Golf-Lexikon
Allgemeines Gelände
Kurz erklärt
Das allgemeine Gelände ist der größte der fünf Bereiche eines Golfplatzes. Dazu gehört alles, was nicht Abschlag, Penalty Area, Bunker oder Grün des gespielten Lochs ist, also Fairway, Rough, Bäume und Wege. Dort gilt die Grundregel, den Ball so zu spielen, wie er liegt, und die Platzbedingungen nicht zu verbessern.
Was ist das allgemeine Gelände?
Die Golfregeln teilen jeden Platz in fünf Bereiche ein. Vier davon sind genau beschrieben: der Abschlag des Lochs, das Sie gerade spielen, alle Penalty Areas, alle Bunker und das Grün des Lochs, das Sie gerade spielen. Alles andere ist das allgemeine Gelände. Es ist also der Rest des Platzes und zugleich der Bereich, in dem Sie die meiste Zeit verbringen.
Der Begriff ist seit 2019 in den Golfregeln. Vorher sprach man von „Through the Green“. Der neue Name soll klarer machen, dass hier überall dieselben Grundregeln gelten. In der Praxis hören Sie auf dem Platz meist einfach „auf der Bahn“ oder „im Rough“, und beides liegt im allgemeinen Gelände.
Für Einsteiger lohnt es sich, diesen Begriff früh zu lernen. Fast jede Regelfrage beginnt mit der Frage, in welchem Bereich der Ball liegt. Die Antwort entscheidet, welche Rechte und Pflichten Sie haben und welche Erleichterungen erlaubt sind.
Was gehört alles dazu?
Zum allgemeinen Gelände zählen viele Flächen, die Sie vom Platz kennen:
- Fairway und Vorgrün
- Das Rough, egal ob kurz oder hoch
- Bäume, Büsche, Blumenbeete und Waldstücke, soweit sie nicht als Penalty Area markiert sind
- Wege, Cartwege und Parkflächen innerhalb des Platzes
- Abschläge anderer Löcher
- Grüns anderer Löcher
Der letzte Punkt überrascht viele Einsteiger. Abschlag und Grün sind nur dann eigene Bereiche, wenn sie zu dem Loch gehören, das Sie gerade spielen. Der Abschlag von Bahn 5 ist für Sie auf Bahn 4 ganz normales allgemeines Gelände. Und ein Ball auf dem Grün eines anderen Lochs liegt ebenfalls im allgemeinen Gelände. Dort dürfen Sie aber nicht weiterspielen, sondern müssen straflos Erleichterung nehmen.
Die wichtigsten Regeln im allgemeinen Gelände
Im allgemeinen Gelände gelten Regeln, die Sie sich gut merken sollten. Die Grundregel heißt: Der Ball wird gespielt, wie er liegt (Regel 9.1). Sie dürfen die Bedingungen für Ihren Schlag nicht verbessern. Verboten ist etwa, Zweige abzubrechen, Gras niederzutreten oder ein Divot-Loch einzuebnen (Regel 8.1).
Erlaubt sind dagegen:
- Lose hinderliche Naturstoffe wie Blätter oder kleine Äste wegzunehmen (Regel 15.1)
- Bewegliche Hemmnisse wie eine Getränkedose oder einen Rechen zu entfernen (Regel 15.2)
- Den Schläger vor oder hinter dem Ball leicht aufzusetzen
- Die Füße fest in den Boden zu setzen und einen Stand einzunehmen
- Vernünftige Probeschwünge zu machen
Bewegt sich Ihr Ball beim Wegnehmen eines losen Gegenstands, kann das einen Strafschlag kosten. Gehen Sie also behutsam vor, vor allem bei Ästen in direkter Nähe des Balls.
Straflose Erleichterung im allgemeinen Gelände
Manchmal behindern ungewöhnliche Platzbedingungen Ihren Schlag. Dann dürfen Sie nach Regel 16.1 ohne Strafe Erleichterung nehmen. Typische Fälle sind ein Loch von einem Wühltier, Wasseransammlungen oder Boden in Ausbesserung. Auch unbewegliche Hemmnisse wie ein fest eingebauter Wegrand zählen dazu, wenn sie Ihren Stand oder Schwung stören.
Das Verfahren ist einfach:
- Suchen Sie den nächstgelegenen Punkt, an dem das Hindernis nicht mehr stört. Er darf nicht näher zum Loch liegen.
- Messen Sie von diesem Punkt aus eine Schlägerlänge und droppen Sie den Ball in diesem Bereich.
- Der Ball muss im allgemeinen Gelände liegen bleiben und darf nicht näher zum Loch sein als der Bezugspunkt.
Ein eingebetteter Ball, der in seinem eigenen Einschlagloch steckt, bekommt nach Regel 16.3 ebenfalls Erleichterung. Bezugspunkt ist hier die Stelle direkt hinter dem Ball. Von dort droppen Sie innerhalb einer Schlägerlänge, nicht näher zum Loch und im allgemeinen Gelände.
Beispiel aus der Praxis: Par 5 mit Fehlschlag
Sie spielen ein Par-5-Loch. Ihr Abschlag fliegt nach rechts und landet im hohen Rough neben dem Fairway. Das ist allgemeines Gelände. Sie spielen den Ball, wie er liegt, und treffen ihn mit einem Eisen zurück auf die Bahn. Das war Schlag 2.
