Push & Pull

Golf-Lexikon

Push & Pull

Kurz erklärt

Push und Pull sind gerade Fehlschläge ohne Kurve. Beim Push startet der Ball für Rechtshänder rechts vom Ziel, beim Pull links davon, und er behält diese Richtung bis zur Landung. Die Ursache ist meist eine Schlagfläche, die im Treffmoment nicht zum Ziel zeigt, während der Schläger in dieselbe Richtung schwingt.

Push und Pull im Golf: Bedeutung einfach erklärt

Wenn Golfer von einem Push oder Pull sprechen, meinen sie die Startrichtung des Balls. Alle Angaben gelten für Rechtshänder, Linkshänder lesen sie spiegelbildlich.

Ein Push ist ein Schlag, der rechts vom Ziel startet und ohne nennenswerte Kurve auf dieser Linie bleibt. Er landet also auf der rechten Seite, obwohl der Ball nicht gekrümmt ist. Ein Pull ist das Gegenstück: Der Ball startet links vom Ziel und fliegt gerade weiter nach links.

Beide Schläge sind für Einsteiger oft verwirrend, weil sie sich ganz anders anfühlen als ein Slice oder Hook. Der Ball trifft meist gut, der Flug sieht sauber aus, und trotzdem liegt er neben dem Fairway. Der Grund ist einfach: Die Richtung stimmt nicht, aber die Qualität des Treffers schon.

Die englischen Wörter sind im deutschen Golf üblich. „Push“ bedeutet schieben, „Pull“ bedeutet ziehen. Beim Putten verwenden Golfer dieselben Begriffe: Ein geschobener Putt läuft rechts am Loch vorbei, ein gezogener Putt links.

Ballflug lesen: Startrichtung und Kurve getrennt betrachten

Um Push und Pull zu verstehen, hilft ein Blick auf die heutigen Ballflugregeln. Sie stützen sich auf Messungen mit Radargeräten wie TrackMan. Danach bestimmt vor allem die Schlagfläche die Startrichtung. Als Faustregel nennt TrackMan beim Driver einen Anteil von etwa 85 Prozent, bei den Eisen von etwa 75 Prozent. Den Rest steuert die Schwungrichtung bei, also die Bahn, auf der sich der Schlägerkopf im Treffmoment bewegt.

Die Kurve entsteht aus dem Unterschied zwischen Schlagfläche und Schwungrichtung. Zeigen beide in dieselbe Richtung, fliegt der Ball gerade. Zeigen beide nach rechts, ist das ein Push. Zeigen beide nach links, ist es ein Pull.

Eine einfache Merkhilfe:

Diese Trennung ist die wichtigste Erkenntnis für das Korrigieren. Wer einen Pull bekämpft, indem er den Ball „aufdreht“, macht oft einen Hook daraus.

Pull Hook und Push Slice: wenn die Kurve dazukommt

Wird aus dem geraden Fehlschlag ein gebogener, entstehen zwei bekannte Mischformen.

Ein Pull Hook startet links vom Ziel und dreht danach noch weiter nach links. Die Schlagfläche ist im Treffmoment geschlossen im Vergleich zur Schwungrichtung. Meist ist sie zusätzlich nach links gerichtet, daher die Startlinie links. Der Ball fliegt oft tief und läuft weit aus. Für viele Spieler ist der Pull Hook der gefährlichste Schlag, weil er sich schlecht kontrollieren lässt.

Ein Push Slice startet rechts vom Ziel und dreht noch weiter nach rechts. Hier ist die Schlagfläche im Vergleich zur Schwungrichtung offen und zeigt zusätzlich nach rechts. Der Ball steigt oft hoch und landet weit rechts, manchmal im Aus.

Daneben gibt es zwei Mischformen mit Rückkehr zur Mitte. Der Pull Slice startet links und kehrt nach rechts zurück. Der Push Hook startet rechts und kehrt nach links zurück. Sie landen oft ganz gut, gelten aber als schwer wiederholbar.

