Golf-Lexikon
Fade
Kurz erklärt
Ein Fade ist im Golf ein Schlag, dessen Ball leicht von links nach rechts kurvt (bei Rechtshändern). Der Ball startet links vom Ziel oder auf der Zielline und biegt zum Ende hin sanft nach rechts. Ein Fade ist gewollt und kontrolliert. Er fliegt meist etwas höher als ein Draw und landet weicher.
Fade im Golf: Was bedeutet das?
Ein Fade ist eine leichte, kontrollierte Kurve des Balls. Bei Rechtshändern kurvt er von links nach rechts, bei Linkshändern von rechts nach links. Dieser Text beschreibt immer die Sicht eines Rechtshänders.
Der Ball startet links von der Zielline oder genau darauf. Im Flug biegt er sanft nach rechts und landet im besten Fall dort, wohin Sie gezielt haben. Weil er meist mit etwas mehr Rückwärtsdrall fliegt, steigt er häufig höher und landet weicher. Er rollt nach der Landung weniger als ein Draw. Das macht den Fade zu einem Schlag mit guter Kontrolle am Grün.
Eine stärkere Kurve nach rechts, die nicht geplant war und oft im Rough oder Wald endet, nennt man Slice. Ein Fade ist also die kleine, gewollte Variante und der Slice die große, ungewollte. Der Gegenspieler zum Fade ist der Draw, der von rechts nach links kurvt.
Viele bekannte Spieler gelten als Fade-Spieler, zum Beispiel Ben Hogan und Jack Nicklaus. Für sie war der Fade der Schlag, auf den sie sich unter Druck verlassen konnten.
Warum kurvt der Ball? Die Ballflugregeln einfach erklärt
Die Richtung der Schlagfläche im Treffmoment bestimmt vor allem, wohin der Ball startet. Die Kurve kommt vom Unterschied zwischen Schlagfläche und Schwungbahn.
- Schlagflächenstellung (Face Angle): Sie legt die Startrichtung fest. Der Ball startet überwiegend dorthin, wohin die Schlagfläche zeigt. TrackMan nennt beim Driver rund 85 Prozent, bei Eisen rund 75 Prozent.
- Schwungbahn (Club Path): Sie beschreibt, in welche Richtung sich der Schlägerkopf bewegt. Läuft er von außen nach innen, zeigt er links vom Ziel.
- Face to Path: Das ist der Unterschied zwischen beiden Werten. Ist die Schlagfläche relativ zur Bahn leicht nach rechts gerichtet, neigt sich die Drehachse des Balls nach rechts. Der Ball kurvt nach rechts, das ist die Kurve des Fade.
Für einen Fade läuft der Schläger also leicht von außen nach innen, und die Schlagfläche steht etwas weiter rechts als die Bahn. Ist der Wert Face to Path groß und positiv, wird der Fade zum Slice. TrackMan erklärt diese Zusammenhänge in seinen Lehrmaterialien. Sie gelten für alle Schläger, auch für den Driver, solange der Ball in der Mitte der Schlagfläche getroffen wird. Treffer an Spitze oder Ferse verändern die Kurve zusätzlich (Gear-Effekt).
So spielen Sie einen Fade Schritt für Schritt
Für den Fade verändern Sie nur wenige Dinge. Üben Sie die Schritte zuerst mit einem Eisen 7.
- Ziel: Stellen Sie sich vor, der Ball startet links vom Ziel und kehrt dann zurück.
- Ausrichtung: Richten Sie Füße, Hüfte und Schultern etwas links vom Ziel aus. Die Schlagfläche zeigt auf das Ziel, also etwas weiter rechts als Ihre Körperlinie.
- Stand: Ein leicht offener Stand hilft. Das heißt, der vordere Fuß steht etwas weiter von der Ziellinie zurück als der hintere.
- Griff: Ein leicht schwächerer Griff unterstützt den Fade. Beide Hände drehen etwas weiter nach links am Schläger, sodass Sie etwas weniger Knöchel der linken Hand sehen.
- Ballposition: Der Ball liegt als Orientierung etwas weiter vorn im Stand. Das unterstützt eine Bahn von außen nach innen.
- Schwung: Schwingen Sie entlang der Körperlinie nach links. Die Hände bleiben ruhig, und die Schlagfläche dreht sich im Durchschwung nicht aktiv zu.
Achten Sie darauf, dass die Körperdrehung durchgeht. Wer die Drehung stoppt, verliert die Kontrolle über die Schlagfläche.
Beispiel aus der Praxis: Dogleg rechts vom Abschlag
Stellen Sie sich ein Par-4-Loch von 360 Metern vor, das nach 200 Metern nach rechts abknickt. Rechts vor der Ecke stehen hohe Bäume. Ein Dogleg rechts ist die klassische Bahn für den Fade. Sie wollen den Ball an der linken Fairwayseite starten und um die Ecke zurückführen.
Sie richten den Körper auf die linke Fairwayhälfte aus. Die Schlagfläche zeigt etwas weiter nach rechts. Im Treffmoment zeigt die Schwungbahn drei Grad nach links und die Schlagfläche ein Grad nach links. Face to Path liegt damit bei plus zwei Grad. Der Ball startet leicht links, steigt hoch und kurvt zum Knick nach rechts. Er landet nach 190 Metern in der Mitte des Fairways, rollt noch 10 Meter und liegt 200 Meter vom Abschlag entfernt. Es bleiben 160 Meter bis zum Grün.
