Divot

Golf-Lexikon

Divot

Kurz erklärt

Ein Divot ist das Rasenstück, das beim Schlag mit einem Eisen oder Wedge aus dem Boden gelöst wird. Auch das zurückbleibende Loch wird oft so genannt. Ein flaches Divot vor dem Ball ist ein Zeichen für einen sauberen, abwärts gerichteten Treffmoment. Zur Golf-Etikette gehört, das Rasenstück zurückzulegen oder das Loch mit Sand zu füllen.

Was ist ein Divot? Bedeutung beim Golf

Wenn Sie einen Ball mit einem Eisen vom Rasen schlagen, trifft der Schläger nach dem Ball auch den Boden. Dabei löst er oft ein Stück Gras samt Erde heraus. Dieses Rasenstück heißt Divot. Genau genommen ist das Divot nur das herausgeschlagene Stück. Das Loch, das zurückbleibt, ist das Divotloch. Im Alltag sagen Golfer aber zu beidem einfach Divot.

Das Wort stammt aus dem Schottischen und bezeichnete dort ursprünglich ein Stück Grassode. Da Golf in Schottland entstanden ist, hat sich der Begriff weltweit gehalten. Einen eigenen deutschen Fachbegriff gibt es nicht.

Divots entstehen vor allem auf dem Fairway und im Rough, bei Schlägen mit Eisen und Wedges. Mit dem Driver vom Tee entsteht meist kein Divot, weil Sie den Ball dort in der Aufwärtsbewegung treffen. Auf Abschlägen für Par-3-Löcher sieht man dagegen oft viele Divots, weil dort mit Eisen gespielt wird.

Warum entsteht ein Divot? Was es über Ihren Schlag verrät

Ein gutes Eisen trifft den Ball in der Abwärtsbewegung. Der tiefste Punkt des Schwungs, der Low Point, liegt dabei kurz vor dem Ball, also in Richtung Ziel. Der Schläger trifft zuerst den Ball und danach den Boden. So entsteht ein flaches Divot, das an der Ballposition beginnt und einige Zentimeter nach vorn reicht.

Deshalb ist das Divot für Golfer ein nützlicher Hinweis:

Golflehrer schauen sich das Divot deshalb gern genau an. Es ist ein einfaches Feedback ohne jede Technik.

Divot zurücklegen: so geht es richtig

Ein Divotloch ist eine kleine Wunde im Rasen. Wird sie nicht versorgt, wächst das Gras dort langsamer nach, und die nächste Gruppe landet vielleicht mit ihrem Ball genau darin. Deshalb gehört das Zurücklegen zur Etikette.

So gehen Sie vor:

Viele Plätze stellen Sandbehälter an Abschlägen oder an den Carts bereit. Manche Anlagen bitten ihre Gäste ausdrücklich, Divots auf dem Fairway nur mit Sand zu füllen. Achten Sie auf entsprechende Hinweise am ersten Abschlag oder auf der Scorekarte. Auf dem Grün entstehen übrigens keine Divots. Dort bessern Sie stattdessen Pitchmarken aus.

Divots und die Golfregeln

Für Divots gelten einige Regeln, die Einsteiger überraschen.

Liegt Ihr Ball in einem Divotloch, gibt es keine straflose Erleichterung. Sie spielen den Ball, wie er liegt. Das gilt auch dann, wenn ein anderer Spieler das Divot nicht zurückgelegt hat. Nur wenn die Spielleitung per Platzregel etwas anderes festlegt, sieht es anders aus.

Ein loses, herausgeschlagenes Divot gilt als loser hinderlicher Naturstoff. Sie dürfen es straflos entfernen. Bewegt sich dabei Ihr Ball, kostet das im allgemeinen Gelände einen Strafschlag, und Sie legen den Ball zurück.

Ein zurückgelegtes Divot gehört dagegen wieder zum Boden. Regel 8.1 verbietet, die Bedingungen für den eigenen Schlag zu verbessern. Wer vor seinem Schlag ein Divot in Lage, Stand oder Schwunglinie zurücklegt, festdrückt oder entfernt und damit seine Bedingungen verbessert, erhält die Grundstrafe. Im Zählspiel sind das zwei Schläge.

Nach Ihrem eigenen Schlag dürfen und sollen Sie Ihr Divot natürlich jederzeit zurücklegen.

Beispiel aus der Praxis

Sie spielen ein Par-4-Loch. Ihr Abschlag liegt gut auf dem Fairway, noch 130 Meter bis zur Fahne. Sie nehmen ein Eisen 8 und treffen den Ball sauber. Nach dem Schlag sehen Sie ein Divot von etwa der Länge eines Handtellers. Es beginnt genau an der Stelle, an der der Ball lag, und reicht nach vorn.

