterung verwechseln: Straflose Erleichterung gibt es nicht aus einer Penalty Area und nicht für eine unglückliche Lage im Gras.
- Ball zu früh aufnehmen: Heben Sie den Ball erst auf, wenn klar ist, dass Erleichterung erlaubt ist. Wer ohne erlaubten Grund aufnimmt, erhält nach Regel 9.4 einen Strafschlag.
- Falscher Bezugspunkt: Maßgeblich ist der nächstgelegene Punkt vollständiger Erleichterung, nicht die Stelle, an der der Ball lag.
- Näher zum Loch droppen: Das ist bei fast allen Erleichterungen verboten.
- Erleichterung ohne Grund: Wer nur durch einen ungewöhnlichen Stand oder Schwung von einem Hemmnis gestört wird, erhält keine Erleichterung.
- Auf dem Grün droppen: Auf dem Grün wird der Ball platziert.
- Eigenmächtiges Besserlegen: Ohne Platzregel dürfen Sie den Ball nicht einfach in eine bessere Lage legen.
Ein Tipp: Lesen Sie vor der Runde die Platzregeln. Sie nennen oft zusätzliche Erleichterungen, etwa bei Sperrzonen, jungen Anpflanzungen oder besonderen Hindernissen.
Abgrenzung: Erleichterung, Besserlegen und Mulligan
Drei Dinge werden oft verwechselt.
Erleichterung ist ein Verfahren der Golfregeln. Sie ist an bestimmte Voraussetzungen geknüpft und folgt festen Schritten. Sie ist entweder straflos oder kostet einen Strafschlag.
Besserlegen ist eine Platzregel, die manche Plätze im Winter oder bei nassem Boden einführen. Dann darf der Ball im allgemeinen Gelände aufgenommen, gereinigt und innerhalb einer kurzen Distanz platziert werden. Diese Erleichterung steht nicht in den Regeln selbst. Sie gilt nur als Platzregel, wenn die Spielleitung sie ankündigt.
Ein Mulligan ist ein zusätzlicher Versuch, den sich Freunde in einer lockeren Runde gönnen. Er kommt in den Golfregeln nicht vor und ist in Turnieren nicht erlaubt. Wer das Spiel ernst nehmen will, bleibt bei den echten Regeln. Sie lernen sie im Platzreifekurs kennen.
Ausprobieren in der Golf Lounge
Welche Erleichterung wann gilt, lernen Sie im Platzreifekurs der Golf Lounge Resort Hamburg. Der Theorieteil umfasst Regeln, Etikette und Sicherheit auf dem Platz und wird mit der Praxis verzahnt, begleitet von PGA-Trainern. Gelernt wird in der Regel in vier bis fünf Trainingseinheiten à zwei Stunden in kleinen Gruppen mit höchstens sechs Personen. Die Prüfung findet jeden Samstag komplett vor Ort in Moorfleet statt.
Häufige Fragen
Was bedeutet Erleichterung im Golf?
Erleichterung heißt, dass Sie den Ball aufnehmen und an anderer Stelle wieder ins Spiel bringen dürfen, statt ihn zu spielen, wie er liegt. Meist wird er gedroppt. Es gibt straflose Erleichterung und Erleichterung mit einem Strafschlag. Welche gilt, hängt von der Lage des Balls ab.
Wann gibt es straflose Erleichterung im Golf?
Zum Beispiel bei Boden in Ausbesserung, Tierlöchern, unbeweglichen Hemmnissen und zeitweiligem Wasser, bei gefährlichen Tieren und bei einem eingebetteten Ball im allgemeinen Gelände. Bewegliche Hemmnisse und lose Naturstoffe dürfen Sie ebenfalls ohne Strafe entfernen. Sie droppen dann in der Regel innerhalb einer Schlägerlänge.
Wann kostet Erleichterung einen Strafschlag?
Bei einer Penalty Area, bei einem unspielbaren Ball und bei Schlag und Distanzverlust nach einem Ball im Aus oder einem verlorenen Ball. Jede dieser Erleichterungen kostet einen Strafschlag. Im Bunker kostet das Droppen außerhalb des Bunkers bei einem unspielbaren Ball zwei Strafschläge.
Darf ich jederzeit Erleichterung nehmen?
Nein. Erleichterung ist nur in den Fällen erlaubt, die die Golfregeln vorsehen. In allen anderen Fällen spielen Sie den Ball, wie er liegt. Eine unglückliche Lage im Gras, ein Divot-Loch oder ein Ball hinter einem Baum gehört zum Spiel. Hier bleibt nur der unspielbare Ball mit einem Strafschlag.
Wie weit darf ich bei der Erleichterung droppen?
Meist innerhalb einer Schlägerlänge vom Bezugspunkt, bei seitlicher Erleichterung innerhalb von zwei Schlägerlängen. Der Ball darf nicht näher zum Loch liegen bleiben als der Bezugspunkt. Eine Schlägerlänge ist die Länge des längsten Schlägers im Bag ohne den Putter.
Stand: Oktober 2026