Ein Draw wäre nach links gekurvt und auf festem Boden vielleicht durch das Fairway ins linke Rough gerollt. Der Fade bleibt dagegen sicher stehen. Die Zahlen sind ein Rechenbeispiel für einen mittleren bis guten Spieler.
Fade, Draw, Slice und Hook im Vergleich
Die Ballkurven gehören zusammen. Dieser Überblick hilft bei der Einordnung.
- Fade: leichte Kurve von links nach rechts, gewollt und kontrolliert.
- Slice: starke Kurve nach rechts, meist ungewollt. Der Ball startet oft links und endet weit rechts.
- Draw: leichte Kurve von rechts nach links, gewollt und kontrolliert.
- Hook: starke Kurve nach links, meist ungewollt.
- Gerader Schlag: Der Ball fliegt ohne nennenswerte Kurve. Er ist in der Praxis selten.
Wann ist der Fade sinnvoll? Er hilft bei Doglegs nach rechts, bei Wind von rechts, gegen den die Kurve des Balls arbeitet, und bei Fahnen auf der rechten Seite eines Grüns. Sein höherer Flug und die weiche Landung machen ihn zum guten Schlag auf harte Grüns. Kommt der Wind von links, verstärkt er die Kurve des Fade, und der Draw ist dann die bessere Wahl.
Entscheidend ist, dass Sie die Kurve planen. Ein Fade, der nur manchmal passiert, ist noch ein Zufallstreffer.
Typische Fehler beim Fade
Wer den Fade lernt, stößt auf typische Hürden.
- Zu viel Kurve: Die Schlagfläche steht im Treffmoment zu weit offen zur Bahn. Aus dem Fade wird ein Slice.
- Zu starke Ausrichtung nach links: Der Ball landet links vom Ziel, weil die Kurve nicht ausreicht.
- Die Drehung stoppt: Der Körper bremst, und die Hände übernehmen. Je nach Reaktion startet der Ball gerade rechts am Ziel vorbei (Block) oder biegt unerwartet nach links.
- Ball zu weit hinten: Die Schwungbahn läuft dann eher von innen nach außen. Aus dem geplanten Fade wird ein Push oder sogar ein Draw.
Für den Weg zum Fade ist die Messung hilfreich. Notieren Sie nach jedem Schlag, wohin der Ball gestartet ist und wohin er gekurvt hat. So erkennen Sie, ob Ihr Fade zu klein, zu groß oder genau richtig ist.
Einsteiger sollten zuerst lernen, den Ball gerade zu treffen. Wer dauerhaft nach rechts kurvt, arbeitet zuerst an Griff, Ausrichtung und Schwungbahn. Erst wenn der Ball verlässlich startet, lohnt sich das gezielte Formen der Kurve.
Ausprobieren in der Golf Lounge
Ob Ihr Ball wirklich einen Fade spielt, sehen Sie an den Messwerten. Die TrackMan-Technik der Golf Lounge misst den Ballflug mit Radar, ähnlich wie auf der Profi-Tour, an der Range und in den Simulator-Boxen. Im Training zeigen sich Werte wie Startwinkel, Abfluggeschwindigkeit, Schlägerkopfgeschwindigkeit, Fluglänge und Spin. Die Simulatoren rechnen den Ballflug auf den gewählten Kurs um. So prüfen Sie, wie sich Ausrichtung und Griff auf die Kurve auswirken.
Häufige Fragen
Was ist ein Fade im Golf?
Ein Fade ist ein kontrollierter Schlag, bei dem der Ball bei Rechtshändern leicht von links nach rechts kurvt. Er startet links vom Ziel oder auf der Zielline und kehrt im Flug zur Mitte zurück. Er fliegt meist etwas höher als ein Draw, landet weicher und rollt weniger.
Was ist der Unterschied zwischen Fade und Slice?
Der Fade ist eine leichte, gewollte Kurve nach rechts. Der Slice ist eine starke, meist ungewollte Kurve in dieselbe Richtung. Der Unterschied liegt im Wert Face to Path: Ist die Schlagfläche relativ zur Schwungbahn zu stark offen, wird aus dem Fade ein Slice. Ein Slice kostet Länge und landet oft im Rough.
Wie schlägt man einen Fade?
Richten Sie Körper und Füße etwas links vom Ziel aus und lassen Sie die Schlagfläche auf das Ziel zeigen. Ein leicht schwächerer Griff und ein offener Stand helfen. Schwingen Sie entlang der Körperlinie und drehen Sie den Körper voll durch. Üben Sie zuerst mit einem Eisen 7.
Wann spielt man einen Fade?
Ein Fade bietet sich bei Doglegs nach rechts an, bei Wind von rechts und bei Fahnen auf der rechten Seite des Grüns. Durch den höheren Flug landet der Ball weicher, was auf harten Grüns hilft. Bei Wind von links ist ein Draw meist die bessere Wahl.
Ist ein Fade besser als ein Draw?
Keiner von beiden ist grundsätzlich besser. Der Fade bringt oft mehr Kontrolle bei der Landung, der Draw durch den Roll mehr Länge. Wichtig ist, dass Sie eine Form sicher beherrschen. Viele Spieler bleiben bei einer Kurve und nutzen die andere nur selten.
Stand: Oktober 2026