Den normalen Slice beschreibt unser Eintrag zum Slice, den Hook finden Sie unter Hook.

Beispiel aus der Praxis: Pull und Push in Zahlen

Stellen Sie sich eine Bahn vor, auf der das Ziel 150 Meter entfernt liegt. Sie spielen ein Eisen 7.

Fall 1, der Push: Die Schlagfläche zeigt 3 Grad nach rechts vom Ziel, und der Schläger schwingt ebenfalls 3 Grad nach rechts. Es gibt keine Kurve. Der Ball startet auf der Linie 3 Grad rechts und fliegt gerade. Bei 150 Metern Entfernung liegt er etwa 8 Meter rechts vom Ziel. Das reicht, um das Grün zu verfehlen.

Fall 2, der Pull Hook: Mit dem Driver zeigt die Schlagfläche 4 Grad nach links, die Schwungrichtung nur 1 Grad nach links. Die Schlagfläche ist damit 3 Grad geschlossener als die Schwungrichtung. Der Ball startet etwa 3,5 Grad links und dreht dann weiter nach links. Bei 220 Metern Flugstrecke kommt schon die Startlinie auf gut 13 Meter Abweichung, die Kurve kommt obendrauf.

Die Werte sind vereinfachte Beispiele und sollen vor allem zeigen, wie schnell kleine Winkel zu großen Abweichungen am Ziel führen. Ein Grad Fehler bringt bei 150 Metern etwa 2,6 Meter.

Ursachen: Warum Bälle geschoben oder gezogen werden

Für Push und Pull gibt es meist einfache Ursachen, die sich schon vor dem Schwung finden lassen.

Häufige Ursachen für einen Push:

Häufige Ursachen für einen Pull:

Auch die Ausrichtung ist ein unterschätzter Faktor. Viele Spieler zielen mit dem Körper an einem anderen Punkt als mit der Schlagfläche. Wenn die Fußlinie ein paar Grad vom Ziel abweicht, schwingt der Schläger automatisch in diese Richtung. Fehler wiederholen sich, deshalb lohnt sich ein Blick auf das Muster mehrerer Schläge.

Typische Fehler beim Korrigieren

Beim Versuch, Push oder Pull abzustellen, machen Spieler einige typische Fehler.

Der erste ist die Überkorrektur. Wer immer nach rechts schiebt, richtet sich beim nächsten Mal nach links aus. Das kann in einen Pull umschlagen. Besser ist es, nur eine Sache pro Übungseinheit zu ändern.

Der zweite Fehler ist das Rätselraten. Ohne Messdaten oder Video ist kaum zu erkennen, ob die Startrichtung von der Schlagfläche oder von der Schwungrichtung stammt. Beide Ursachen fühlen sich im Schwung ähnlich an.

Der dritte Fehler ist das Beobachten der Landung statt der Startlinie. Wer nur auf das Ende des Fluges schaut, kann Push Slice und Pull Slice kaum unterscheiden. Achten Sie auf den ersten Metern des Ballflugs darauf, wo der Ball startet. Diese Information zeigt, wohin die Schlagfläche gezeigt hat.

Der vierte Fehler betrifft das Equipment. Ein Schläger mit falscher Länge oder falschem Lie-Winkel kann die Startrichtung beeinflussen. Ist der Schläger zu aufrecht, startet der Ball eher links, ist er zu flach, eher rechts. Bei anhaltenden Problemen lohnt sich daher eine Überprüfung beim Fitting.

Übungen: So korrigieren Sie Push und Pull

Mit wenigen Hilfsmitteln lassen sich beide Fehler gut bearbeiten.

Übung 1, das Ausrichten: Legen Sie zwei Alignment-Sticks auf den Boden. Der erste zeigt parallel zur Ziellinie und liegt an Ihren Füßen. Der zweite zeigt auf das Ziel. Prüfen Sie vor jedem Schlag, ob Füße, Hüften und Schultern parallel zur Ziellinie stehen.

