Golf-Lexikon
Ballmarker
Kurz erklärt
Ein Ballmarker ist ein kleiner, flacher Gegenstand, mit dem Golfer die Lage ihres Balls auf dem Grün kennzeichnen. Sie legen ihn direkt hinter oder neben den Ball, nehmen den Ball auf, reinigen ihn und legen ihn später an dieselbe Stelle zurück. Das ist nach den Golfregeln nur auf dem Grün erlaubt.
Ballmarker im Golf: Bedeutung und Aufgabe
Ein Ballmarker ist ein Hilfsmittel auf dem Grün. Er zeigt an, wo Ihr Ball gelegen hat, nachdem Sie ihn aufgenommen haben. So können Sie den Ball reinigen oder aus der Spiellinie eines Mitspielers entfernen und danach exakt an dieselbe Stelle zurücklegen.
Als Ballmarker dient ein kleiner, flacher Gegenstand. Üblich sind Metallplättchen, Kunststoffscheiben oder Münzen. Viele Golfer tragen ein Modell mit Magnet, das sich an der Kappe oder am Handschuh befestigen lässt. Es gibt Marker mit eigenem Logo oder Muster und solche, die mit einer Pitchgabel verbunden sind. Die Golfregeln schreiben keine Form vor. Der Gegenstand sollte nur klein und flach genug sein, damit er den Ball und die Linie der anderen nicht stört.
Wer ohne Marker auf das Grün kommt, kann sich behelfen: Ein Tee oder eine Münze reichen aus.
Die Regeln zum Markieren (Regel 14.1)
Die Golfregeln legen genau fest, wie Sie die Lage eines Balls markieren.
Vor dem Aufnehmen: Bevor Sie einen Ball aufnehmen, der zurückgelegt werden muss, markieren Sie seine Lage. Dazu legen Sie den Ballmarker direkt hinter oder direkt neben den Ball. Alternativ dürfen Sie einen Schläger direkt hinter oder neben den Ball auf den Boden halten. So steht es in Regel 14.1a.
Vor dem Schlag: Nach dem Zurücklegen des Balls müssen Sie den Marker entfernen. Spielen Sie einen Schlag, während der Marker noch liegt, gibt es einen Strafschlag.
Strafschlag: Wer einen Ball ohne Markierung aufnimmt oder die Lage falsch markiert, erhält einen Strafschlag.
Wer darf aufnehmen: Der Spieler oder jemand, den er dazu bestimmt. Auf dem Grün darf auch der Caddie ohne Anweisung aufnehmen (Regel 14.1b).
Auf dem Grün dürfen Sie den Ball außerdem immer reinigen (Regel 14.1c). Auf dem Vorgrün oder im Rough gilt das nicht, dort bleibt der Ball liegen.
Beispiel aus der Praxis: Der Ball liegt in der Linie des Mitspielers
Stellen Sie sich ein Par-3-Loch mit 140 Metern Länge vor. Ihr Abschlag landet auf dem Grün, zwei Meter vom Loch entfernt. Der Ball Ihres Mitspielers liegt nur anderthalb Meter vom Loch entfernt, fast genau auf der Linie zwischen Ihrem Ball und dem Loch. Sie liegen weiter weg und sind deshalb zuerst an der Reihe.
Sie bitten den Mitspieler, seinen Ball zu markieren. Er legt den Ballmarker direkt hinter den Ball, nimmt den Ball auf und reinigt ihn. Jetzt ist Ihre Linie frei, und Sie putten. Danach legt Ihr Mitspieler seinen Ball wieder an die markierte Stelle, entfernt den Marker und puttet.
Liegt dagegen ein Marker in Ihrer Linie, dürfen Sie den Besitzer bitten, ihn zur Seite zu legen. Üblich ist, ihn um eine Schlägerkopflänge in eine vereinbarte Richtung zu versetzen. Vor seinem eigenen Putt legt er ihn an die alte Stelle zurück. Das ist Etikette. Wichtig ist, dass der Ball später genau an seine Ausgangsstelle kommt, sonst spielt er von der falschen Stelle.
Ball markieren: So gehen Sie richtig vor
Die richtige Reihenfolge verhindert Fehler.
- Prüfen Sie, ob der Ball das Grün berührt. Nur dann dürfen Sie ihn markieren und aufnehmen.
- Legen Sie den Ballmarker direkt hinter oder neben den Ball.
- Nehmen Sie den Ball auf. Sie dürfen ihn reinigen.
- Legen Sie den Ball von Hand an die markierte Stelle. Die Golfregeln verlangen, dass Sie den Ball an der ursprünglichen Stelle absetzen und loslassen (Regel 14.2).
- Entfernen Sie den Ballmarker, bevor Sie schlagen.
Bewegen Sie den Marker aus Versehen, zum Beispiel beim Aufnehmen des Balls, gibt es auf dem Grün keinen Strafschlag. Sie legen den Ball an die ursprüngliche Stelle zurück oder markieren diese Stelle neu (Regel 13.1d). Lässt sich die Stelle nicht mehr genau bestimmen, schätzen Sie sie so gut wie möglich.
Wird ein Ball an der falschen Stelle zurückgelegt und gespielt, drohen im Zählspiel zwei Strafschläge (Regel 14.7).
Ballmarker, Pitchgabel und Tee: die Abgrenzung
Auf dem Grün sehen Golfer mehrere kleine Gegenstände. Die Unterschiede sind einfach.
- Ballmarker: markiert die Lage des Balls und wird vor dem Schlag entfernt.