Das ist ein gutes Zeichen. Sie haben zuerst den Ball und dann den Boden getroffen. Das Divot zeigt leicht links am Ziel vorbei, der Ball ist ebenfalls etwas nach links geflogen. Ein Hinweis, auf den Sie beim nächsten Training achten können.

Bevor Sie weitergehen, holen Sie das Rasenstück, legen es zurück und treten es fest. Das dauert wenige Sekunden. Der Golfer aus der Gruppe hinter Ihnen, dessen Ball später an derselben Stelle landet, wird es Ihnen danken.

Typische Fehler und Tipps zum Training

Die häufigsten Divot-Fehler betreffen den Treffmoment:

Eine einfache Übung für den Rasen: Legen Sie ein Handtuch etwa eine Handbreit hinter den Ball. Wer das Handtuch trifft, schlägt zu früh in den Boden. Auf einer Rasenübungsfläche können Sie auch eine Linie ziehen und versuchen, dass jedes Divot vor dieser Linie beginnt.

Auf Abschlagmatten entstehen keine Divots. Matten verzeihen kleine Fehler im Treffmoment manchmal etwas mehr als Rasen. Hier helfen Messwerte eines Launch Monitors, um den Treffmoment trotzdem zu überprüfen.

Abgrenzung: Divot, Pitchmarke und Spikemark

Drei Arten von Platzschäden werden oft verwechselt.

Das Divot entsteht durch den Schläger beim Schlag, meist auf dem Fairway oder im Rough. Sie legen das Rasenstück zurück oder füllen das Loch mit Sand.

Die Pitchmarke entsteht, wenn ein Ball aus der Luft auf dem Grün landet und eine kleine Delle hinterlässt. Sie bessern sie mit einer Pitchgabel aus, indem Sie den Rand vorsichtig zur Mitte schieben und anschließend glatt drücken. Auf dem Grün dürfen Sie Schäden wie Pitchmarken jederzeit reparieren, auch auf Ihrer Puttlinie.

Spikemarks sind Abdrücke von Golfschuhen auf dem Grün. Seit 2019 dürfen Sie auch diese Schäden auf dem Grün ausbessern.

Im Alltag gilt eine einfache Faustregel: Hinterlassen Sie den Platz so, wie Sie ihn selbst gern vorfinden möchten.

Ausprobieren in der Golf Lounge

An Ihrem Treffmoment können Sie in der Golf Lounge Resort Hamburg auf der TrackMan Range arbeiten. Sie bietet 32 Abschlagplätze auf zwei Ebenen, überdacht und ganzjährig nutzbar, an jeder Matte mit TrackMan. Da Sie dort von Matten aus Premium-Kunstrasen schlagen, müssen Sie keine Divots zurücklegen. Messwerte wie Carry, Total, Abflugwinkel und Ballgeschwindigkeit zeigen Ihnen trotzdem, wie gut Sie den Ball getroffen haben. Mit der TrackMan Range App sehen Sie die Daten auch auf Ihrem Smartphone.

TrackMan Range ansehen

Häufige Fragen

Was ist ein Divot beim Golf?

Ein Divot ist das Rasenstück, das der Schläger bei einem Schlag aus dem Boden löst. Meist passiert das mit Eisen oder Wedges auf dem Fairway oder im Rough. Oft nennt man auch das zurückbleibende Loch Divot. Ein flaches Divot direkt vor der Ballposition zeigt, dass Sie den Ball sauber in der Abwärtsbewegung getroffen haben.

Muss man Divots zurücklegen?

Ja, das gehört zur Golf-Etikette und zur Pflege des Platzes. Legen Sie das Rasenstück mit den Wurzeln nach unten zurück und treten Sie es fest. Ist es zerfallen, füllen Sie das Loch mit Sand. Manche Plätze bitten darum, Divots nur mit Sand zu füllen. Achten Sie auf die Hinweise der jeweiligen Anlage.

Bekomme ich Erleichterung, wenn mein Ball in einem Divotloch liegt?

Nein. Nach den Golfregeln spielen Sie den Ball, wie er liegt, auch aus einem Divotloch. Eine straflose Erleichterung gibt es nur, wenn die Spielleitung das per Platzregel erlaubt. Das ist ärgerlich, aber genau deshalb ist es so wichtig, dass alle Golfer ihre Divots zurücklegen.

Ist ein Divot ein gutes Zeichen?

Bei Eisen und Wedges meist ja, wenn das Divot flach ist und an der Ballposition oder kurz davor beginnt. Dann haben Sie zuerst den Ball und danach den Boden getroffen. Beginnt das Divot hinter dem Ball oder ist es sehr tief, deutet das auf einen fetten oder zu steilen Schlag hin.

Stand: Oktober 2026

Zurück zum Golf-Lexikon