Übung 2, die Ballposition: Markieren Sie für jeden Schläger die Ballposition mit einem Tee im Boden. Beim Wedge liegt der Ball etwa in der Mitte, beim Driver weiter vorn. Die genaue Position kann ein Trainer individuell festlegen.

Übung 3, das Tor: Stecken Sie zwei Tees als Tor knapp breiter als den Schlägerkopf, etwa 20 Zentimeter vor dem Ball. Schwingen Sie den Schläger durch dieses Tor. So spüren Sie eine gerade Schwungrichtung.

Übung 4, die Zielübung: Wählen Sie ein Ziel und achten Sie nur auf die Startrichtung. Schlagen Sie 10 Bälle und zählen Sie, wie viele links, mittig und rechts starten. So erkennen Sie Ihre Tendenz.

Ein Trainer kann mit Messdaten genau sagen, ob Schlagfläche oder Schwungrichtung die Ursache ist.

Ausprobieren in der Golf Lounge

Wer Push und Pull gezielt loswerden möchte, findet im Golf Lounge Resort Hamburg die passende Technik. An der überdachten Range misst TrackMan jeden Schlag, unter anderem Abflugwinkel, Ballgeschwindigkeit, Carry und Streuung. Auf dem Monitor an Ihrer Matte sehen Sie sofort, wie stark Ihre Bälle nach links oder rechts streuen. Die Range hat 32 Abschlagplätze auf zwei Ebenen und ist ganzjährig nutzbar. Wer die Ursache im Schwung klären möchte, bucht eine Einzelstunde mit einem PGA Pro: Dort fließen TrackMan-Daten in die Schwunganalyse ein, ergänzt durch V1 Pro Videoanalyse.

TrackMan-Angebote ansehen

Häufige Fragen

Was ist ein Pull beim Golf?

Ein Pull ist ein gerader Schlag, der links vom Ziel startet und ohne Kurve auf dieser Linie bleibt, gemeint ist die Sicht eines Rechtshänders. Schlagfläche und Schwungrichtung zeigen im Treffmoment beide nach links. Der Ball trifft oft sauber, liegt aber links neben dem Fairway oder dem Grün. Das Gegenstück ist der Push nach rechts.

Was ist der Unterschied zwischen Pull und Pull Hook?

Beim Pull bleibt der Ball auf gerader Linie nach links. Beim Pull Hook startet er ebenfalls links, dreht danach aber zusätzlich weiter nach links, weil die Schlagfläche im Treffmoment relativ zur Schwungrichtung geschlossen ist. Der Pull Hook fliegt meist tiefer und läuft weiter aus, er gilt daher als schwerer zu kontrollieren.

Was ist ein Push Slice?

Ein Push Slice startet rechts vom Ziel und dreht danach noch weiter nach rechts, aus der Sicht von Rechtshändern. Die Schlagfläche zeigt nach rechts und ist zusätzlich offen zur Schwungrichtung. Der Ball steigt häufig hoch und landet weit rechts, im ungünstigen Fall im Aus. Er entsteht oft bei zu später Drehung des Körpers.

Warum ziehe ich meine Bälle nach links?

Häufige Gründe sind eine Ausrichtung nach links, ein zu weit vorn liegender Ball oder ein Oberkörper, der im Abschwung zu früh aufdreht. Dann schwingt der Schläger von außen nach innen. Prüfen Sie zuerst Ausrichtung und Ballposition mit Alignment-Sticks. Hilft das nicht, zeigt eine Schwunganalyse mit Messdaten die genaue Ursache.

Wie vermeide ich Push und Pull?

Beginnen Sie mit den Grundlagen: parallele Ausrichtung von Füßen, Hüften und Schultern, die richtige Ballposition und eine Schlagfläche, die zum Ziel zeigt. Beobachten Sie dann die Startrichtung statt der Landung. Ändern Sie pro Einheit nur eine Sache. Ein Trainer kann mit Radardaten zeigen, ob Schlagfläche oder Schwungrichtung die Ursache ist.

Stand: Oktober 2026

Zurück zum Golf-Lexikon