- Pitchgabel: repariert Pitchmarken, also Dellen, die ein Ball beim Aufprall im Grün hinterlässt. Sie ist kein Markierer, wird aber oft zusammen mit einem Ballmarker verkauft.
- Tee: ein Hilfsmittel für den Abschlag. Im Notfall dient es auch als Marker.
- Divot-Tool: ein anderer Name für die Pitchgabel in manchen Ländern.
Golfer sollten stets ihre eigenen Pitchmarken ausbessern, und wenn möglich auch eine weitere. Das ist Etikette, und es hält das Grün glatt. Der Ballmarker hilft dabei nicht, er dient nur dem Markieren.
Typische Fehler mit dem Ballmarker
Beim Markieren kommen immer wieder dieselben Fehler vor.
- Ball aufnehmen, ohne zu markieren: Das kostet einen Strafschlag. Legen Sie den Marker zuerst.
- Marker liegen lassen: Wer mit liegendem Marker schlägt, erhält einen Strafschlag.
- Ball auf dem Vorgrün aufnehmen: Ein Ball, der das Grün nicht berührt, darf nicht aufgenommen werden. Das kostet ebenfalls einen Strafschlag.
- Marker weit vom Ball entfernt legen: Der Marker soll unmittelbar am Ball liegen. Liegt er weiter entfernt, ist die Lage nicht mehr eindeutig markiert.
- Beim Zurücklegen schlampen: Wer den Ball ein paar Zentimeter versetzt hinlegt, spielt von der falschen Stelle.
- Marker vergessen: Wer ohne Marker auf das Grün geht, kann sich mit einer Münze oder einem Tee helfen.
Wenn Sie sich diese Reihenfolge einprägen, passieren diese Fehler kaum noch.
Tipps: Welcher Ballmarker passt zu Ihnen?
Die Wahl hängt von Ihren Vorlieben ab.
- Flache Form: Ein flacher Marker stört den Ballroll von Mitspielern weniger.
- Auffällige Farbe oder Muster: Er lässt sich auf dem Grün leichter wiederfinden, und Sie verwechseln ihn nicht mit dem Marker anderer.
- Magnet: Ein Magnetmarker lässt sich an Kappe oder Handschuh befestigen und geht kaum verloren.
- Kombination mit Pitchgabel: Wer beides in einem Gerät führt, hat immer beides dabei.
- Reserve: Packen Sie zwei oder drei Marker in das Bag. Ein Tee dient als Notlösung.
Vor dem Putt hilft es außerdem, den Ball so zurückzulegen, dass eine aufgedruckte Linie zur gewünschten Putt-Linie zeigt. Der Marker sorgt dafür, dass der Ball danach wieder an derselben Stelle liegt. Ein Trainer kann Ihnen zeigen, wie Sie das Markieren in Ihre Routine einbauen, ohne das Spieltempo zu bremsen.
Ausprobieren in der Golf Lounge
Auf dem 9-Loch-Platz „Schwarz“ der Golf Lounge (Par 33) üben Sie das Markieren unter echten Bedingungen: Der Platz hat geschützte Grüns, Bunker und Wasserhindernisse sowie Par-3- und Par-4-Bahnen. Mit DGV-Platzreife spielen Sie dort von April bis Dezember, pro Tee-Time sind bis zu vier Spieler möglich. Auf dem Grün zeigt sich dann schnell, wie sich Markieren und Zurücklegen in einer Gruppe anfühlen.
Häufige Fragen
Was ist ein Ballmarker beim Golf?
Ein Ballmarker ist ein kleiner, flacher Gegenstand, mit dem Sie die Lage Ihres Balls auf dem Grün markieren. Sie legen ihn direkt hinter oder neben den Ball und nehmen den Ball auf. Danach legen Sie den Ball an dieselbe Stelle zurück. Üblich sind Metallplättchen, Münzen oder Kunststoffscheiben.
Welche Strafe gibt es, wenn ich den Ball nicht markiere?
Wer einen Ball aufnimmt, der zurückgelegt werden muss, ohne die Lage zu markieren, bekommt einen Strafschlag (Regel 14.1). Das gilt auch, wenn die Lage falsch markiert wird oder ein Schlag mit liegendem Marker gespielt wird. Auf dem Vorgrün darf der Ball ohnehin nicht aufgenommen werden.
Wo lege ich den Ballmarker hin?
Legen Sie den Ballmarker direkt hinter oder direkt neben den Ball. Eine Stelle vor dem Ball nennt die Regel nicht. Der Marker muss die Lage genau kennzeichnen. Entfernen Sie ihn, bevor Sie den Schlag machen. Je näher am Ball, desto eindeutiger ist die Lage markiert.
Was passiert, wenn ich den Marker aus Versehen bewege?
Auf dem Grün gibt es dafür keinen Strafschlag (Regel 13.1d). Sie legen den Ball an die ursprüngliche Stelle zurück oder markieren diese Stelle neu. Lässt sie sich nicht mehr genau bestimmen, schätzen Sie sie so gut wie möglich. Das gilt auch, wenn ein Mitspieler Ihren Marker versehentlich bewegt.
Darf ich eine Münze als Ballmarker nutzen?
Ja. Die Golfregeln schreiben keinen bestimmten Marker vor. Eine Münze, ein Tee oder ein kleiner Gegenstand reichen aus. Sie sollten flach sein, damit sie Mitspieler nicht stören. Alternativ dürfen Sie einen Schläger direkt hinter oder neben den Ball halten. Entfernen müssen Sie den Marker vor dem Schlag in jedem Fall.
Stand: Oktober 2026