Etwas später stört ein Cartweg Ihren Stand. Der Weg ist ein unbewegliches Hemmnis. Sie dürfen straflos Erleichterung nehmen, indem Sie den nächstgelegenen Punkt mit vollständiger Erleichterung bestimmen, eine Schlägerlänge abmessen und dort droppen. Schlag 3 landet kurz vor dem Grün, Schlag 4 auf dem Grün. Zwei Putts später notieren Sie sechs Schläge, also ein Bogey. Bis zum Grün sind Sie nie in einen anderen Bereich gewechselt, und alle Entscheidungen bis dahin folgten denselben Regeln für das allgemeine Gelände.
Typische Fehler und Tipps
Im allgemeinen Gelände passieren diese Fehler besonders oft:
- Gras oder Zweige beim Ansprechen niederdrücken und so den Schwung freimachen. Das ist eine Verbesserung der Bedingungen und kostet die Grundstrafe.
- Falscher Bezugspunkt bei Erleichterung. Maßgeblich ist der nächstgelegene Punkt mit vollständiger Erleichterung, nicht der bequemste.
- Auf dem falschen Grün weiterspielen. Hier ist Erleichterung Pflicht.
- Divots zurückdrücken, die vor dem Schlag im Weg liegen. Der Ball wird gespielt, wie er liegt.
- Bei hohem Gras zu lange suchen. Nach drei Minuten gilt der Ball als verloren.
Tipp: Prüfen Sie vor dem Schlag, in welchem Bereich Ihr Ball liegt. Eine Antwort wie „allgemeines Gelände“ beantwortet schon die Hälfte aller Regelfragen, weil dann die Grundregeln gelten.
Abgrenzung zu Abschlag, Penalty Area, Bunker und Grün
Jeder der anderen vier Bereiche hat Sonderregeln. Auf dem Abschlag dürfen Sie den Ball auf ein Tee setzen und die Bodenverhältnisse in begrenztem Maß vorbereiten. In der Penalty Area dürfen Sie spielen, haben aber auch Erleichterung mit Strafschlag. Im Bunker gelten Einschränkungen, etwa kein Aufsetzen des Schlägers im Sand. Auf dem Grün dürfen Sie den Ball markieren, aufnehmen und reinigen.
Im allgemeinen Gelände dagegen gelten die Grundregeln ohne solche Sonderrechte. Die Erleichterung bei einem unspielbaren Ball nach Regel 19 ist hier möglich, kostet aber einen Strafschlag. Wer die fünf Bereiche kennt, kann viele Regelfragen auf dem Platz selbst lösen.
Ausprobieren in der Golf Lounge
Wer das allgemeine Gelände und die anderen Bereiche des Platzes sicher unterscheiden möchte, lernt das in der Golf Lounge Resort Hamburg im DGV-Platzreifekurs. Der Theorieteil behandelt Regeln, Etikette und Sicherheit auf dem Platz und wird mit der Praxis verzahnt, begleitet von PGA-Trainern. Der Kurs umfasst in der Regel vier bis fünf Trainingseinheiten à zwei Stunden in Gruppen mit höchstens sechs Personen. Die Prüfung findet jeden Samstag vor Ort in Moorfleet statt.
Häufige Fragen
Was zählt zum allgemeinen Gelände im Golf?
Alles, was nicht Abschlag, Penalty Area, Bunker oder Grün des gespielten Lochs ist. Dazu zählen Fairway, Rough, Bäume, Wege sowie Abschläge und Grüns anderer Löcher. Es ist der größte Bereich des Platzes und der, in dem die meisten Schläge fallen.
Was ist der Unterschied zwischen allgemeinem Gelände und Through the Green?
Through the Green ist der alte Begriff aus den Regeln bis 2018. Seit 2019 heißt der Bereich allgemeines Gelände. Der Begriff umfasst im Wesentlichen dieselben Flächen, ist aber klarer abgegrenzt. Wie früher gehören auch Abschläge und Grüns anderer Löcher dazu. Im Alltag meinen beide Begriffe meist dasselbe.
Darf ich im allgemeinen Gelände straflos Erleichterung nehmen?
Ja, aber nur in bestimmten Fällen, zum Beispiel bei Boden in Ausbesserung, Wasseransammlungen, Tierlöchern oder unbeweglichen Hemmnissen. Dann gilt Regel 16.1. Sie droppen innerhalb einer Schlägerlänge vom nächstgelegenen Punkt mit vollständiger Erleichterung, nicht näher zum Loch. Bei einem unspielbaren Ball kostet die Erleichterung dagegen einen Strafschlag.
Darf ich im Rough Gras oder Äste wegdrücken?
Nein. Gewachsene oder befestigte Naturgegenstände dürfen Sie nicht verbiegen oder abbrechen, wenn das Ihren Schlag verbessert. Das ist ein Verstoß gegen Regel 8.1 und kostet die Grundstrafe. Lose Blätter, kleine Zweige und Steine dürfen Sie dagegen straflos entfernen. Achten Sie dabei darauf, dass sich Ihr Ball nicht bewegt.
Gehört ein Ball auf dem Grün eines anderen Lochs zum allgemeinen Gelände?
Ja. Das Grün eines anderen Lochs ist Teil des allgemeinen Geländes. Sie dürfen von dort aber nicht spielen. Ist Ihr Stand oder Schwung dadurch gestört, müssen Sie straflos Erleichterung nehmen und den Ball im allgemeinen Gelände droppen. Ein Grün zählt nur dann nicht zum allgemeinen Gelände, wenn es das Grün Ihres eigenen Lochs ist.
Stand: Oktober 2026